Banyas, auch Banjas oder Banias (hebr.: בניס) bezeichnet einen der drei Quellflüsse des Jordan sowie ein nach dem Fluss benanntes Naturschutzgebiet am Fuß der Golanhöhen. An der Stelle des heutigen Banyas befand sich das antike Caesarea Philippi.
Nach der Zeitenwende war Banyas auch als Caesarea Philippi bekannt. Der römische Kaiser Augustus hatte die Gegend Herodes geschenkt. Dessen Sohn, der Tetrarch Philippus, errichtete hier später die Hauptstadt seines Herrschaftsgebiets. Wie einige andere Orte (z.B. Caesarea Maritima an der Mittelmeerküste) wurde die Siedlung zu Ehren des römischen Kaisers "Caesarea" benannt; zur Unterscheidung erhielt der Ort den Namenszusatz "Philippi".
In der Bibel wird Caesarea Philippi im Zusammenhang mit dem Wirken Jesu erwähnt. Nach neutestamentlicher Überlieferung soll Jesus an diesem Ort Petrus als den Felsen bezeichnet haben, auf den er "seine Gemeinde bauen" wolle, nachdem dieser bekannt hatte, dass Jesus der Messias sei (Matthäus 16,13ff. und Parallelstellen).
In späterer Zeit war Caesarea Philippi Sitz eines Bischofs. In den folgenden Jahrhunderten befand sich der Ort unter anderem unter der Herrschaft der Araber und der Kreuzfahrer. Bis 1967 bestand ein arabisches Dorf.
Der Fluss Banyas - auf hebräisch Nachal Hermon (Hermonbach) - entspringt im heutigen Naturschutzgebiet am Fuß einer Felswand in einer starken Quelle. Der Banyas entwässert eine Fläche von etwa 150 Quadratkilometern. Von den drei Quellflüssen des Jordan ist er kleinste. Er ist außerdem nur kurz; bereits nach etwa 15 Kilometern vereinigt sich der Banyas in der nördlichen Huleebene mit Hazbani und Dan zum Jordan.
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