Banská Bystrica (deutsch Neusohl, ungarisch Besztercebánya) ist eine Stadt in der Slowakei, etwa im geografischen Zentrum des Landes am Fluss Hron (deutsch Gran) am Fuße der Niederen Tatra, Großen Fatra (Veľká Fatra) und des Slowakischen Erzgebirges (Slovenské rudohorie).
Banská Bystrica hat zirka 82.000 Einwohner und ist Sitz des Landschaftsverbandes (Banskobystrický kraj) sowie die größte Stadt des gleichnamigen Bezirkes.
Historisch gesehen ist es eine berühmte Bergbaustadt des Mittelalters und der Neuzeit und hat daher wertvolle kunsthistorische Denkmale.
Die ersten deutschen Siedler (Bergbauleute) kamen vereinzelt bereits im 12. Jahrhundert, in größerem Ausmaß jedoch erst nach dem verheerenden Mongoleneinfall von 1241/1242 in die Gegend, um den Bergbau in Form von Stollen- und Schachtbau zu aktivieren.
1255 erteilte der ungarische König Banská Bystrica das Stadtrecht, das Recht Gold, Silber und andere Metalle abzubauen und andere umfangreiche Privilegien. Die Haupteinnahmequelle der mittelalterlichen Stadt war der Bergbau. Es wurden Gold und Silber abgebaut, ab etwa 1350 dann Kupfer, aber auch Quecksilber im 14. Jahrhundert und Blei Anfang des 15. Jahrhunderts. gehörte Banská Bystrica zu den drei reichsten Bergbaustädten der Mittelslowakei. Die anderen zwei Städte waren das "goldene" Kremnica (deutsch Kremnitz) und das "silberne" Banská Štiavnica (deutsch Schemnitz). Banská Bystrica besaß entsprechend das Attribut "kupfern". Die Bergbaunternehmer (Waldbürger, Ringbürger) waren überwiegend Deutsche, die Handwerker und Händler überwiegend Slowaken.
Eine deutliche Bergbaukrise im 15. Jahrhundert, die auch eine rasche Slowakisierung der Bevölkerung einleitete, konnte erst von Johann Thurzo überwunden werden: 1493 begegneten sich der deutsche Bankier und Geschäftsmann Jakob Fugger aus Augsburg und der slowakische Zipser Graf Johann Thurzo. 1495 gründeten sie die Handelsgesellschaft (gemeiner) Ungarischer Handel (später Ungarischer Kupferhandel genannt), die zum größten europäischen Handelsunternehmen um 1500 avancierte. Durch die Heirat unter ihren Kindern wurde das Unternehmen gefestigt. Sie investierten in Kupferminen und gründeten Handelszentren in ganz Europa. Später begann der Kupferhandel in Folge von steigender Konkurrenz zu stagnieren. Außerdem brachen wegen schlechter Lebensbedingungen mehrere Bergarbeiteraufstände aus, den größten gab es von Mai 1525 bis 1526. Dem Aufstand schlossen sich auch die Einwohner von Banská Štiavnica und Kremnica an. Die Stadt wurde vor den Aufständischen durch die Truppen der Adeligen sowie die königlich ungarische Armee gerettet, die im Süden des Königreichs Ungarn gegen die Türken kämpfte.
Im 17. Jahrhundert wurde die Stadt von den in der Slowakei stattfindenden anti-habsburgischen Aufständen schwer in Mitleidenschaft gezogen. 1605 wurde die Stadt von den Truppen Stephan Bocskays niedergebrannt, 1620 haben hier die Aufständischen Gabriel Bethlen zum König gewählt.
Im 18. Jahrhundert ersetzte der Abbau von Eisenerz den Abbau von Kupfererz. Nach einem großen Feuer im Jahr 1761 bekam die Stadt ein neues, barockes Aussehen. Die letzten Bergbauminen wurden 1788 geschlossen. 1725 entstand die erste Manufaktur (eine Tuchmanufaktur), weitere folgten bald danach. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Stadt zum Sitz der Gespanschaft Sohl und 1776 zu einem Bischofssitz erklärt.
1966 wurden folgende Gemeinden der Stadt angeschlossen: Iliaš (1886-1966 zu Kráľová eingemeindet), Kráľová, Majer, Podlavice, Radvaň (1964-1966 zu Kráľová eingemeindet), Rudlová, Sásová, Skubín (1961-1966 zu Podlavice eingemeindet).
Heute ist Banská Bystrica eine moderne Metropole der Mittelslowakei.
Die deutsche Form ist vom Namen der Nachbarstadt Zvolen abgeleitet und bedeutet eigentlich "Neu Zvolen" (Zvolen hieß ursprünglich "Sohl" auf Deutsch).
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