BambergerDom.jpg Der Bamberger Dom St. Peter und St. Georg gehört zu den deutschen Kaiserdomen und ist mit seinen vier Türmen das beherrschende Bauwerk des Weltkulturerbes Bamberger Altstadt. Im Inneren befinden sich der berühmte Bamberger Reiter, das Grab der einzigen heilig gesprochenen Kaiserpaars des Heiligen Römischen Reichs sowie das einzige offiziell anerkannte Papstgrab in Deutschland.
Heinrich starb im Jahr 1024 in der Pfalz Grone bei Göttingen und wurde, wie er es gewünscht hatte, im Bamberger Dom beigesetzt. Im Jahr 1146 wurde er für die Christianisierung der Westslawen, vor allem aber für die Gründung des Bistums Bamberg von Papst Eugen III. heilig gesprochen. In der Heiligsprechungsbulle des Papstes heißt es:
Im Jahr 1007 wurde Bamberg Bistum, womit der Kirchenbau enorm aufgewertet wurde. Am 6. Mai 1012, den Geburtstag Heinrichs II., wurde der Dom in Gegenwart von 45 Bischöfen und anderer Würdenträger zu Ehren des Apostels Petrus, der Muttergottes Maria und des Heiligen Georg geweiht. Diese Patronate blieben bis heute erhalten. Bei der Domweihe waren - mit einer einzigen Ausnahme - alle Erzbischöfe des Heiligen Römischen Reichs anwesend. Dies unterstreicht die Bedeutung des Neubaus, denn bei keiner anderen Domweihe des Mittelalters waren so viele Bischöfe anwesend. Der Heinrichsdom stand in der Tradition der großen Kathedralen des 11. Jahrhunderts, war aber im Vergleich zum Mainzer Dom (116 Meter) und zum Speyerer Dom (134 Meter) mit einer Länge von lediglich 75 Metern eher bescheiden. Statt vier Türme hatte er nur zwei Türme, die den Ostchor flankierten. Von diesem Dom ist heute nur noch die unterirdische Grablege der Bischöfe erhalten.
Der Dom Heinrichs war eine dreischiffige Säulenbasilika mit Querhaus und Hauptchor. Alle Decken waren flach und aus Holz. An der Ostseite standen zwei niedrige Türme. Den Abschluss bildete eine halbkreisförmige Apsis.
Eine Vorstellung, wie der Heinrichsdom ausgesehen haben mag, vermittelt die 100 Jahre später geweihte Jakobskirche etwas oberhalb vom Domberg. Auch sie war eine dreischiffige Säulenbasilika und wurde in der Zeit der Gotik und des Barock nur wenig verändert.
Von den oberirdischen Teilen des Heinrichsdoms ist kaum etwas erhalten, denn schon im Jahr 1081 brannte der Dom bis auf die Grundmauern nieder, war jedoch bis zum Jahre 1087 wieder soweit aufgebaut, dass dort eine Synode stattfinden konnte. Bischof Rupert hatte jedoch in der Zeit des Investiturstreits nicht die Energie, mehr als die unbedingt notwendigen Wiederherstellungsarbeiten vornehmen zu lassen. Diese Arbeiten wurden erst von seinem Nachfolger, dem Bischof Otto durchführen gelassen. Otto war in Baufragen bewandert, denn er hatte bereist den Umbau des Speyerer Doms geleitet. Nun erhielt der Dom einen neuen Fußboden, die vom Feuer beschädigten Säulen wurden mit Stuck verziert. Außerdem ließ Otto den Ostchor höher legen und die Dächer mit dem teuren Kupfer eindecken, um die Feuergefahr zu verringern. Darüber hinaus wurden die Turmkreuze und die Turmspitzen vergoldet.
Wie hat man sich diesen zweiten Dom vorstellen? Von der liturgischen Nutzung ist kaum etwas überliefert. Die wenigen Berichte entsprechen aber den üblichen Gottesdienstordnungen des späten Mittelalters.
Der mittelalterliche Dom war ein Ort verschiedener Nutzungsbereiche und diente ausschließlich dem Domkapitel und den Domvikaren. Die Domgeistlichkeit nutzte den Ostchor für die mehrmals täglich stattfindenden Stundengebete sowie für Gottesdienste. Die Chorbereiche waren exklusive Raumteile, die durch drei bis vier Meter hohe Lettner abgetrennt waren und die Geistlichen vor Störungen schützten. Prozessionen innerhalb des Doms waren ebenfalls Teil der Domliturgie. Gelegentlich führten die Umzüge vom Dom durch den Kreuzgang in die Sepultur, oder vom Dom zur Stephanskirche, der Jakobskirche, der Gangolfskirche und zum Benediktinerkloster Sankt Michael.
Beim Neubau sollte die Heiligkeit des Ortes gewahrt werden. Deshalb war er auch am gleichen Platz vorgesehen. Um weiterhin Gottesdienste feiern zu können, wurden Abbruch und Neubau so aufeinander abgestimmt, dass stets Raum für feierliche Gottesdienste in der Kathedrale vorhanden war. Um 1215 wurde mit dem Abbruch im Osten begonnen und das dabei anfallende Abbruchmaterial wieder eingebaut. Seit dem Bauabschluss des 13. Jahrhunderts wurde an der Architektur des Doms nichts Wesentliches mehr verändert. Anders verlief die Entwicklung im Inneren.
Kaiser Heinrich war schon im Jahr 1146 heiliggesprochen worden. Nun setzte sich Bischof Timo dafür ein, dass auch Kaiserin Kunigunde kanonisiert wurde. Diese Heiligsprechung fand am 29. März 1200 statt und war deshalb bemerkenswert, weil im Mittelalter nur ganz wenige Frauen heiliggesprochen wurden, die keine Märtyrerinnen waren. Vermutlich wollte Timo dieses feierliche Ereignis schon im neuen Dom stattfinden lassen und wahrscheinlich war zu diesem Zeitpunkt die Ostapsis schon so weit fertig gestellt, dass ein Altar zu Ehren Kunigundes aufgestellt werden konnte. Daran erinnert heute noch ein kleines Rundfenster am Georgenchor, hinter dem sich vermutlich die Reliquienbüste Kunigundes befand.
Der Bamberger Königsmord des Jahres 1208 stoppte die Bauarbeiten am Dom für einige Jahre. Philipp von Schwaben wurde am 21. Juni 1208, kurz vor seiner Kaiserwahl, in der Alten Hofhaltung vom bayerischen Pfalzgrafen Otto VIII. von Wittelsbach ermordet. In den Annalen von Marbach für das Jahr 1208 heißt es:
Bischof Ekbert floh zu König Andreas II., seinem Schwager, nach Ungarn, weil er für vogelfrei erklärte wurde. Dessen diplomatischen Einsatz verdankte er seine rasche Rehabilitation und so konnte er bereits 1212 in sein Bistum zurückkehren.
Als Jahre später die Arbeiten am Dom wieder aufgenommen wurden, entschied sich das Domkapitel für einen Wechsel in der Architektur. Dieser Stilwandel hängt vermutlich mit dem damaligen Bamberger Bischof Ekbert von Andechs-Meranien und dessen internationalen Beziehungen zusammen. Dessen Schwester Agnes (Agnes von Meran) lebte mit dem französischen König Philippe II. zusammen. Dies mag erklären, weshalb um das Jahr 1220 in Bamberg eine Bauhütte tätig wurde, die mit der aktuellen französischen Kunstentwicklung vertraut war.
Die Erfurter Jahrbücher melden zum Jahr 1237:
Auffällig ist, welchen Bedeutungsverlust der Dom bei dieser Weihe erlitten hatte. Waren 1012, bei der ersten Domweihe 45 Patriarchen, Erzbischöfe und Bischöfe zu Gast, so erwähnt die Quelle jetzt nur vier Konsekratoren.
Die Erneuerung der katholischen Kirche, die vom Konzil von Trient ausging, drückte sich künstlerisch im Barockstil aus. Das Bamberger Domkapitel war allerdings zuerst zögerlich in der Umsetzung der neuen Kunstströmung, doch im Jahr 1678 waren fast alle 30 Altäre barockisiert.
Entgegen der geläufigen Ansicht war der Dom im Mittelalter vollständig farbig ausgemalt. Doch Verschmutzung durch Kerzenruß und Staub, sowie abblätternde Farbe machten immer wieder neue Anstriche notwendig. Deshalb ist von der ursprünglichen Bemalung bis auf wenige Reste nichts mehr erhalten. Auch die wandelnden ästhetischen Vorstellungen trugen zu einer ständigen Umgestaltung bei. An schwer zugänglichen Stellen wurden Reste von bis zu zwölf übereinander liegenden Anstrichen festgestellt.
Am rechten Kapitell der nördlichen Blendarkade im Ostchor wurde der Schichtaufbau der Farben analysiert. Dabei wurden folgende Schichten festgestellt:
Am 10. Mai 1611 beschloss das Domkapitel, dass "die Steine abgerieben und erneuert, aber nit geweisst" werden sollen. Eine einschneidende Entscheidung war das Entfernen der farbigen Glasfenster. Wörtlich heißt es in dem bischöflichen Schreiben, dass "die obern Fenster an stadt deß gefärbten und geschmelzten mit hellem Glas verneuert werden" sollen.
Zitiert nach Christian Dümler: "Der Bamberger Kaiserdom"
Letzter Rest der Barockaustattung ist der vergoldete Kreuzaltar des flämischen Künstlers Justus Glesker im Westchor. Diese Kreuzigungsgruppe mit Christus am Kreuz, Maria, Johannes und Maria Magdalena stand ursprünglich beim Kaisergrab. Im Jahr 1837 wurde sie im Rahmen der Barockisierung verkauft und 1917 aus Privatbesitz für den Dom zurückerworben.
Ludwig I. schrieb im Jahr 1826 an den Bamberger Erzbischof Joseph Maria Freiherr von Fraunberg einen Brief, in dem es unter Anderem heißt:
König Ludwig war der Ansicht, dass die damals als byzantinische bezeichnete romanische Baukunst, aber auch die gotische Architektur eine deutsche Kunstentwicklung gewesen sei und deshalb besonders geeignet sei, die nationale Identität zu fördern. Deshalb sollte auf Wunsch des Königs der Bamberger Dom, den man für den Originalbau Kaiser Heinrichs II. hielt, als Nationaldenkmal in den mittelalterlichen Zustand "zurückrestauriert" werden. Auch wenn es den Gelehrten bereits bekannt war, dass die griechische Architektur weitgehend farbig bemalt war, gehörte Vielfarbigkeit in der Architektur trotzdem nicht zur akzeptierten Ästhetik.
Die Renovierungsarbeiten begannen am 30. Mai 1829. Dabei wurden Wände, Gewölbe, Kapitelle, Skulpturen abgewaschen und schadhafte Stellen ergänzt. Sie endete am 25. August 1837, dem Geburtstag König Ludwigs I. mit einer feierlichen Einweihung, bei der aber nicht einmal ein Mitglied der königlichen Familie teilnahm, denn der König hatte offensichtlich das Interesse am Bamberger Dom verloren und widmete sich jetzt der Umgestaltung des Speyrer Doms.
Die Meinungen über das Ergebnis der Restaurierung waren geteilt. Selbstverständlich waren die einfachen Gläubigen mit dem Ergebnis nicht zufrieden, aber auch die gebildete Öffentlichkeit stand der Restaurierung zurückhaltend gegenüber. Interessant ist eine Aufzeichnung von Sulpiz Boisserée, einem Freund Johann Wolfgang Goethes, der am 17. Oktober 1839 in seinem Tagebuch notierte:
Mit "Perücken-Stil" meint Boisserée den Barock-Stil; wegen der Allongeperücken, die in jener Zeit üblich waren.
Eine weitere Neuerung des Konzils war die Ablösung des Hochaltars, der vom Hauptschiff der Kirche aus stirnseitig in der Apsis lag. Beim neuen Volksaltar leitet der Priester mit dem Gesicht zur Gemeinde die Eucharistiefeier. Der Hauptaltar des Doms befindet sich jetzt im Westchor vor dem Bischofssitz, der Kathedra.
Über den beiden Portalen sind in den Türmen kleine romanische Rundfenster zu sehen, die zu den beiden ehemaligen Turmkapellen gehören, die den Heiligen Kilian und Nikolaus geweiht waren. Sie waren offensichtlich bis zur Barockisierung des Doms in Gebrauch, wurden dann jedoch profaniert. Dennoch sind die Altarsteine mit eingelassenen Reliquien erhalten. Sie stammen vermutlich aus dem 13. Jahrhundert und sind die ältesten erhaltenen Altäre des Dom. Beide Kapellen öffnen sich über Rundbogenöffnungen zu den Seitenschiffen des Doms.
Die übrigen acht Glocken hängen alle im Südostturm:
Um die mittelalterlichen Glocken zu schonen, erklingt ihr volles Geläute nur an hohen Festtagen. Regelmäßig ist der Klang der Heinrichsglocke am Freitag nachmittag zur Erinnerung an den Kreuzestod Jesu zu hören; die Kunigundenglocke läutet am Donnerstag als Gedenken an Christus auf dem Ölberg.
Die Untergeschosse der Westtürme sind noch in kompakter Aufmauerung mit leicht spitzbogigen kleinen Fenstern in romanischer Form aufgeführt. Das dritte Geschoss hat bei beiden Türmen abweichende Formen. Die folgenden drei Geschosse sind wiederum gleich gestaltet, doch von den Osttürmen abweichend: Die Turmgeschosse sind in hohen Spitzbögen, die Ecken des Mauerwerkes in tabernakelartigen Anbauten mit vier schlanken Säulen geöffnet. Diese beiden Westtürme sind dadurch frühe Beispiele der gotischen Baukunst in Deutschland.
Die Türme des lassen den Stilwechsel während der über dreißigjährigen Bauzeit nachvollziehen. Der Bau begann im Osten, wo heute die romanischen Rundbögen vorherrschen, während sich im Westen die Spitzbögen der Gotik durchgesetzt haben. In Angleichung zum westlichen Turmpaar wurden auch die Osttürme um zwei Obergeschosse erhöht.
Dieses abgestufte Rundbogenportal ohne Bogenfeld wird durch zwei das ganze Portal umlaufende Zickzackfriese verziert. Wahrscheinlich noch während der Bauzeit wurden zwischen die Zickzackbänder sechs Sandsteinfiguren gestellt, die vermutlich für den Innenraum des Doms vorgesehen waren. Bis 1937 standen hier sechs Figuren, die sich heute im Lapidarium des Diözesanmuseums befinden:
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Der Weg durch die Adamspforte war möglicherweise Teil der Bußpraxis, bei der am Gründonnerstag die Menschen symbolisch aus dem Paradies vertrieben wurden und nach dem Anhören von Bußpredigten und öffentlicher Buße in weißen Gewändern durch die benachbarte Gnadenpforte wieder in den Dom gelangten.
De Adamspforte war in der Vergangenheit das von der Öffentlichkeit benutzte Portal. Der Sinn des Skulpturenprogramms ist nicht geklärt. Es stellt sich die Frage, was Petrus, den ersten Papst, mit dem ersten Menschenpaar, Adam und Eva, dem heiligen Kaiserpaar Heinrich und Kunigunde als Stifter des Bamberger Bistums sowie, Stephanus, dem ersten christlichen Märtyrer verbindet. Die Geste Kunigundes und der Blick des Petrus weisen auf Heinrich II., der damit als wichtige Person gewürdigt wird. In der Stauferzeit wurde die Gegenüberstellung von Herrscher und erstem Menschenpaar häufig verwandt, um die weltliche Macht als Mittel zum Erhalt der Heilsordnung nach dem Sündenfall zu begründen.
Das Bogenfeld der Gnadenpforte zeigt den Ritter Georg, den Apostel Petrus, die Muttergottes Maria sowie das heilige Kaiserpaar Heinrich und Kunigunde. In der Mitte des Tympanon thront Maria mit dem Jesuskind. Nach hierarchischer Rangordnung und in Abstufung der Größe folgen dann die anderen Figuren:
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Die Bamberger Elle und der Bamberger Fuß (galten überall im Fürstbistum Bamberg und sind die ältesten mittelalterlichen Maßeinheiten Europas. Ein Beispiel für die Bamberere Elle findet sich heute noch auf dem Marktplatz des Städtchens Zeil am Main.
Unter dem Adamsportal befindet sich ein unbehauener Stein, auf dem Ehebrecherinnen Kirchenbuße tun mussten, indem sie sich in Trauerkleidern mit brennender Kerze in der Hand und einem Strohkranz auf dem Kopf von den Kirchgängern mit faulen Äpfeln bewerfen lassen mussten.
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Auf der Seite der Seligen stand ursprünglich die Statue der Ecclesia, während auf der Seite der Verdammten die Statue der Synagoge stand. Die Skulpturen von Synagoge und Ecclesia zeigen das mittelalterliche Verhältnis von Christentum und Judentum. Während die Synagoge mit verbundenen Augen, entgleitenden Gesetzestafeln und gebrochenem Stab dargestellt ist, zeigt sich die Ecclesia (lateinisch: "Kirche") erhaben und trug neben einem Kreuz ursprünglich auch einen Kelch. Zu der Darstellung der Synagoge gibt es die Sage, dass ein unschuldig zum Tod verurteiltes Mädchen auf dem Gang zur Hinrichtung gebetet habe, der Himmel möge sie von der Schande befreien. In diesem Augenblick fielen Ziegel vom Dach des Doms und erschlugen sie:
Die Originalfiguren von Synagoge und Ecclesia befinden sich seit den 1930er Jahren im Inneren des Domes, wo sie vor Witterungseinflüssen geschützt sind. Es ist aber auch zu vermuten, dass die Nationalsozialisten nicht unglücklich darüber waren, dass dieser Verweis auf das Judentum von der Außenseite des Doms entfernt wurde.
Einen weiteren Bezug zum Judentum zeigt die Darstellung der Apostel, die auf den Schultern der alttestamentarischen Propheten stehen und der so genannte Augenausstecher, der von oben herab einen Juden blendet.
Die Veitspforte folgt frühgotischer zisterziensischer Bauweise des Klosters Ebrach, dreißig Kilometer westlich von Bamberg. Das 1127 gegründete Kloster Ebrach war die erste rechts-rheinische Niederlassung des Ordens und brachte die französische Gotik nach Deutschland. Mitglieder des Ordens wurden so oft an die verschiedenen Baustellen gerufen, dass der Papst den Orden an seine eigentlichen Aufgaben erinnern musste und das Ausleihen von Mönchen als Baumeister untersagte.
Die Veitspforte ist benannt nach der Sankt-Veits-Pfarrei für die weltlichen Bewohner der Domburg. Die Sankt-Veits-Pfarrei besaß ihren liturgischen Mittelpunkt am Sankt-Veits-Altar im nördlichen Domquerschiff, das die Pfarrangehörigen durch die Veitspforte betraten. Der heilige Vitus war der Patron jenes Altars, der für die Laienbediensteten des Domstifts bestimmt war. Heute dient die Veitspforte als ein Nebeneingang des Domes, die nur während der Gottesdienstzeiten geöffnet wird.
An der Außenseite des Ostchors ist eine kleine kreisrunde Öffnung zu sehen, das so genannte Sonnenloch, das nicht als Fenster diente, sondern in einen Schrank führte, in dem der Schädel der heiligen Kunigunde aufbewahrt wurde. Aus dieser Öffnung hatte ergoss sich die Heilskraft der Kopfreliquie über die Stadt. Achim Hubel äußerte sich dazu folgendermaßen:
Eine ältere Erklärung weist darauf hin, dass am Namenstag des heiligen Apostels Petrus, dem 29. Juni die Sonne für kurze Zeit auf seinen Hauptaltar im Westchor des Doms scheinen soll.
Die Krypta unter dem Georgenchor ist der älteste Teil des neuen Dombaus. Hier wurde der Dombau begonnen. Sie wurde als dreischiffige Hallenunterkirche angelegt und hat eine Länge von 27 Metern. Bei Ausgrabungen im Jahr 1969 vor dem Hochchor stieß man auf einen schachtartigen Raum. Dieser war ein Teil der ehemaligen Ostkrypta, die nach dem ersten Dombrand durch Bischof Otto I. erweitert und nach Errichtung der jetzigen Ostkrypta mit Bauschutt verfüllt worden war.
In der Ostkrypta steht auf seit 1845 das Hochgrab des deutschen Königs Konrad III.. Konrad starb 1152 in Bamberg auf dem Weg nach Rom, ohne die Kaiserkrone erlangt zu haben und wurde dort gegen seinem Wunsch, nicht im staufischen Hauskloster Lorch, sondern im Bamberger Dom beigesetzt. Ursprünglich befand sich sein Grab nahe am Grab des Kaisers Heinrich. Als aber das Kaisergrab Tilman Riemenschneiders aufgestellt wurde, mussten die alten Grablegen in der Nähe des Kaiserpaares aufgelassen werden. Auf Wunsch des bayerischen Königs Ludwig I. wurde Konrad III. deshalb feierlich in die Krypta umgebettet.
Der Ostchor ist im romantischen Stil gebaut, das Fresko in der Halbkuppel über der Apsis stammt jedoch von Karl Kaspar aus dem Jahr 1928 und zeigt den Weltenrichter Christus in der Mandorla. Nach der Fertigstellung war das Echo geteilt: Während die Befürworter in dem Gemälde ein großartiges Kunstwerk sahen, sah sich die Gegenseite in ihrer Meinung bestätigt, dass die gestellte Aufgabe ohnehin nicht zu lösen gewesen sei. Auf dem Bild sind folgende Motive dargestellt:
Das Chorgestühl im Ostchor wurde im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Doms erneuert, doch wurden dabei die um die Mitte des 14. Jahrhunderts geschaffenen Schnitzwerke wieder eingebaut.
Die zwölf Apostel an der Südseite sind die stilistisch ältere Arbeit. Sie stehen für den "Neuen Bund" zwischen Gott und den Menschen und halten in ihren Händen Spruchbänder, auf denen vermutlich jeweils ein Artikel des apostolischen Glaubensbekenntnisses geschrieben stand. Nach dem Kirchenlehrer Augustinus soll jeder Apostel am Pfingsttag, vom Heiligen Geist inspiriert, einen Satz formuliert haben. Bei der Apostelreihe steht auch die Reliefplatte mit dem Erzengel Michael, der einen Drachen tötet, was als Hinweis auf das Jüngste Gericht zu verstehen ist.
Die künstlerische Ausgestaltung der Apostelreihe ist noch etwas unbeholfen. So wirken die Arme und Beine angesetzt und erscheinen die Füße eigenartig auseinander gestellt. Die Köpfe sehen einheitlich aus. Sie zeigen keine individuellen Züge und Mimik. Zum Teil verlaufen die Gewandfalten von unten nach oben. Ursprünglich waren die Apostelreliefs farbig gefasst. Die östlichen Reliefplatten zeigen deutlich sichtbare Farbreste. Die Säulchen schimmerten in Gold, die Arkadenbögen waren mit verschlungenen Ornamenten bemalt und die Gewänder farbig. Der Restaurator Friedrich Karl Rupprecht entdeckte bei der Purifizierung des Doms unter zahlreichen späteren Anstrichen eine polychrome Fassung und dachte sogar an die Wiederherstellung. Die Gesichter, Hände und Füße der Apostel waren inkarnatfarbig, die Haare und Bärte grau. Der Reliefgrund war blau.
Die zwölf Propheten an der Nordseite sind stilistisch weiter entwickelt. Sie stehen für den Alten Bund. Auf ihren Spruchbändern waren vermutlich Sätze aus den Weissagungen zu lesen, die auf das Neue Testament deuten. Die Körper lösen sich zunehmend vom Reliefgrund ab und entwickeln sich schon zu fast vollplastischen Skulpturen. Untersuchungen ergaben, dass die Prophetenreliefs nicht farbig bemalt waren. Nur Gewänder, Gewandsäume und Attribute der Propheten zeigen Spuren von Versilberung und Vergoldung. Die Freude am Variieren kunsthandwerklicher Techniken zeigen Bohrungen an Schuhriemen oder Perlenbesatz an Gewandsäumen.
Neben den Propheten befinden sich noch weitere Figuren: Der so genannte lachende Engel reichte ursprünglich dem heiligen Dionysius, der seinen abgeschlagenen Kopf zu seinem Grab getragen haben soll, die Krone des Martyriums. Papst Clemens II. starb an einem 9. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Dionysius. Dies ist vermutlich der Grund für seine Verehrung im Bamberger Dom.
Die Figur der Maria und die Figur der Elisabeth, die auch Seherin genannt wird, sollen eine Heimsuchungsgruppe gewesen sein. Auch wenn die Zusammengehörigkeit dieser beiden Figuren in Frage gestellt werden, weisen jüngere Forschungsergebnisse zur Bemalung darauf hin, dass Maria und Elisabeth abweichend von allen übrigen Domskulpturen gefasst waren. Möglicherweise waren beide Skulpturen für eine Aufstellung an zwei benachbarten Pfeilern vorgesehen. Dies wäre auch eine Erklärung für die Körperdrehung Elisabeth. Im Augenblick ihrer Begegnung mit der schwangeren Maria erkennt die schwangere Elisabeth wie eine Seherin das Geheimnis der Menschwerdung Gottes wie es im Lukasevangelium (1, 39-46) geschrieben steht:
Hinter der gotischen Bauweise steht religiöse Symbolik. Derzufolge stehen die Säulen und Pfeiler für die Apostel und Propheten, die den Glauben tragen, während Jesus der Schlussstein ist, der eine Mauer mit der anderen verbindet.
Die reich verzierten Abschlusswangen zeigen im Norden einen Propheten und die Verkündigung des Herrn an Maria. An der gegenüber liegenden Abschlusswange sind ein Prophet und Maria mit Kind dargestellt. Eine Löwin, die ihre tot geborenen Jungen durch Anhauchen zum Leben erweckt, steht als Verkörperung der Auferstehung.
Die Buchablage zeigt Personifikationen der Kardinaltugenden, die auch auf dem Papstgrab dargestellt sind:
Der Sarkophag aus italienischem Marmor ist mit Reliefs geschmückt, die man für Werke des 20. Jahrhunderts halten könnte, sie stammen jedoch aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Reliefs zeigen folgende Motive:
Die Deckplatte des Grabes stammt aus dem 17. Jahrhundert. Sechs Basistrommeln weisen darauf hin, dass über dem Grab ein Baldachin angebracht war, zu dem die Papstplastik an den nördlichen Chorschrankenpfeilern gehörte.
Der zweite Papst, der den Bamberger Dom besuchte, war Leo IX. - ebenfalls ein Papst aus Deutschland -, der im Jahr 1052 den Gräbern von Heinrich und Kunigunde sowie dem Sarkophag seines Vorgängers Klemens II. seine Reverenz erwies. Bei der Erhebung des Bamberger Domes zur Päpstlichen Basilika betonte Papst Pius XI., "daß der Dom zu Bamberg vor allen anderen Kathedralen Deutschlands dadurch sich auszeichnet, daß in ihm das Grabmal Unseres Vorgängers Clemens II. sich befindet".
Im Archiv des Erzbistums Bamberg gibt es eine Aufzeichnung aus dem Jahre 1824 über eine Öffnung des Papstgrabes im Jahr1731:
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Papstgrab am 3. Juni 1942 erneut geöffnet und mit anderen Kunstwerken an einem sicheren Ort geborgen. Bei der Rückführung im Jahr 1947 wurden nur noch die Gebeine des Papstes im Dom beigesetzt. Die Textilien sowie Grabbeigaben wurden restauriert und sind seitdem im Diözesanmuseum ausgestellt.
Auf dem Mittelfeld der Innenseite befinden sich folgende Motive:
Aus den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils ergab sich, dass die Messe nur noch an einem einzigen Altar, dem so genannten Volksaltar, gefeiert werden solle. Der Altar sollte die Mitte sein, die im Blick aller Gottesdienstbesucher sein sollte. Aus diesem Grund wurde in den 1970er Jahren die Altar-Insel vor dem Westchor geschaffen.
Der Volksaltar besteht aus einem Sandsteinsockel, an dem zehn Bronzetafeln angebracht sind:
Ganz anders, als man es vermutet, war die Reiterstatute ursprünglich farbig bemalt. Die Akanthuskonsole mit der Blattmaske war grün, das Pferd rotbraun, das Kleid rot, der Umhang blau mit goldenen Sternen, die Stiefel braun, die Krone, die Sporen, der Gürtel vergoldet, der Körper in natürlicher Farbe.
Über die Identität des Dargestellten ist man sich bis heute noch im Unklaren und es gibt viele Deutungsversuche:
Angenommen wird, dass der Domreiter den heiligen Stephan, den ersten christlichen König der Ungarn darstellt. Er war der Schwager Kaiser Heinrichs II. und mit dessen Schwester Gisela verheiratet. Es sprechen auch weitere Argumente für König Stephan:
Die Krone auf dem Haupt des Domreiters deutet auf einen König, der Baldachin über seinem Haupt deutet auf einen Heiligen hin. Es ist deshalb davon auszugehen, dass es sich beim Domreiter um einen heiligen König handelt. Da der Baldachin als Kirche gestaltet ist, kann er für das himmlische Jerusalem stehen.
Bemerkenswert ist überdies die vertikale Gliederung der Reiterfigur:
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Domreiter vor Luftangriffen mit einer 64 Zentimeter dicken Mauer geschützt, die mit einer 300 Zentner schweren Eisenbetondecke abgedeckt war. Dieser Bunker wurde erst im September 1947 wieder entfernt.
Im Jahr 1815 wurde eine neue Kanzel in Auftrag gegeben, weil die alte so vermodert war, dass der Prediger sich laut Bericht der Kreisbau-Inspektion "in ständiger Lebensgefahr" befand. Diese neue Kanzel wurde jedoch bereits ein Jahrzehnt später wieder aus dem Dom entfernt und in die Kapelle Sankt Pankratius auf dem Gügel bei Scheßlitz gebracht, wo sie heute noch steht. Die heutige Kanzel des Bamberger Doms entstand in den Jahren 1835 und 1836 im Zusammenhang mit der neuromanischen Ausstattung. Die Hochreliefs in den Arkaden zeigen Christus und die vier Evangelisten. Sie hat heute keine Funktion mehr, weil im Zweiten Vatikanischen Konzil die Kanzelpredigt abgeschafft wurde. Zeichen für die Verkündigung im Kirchenraum ist heute der Ambo im Westchor.
Die heutige Orgel wurde im Jahr 1976 in den nördlichen Obergaden angebracht. Die 1868 von einem Bamberger Orgelbauer eingerichtete Orgel war so mangelhaft, dass sie bereits fünf Jahre später umgebaut werden musste. Die neue Orgel war aber wegen ihres Klangs berühmt und verblieb bis 1940 im Dom, ehe sie ersetzt werden musste. Als erwiesen gilt, dass die mittelalterliche Orgel hoch über dem Mittelschiff angebracht war und damit an denselben Standort hatte wie die heutige. Für dieses "Schwalbennest" dürfte vor allem die akustisch gute Lage ausschlaggebend gewesen sein.
Die Disposition der Orgel umfasst vier Manuale und ein Pedal mit 77 klingenden Stimmen, dazu sind mehrere Spielhilfen vorhanden. Vier große Engel mit den Evangelistenzeichen begrenzen den Prospekt und symbolisieren den Chor der Engel, der die Frohe Botschaft verkündet. Bemerkenswert an der Orgel sind die Einbeziehung historischer Elemente (Uhr, Figuren, Stuck) und die Trompetería.
Jährlich finden etwa 40 Konzerte unter Beteiligung der Domorgel statt. Von Dezember 2004 bis Januar 2006 führte der Domorganist Markus Willinger in 16 Konzerten das gesamte umfangreiche Orgelwerk von Johann Sebastian Bach auf.
Das südliche Seitenschiff war wohl reine Verkehrsfläche. Von hier aus gelangte man sowohl in das Dormitorium des Domkapitelhauses als auch in den Kreuzgang, in die Gertrudenkapelle und in die Sepultur. Aus diesem Grunde gab es im südlichen Seitenschiff niemals Altäre. Vielmehr befanden sich zwischen dem südlichen Seitenschiff und dem Mittelschiff Gitter mit zwei Durchlässen vor dem Ost- und Westchor.
Der Kirchgattendorfer Altar stellt in fast lebensgroßen Skulpturen Maria im Strahlenkranz dar, umgeben von den Heiligen Katharina von Alexandrien mit Schwert und Barbara mit Kelch und Hostie. Die Innenseiten der Flügel sind mit Szenen aus dem Marienleben und der Kindheitsgeschichte Jesu verziert. Der Kirchgattendorfer ist eigentlich kein Altar mehr, da er heute nicht mehr zum Gottesdienst verwendet wird.
Da im Mittelschrein Kaiser Heinrich II. dargestellt ist, hat der Altar auch den Namen Heinrichsaltar.
Die Grabplatte des 1352 gestorbenen Bischofs Friedrich von Hohenlohe ist deshalb bemerkenswert, weil sie den Bischof nicht idealisiert darstellt, sondern als alten Mann, in dem Alter, in dem er gestorben ist. Diese Grabplatte wurde das Vorbild für eine ähnliche Darstellung des Bischofs Friedrich von Truhendingen.
Die Skulptur von Papst Clemens II. stammt vom gleichen Bildhauer, der auch den Bamberger Reiter gefertigt hat. Sie entstand zwischen 1225 und 1237 und wurde zusammen mit dem Papstgrab in Auftrag gegeben. Die Figur lag vermutlich bis 1650 auf Grab. Während der Barockisierung wurde das Grab demontiert und erhielt eine neue Deckplatte. Die: Skulptur ist gedacht, denn der Kopf ruht auf einem Kissen. Dem widersprechen jedoch die Falten der Gewänder. sowie die segnende Handhaltung.
Als im Jahr 1973, dem Jahr von Bambergs Tausendjahrfeier, die Grabstätten und das Ossuarium geräumt wurden, zählten die Archäologen alleine im Ossuarium die Anzahl von 1.056 Schädeln. Diese sterblichen Überreste wurden dann im Jahr 1982 im Kreuzgang beigesetzt.
Eine Besonderheit des Bamberger Doms ist, dass das Querschiff vor dem Westchor errichtet wurde und nicht, wie bei anderen Kirchenbauten des Hochmittelalters, vor dem Ostchor.
In der Mitte des Triptychons wird die Geburt Jesu dargestellt, wobei die Engel durch die Leidenswerkzeuge bereits auf die Passion hinweisen. Veit Stoß zeigte das Jesuskind auf dem weit ausgebreiteten Mantel Marias. Das Christuskind auf dem Kissen ist eine Ergänzung aus der Barockzeit. Hinter Maria steht der heilige Josef, während rechts Engel und Hirten hinzutreten. Der Erste hält eine Knickhalslaute im Arm und umgreift gleichzeitig eine Säule. Ein Engel in der Kleidung eines Diakons kniet frontal zum Betrachter, ein anderer hat eine Viola unter seinen Arm geklemmt. Auch er musiziert nicht, sondern hält ein Kreuz in den Händen. Die ursprünglich in Bildmitte konzipierte Säule wurde später nach links verschoben. Nach den Meditationes des Pseudo-Bonaventura, wird beschrieben, Maria habe ihr Kind an einer Säule angelehnt und ohne Schmerzen geboren. Die Säule soll aber auch als Hinweis auf die Passion, auf die Geißelung Christi vor Pontius Pilatus verstanden werden. Entsprechend verhält es sich mit den beiden Höhlen unterhalb der Säule. Nach Angabe des Pseudo-Matthäus gebar Maria ihr Kind in einer Höhle und verließ sie am dritten Tag, um ihr Kind im in die Krippe zu betten. Den Hintergrund bildet eine Landschaft mit Befestigungsanlagen und Häusern, die an die mittelalterliche Stadtbefestigung Nürnbergs erinnert.
Die beiden oberen Reliefs auf dem Außenflügel sind flacher und waren vermutlich für die Außenseite bestimmt. Sie stellen die Flucht nach Ägypten und die Geburt Marias dar. Die unteren Reliefs zeigen die Anbetung der Drei Könige und den zwölfjährigen Jesus im Tempel.
Der Altar sollte, wie es Veit Stoß vorgeschrieben hatte, nur an besonderen Festtagen aufgeklappt werden: Weihnachten, Epiphanias, Ostern und Pfingsten, zu Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Trinitatis, Allerheiligen und an den Marienfesten. Um eine Verschmutzung durch Ruß zu vermeiden, war außerdem vorgeschrieben, dass der Altar nur durch zwei Kerzen beleuchtet werden dürfe:
Auch gegen eine Bemalung wandte sich Veit Stoß und zwar weil Schnitzer und Bildhauer keine Mitglieder in der Zunft der Maler waren und deshalb ihre Werke nicht selbst bemalen durften. Die Fassmaler aber veränderten die Figuren durch einen dicken Kreidegrund und auch durch die Farbe. Außerdem wurden sie besser bezahlt als die Schnitzer und Bildhauer.
Historische Fotos zeigen, dass die Aufstellung der Figuren im Mittelschrein mehrfach verändert wurden. Anhand älterer Dübellöcher wurden in den Jahren 1933 und 1934 die Teile neu geordnet und damit der heutige Zustand geschaffen. Der Altar war ursprünglich nicht so dunkel wie er heute erscheint. Vielmehr waren Augen und Mund der Figuren farbig und das helle Lindenholz honiggelb lasiert. Im späten 19. Jahrhundert wurde der Altar jedoch mit einer dunkelbraunen Lasur überarbeitet.
Die Nagelkapelle wurde im Stil eines zisterziensischen Kapitelsaales noch vor der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet und diente dem Domkapitel als Grablege und bis etwa 1350 als Versammlungsraum. Die Bronzegrabplatten bedeckten immer mehr den Fußboden, bis sie schließlich im Jahr 1762 an den Wänden aufgestellt wurden. Sie zeigen das Abbild des Verstorbenen und eine Umschrift. Weil viele Domherren nur die Weihe zum Diakon erhalten hatten, halten diese im Gegensatz zu Priestern keinen Abendmahlskelch sondern ein Buch in ihren Händen.
Zur spätmittelalterlichen Ausstattung der Nagelkapelle gehört auch der Bartholomäus- beziehungsweise Apostelabschiedsaltar, dessen Retabel zeigt wie die Apostel bevor sie in alle Welt zogen, noch einmal zusammen kamen und ihre letzten Reisevorbereitungen trafen. Auf den seitlichen Tafeln verabschieden sich einige Apostel noch, während andere schon im Gehen begriffen sind. Ein anderer Apostel wird gezeigt, wie er aus seine Feldflasche trinkt.
Die Nagelkapelle dient seit der Restaurierung der 1990er Jahre als Kapelle für Werktagsgottesdienste und zum stillen Gebet. Deshalb ist sie auch nicht für Besichtigungen zugänglich.
Die Sakramentskapelle ist ein Relikt aus der Bauzeit des Doms und ist eigentlich nur die Überbauung eines Winkels. In dieser Kapelle wurde ursprünglich die heilige Gertrud von Nivelles verehrt. Dieses Patrozinium wurde später um den heiligen Johannes Nepomuk und den Evangelisten Johannes erweitert. Über dem Tabernakel ist ein Rosenkranzgemälde angebracht, das Lucas Cranach zugeschrieben wurde und um das Jahr 1520 entstand. Es ist eines der wenigen Kunstwerke im Dom, die aus der Zeit vor der Purifizierung erhalten geblieben sind und stammte vom ehemaligen Mauritiusaltar. Das Bild ist wie ein großes Rundfenster gestaltet, durch das sich der Blick zum Himmel öffnet: Um die Dreifaltigkeit sind symbolisch alle Heiligen dargestellt:
Das Tafelbild zeigt in einer Anspielung auf den Rosenkranz, von 50 weißen und fünf roten Rosenblüten umgeben, Christus am Kreuz, darüber die Taube des Heiligen Geistes und Gottvater. Neben Gottvater kniet auf einer Seite die Gottesmutter Maria, auf der anderen Seite kommt ein Engelchor. Am unteren Bildrand stehen links die geistlichen Stände, angeführt vom Papst, rechts die weltlichen Stände, angeführt vom Kaiser. Der Papst könnte Leo X. sein, der Kaiser Maximilian I..
Die Andreaskapelle ist den Heiligen Andreas, Wenzel und Sigismund geweiht. Letztere sind Heilige, die auch in Prag verehrt werden und zeigen die Verbundenheit mit dieser Stadt auf.
Die Abgelegenheit der Andreaskapelle führte dazu, dass die Fenster während der Barockisierung nicht ausgewechselt wurden, wodurch das Glasfenster aus dem 15. Jahrhundert unversehrt erhalten blieb. Diese Kapelle ist über einen kleinen Treppenhausanbau untergebracht und aus konservatorischen Gründen nicht allgemein zugänglich. Sie ist mit folgenden Motiven ausgemalt:
Bis zum Jahr 1805 gab es im Dom zwei von Domvikaren versehene Pfarreien, nämlich die Chorpfarrei für die Geistlichen des Domstifts und die Sankt-Veits-Pfarrei für die weltlichen Bewohner der Domburg. Zeichen für den Dom als Pfarrkirche sind die Taufstelle in der Krypta und die Beichtstühle. In der Barockzeit gab es keine Beichtstühle im Dom, weil der Dom keine Kirche für die Volksseelsorge war.
Diese (Haupt)-Funktion des Doms als Kirche wird von vielen Besuchern des Doms nicht genügend gewürdigt. In einem Zeitungsbericht zum 750. Domjubiläum im Jahr 1987 beschreibt der damalige Bamberger Weihbischof Werner Radspieler, welche Formen der Tourismus im Bamberger Dom annehmen kann:
Probleme machen der Dombauhütte die unterschiedlichen Sandsteinsorten, die am Dom verwendet wurden, denn am Dom sind alle gängigen Sandsteine des Bamberger Umlandes verbaut worden. Der härteste Sandstein kam aus dem Michelsberger Wald und dem Gebiet des Kreuzbergs. Dabei handelt es sich um Rhätsandstein mit kiesigem Material. Der weichste verwendete Stein ist Schilfsandstein oder Grüner Mainsandstein aus Sand am Main und Zeil am Main, der einen Quarzanteil von lediglich 40 bis 50 Prozent hat. Der Schilfsandstein wurde für die Ornamentik und für die großen Figuren verwendet. Die Verwitterung tritt aber nur in Verbindung mit Feuchtigkeit ein. So ist auch der Bamberger Reiter 750 Jahre lang völlig unversehrt erhalten geblieben, während die Figuren im Außenbereich schwerste Schäden aufweisen.
Verschlimmert wurde die Situation durch falsche Schutzmaßnahmen zum Beispiel am Fürstenportal. Dort wurden im Jahr 1953 mehrere Propheten-Apostel-Doppelfiguren zur Konservierung mit Kalksinterwasser. Die Anreicherung des Schilfsandsteins mit Kalzium führte zur Reaktion der Kalzium-Ionen mit dem Sulfatgehalt eindringender Feuchtigkeit des sauren Regens zu Gips. Im Jahr 1973 wurde ein neuer Versuch, einer Behandlung mit Kieselester unternommen, von der man sich bessere Resultate erhofft.
Der heutige Chor ist - wie die Regensburger Domspatzen - ein klassischer Knabenchor. Hauptaufgabe des Domchors ist musikalische Umrahmung feierlicher Gottesdienste. An hohen Festen des Kirchenjahres tritt der Domchor gemeinsam mit Musikern der Bamberger Symphoniker auf. Darüber hinaus geht der Domchor jährlich auf Konzerttournee, die ihn bis nach Übersee führen. Zurzeit hat der Domchor 80 Sänger, die erst nach einer ein- bis zweijährigen Vorbereitungsphase aufgenommen werden. Seit 1989 gibt es neben dem Knabenchor auch die Mädchenkantorei mit 140 Sängerinnen im Alter zwischen 8 und 19 Jahren. Die 1995 gegründete Domkantorei setzt sich überwiegend aus ehemaligen Sängerinnen und Sängern des Domchors und der Mädchenkantorei zusammen.
Auf dem Domkranz befinden sich außerdem die beiden Domkröten und die zwei östlichen Zugänge zum Dom, nämlich Adamspforte und Gnadenpforte.
Im alten Bistum Bamberg mussten die 34 Domherren nach dem Statut von 1398 adelig sein. Das Domkloster befand sich offenbar südlich der Kathedrale und bestand aus verschiedenen um einen Kreuzgang angeordneten Gebäuden. Die gemeinsame Wohnung des Domkapitels löste sich schon ab dem 12. Jahrhundert auf. Das gemeinschaftliche Vermögen wurde aufgeteilt. Damit verfügte jeder Domherr über ein eigenes Einkommen. Dann entband man Domherren der gemeinsamen Wohnpflicht, worauf diese im Areal des Dombergs eigene Domherrenhöfe bezogen.
Das Domkapitel ist ein Priesterkollegium, das zwei Aufgaben zu erfüllen hat: Es ist eine Gebetsgemeinschaft, die für den täglichen Gottesdienst verantwortlich ist und daneben den Bischof bei der Verwaltung und Leitung der Diözese unterstützt. Es ist eine selbstständige Gemeinschaft von Geistlichen, die zunehmend eigene Rechte gegenüber dem Bischof erlangte. In einer Kathedrale ist das Chorgestühl das sichtbare Zeichen für das Wirken des Domkapitels. Hier hat jedes Mitglied seinen Chorplatz, der vergleichbar ist mit dem Platz des Bischofs, der Kathedra. Im Bamberger Dom gibt es zwei Chorgestühle, jeweils eines im Ost- und im Westchor. Das Gestühl soll die notwendige Ordnung für das wechselseitige Beten des Chorgebetes bieten.
Ein Neubau des Domkapitelhauses wurde notwendig, weil gegen Ende des 17. Jahrhunderts das Kapitelhaus den gewachsenen Ansprüchen an Repräsentation nicht mehr genügte. Allerdings war die Finanzierungsfrage lange ungeklärt. Erst als ein Domherr testamentarisch den Betrag von 12.000 Rheinischen Gulden gestiftet hatte, beauftragte das Domkapitel Balthasar Neumann mit der Planung. Das Domkapitelhaus gehört zu den weniger bekannten Bauten des renommierten Barockbaumeisters. Der Zugang über das Hauptportal hatte wohl keine große Bedeutung, denn von hier wurden hauptsächlich die im Erdgeschoss eingerichtete Domschule sowie Verwaltungsräume erschlossen.
Das Gefälle des Platzes ergab sich erst als Folge der Niveauabsenkung des Domplatzes in den Jahren 1777 und 1778, die Treppenstufen zu den Portalen erforderlich machten. Diese Niveauabsenkung war erforderlich, um einen direkten Zugang zur Bamberger Innenstadt zu schaffen. Vorher war das Tor am so genannten "Torschuster" der einzige Zugang zum Domberg. Für die zwei neuen Zufahrten von Osten mussten zwei Domherrenkurien weichen. An ihrer Stelle bildet seither eine Mauer den Ostabschluss des Domplatzes.
Der Domplatz hieß bis zur Säkularisation Hofplatz oder Burgplatz. Lediglich der kleine Bereich vor dem Kapitelhaus wurde Domplatz genannt. Dann benannten die neuen bayerischen Herrscher das gesamte Areal zu Ehren der damaligen Königin Karoline in Karolinenplatz. Erst nach dem Ende der Monarchie bürgerte sich allmählich die Bezeichnung Domplatz ein und wurde im Jahr 1949 zum amtlichen Namen des Platzes.
Der Film versucht, was aus seiner Entstehungszeit heraus logisch ist, die Ideologie der Nationalsozialisten zu stützen. So stehen die Skulpturen des Doms nicht für historische Personen, sondern werden zum Bild des Deutschen stilisiert. Der Kommentartext, den der Küster im Film spricht, verdeutlicht dies bei der Beschreibung des Domreiters:
"Du Fremdester brichst noch als echter sproß
Zur guten kehr aus deines volkes flanke.
Zeigt dieser dom dich nicht: herab vom roß
Streitbar und stolz als königlicher franke!
bist du leibhaft in der kemenat
Gemeißelt - nicht mehr Waibling oder Welfe
Nur stiller künstler, der sein bestes tat.
Versonnen wartend bis der himmel helfe."
Zitiert aus: Fränkischer Tag, 8. Mai 1987
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