Das Bamberger Marionettentheater Loose ist ein privat geführtes Puppentheater in Bamberg.
Klaus Loose entdeckte und rettete Ende der 1950er Jahre in Oldenburg ein aus Altersgründen aufgegebenes Wander-Marionettentheater, das er dem Oldenburgischen Landesmuseum (heute Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg) stiftete. Diese Entdeckung war dann der Anlass, ein Marionettentheater im Saal einer Oldenburger Kirchengemeinde einzurichten und originale Theatertexte, die im 19. Jahrhundert für Marionettentheater bearbeitet wurden, aufzuführen.
Anfang der 60er Jahre zog Klaus Loose nach Bamberg um. Im Theatersaal des Staubischen Haus, einem original erhaltenen Marionettentheater aus dem Jahr 1821, fand er Bleibe, die seiner Theaterauffassung beinahe ideal war. Am 5. April 1962 wurde mit der Premiere von „Don Juan oder der steinerne Gast“ (Bearbeitung des in Handschriften nachgewiesenen Textes von Carl Engel) das Bamberger Marionettentheater eröffnet. Klaus Loose ist seitdem „Prinzipal“ des Bamberger Marionettentheaters.
Zum 1. Januar 2006 übernahm Arnd Stein die Leitung des Marionettentheaters. Allerdings legte er dieses Amt im April 2006 nieder. Die kommissarische Leitung hat Renate Nötling übernommen.
Als Spielstätte dient das Staubische Haus (Untere Sandstraße 30) im dem Teil des Berggebietes, der „Sand“ genannt wird. Das Barockpalais wurde 1796 vermutlich von Johann Lorenz Fink errichtet. Eine Zeit lang diente das Gebäude als Tabakfabrik. 1821 wurde ein Marionettentheater mit 30 Sitzplätzen eingebaut, das bis heute original erhalten ist. Ebenso ist der historische Salon der Hauses öffentlich während der Pausen zugänglich. Bis ca. 1990 wurde das Palais generalsaniert.
Das Repertoire besteht aus Theaterstücken vor allem der Klassik und Opern vor allem des Barocks und der Romantik, vorzugsweise von Autoren, die um 1821 im Staubischen Haus hätten aufgeführt werden können. Die Inszenierungen sind durchweg klassisch. Sie geschehen auf Grundlage der theatertheoretischen Vorstellungen, die um 1830 Gültigkeit hatten. Durch diese text- und zeitimmamente Interpretationen werden Aufführungserlebnisse des 18. und frühen 19. Jahrhunderts vermittelt. Klaus Loose selbst steht dem modernen Inszenierungsgedanken sehr distanziert gegenüber, der durch eine Übertragung in die Moderne bzw. durch Verfremdung die Aktualität klassischer Stücke unterstreichen will.
Zum Teil werden noch original Requisiten aus dem 19. Jahrhundert verwendet. Das Bamberger Marionettentheater gilt als kleinstes Theater Bayerns.
Klaus Loose: Das Bamberger Marionettentheater. Es war wie der Fund einer blauen Mauritius. Bamberg: Bayerische Verlagsanstalt 1997, ISBN 3-87052-559-2
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