Cave Barriques.jpg Barrique ist die Bezeichnung für ein kleines Eichenfass, das zum Ausbau von Rot- oder Weißwein dient. Ursprünglich war der Begriff ein französisches Weinmaß (barrique = Fass), das in der Regel 225 Liter fasst.
Die Reifung in Barriques erfordert viel Erfahrung, Wissen und Sorgfalt. Für einen guten Barrique-Wein ist die Qualität des Weines ebenso entscheidend wie die des Fasses. Eine große Rolle spielt der Röstgrad, d. h. die Stärke der Erhitzung, welche die Dauben in die gewölbte Fassform zwingt. Jedes Fass gibt dem Wein ein einzigartiges Aroma. Barriques verlieren spätestens nach der dritten Befüllung an Aromakraft und werden dann in der Regel durch neue Fässer ersetzt. Der Materialeinsatz ist daher hoch, und die steigende Nachfrage hat den Preis für hochwertige Holzfässer in die Höhe getrieben. Dies alles bedingt den hohen Preis der Barrique-Weine.
Der Wunsch, dem Wein einen „Holzton“ zu verleihen, hat oftmals Marketinggründe; man glaubt, einen Wein, der nach Holz, nach Barrique schmeckt, teurer verkaufen zu können. Jedoch gilt ein zu prägnanter, vordergründiger Holzgeschmackston in Wirklichkeit als Fehler des Weines.
Bei den sogenannten Chips hat der Anwender verschiedene Möglichkeiten. Entweder werden an den Innenwänden der Stahltanks Eichenholzbretter angebracht, oder man hängt bei kleineren Einheiten einfach ein Säckchen mit Holzstückchen in den Wein. Die Tannine und der Eichengeschmack werden in den Wein abgegeben und prägen so den Geschmack, ohne dass die mit dem Barrique verbundene längere Lagerfähigkeit erreicht wird. Solche Eichenweine erkennt man entweder am Preis, denn Holzstücke sind immer deutlich billiger als hochwertige Barriques, oder nach Öffnen der Flasche am unerwarteten schlechten Geschmack, denn diese Weine bauen relativ schnell ab und schmecken dann unerfreulich.
Aus der Historie sind für das "Barriquisieren" drei Fälle erwähnenswert:
Der Ausbau in neuen Holzfässern war ursprünglich nur den besten und schwersten Weinen vorbehalten. So verkauften die großen Châteaux aus Bordeaux wie etwa Château Margaux, das eine eigene Küferei betreibt, ihre gebrauchten Fässer an weniger wohlhabende Weingüter weiter.
In den 1980er Jahren kam die Technik des Barriqueausbaus weltweit in Mode. Diese Entwicklung ist zum einen auf die Internationalisierung des Weinbaus zurückzuführen, wobei die in Bordeaux angewandten Methoden eine Vorbildfunktion einnehmen. Zum anderen ist die Nachfrage nach hochwertigen, schweren Rotweinen mit komplexen Aromen stark gestiegen, so dass ein großer Markt für Barriqueweine auch in anderen als den traditionell dafür bekannten Regionen entstand.
Der Ausbau im kleinen Eichenholzfass wurde in Deutschland erst in den 1990er Jahren eingeführt. Die Weine mussten zunächst als Tafelwein vermarktet werden, da sie früher nicht als Qualitätswein anerkannt wurden. Mittlerweile allerdings haben deutsche Barriqueweine ein hohes Qualitätspotenzial erreicht, gelten aber nach wie vor als Nischenprodukt und sind im Hochpreissegment angesiedelt. Die Zulassung von Eichenholzchips ist derzeit in Fachkreisen heftig umstritten, bisher wurden in Deutschland lediglich Ausbauversuche gestattet.
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