Die Barockvioline, auch Barockgeige oder Kurzhalsgeige genannt, entspricht der gängigsten Bauweise und der Klangästhetik, die in den ersten beiden Jahrhunderte nach dem ersten Auftreten der Violine üblich waren (ca. 1600–1800). Das Instrument wird seit Ende der 1950er Jahre wieder verstärkt in Abgrenzung zur modernen Violine verwendet (siehe Historische Aufführungspraxis).
Die heute vorhandenen Barockviolinen lassen sich in drei Gruppen einteilen:
Bezüglich unterschiedlicher Bogenhaltungen schrieb Georg Muffat im Jahre 1698:
Einige Violinisten benutzen je nach Repertoire neben der modernen Violine die Barockvioline, z. B. Christian Tetzlaff, Thomas Zehetmair oder Maxim Vengerov. Letzterer spielt immer wieder die Mozartschen Violinkonzerte oder das Beethovenkonzert auf der Barockvioline.
Andere namhafte Violinisten entdecken die historische Aufführungspraxis bei den Werken alter Meister und setzen die Spieltechnik der Barockviolinisten auf herkömmlichen Instrumenten ein, z. B. Viktoria Mullova.
In Mailand erschien 1645 „Il scolaro per imparar a suonare di violino“ von Gasparo Zanetti, John Lentons „The Gentleman's Diversion, or the Violin explained“ erschien 1698 in London und 1751 Francesco Geminianis, „L'Arte del Violino“, das einen wichtigen Einfluss auf die damalige Violintechnik hatte.
In Frankreich erscheint 1636 Marin Mersennes Werk „Harmonie Universelle“, um 1738 in Paris dann Michel Correttes „L'École d'Orphée“, in der er wichtige Anweisungen zur zeitgenössischen Interpretation des italienischen un französischen Stils gibt. Das Werk „L'Art de se perfectionner sur le violon“ ist als Fortsetzung anzusehen. Um 1740 erscheint Pierre Duponts „Principes de violon par demandes et par reponce“ (Fragen und Antworten zu den Prinzipien der Violine). Giuseppe Tartini veröffentlichte 1771 in Paris „Traité des agréments de la musique“.
Bezüglich der Besaitung schreibt Michael Praetorius 1619 in seinem Syntagma musicum II S. 48, Abschnitt „VIOLN DE BRACIO“:
Der „Versuch einer Anweisung die flûte traversière zu spielen“ von Johann Joachim Quantz ist zwar in erster Linie für die Querflöte gedacht, enthält aber auch zahlreiche Hinweise zum barocken Spielstil der Streichinstrumente.
Historische Aufführungspraxis | Streichinstrument
Baroque violin | Baroka violono | Barokkiviulu | Violon baroque
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