| Bambus | ||||||||||||
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| : | Blütenpflanzen (Magnoliophyta) |
| : | Einkeimblättrige (Liliopsida) |
| : | Commelinaähnliche (Commelinidae) |
| : | Süßgrasartige (Poales) |
| : | Süßgräser (Poaceae) |
| : | Bambus |
Wenn selten blühende Bambusarten doch einmal blühen, kann es vorkommen, dass sie absterben, da die Pflanzen dabei ihre letzten Kraftreserven verbrauchen. Dem Absterben kann man entgegenwirken, indem man den Bambus radikal zurückschneidet, gut giesst, und wartet bis die ersten Sprossen erscheinen. Da die Pflanzen in einer Region gleichzeitig blühen, kann dieses Absterben von Pflanzen eine große Region betreffen. Das ist unter anderem in den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts in Europa vorgekommen, wo Bambus als Gartenpflanze genutzt wird. Durch einen Rückschnitt der Pflanze, die im folgenden Jahr wieder austreibt, solange die Rhizome vorhanden sind, kann das Blühen und damit auch das Absterben verhindert werden.
Wegen der seltenen Frequenz ist die Blüte vom Bambus noch nicht sehr eingehend erforscht, es ist z.B. noch nicht bekannt, wieso die Pflanze so selten blüht und was sie zum Blühen anregt. Es wird angenommen, dass die seltene und großflächige Blüte dazu beiträgt, die Samen zu erhalten, da sich keine Tiere auf ihren Verzehr spezialisieren können.
Frischgeerntete Bambussprossen haben ein sehr festes, hellgelbes Fleisch mit schmalen Luftkammern in der Mitte der Sprosse. Sie werden gewonnen, indem sie aus dem Boden ausgegraben werden, und sind mit mehreren sehr festen, haarigen und dunkelbraunen Blättern umgeben, die vor dem Kochen entfernt werden. Bambussprossen werden vorwiegend aus Asien und Lateinamerika importiert. In Europa werden sie nur in Italien angebaut. Bambussprossen werden auch vorgekocht und abgepackt zum Verkauf angeboten.
Die Schösslinge enthalten ein Toxin (Blausäureglykosid), das durch Kochen neutralisiert werden muss. Da viele Bambusarten auch Bitterstoffe enthalten, sollten diese ebenfalls beim Kochen neutralisiert werden. In Japan werden Bambussprossen z.B. zusammen mit dem Mehl gekocht, das beim Polieren von Reis entsteht („nuka“) und vor allem die äußeren Schichten des Reiskorns enthält. Es ist auch möglich, zu diesem Zweck Chilischoten mitzukochen.
Die eingelegten Bambussprossen werden „Achia“ oder „Atchia“ genannt.
Da Bambussprossen einen hohen Anteil an Kieselsäure enthalten, die für Haare, Haut und Knochen notwendig ist und auch lindernd bei Depressionen wirken kann, wurden sie auch in der traditionellen Medizin eingesetzt.
Auch das haferähnliche Korn des Bambus ist essbar.
Bambus ist die einzige Nahrung des Großen Panda-Bären. Bambus Baugeruest.jpg, Indien.]] Bambushaus-taopan.jpg | Ginkakuji05.jpg
Folgende Verwendungsmöglichkeiten für den Bambus im Garten sind nur ein kleiner Umriss der tatsächlichen Möglichkeiten: Der Bambus als Hain, Hecke, Bambus als Bodendecker, Bambus auf der Terrasse, Innenhöfe, Sicht- und Windschutz, Dachgärten, Kübelpflanzen, Wintergartenbegrünungen. Das flirrend grüne Laub, die eleganten Halme in schönen Farben passen in fast jedes Gartenambiente, harmonieren mit Blüten und Bäumen.
Bambus ist eine immergrüne Pflanze. Auch im Winter behält der Bambus seine Blätter. 80 Prozent aller in Deutschland angebotenen Bambussorten (Fargesie, Phyllostachys) sind robust und verkraften kurzzeitig Temperaturen bis -20 Grad.
Bambusa spinosa gibt undurchdringliche Hecken.
Da Bambus sehr hart ist, so dass er bei der Zerkleinerung gefährlich splittert und auch nur extrem langsam zersetzt wird, sind besonders hohe Arten mit kräftigem Stamm bei der Kompostierung problematisch.
Unter anderem benutzt man Bambus auch für Gerüstbau, Häuserbau, Brückenbau sowie Straßenbau.
In einer Bambusröhre, die dabei zwar verkohlt, aber nicht verbrennt, kochten die Javaner an einem Bambusfeuer junge Bambustriebe.
In China wurden zu Rollen zusammengebundene Bambusstreifen als Schreibmaterial verwendet.
Zerklopfter Bambussplint kann als Pinsel genutzt werden, und auch in Europa werden Bambusfedern benutzt.
Eine kletternde Art wird zu allerlei Flechtwerk, Säcken, ja selbst Jacken verarbeitet.
Auch in Europa wurde Bambus zur Produktion von Stöcken (Pfefferrohr) und Regenschirmstielen genutzt.
In Japan werden aus Bambus in einem komplizierten Prozess die Bogen der Samurai hergestellt. Ähnliche Bambusbögen werdem auch heute in Japan und von fortgeschrittenen Schützen in Europa im Kyudo verwendet.
Mit Bambusspitzen bestückte Fallen und Fallgruben wurden noch im Vietnamkrieg im 20. Jahrhundert durch die Vietnamesen erfolgreich eingesetzt.
In den Knoten alter Halme bildet sich eine Kieselkonkretion, der Bambuskampfer ( Bambuszucker, Tabaxir), der in der chinesischen Medizin, aber auch als Poliermittel benutzt und in großer Menge nach Arabien exportiert wird.
In Japan ist Bambus ebenfalls ein positiv besetzter Begriff. Da Bambus sehr gerade wächst und aufgrund seiner frischen grünen Farbe gilt er als Symbol der Reinheit. Er tritt als Symbol auch zusammen mit Kiefernzweigen und Kirschblüten auf. Die drei Pflanzen werden nicht nur als Glückssymbole eingesetzt, sondern z.B. auch, um beim Sushi verschiedene Preisstufen zu markieren. Am Jahresende wird auf jeder Seite der Eingangstür ein Gebinde aus Bambusrohren und Kiefernzweigen aufgestellt, das Glück bringen soll („kadomatsu“).
Da Bambus nur selten blüht und die Samen vorwiegend während Hungerzeiten gegessen wurden, wird die Bambusblüte in manchen Kulturen als Vorbote einer Hungersnot interpretiert.
In einigen Kulturen Asiens, z.B. in den Andamanen, wird davon ausgegangen, dass die Menschheit bei ihrer Entstehung aus einem Bambusrohr herausgetreten ist. In Malaysia und Japan gibt es Legenden über eine junge (und sehr kleine) Frau, die in einem Bambusrohr lebt und erscheint, wenn das Rohr gekappt wird.
Ebenfalls kein echter Bambus ist das Seychellengras, das als Zwergbambus oder auch Bonsai-Bambus angeboten wird. Der Hängebaumbambus ist ebenso ein Gras, das sogenannte Flechtstraußgras. Weitere fälschlicherweise als Bambus bezeichnete Pflanzen sind: Himmelsbambus, Bambusorchidee, Bambusbegonie, Bambusficus, Bambusblättrige Eiche, Mittelmehrbambus.
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