Barbershop-Gesang ist überwiegend homophone A-cappella-Musik mit einem vierstimmigen Akkord auf jeder Melodienote. Die Melodie wird von der Führungsstimme („lead“) gesungen; darüber liegt der Tenor, darunter der Bariton und der Bass. Zugunsten der Stimmführung kann die Melodie gelegentlich von anderen Stimmen übernommen werden. Kurze Passagen können mit weniger als vier Stimmen gesungen werden.
Kennzeichnend für Barbershop-Sätze ist außerdem das Stilmittel der Ausschmückungen („embellishments“) durch die drei Begleitstimmen, wenn Melodietöne gehalten werden.
Die erstrebte obertonreiche Klangfülle („expanded sound“) wird durch dreierlei erreicht:
Barbershop wird traditionell in Quartetten und Chören gesungen, aus musikalischen Gründen (close harmony) meist nach Geschlechtern getrennt.
In der Barbershop-Gemeinschaft ist ein bestimmtes Repertoire an Liedern als Standard festgelegt („Polecats“), das es ermöglicht, dass so genannte Barbershopper sich frei zusammenfinden und ohne weiteres Kennenlernen gemeinsam singen können.
Diejenigen Ortsbewohner, die nicht im Vaudeville-Theater waren, hörten sich die neuen Songs an und machten mit. So entstand die Barbershop-Musik. So verbreiteten sich Schlager vor der Radio-Zeit.
In den reichen Familien der WASP gab es das Reproduktionsklavier. Die armen Leute aber hatten meist nur ihre Stimme zum Musizieren. Somit ist die Barbershop-Musik aus den weißen Unterschichten der Südstaaten entstanden. Das spiegeln auch die Themen des Barbershop wieder: es geht fast immer um zwischenmenschliche Beziehungen, Liebe, Leid und Herzensschmerz. Eine gute Portion Patriotismus würzt fallweise diese Mischung.
Als das Radio sich verbreitete, kam der Barbershop in Vergessenheit, bis in den 1930er Jahren wohlgesetzte Herren in Kansas City dieses für schade befanden, und zur Karikatur des zu jener Zeit grassierenden Abkürzungswahnes für ihre Organisation die längste Abkürzung ersannen: sie gründeten die Gesellschaft zur Ermutigung und zur Bewahrung des Barbershop-Quartett-Gesanges in Amerika, Society for the Preservation and Encouragement of Barber Shop Quartet Singing in America, kurz S.P.E.B.S.Q.S.A.
Ein MD kann in Deutschland nicht ausgebildet werden; die aktiven MDs deutscher Barbershop-Chöre sind allesamt entweder Autodidakten, oder besitzen eine anderweitige musikalische Vorbildung. Eine fachlich fundierte MD-Ausbildung im Barbershop ist zur Zeit nur in Großbritannien oder in die USA, in das Heimatland des Barbershop, möglich.
Dabei richtet sich das Bewertungssystem nach den Vorgaben des amerikanischen Verbandes SPEBSQSA (Society for the Preservation and Encouragement of Barbershop Quartet Singing in America Inc.). Die einzige Ausnahme besteht darin, dass in Deutschland nacheinander sowohl männliche als auch weibliche Chöre oder Quartette auftreten können und gemeinsam in einer Kategorie bewertet werden. Auf der Convention werden nicht nur international renommierte Quartette oder Chöre eingeladen, sondern auch Juroren, die von der SPEBSQSA anerkannt worden sind.
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