Baltimore * (USA) ist die größte Stadt im US-Bundesstaat Maryland. Sie hat 636.251 Einwohner (Stand: 1.Juli 2004) und ist einer der bedeutendsten Seehäfen in den Vereinigten Staaten.
In Baltimore befindet sich das Wohnhaus und Grab des Schriftstellers Edgar Allan Poe. Baltimore ist sowohl der Geburtsort des berühmten Baseballspielers Babe Ruth als auch der Inspirationsort für die amerikanische Nationalhymne. In der Stadt gibt es viele historische Gebäude und landesweit bekannte Denkmäler. Baltimore umfasst neben zwei großen Universitäten zahlreiche weitere Ausbildungseinrichtungen und das Lillie-Carroll-Jackson-Museum.
Geschichte
Situationsplan von Baltimore.jpg |
1729 wurde die Stadt gegründet und nach den Baronen Baltimore, den britischen Begründern der Maryland-Kolonie, benannt. Anfangs war die Stadt als Hafen für den
Tabakhandel angelegt worden. Rasch entwickelte sie sich dann zu einem Handelszentrum mit
Europa und der
Karibik. Als
Philadelphia 1777 von den Briten besetzt war, tagte der Kontinentalkongress in Baltimore. Im britisch-amerikanischen
Krieg von 1812 unternahmen die Briten den Versuch, die von Baltimore aus agierenden Freibeuter auszuschalten. Die daraus resultierende Schlacht im Jahr 1814, die am
Fort McHenry stattfand, inspirierte
Francis Scott Key dazu, die amerikanische Nationalhymne
The Star-Spangled Banner zu schreiben.
Am 28. Dezember 1827 wurde der Grundstein für die erste Eisenbahnlinie der USA, durch die Baltimore & Ohio Eisenbahngesellschaft in Baltimore gelegt und am 24. Mai 1830 feierlich eröffnet. Zunächst war sie jedoch nur als reine Pferdebahn ausgelegt. Jedoch schon am 31. Juli 1831 wurden nach einem Wettrennen zwischen der Lokomotive Tom Thumb und einem Pferd, alle Rösser ausgemustert und durch Dampfbetrieb ersetzt.
Durch diese gute Verbindung in den Mittleren Westen und durch die Einrichtung einer regelmäßigen Dampfschiffahrtsverbindung des Norddeutschen Lloyds von Bremerhaven nach Baltimore entwickelte sich der Hafen zum zweitgrößten Einwanderungshafen der USA nach New York.
1886 entwickelte der deutsche Einwanderer Ottmar Mergenthaler hier die Linotype-Setzmaschine.
1904 wurden bei einem Großfeuer weite Teile der Stadt eingeäschert; ein Mensch kam ums Leben. Der Sachschaden betrug rund 50 Millionen Dollar.
Wirtschaft und Bildung
Die
Schwerindustrie ist seit
1897 vorhanden, als das Sparrows-Point-Stahlwerk eröffnet wurde. Durch die beiden
Weltkriege wuchs die Industrie weiter beträchtlich an, speziell durch Stahlwerke und
Erdölraffinerien. Gelegen an der
Chesapeake Bay, ist die Stadt einer der größten Seehäfen der USA, Verkehrszentrum zwischen
Washington D.C. und
Philadelphia und unterhält den Baltimore-Washington International Airport (BWI).
Baltimore ist unter anderem Sitz von
Procter & Gamble und vielen anderen Firmen aus der Gesundheits- und Schönheitsindustrie sowie dem medizinisch-pharmazeutischen Bereich. Ebenfalls haben viele Forschungseinrichtungen, sowohl aus der Wirtschaft als auch staatliche
Labors, ihren Sitz in und um Baltimore.
Baltimore ist ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum in den USA. Die wirtschaftliche Tätigkeit ist auf Forschung und Entwicklung ausgerichtet, speziell auf Pharmazeutik, medizinischen Bedarf und medizinische Dienstleistungen. Außer privaten Laboratorien beherbergt die Stadt 61 Forschungslabors auf bundesstaatlicher Ebene. Die Stadt Baltimore hat etwa 636.000 Einwohner (Schätzung 2004), die Metropolregion Washington, D.C.-Baltimore hat etwa 7,6 Millionen Einwohner (Volkszählung 2000).
Die weltbekannte, besonders in der Medizin herausragende Johns-Hopkins-Universität befindet sich in Baltimore.
Gegenwärtige Probleme
Baltimore hat mit am stärksten unter den US-amerikanischen Großstädten mit Armut, Verwahrlosung, Drogenabhängigkeit und Stadtflucht zu kämpfen. Einige innere Stadtteile geben, wie in vielen Städten der Ostküste, ein schauriges Zeugnis urbanen Niederganges. So liegt Baltimore auch bei der Verbrechensrate in unrühmlich führender Position mit unter anderem knapp 300 Tötungsdelikten pro Jahr (siehe *).
Diese Problematik ist vielen us-amerikanischen Fernsehzuschauern durch die Serien „Homicide“ und „The Wire“ vertraut.
Sport
Baltimore ist die Heimat des
NFL-Teams
Baltimore Ravens.
Außerdem spielt im Baseball-Stadion
Camden Yards das
MLB-Team
Baltimore Orioles
Söhne und Töchter der Stadt
- John Donald Abney, US-amerikanischer Jazzpianist
- Lloyd Banks, Rapper
- Kate Josephine Bateman, US-amerikanische Schauspielerin
- John R. Bolton, US-amerikanischer Politiker und Diplomat
- Charles Joseph Bonaparte, Enkel von Jerome Bonaparte
- James Carter, US-amerikanischer Leichtathlet
- Tom Clancy, Schriftsteller
- Cass Elliot, Sängerin und Mitglied der Band The Mamas and the Papas
- Gordon R. England, Geschäftsmann und Politiker und gegenwärtig Marinestaatssekretär und stellvertretender Verteidigungsminister
- Bill Frisell, Jazzgitarrist
- James Gibbons, Erzbischof von Baltimore
- Philip Glass, Komponist
- Hilary Hahn, Geigerin
- David Hasselhoff, Sänger und Schauspieler
- Alger Hiss, als Spion verurteiler amerikanischer Jurist und US-Regierungsbeamter
- Johns Hopkins, Unternehmer und Philanthrop
- Thomas Jane, Schauspieler
- Charles Jencks, Architekt und Architekturtheoretiker
- Al Kaline, US-amerikanischer Baseballspieler
- Barry Levinson, US-amerikanischer Filmregisseur
- Morris Louis, US-amerikanischer Maler
- Thurgood Marshall, Richter am Obersten Gerichtshof
- Ottmar Mergenthaler, Erfinder der Linotype-Setzmaschine
- Barbara A. Mikulski, US-Senatorin
- Nancy Pelosi, US-amerikanische Politikerin
- Michael Phelps, Schwimmer
- Edgar Allan Poe, Dichter
- Jada Pinkett Smith, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin
- John Rawls, US-amerikanischer Philosoph
- Martin Rodbell, US-amerikanischer Biochemiker und Nobelpreisträger
- Mark Rolston, US-amerikanischer Film- und Theaterschauspieler
- Francis Peyton Rous, US-amerikanischer Pathologe und Nobelpeisträger
- George Herman Ruth, deutschstämmiger amerikanischer Baseballspieler
- Dwight Schultz, US-amerikanischer Schauspieler
- Lawrence Joseph Shehan, Erzbischof von Baltimore und ein Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- Pam Shriver, ehemalige Tennisspielerin
- Earl Simmons, US-amerikanischer Hip-Hop-Musiker mit dem Künstlernamen DMX (Dark Man X)
- Upton Sinclair, sozialkritischer Schriftsteller in verschiedenen Literaturgattungen
- Elmer Snowden, US-amerikanischer Banjospieler, Bandleader und Musikunternehmer
- Raymond A. Spruance, war während des Zweiten Weltkriegs im Pazifik Admiral der US-Navy
- James Francis Stafford, emeritierter Erzbischof von Denver und ein Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche
- Chester Thompson, amerikanischer Schlagzeuger
- Leon Uris, US-amerikanischer Schriftsteller
- John Waters, Regisseur
- Bernard Williams, US-amerikanischer Leichtathlet
- Edward Witten, US-amerikanischer Mathematiker und Physiker
- Frank Zappa, Musiker
Weblinks
- http://www.ci.baltimore.md.us (Engl.)
- http://www.baltimoretourism.com (Engl.)
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