Kingdom_of_Hungary_counties.svg und die Einteilung in Gespanschaften nach 1883]] Serbien-Montenegro-Vojvodina.png innerhalb Serbiens]] Bezirke vojvodina02.jpg (Serbien)]]
Das Banat (ung. Bánság) ist eine Landschaft, die zwischen Serbien (früher „Serbische Woiwodschaft“), Rumänien und (zu einem sehr kleinen Teil) Ungarn geteilt ist. Es wird in drei Richtungen von Flüssen begrenzt: im Norden der Mureş (dt. Mieresch/Marosch, ung. Maros), im Westen die Theiß (ung. Tisza, serb. Tisa) und im Süden die Donau (ung. Duna, serb. Dunav). Die Grenze nach Osten bilden die Karpaten. Flächenmäßig hat das historische Banat etwa die Größe Belgiens bzw. des Viktoriasees.
Das rumänische Banat besteht im Westen aus einer der ungarischen Puszta ähnlichen Feldebene („die Heide“), im nordöstlichen Teil aus Hügelland („die Hecke“) und im Südosten aus Mittelgebirge. Wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist die Großstadt Timişoara (dt. Temeswar oder Temeschburg, ung. Temesvár). Der serbische Teil besteht aus Flachland.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Banat geteilt: im Vertrag von Trianon (4. Juni 1920) fielen 18.945 km² an Rumänien, 9.307 km² an den neuen Staat Königreich Jugoslawien, und 217 km² verblieben bei Ungarn. Damals begann die Abwanderung der Banater Schwaben. Das Westbanat gehört heute zu Serbiens Provinz Vojvodina mit der Hauptstadt Novi Sad. Westlich liegt die Batschka, die um 1700 ebenfalls deutschsprachig besiedelt wurde.
Als Folge der Besetzung durch die deutsche Wehrmacht und deren Gräueltaten gegenüber der serbischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg ist die deutsche Minderheit im serbischen Westbanat (358.604 Personen in der Vojvodina laut Volkszählung 1931, siehe Donauschwaben) wegen ihrer Mittäterschaft an den nationalsozialistischen Verbrechen unmittelbar nach dem Krieg durch Flucht, Verschleppung in russische Zwangsarbeit, Ermordung, Vertreibung und Abwanderung fast vollständig verschwunden. Das rumänische Banat blieb davon weitgehend verschont. Es erfolgte auch hier eine (vorübergehende) Entrechtung und Totalenteignung der deutschen Minderheit und die zeitweilige Deportation fast aller Deutschen im arbeitsfähigen Alter in die Sowjetunion. Aber im Gegensatz zum damals jugoslawischen, heute serbischen, Westbanat fand hier keine systematische Vertreibung statt. So konnten die Banater Schwaben in Rumänien ihre Identität und ihren Besitz in unterschiedlichem Maße wahren. Erst die großen Auswanderungswellen der 1960er und 1980er Jahre ließ die Zahl der Deutschen im Banat auf eine heute verschwindend kleine Minderheit zurückgehen, allerdings weisen vor allem in der Umgebung von Timişoara noch heute Ortsnamen wie Altringen, Bethausen, Gottlob, Johanisfeld, Lenauheim, Liebling, Nitzkydorf oder Gherman auf die deutsche Vergangenheit der Region hin.
Das Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen ist traditionell gut. Die ethnischen Konflikte der Vergangenheit sind längst abgeklungen. Im rumänischen Banat sind an die Stelle der ausgewanderten Deutschen zahlreiche Siedler aus anderen Teilen Rumäniens nachgerückt, vorwiegend Rumänen, aber auch sehr viele Ungarn (sog. Székler) und Zigeuner (mehrheitlich Roma) aus Siebenbürgen.
Rechtsextreme Ungarn fordern allerdings die Wiederherstellung der Grenzen des alten Königreichs Ungarn, zu dem diese heute mehrheitlich rumänische und serbische Region gehörte. In rechtsradikalen Kreisen Ungarns besteht die Forderung, die nördliche Vojvodina an Ungarn anzuschließen und eine weitreichende Autonomie in Rumänien zu erlangen, wodurch gewisse Spannungen entstehen. In Rumänien hingegen ist die Großrumänien-Partei Partidul România Mare (PRM) durch nationalistische Ausfälle bekannt geworden. Diese Positionen stellen jedoch nur die Meinung einer kleinen Minderheit dar.
Für einen Einwohner des Banats ist es auch heute nicht ungewöhnlich, zwei oder drei Sprachen zu beherrschen. Viele Lehnwörter wurden zudem lokal unter den Sprachen ausgetauscht. So ist es im Bereich der Stadt Lugoj (dt. Lugosch, ung. Lugos) beispielsweise nicht unüblich, im täglichen Sprachgebrauch das Wort Bigleis für Bügeleisen zu verwenden.
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