Das (der) Barock ist der in Europa vorherrschende Kunststil von etwa 1600 bis 1750. Er ging von Italien aus und verbreitete sich über ganz Europa und in einigen Kolonien. Auch das entsprechende Zeitalter wird oft „Barock“ genannt.
Im 19. Jahrhundert verstand man unter Barock zunächst ausschließlich die der Renaissance folgende Kunstepoche zwischen etwa 1570/1600 und 1750. In diesem Sinne hat Jakob Burckhardt seit 1855 das Wort verwendet. Diese Terminologie wurde in anderen Sprachen übernommen und bald international verwendet. Der Literaturhistoriker Fritz Strich (1882-1963) übertrug den Begriff Barock auf die Literatur des 17. Jahrhunderts. Im 20. Jahrhundert setzte sich der Begriff Barock für die gesamte historische Epoche durch.
Die Barockliteratur wurde stark beeinflusst durch den 30-jährigen Krieg. Daraus resultierte eine ausgeprägte Beschäftigung mit Themen wie Vanitas (Vergänglichkeit), Memento mori (Gedenke, dass du sterben musst/Gedenke des Todes) und Carpe diem (Nutze den Tag). Die Autoren stellten oft Begriffe antithetisch gegenüber; typisch waren die Gegenüberstellung von Leben und Tod, Gegenwart und Unendlichkeit, Schein und Sein.
Wichtige Vertreter einer von Krieg und Zerstörung geprägten Zeit sind die Lyriker Andreas Gryphius (1616–1664), Martin Opitz (1597–1639), Angelus Silesius und Christian Hofmann von Hofmannswaldau (1617–1679). Der Pfarrerssohn Gryphius zum Beispiel musste als Kind den Herztod seines Vaters mitansehen, nachdem eine brandschatzende Soldateska in dessen Kirche eindrang. Seine Gedichte über Eitelkeit und Vergänglichkeit "Es ist alles eitel" und "Tränen des Vaterlandes" sind wohl die bekanntesten Barockgedichte. Auch die Kirchenlieder von Paul Gerhardt (1607–1676) wie "Geh aus mein Herz und suche Freud" werden der Barocklyrik zugeordnet. Wichtigstes Prosawerk ist der Schelmenroman "Der abenteuerliche simplicissimus Teutsch" (1668) von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1621–1676).
Am Ende des 16. Jahrhunderts wird die Predigt ein Massenmedium und kann durch die Erfindung des Buchdrucks die öffentliche Meinung beeinflussen. Dadurch änderte sich die Absicht der Prediger, zur theologischen Botschaft kam die politische Einflussnahme. Die Kirche erkannte dieses Machtpotenzial und machte auf dem Konzil von Trient die Predigttätigkeit für Priester obligatorisch. Die Themenwahl der Predigten war breit gestreut. So wurden theologische Probleme ebenso erörtert wie bibelexegetische Aussagen.
Kazanie Skargi.jpg, 1862, Warschau.]] Abraham a Sancta Clara ist im deutschsprachigen Raum der bekannteste katholische Prediger des Barocks. Der heute weniger bekannte Georg Scherer bekämpfte in seinen Barockpredigten oft die Reformation. Der Jesuit Piotr Skarga (1536–1612) war der bekannteste polnische Prediger der Barockzeit. Seine wichtigsten Werke sind die Parlamentpredigten von 1597, die Heiligengeschichten von 1579 und die Militärmessen von 1618.
Literaturhinweise zur Barockpredigt:
Im 17. Jh. wurde als neue Entwicklung in der Theatergeschichte die Kulissenbühne eingeführt, die sich gegenüber der Winkelrahmenbühne der Renaissance (16. Jahrhundert) durch ihre Verwandlungsfähigkeit und die starke Tiefenwirkung auszeichnete. Auch Bühnenmaschinerien aller Art erfreuten sich großer Beliebtheit.
San ignazio rom.jpg Die Malerei der Hochrenaissance war um harmonische, ausgewogene und formstrenge Komposition bemüht. In der Spätrenaissance bzw. im Manierismus geriet dieses Gleichgewicht aus den Fugen. In der Barockmalerei kam es zu einer Synthese von Manierismus und Hochrenaissance. Mit dem Manierismus widmete sich die Malerei zum ersten Mal explizit dem Unausgewogenen und Bizarren. Kennzeichen dessen sind die so genannten figurae serpentinatae. Sie thematisieren menschliche Affekte. Die Barockmalerei ließ diese tiefen menschlichen Affekte nicht unvermittelt stehen, sondern verdichtete sie zu einer Gesamtaussage höchster Dramaturgie.
In der barocken Malerei herrschen dem entsprechend dynamische Bildwelten vor, welche für religiöse Themen ebenso wie für weltliche, mythologische oder Landschaftsdarstellungen verwendet werden.
Als Begründer des barocken Stils gelten Caravaggio mit seiner derb-realistischen Hell-Dunkel-Malerei und die Carracci in Rom. Weitere berühmte italienische Barockmaler sind Guido Reni, Pietro da Cortona, Carlo Carlone und Domenichino. In der flämischen Malerei war Peter Paul Rubens mit seiner Schule führend, in Spanien Diego Velázquez. In Holland dominierten Frans Hals und Rembrandt.
In der barocken Baukunst wurde das Ganze des Bauwerkes nicht mehr durch Summation von Einzelteilen verstanden, also vom Teil zum Ganzen, sondern umgekehrt als einen ausdifferenzierten Organismus vom Ganzen zum Teil.
Die barocke Baukunst ging aus der Spätform der Baukunst der Renaissance, dem Manierismus, hervor, in welchem schon der zunehmend spielerische Umgang mit dem strengen Ordnungssystem der Renaissance erkennbar wurde. Im Barock werden die Gestaltungselemente der Renaissance in reiner Zitatform verwendet, während er sich gänzlich vom Bezug der äußeren Gestaltung des Bauwerkes zur inneren konstruktiven Struktur verabschiedet. Dies führt zu einer Trennung von innerer Konstruktion und äußerer Verblendung, wobei die ganze Aufmerksamkeit der Gestaltung von Innen- und Außenraum zufloss und die Konstruktion gänzlich auf die tragende Funktion reduziert wurde. So kann in einem barocken Bauwerk eine Säule tragende Funktion haben, sie muss es aber nicht. Il Gesu.jpg.]] Als Vorreiter der barocken Baukunst kann Michelangelo mit seinen späten römischen Bauten, insbesondere dem Petersdom angesehen werden. Denn im Entwurf zu Letzterem war eine bis dahin unbekannte kolossale Ganzheitlichkeit erreicht. Sein Schüler Giacomo della Porta führte dieses Erbe in Rom fort, wobei insbesondere die Fassade zu Il Gesu - der Mutterkirche des Jesuitenordens - zu nennen ist. Diese leitete direkt zur bedeutendsten frühbarocken Kirchenfassade über, Santa Susanna von Carlo Maderno. Im 17. Jahrhundert breitete sich der Barockstil in ganz Europa und Südamerika aus, wobei sich die Jesuiten als Förderer hervor taten.
Weitere wichtige Merkmale der barocken Baukunst sind
Während die Sakralarchitektur des Barocks vor allem durch Italien, d. h. durch Rom durch das Paradigma der basilikalen Kreuzkuppelkirche mit Langhaus, seine initialen Impulse erfuhr, war das Zentrum der barocken feudalen Profanarchitektur Frankreich. Schon im 16. Jahrhundert etablierte sich dort die offene Dreiflügelanlage als kanonische Lösung des feudalen Schlosses. Doch erst durch Salomon de Brosses Palais du Luxembourg (erbaut 1615-1620) wurde hier auch strukturell das Paradigma für die barocke Baukunst geliefert. Denn hier war zum ersten Mal das Corps des Logis klar von den niedrigeren Seitenflügeln, welche die Wirtschaftsgebäude bildeten, als repräsentativer Hauptteil des Bauwerkes abgehoben. Auch hier vollzog sich also eine Ausdifferenzierung mit dem Ziel, ein organisches Ganzes zu bilden. Schließlich findet sich auch hier die Entwicklung vom Turm zum Risalit vollständig vollzogen. Ein weiterer Schritt der Entwicklung stellt die konsequente Einbeziehung des Gartens in die Ganzheit des Schlossensembles, welche beispielgebend in Vaux-le-Vicomte (Bauzeit von 1656-1661) bei Paris geschah. Hierbei ergänzten sich der Architekt Louis Le Vau und der Gartenbauer André Le Nôtre in idealer Weise. Dieselben Künstler steigerten dieses Konzept beim königlichen Jagdschloss und späteren Hauptresidenz Schloss Versailles (erweitert 1661-1690) ins Monumentale. Wenngleich hierbei viele stilistische Unzulänglichkeiten zu Tage traten, so war Schloss Versailles dennoch konzeptionell maßgebend für viele europäische Residenzen (etwa Mannheim, Nordkirchen, Caserta, u. a.).
In Mitteleuropa bzw. Deutschland setzte das Barock erst verzögert ein. Zwar hatten bereits der Augsburger Stadtbaumeister Elias Holl (1573-1646) sowie der wichtigste Theoretiker der Zeit Wendel Dietterlin (ca. 1550-1599) die Wende zum Barock vollzogen, doch blieben diese Leistungen durch die katastrophalen Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges zunächst ohne Nachfolge. Erst ab 1650 setzte wieder eine verstärkte Bautätigkeit ein, wobei sich Sakralbaukunst und Profanbaukunst an Bedeutung in etwa die Waage hielten. Oftmals wurde zwischen süddeutschem und norddeutschem Barock unterschieden, was jedoch die Tatsache verschleiert, dass es eigentlich der Unterschied protestantischem und katholischem Barock war, der diese Zeit prägte. Die katholische Sakralbaukunst fand durch die Vorarlberger Bauschule in Anschluss an die Münchner Jesuitenkirche St. Michael und vor allem die Studienkirche der Jesuiten in Dillingen recht bald zum überaus verbreiteten Schema der Wandpfeilerkirche (das vom italienischen Abseitensaal deutlich zu unterscheiden ist, Typus Il Gesù in Rom). Dieses Schema wurde im süddeutschen Barock bis zum Ausgang der Epoche beibehalten und variiert.
Dagegen gehen die atemberaubenden Raumkompositionen von Balthasar Neumann auf einen anderen Traditionsstrang zurück, den böhmischen "Radikalbarock" guarinesker Prägung. Der Unterschied lässt sich sehr gut im Vergleich der Reichsabteikirchen von Zwiefalten (Wandpfeilerkirche mit gekurvt vortretenden Emporen, von Johann Michael Fischer) und Neresheim (kurvierte Architektur, deren Grundriss sich aus Ovalen konstituiert, entworfen von Neumann) beobachten.
Das größte und eindrucksvollste Barockschloss Deutschlands befindet sich in Ludwigsburg (ca. 12 km von der Stuttgarter Innenstadt entfernt). Die Anlage weist eine enorme barocke Gartenanlage auf. Zeitweise im 18. Jahrhundert war Ludwigsburg die Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Württemberg.
Der protestantische Sakralbau ist dagegen nur von untergeordneter Bedeutung und hat allein mit der Dresdner Frauenkirche (Dresdner Barock) ein Werk erstklassiger Bedeutung hervorgebracht.
Typische Vertreter barocken Kirchenbaus sind viele oberbayrische Kirchen, wie Ettal oder die Wieskirche.
In der Profanbaukunst findet neben einer intensiven Auseinandersetzung mit dem klassischen französischen Schema der Dreiflügelanlage die Herausbildung der mehrhöfigen Stadtresidenz statt (Münchner Residenz, Berliner Stadtschloss, Hofburg in Wien).
1966 wurde die Ferienstraße "Oberschwäbische Barockstraße" ins Leben gerufen. Sie ist ca. 500 km lang und führt zu über 100 sehenswerten Kirchen und Schlössern in Oberschwaben, Oberbayern, Schweiz, Österreich und rund um den Bodensee.
Wilanow palace.jpg Der erste Barockbau in Polen ist die Peter-und-Paul Kirche in Krakau, mit deren Bau 1597 begonnen wurde. Die Zentren des Frühbarock in Polen waren Krakau und Lemberg. Erwähnenswert sind vor allem die Kirchenkapellen der polnischen Monarchen, Adeligen und Großbürger, die an viele gotische Kirchen angebaut wurden, insbesonder die Waza-Kapelle an der Wawelkathedrale. Zu den Meisterwerken der sakralen polnischen Barockarchitektur zählen die Annakirche und die Benediktinerkirche in Krakau, die Dominikanerkirche und orthodoxe Kirche des Hl. Jura in Lemberg, die Jesuitenkirche in Posen, die Königskapelle in Danzig, die Heiligkreuz-, die Sakraments-, die Kapuziner- und die Visitenkirche in Warschau, die Petruskirche in Wilna und das Kloster Heilige Linde in Masuren.
Die profane polnische Barockarchitekur zeichnet sich durch die vielen Paläste der Magnaten aus. Erwähnenswert sind vor allem aber das Warschauer Königsschloss, der Wilanów Palast bei Warschau und der Krasinski Palast in Warschau.
Führende Länder und Meister:
Die Entwicklung historischer Epochen lassen sich sehr gut an der Bekleidungs- und Frisurenmode ablesen - so auch die verschiedenen Zeitströmungen des Barock. Auch der Mensch der frühen Neuzeit kleidete sich so, wie er sich fühlte, bzw. gemäß dem Zeitgeist. In anderen Bereichen der Kulturgeschichte vollzogen sich Änderungen meist allmählich. In der Mode dagegen schlugen Wechsel immer wieder spontan und plötzlich durch, meist angeregt durch berühmte Persönlichkeiten. Die Mode des Barock wurde hauptsächlich von den großen europäischen Höfen beeinflusst.
Innerhalb des Oberbegriffs "Barock" findet man verschiedene, bisweilen gegenläufige Strömungen.
Der spanischen Mode der Renaissance folgte zu Beginn des "Barock" die holländisch-flämische Mode. Aus den runden spanischen Halskrausen wurden ausladende Spitzenkragen - sowohl bei den Damen, als auch bei den Herren. Spitze war damals hochmodern - sogar die gewöhnlichen Soldaten des 30-jährigen Krieges trugen sie im Feld. Die ansonsten dominierende Farbe war schwarz. Dazu trug man sehr große, breitkrempige Hüte.
In den 1660er Jahren setzte sich bei den Herren eine neue Richtung durch: Sie nannte sich Rheingrafen-Mode. Wie noch bei der vorhergehenden "spanischen Mode" trugen die Herren weite, pluderige Hosen, die nun aber Hosenrockform annahmen. Zunächst trug man darüber einen weiten, rund geschnittenen Überwurfmantel; später setzte sich der Kasak durch, der jackenartige "Rock" des Herrn. Sehr typisch für die Rheingrafen-Zeit sind Bänder und Schleifchen. Manche 'Cavaliere' überhäuften sich damit - woran Anstoß genommen wurde. Die Mode wurde allgemein farbenfreudiger. Die Männerhaare trug man damals lang - die Perücke war noch nicht in Mode. Die Kleider der Damen fielen, wie zuvor, bis knapp über den Boden oder berührten diesen. Besonders auffällig war um die Mitte des 17. Jahrhunderts der breit umgeschlagene Saum im Dekolleté-Bereich. Sehr verbreitet waren eng anliegende Halsketten, meist aus Perlen. Das Haar der Dame wurde streng nach hinten frisiert, wo es dann oftmals in üppigen Locken herabfiel.
Ab dem Hochbarock wurde die Mode hauptsächlich von Frankreich bestimmt. In den 80er Jahren kam hier eine elegantere Richtung auf. Der Herr trug nun einen Juste-au-corps (frz: eng am Körper), einen taillierten Überrock, der den Kasak verdrängte. Die Hutkrempe wurde an drei Seiten hoch geschlagen (Dreispitz). Enger war nun auch die Kniebundhose - Culottes genannt - die von dem Gewickel der Strümpfe, im Saumbereich des Knies, ein kleines Stück überdeckt wurde. Strümpfe waren in dieser Zeit (um 1700) farbig und zwar in allen Farben, die jeweils zur Aufmachung passten. Man kleidete sich Ton in Ton: z.B. mit braunem Juste-au-coprs, brauner Hose und braunen Strümpfen. Ansonsten beschränkte man sich zumeist auf Zweifarbigkeit. Mit Zierat hielt man sich nun zurück. Spitze setzte man dezent ein. Die Cravatte, Halstuch des Herrn, bestand zumindest teilweise aus Spitze. An den Ärmeln seines Hemdes befand sich oft ebenfalls etwas eingekräuselte Spitze. Wer es sich leisten konnte, gestaltete den Juste-au-corps betont prächtig. Hierfür nahm man edle Stoffe, die mit Gold- oder Silberstickereien veredelt wurden. Maßlos war die Zahl der Knöpfe: Über dreißig solcher Prunkstücke waren bei einem Juste-au-corps durchaus normal. Wer hier noch eins drauf zu setzen wünschte, ließ alle seine Knöpfe mit Edelsteinen versehen. Unter dem Juste-au-corps trug der Herr die 'Veste'. Hier waren die Knöpfe kleiner - dafür standen sie um so enger, zumal auch die Veste in aller Regel bis auf Handbreite oberhalb des Knies endete. Der Juste-au-corps war hinten geschlitzt und der Degen ragte heraus. Der üppig in Falten gelegte Saum des Cavalier-Rockes war seitlich geschlitzt. Hier schaute der Griff des Degens hervor. Alle diese drei Schlitze waren mit zahlreichen Knöpfen versehen. Zudem befanden sich an den Manschetten und aufgenähten Taschen zahlreiche Knöpfe.
Die Dame kleidete sich um 1700 entsprechend dem Anlass: Ging sie aus, schnürte sie sich kräftig ein, um eine schmale Taille zu zeigen. Unter dem eigentlichen Kleid trug sie ein steifes und etwas weites Unterkleid, das im Dekolleté-Bereich rund und betont weit ausgeschnitten war. Dort war die Seide in einem schmalen Streifen rund herum eingekräuselt, oder es war ein Streifen von Spitze angenäht - was dann aus dem Überkleid dezent herausschaute. Das Unterkleid war ebenfalls im Ellenbogen eingekräuselt, wo Spitze oder Seide reichlich aus dem Ärmel des Überkleides heraus sahen. Für die ganz große Robe trug die Dame über dem Überkleid ein weiteres Überkleid: den Manteau. Dieser Manteau ist im Hüftbereich angerafft, um dann als Schleppe weit nach hinten zu fallen. Davon schleifte mindestens ein halber Meter hinter der Dame auf dem Boden - um sich damit fortzubewegen, klemmte sie sich diese Schleppe einfach unter dem Arm.
In deutschen Landen beliebt war auch die schlichte, einfarbige englische Mode - davon zeugen Portraits einiger Fürstinnen. Die Kleider waren vorn oft vom Ausschnitt bis zur Hüfte geschlitzt und wurden zusammengehalten von kostbaren Spangen-Knöpfen. Viele waren sogar von der Schulter bis an die Ellenbogen geschlitzt. Diese Kleider ohne Manteau waren von schlichter Eleganz. Die Frisur wurde relativ einfach dazu getragen: vorne in die Stirn toupiert, hinten hoch gesteckt, um dann häufig in zwei langen, auf einem Lockenstab aufgedrehten Spiralen auf die Schulter zu hängen. Zum Manteau war dagegen eine aufwändige Frisur üblich. Sie wurde mit Draht arrangiert und oft gehörte dazu eine Fontagne, meist eine mit Spitze verzierte Leinenhaube. Am Hals verzichtete die Dame meist auf Schmuck, dafür wurden Perlenketten in die Frisur eingearbeitet. Der Herr trug um 1700 eine Perücke mit Allongen. Diese war naturhaarfarben und reichlich schulterlang.
In Polen entwickelte sich in der Barockzeit das Sarmatentum, das seinen Ausdruck auch in der Kleidung fand. Der polnische Adelige trug der osmanischen Mode entsprechend einen langen, reich bestickten Mantel, den er mit einem Kontusch umgürtete. Dazu trug er meist rote oder gelbe Lederstiefel und eine Mütze aus Bärenfell, den eine Fasanenfeder schmückte. Typisch war auch der lange Oberlippenbart.
Da die Hygiene zur Zeit des Barock stark vernachlässigt wurde, trugen adlige Damen wie Herren unter ihrer Kleidung und auch in den Haaren so genannte Flohfallen.
Siehe Artikel Barockmusik.
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