Der Barnbruch im Aller-Urstromtal ist ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, das vielen vom Aussterben bedrohten Vogel-, Amphibien- und Insektenarten Lebensraum bietet. Es liegt zwischen den Städten Wolfsburg und Gifhorn und besteht aus einem geschlossenen Waldgebiet von rund 1.500 ha Fläche mit umgebenden Wiesen und Weiden. Das Niederungsgebiet liegt je zur Hälfte auf Wolfsburger Stadtgebiet und im Landkreis Gifhorn. Der Barnbruch ist neben dem rund 15 km östlich gelegenen Drömling das ökologisch wertvollste Gebiet der Ober-Aller-Niederung.
Lage
Barnbruch_Skizze.png
Der Barnbruch mit den Ausmaßen von etwa 4 x 7 Kilometer wird begrenzt:
Entwässerung
Allerkanal.jpg entwässert den Barnbruch seit 1863]]
Ursprünglich war der
Barnbruch ein sumpfiger
Bruchwald. Das war
1830 Grund für die Bewohner der anliegenden Dörfer, sich bei ihrem König zu beschweren. Sie hätten seit Jahren kein Heu geerntet und ihre Höfe seien durch jahrelanges Hochwasser ruiniert. Mit dem
Staatsvertrag zwischen
Preußen,
Hannover und
Braunschweig über die Regulierung der
Aller und der
Ohre 1860 begannen die Entwässerungsarbeiten. Zur Trockenlegung trug vor allem der 1860-63 gegrabene
Allerkanal zwischen
Wolfsburg und
Gifhorn bei. Die Entwässerung wandelte die
Sumpflandschaft in ein Feuchtgebiet mit artenreichen
Waldgesellschaften, in denen Bruch- und
Auwälder mit Birken, Eichen, Eschen sowie Erlen vorkommen. Heute sind große Teile des Barnbruchs
Naturschutzgebiete, in denen einige Bereiche ihrer natürlichen Entwicklung ohne menschliche Störung überlassen sind.
Waldbestand
Bis
1770 war der sumpfige Bruchwald forstlich unerschlossen. Nur auf einzelnen erhöhten Stellen (Sanddünen eiszeitlicher Herkunft) wuchsen Kiefern. Das hoch stehende Grundwasser und die periodischen Überschwemmungen bildeten den
Erlenbruchwald aus, der menschlicher Nutzung weitgehend verschlossen blieb.
1833 hatten im Barnbruch
Weichhölzer, vor allem die
Erle, einen Flächenanteil von 82 %, die
Kiefer nur 1 %. 1875 hatte sich infolge der Entwässerung der Waldbestand grundlegend gewandelt. Die Erle nahm nur noch 42 % ein, dafür hatten Kiefer und
Birke einen Waldanteil von 51 %.
Literatur
- Der Barnbruch in: Naturschutzgebiete im Raum Gifhorn-Wolfsburg, Jürgen Schröder, 1986 Gifhorn
Siehe auch
Naturschutzgebiet in Niedersachsen | Wolfsburg | Waldgebiet in Deutschland