| Wissenschaftlicher Name
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| Barbourula
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| Taylor & Noble, 1924
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Die Barbourfrösche (Barbourula) bilden eine auf südostasiatischen Inseln vorkommende und aus nur zwei Arten bestehende Gattung der Amphibien, die stammesgeschichtlich zu den urtümlichen, „niederen“ Froschlurchen (Archaeobatrachia) gezählt wird. Es handelt sich um weitgehend aquatil lebende, unscheinbare Frösche, über deren Biologie und Ökologie man wegen ihrer Seltenheit und ihrer versteckten Lebensweise recht wenig weiß. Fossile Funde sind nicht bekannt.
Systematik
Nach
anatomischen Merkmalen vermitteln die Barbourfrösche zwischen den Gattungen der
Eigentlichen Scheibenzüngler (
Discoglossus) und der
Unken (
Bombina), werden aber näher zu letzteren gestellt. Die genaue Familienzuordnung ist dennoch uneinheitlich: Während die meiste etwas ältere Literatur die Barbourfrösche – ebenso wie die Unken – noch den
Scheibenzünglern (Discoglossidae) zählt, werden diese beiden Gattungen inzwischen oft als separate Familie
Bombinatoridae behandelt. Diese wurde 1993 durch die
Herpetologen Ford & Cannatella
taxonomisch von den übrigen Scheibenzünglern der Gattungen
Alytes und
Discoglossus abgespalten, nachdem die Discoglossiden (inkl.
Bombina und
Barbourula) seit 1985 von einem dieser Autoren als
paraphyletisch postuliert worden waren.
Aus folgenden beiden Arten besteht die Gattung Barbourula:
Merkmale, Lebensweise
Barbourfrösche sind unscheinbar dunkel gefärbt und weisen einen abgeflachten Körper und eine feinwarzige Haut auf.
Trommelfelle sind nicht äußerlich sichtbar. Zumindest der Philippinen-Barbourfrosch wird als größer und schwergewichtig beschrieben; die andere Art ist wohl eher klein. Sie haben nicht nur zwischen den Zehen, sondern auch zwischen den Fingern ausgeprägte Schwimmhäute, was auf ihre stark aquatile Lebensweise hindeutet. Die Tiere bewohnen schnellfließende, sauerstoffreiche Bäche sowie auch bis zu 50 Meter breite Flüsse innerhalb tropischer
Regenwälder; bei Gefahr tauchen sie rasch ab und verstecken sich unter Steinen am Grund. Diese Örtlichkeit spielt auch für die Eiablage eine wichtige Rolle. Die Männchen verfügen weder über
Brunstschwielen noch über
Schallblasen. Die Paarungsrufe sollen sie ungewöhnlicherweise durch Inhalieren von Luft erzeugen.
Über die Fortpflanzungsbiologie ist kaum etwas bekannt. Man weiß zwar, dass Barbourfrösche größere, pigmentlose Eier an Grundsteinen von Fließgewässern anheften, kennt aber ihre Kaulquappen bisher nicht. Diese Tatsache und die Beschaffenheit der Eier könnte nach Ansicht mancher Autoren sogar auf eine direkte Entwicklung hindeuten, also ein Auslassen des Kaulquappenstadiums im freien Wasser.
Besonders rar sind Informationen über den erst 1978 anhand von lediglich zwei Exemplaren nachgewiesenen und beschriebenen Borneo-Barbourfrosch.
Verbreitung
Barbourula busuangensis lebt auf mehreren Inseln der
Philippinen, soweit bisher bekannt auf
Busuanga, Culion und
Palawan. Diese Inselgruppe liegt nördlich benachbart zur Insel
Borneo, dem Vorkommensgebiet der zweiten Art.
Barbourula kalimantanensis wurde bislang nur in einem weniger als 500 km² großen Areal in Westkalimantan (Borneo,
Indonesien) beobachtet. Dort sind zwei separate Fundorte (insgesamt fünf Stellen) im mittleren Kapuas-Flusstal und im Melawi-Flusstal beschrieben worden.
Gefährdung
Beide Barbourfrösche sind angesichts ihrer begrenzten Verbreitungsgebiete, ihrer offenbar kleinen Populationen und wegen vielfältiger Lebensraumzerstörungen durch den Menschen in ihrem Bestand bedroht. Die Fließgewässer werden durch Einträge illegaler Bergbauminen (beispielsweise
Quecksilbereinschwemmungen aus der
Goldwäsche) und anderer Industrien sowie durch Dünger und
Pestizide aus der Landwirtschaft verschmutzt und vergiftet. Zudem werden die Regenwälder Südostasiens durch Abholzung (Tropenholz-Raubbau, Landgewinnung) immer weiter dezimiert. Die
IUCN stuft
Barbourula busuangensis als VU (gefährdet) und
Barbourula kalimantanensis als EN (stark gefährdet) ein.
Weblinks
Froschlurche
Barbourula | Barbourula