| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Barmstedt2.jpg | Barmstedt_Karte.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Schleswig-Holstein |
| Kreis: | Pinneberg |
| Fläche: | 17,16 km² |
| Einwohner: | 9.433 (31. Dezember 2002) |
| Bevölkerungsdichte: | 550 Einwohner je km² |
| Höhe: | 9 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 25355 |
| Vorwahl: | 04123 |
| Geografische Lage: | |
| Kfz-Kennzeichen: | PI |
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 56 002 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Bahnhofstraße 3-5 25355 Barmstedt |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Nils Hammermann (Parteilos) |
Im 12. und 13. Jahrhundert bestimmten die Ritter von Barmstede die Geschicke der Umgebung. Nach dem Erlöschen des Rittergeschlechts wurde das Kirchspiel Barmstedt mit der Grafschaft Pinneberg vereinigt und von den Schauenburger Grafen regiert. Nach dem Aussterben der Schauenburger erwarb im Jahre 1649 Christian von Rantzau das vormalige Amt Barmstede. 1650 wurde er vom Kaiser in den Reichsgrafenstand erhoben und sein neu erworbenes Amt Barmstede zur freien Reichsgrafschaft. Im Wald nahe der Schlossinsel wurde 1721 Christian Detlef Graf Rantzau, angeblich von seinem Bruder Wilhelm Adolf, ermordet. Ein Gedenkstein am Tatort erinnert daran. Wilhelm Adolf wurde zu lebenslanger Kerkerhaft verurteilt. Die Grafschaft wurde vom dänischen Königshaus beschlagnahmt und bis zur Eingliederung Schleswig-Holsteins in den preußischen Staat 1867 von Administratoren verwaltet.
Barmstedt erhielt im Jahr 1736 Fleckenprivilegien. Am 1. April 1895 schlossen sich der Flecken Barmstedt und das Dorf Großendorf zur Stadt Barmstedt zusammen, so dass die Stadt 1990 ihr 850jähriges Bestehen feiern konnte. Ab 1936 wurde durch den Reichsarbeitsdienst der See ausgehoben. Die Zeit des Nationalsozialismus, während der der Marktplatz in Adolf-Hitler-Platz umbenannt wurde, überstand Barmstedt ohne größere Zerstörungen. Lediglich zwei Häuser am Markt wurden durch einen Bombenabwurf zerstört, wobei es allerdings mehrere Tote zu beklagen gab. In der Nachkriegszeit erhöhte sich die Einwohnerzahl durch den Zuzug von Flüchtlingen aus den Ostgebieten.
Ab den 1980er Jahren wurden verschiede Maßnahmen zur Verkehrsregelung beschlossen und in Angriff genommen, die in der Stadt zu großen Kontroversen führten und auch immer noch führen. Der verkehrsberuhigte Bereich in den Innenstadt entstand ab 1991.
Barmstedt bildete in den 1970ern mehrmals die Kulisse für Folgen der Tatort-Serie, auch Detlev Bucks Karniggels von 1991 und der Film Novemberkatzen von 1986 spielen zum Teil hier.
Im Roman "Zeitströme" von Elvira Schütze wird das Leben im Barmstedter Predigerwitwenhaus des 17. Jahrhunderts beschrieben.
Ebenfalls am Rantzauer See befindet sich eine funktionstüchtige Wassermühle aus dem 19. Jahrhundert.
Der Bau der Heiligen-Geist-Kirche in der Innenstadt entstand unter Veranlassung der Rantzauer, es ist der vermutlich dritte Kirchenbau an dieser Stelle. Die Kirche ist ein barocker Saalbau von 1717 mit großem Deckengemälde, Hochaltar, Taufbecken, Kanzel und dem sogenanntem Grafenstuhl, einer verglasten und ehemals heizbaren Loge für die fürstlichen Herren. Die Orgel stammt von Johann Hinrich Klapmeyer. Der Grundriss des Vorgängerbaus, der so genannten Margarethenkirche, wird noch heute durch die Pfeiler der Emporen markiert. Der ehemalige Wehrturm ist in seinem Kern noch romanisch mit mächtigem gotischen Helm. Außerhalb der Gottesdienste ist die Kirche an Wochenenden einige Stunden für Besucher zugänglich, außerdem finden hier gelegentlich Konzerte statt.
Sehenswert ist auch das Humburg-Haus, ein Fachwerkbau von 1783 mit einem kleinen Bauerngarten, das für verschiedene kulturelle Veranstaltungen genutzt wird, sowie der Altstadtkern um die Kirche.
In der Reichenstraße 16 steht das ehemalige Predigerwitwenhaus. In dem heute ältesten Gebäude der Reichenstraße von Anno 1777, wuchs nach dem Tod des Vaters einst der Dichter des Schleswig-Holstein- Liedes: Schleswig-Holstein meerumschlungen, Matthäus Friedrich Chemnitz auf. Heute befindet sich das derzeitige Schiedsamt in dem ehemaligen Predigerwitwenhaus.
Siehe auch: Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn.
Barmstedt kann über die Autobahnen A 23 (Abfahrten Tornesch und Horst) und A 7 (Abfahrten Quickborn und Kaltenkirchen) erreicht werden.
Barmstedt ist bekannt für sein reichhaltiges Freizeit- und Sportangebot: angefangen bei dem Barmstedter Wellenbad "Badewonne" und dem Rantzauer See für Schwimmbegeisterte, bis hin zum Barmstedter Männerturnverein von 1864 (in welchem selbstverständlich auch Frauen Mitglieder sein dürfen). Des Weiteren verfügt die Stadt über 3 Sporthallen sowie 2 Sportplätze, sowie in den umliegenden Wäldern über schöne Rad- und Wanderwege.
Alle zwei Jahre findet das iPAC, ein internationales Square-Dance-Festival, in Barmstedt statt.
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