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Strukturformel
Ba2+ Sulfat.PNG
Allgemeines
Name Bariumsulfat
Andere Namen Schwerspat
Verhältnisformel BaSO4
CAS-Nummer -
Kurzbeschreibung farbloses Pulver
Eigenschaften
Molmasse 233,39 g/mol
Aggregatzustand fest
Kristallstruktur -
Dichte 4,5 g/cm3
Schmelzpunkt 1350 °C
Siedepunkt -
Dampfdruck -
Löslichkeit schlecht löslich in Wasser
Löslichkeitsprodukt (KL) 1,08 · 10-10 mol2/l2
Sicherheitshinweise
Gefahrensymbole
keine Gefärdungsklasse
R- und S-Sätze S2
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Bariumsulfat (BaSO4) ist das Barium-Salz der Schwefelsäure.

Vorkommen


In der Natur tritt Bariumsulfat im Mineral Baryt auf, das als Hauptrohstoff zur Herstellung anderer Barium-Verbindungen dient.

Eigenschaften


Barium (Ordnungszahl 56 im PSE) ist abgeleitet vom griechischen barys = schwer. Aufgrund der hohen Elektronendichte kann Bariumsulfat als positives Röntgenkontrastmittel verwendet werden.

Als Laborchemikalie ist Bariumsulfat ein weißes, sehr schwer in Wasser lösliches Pulver.

Bei hohen Temperaturen zersetzt sich Bariumsulfat zu Bariumoxid, Schwefeldioxid und Sauerstoff.

Verwendung


Röntgenkontrastmittel

In der Medizin wird es als Röntgenkontrastmittel Patienten in Form einer milchigen Suspension zum Trinken gegeben, um den Verlauf des Verdauungstraktes bei einer Röntgenuntersuchung zu kontrastieren (positives Röntgenkontrastmittel mit hoher Röntgenstrahlabsorption). Barium ist zwar eigentlich sehr giftig, aber das Sulfat ist äußerst schwer löslich und zersetzt sich erst ab Temperaturen oberhalb 1400°C, so dass es bedenkenlos verabreicht werden kann. Bei der Anwendung als Röntgenkontrastmittel wird Bariumsulfat meist in Kombination mit Kohlendioxid oder auch Methylcellulose-Gelen verabreicht, um ein Aufblähen des Gastrointestinaltraktes (Magen-Darmtrakt) zu erreichen. Diese Methode wird als Doppelkontrastmethode bezeichnet und dient der besseren Reliefdarstellung der inneren Schleimhäute, da das Bariumsulfat nur noch als hauchdünne Schicht auf den Oberflächen zurückbleibt. Die Prallfülltechnik hingegen wird alleine mit Bariumsulfat durchgeführt und erlaubt es den ganzen Magen-Darmtrakt darzustellen. In niedrigerer Konzentration, meist 1-1.5%, wird Bariumsulfat in der Computertomographie ebenfalls zur Markierung des Gastrointestinaltraktes verwendet. Als unlösliches Salz darf Bariumsulfat nicht bei Verdacht auf eine Darmperforation oder kurz nach einer Operation, aber auch nicht bei Schluckstörungen oder Kleinkindern eingesetzt werden. Bei Austritt aus dem Magen-Darmtrakt kommt es zu schweren Fremdkörperreaktionen oder Granulomen, da das Bariumsulfat nicht abgebaut oder sich nur sehr schwer entfernen lässt. Eine intraperitoneale Fehlgabe kann in 20 bis 50% der Fälle tödlich verlaufen. Bei korrekter Anwendung ist die Verträglichkeit ausserordentlich gut, da es praktisch nicht resorbiert und unverändert rektal wieder ausgeschieden wird (weisser Stuhl). Im Juli 2003 wurden jedoch in Brasilien zwölf Menschen durch verunreinigtes Bariumsulfat getötet. (Quelle)

Weißpigment

Als Barytweiß, Blanc fixe oder Permanentweiß ist das gefällte Bariumsulfat das weiße Pigment in vielen Malerfarben. Man findet es auch unter Bezeichnungen wie Deckweiß, Malerweiß, Puppenweiß oder Schwerspat. Es ist vollkommen lichtecht und auch chemisch sehr stabil, daher der Name Permanent. Die Bindemittelbeständigkeit ist dagegen ungenügend: nur mit wässrigen Bindemitteln bleibt es weiß, in der Ölmalerei wird Bariumsulfat fast transparent und ist daher als Weißpigment nicht zu gebrauchen. Andererseits ermöglicht dies die Verwendung als Verschnittmittel.

Für organische Pigmente werden häufig organische Farbstoffe mit Bariumsulfat als Träger verkollert (vermahlen); das Produkt wird als Farblack bezeichnet. Auf Grund der meist hohen Farbintensität dieser Farbstoffe beeinträchtigt dies die Brillanz aber nur wenig, unterstützt sogar durch die Möglichkeit von zarten Lasuren.

Als Blanc fixe wurde es erstmals 1830 von Kuhlmann in Lille in den Handel gebracht, natürlicher gemahlener Baryt dürfte aber schon früher verwendet worden sein. Das durch Fällung hergestellte Bariumsulfat ist wesentlich feiner und brillanter und daher als Pigment besser geeignet.

Im Gemisch mit Zinksulfid nennt man es Lithoponeweiß.

Zudem verwendet man es als Füllstoff für Papier und Kautschuk. Weitere Verwendung findet es bei Fotopapier im Barytpapier.

Weitere Verwendung

In unreinerer Form (Mineral Baryt) wird Bariumsulfat auch als Zusatz zu Schwerbeton verwendet.

Chemische Verbindung | Pigment

Barium sulfate | 硫酸バリウム | Bariumsulfaat | Сульфат бария | แบเรียมซัลเฟต | Сульфат барію

 

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