Ballaststoffe (engl. fibers, frz. fibres) sind höhere Zuckerstoffe (Polysaccharide), welche vom menschlichen Organismus nicht verdaut werden können. Sie wurden daher lange Zeit von den Ernährungsphysiologen als Ballast bezeichnet, wovon sich dann ihr Name ableitete. Sie kommen in Getreide, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, aber auch in geringen Mengen in Milch vor.
Diese Stoffe können von den Verdauungsenzymen des Dünndarmes wenig oder nicht verdaut werden und "trainieren" bzw. verbessern die Verdauung.
Man unterscheidet lösliche und unlösliche Ballaststoffe. Cellulose, Hemicellulosen (die sogenannten Nahrungsfasern) und Pektine sind typische Ballaststoffe.
Dieser Umstand machte neugierig und regte zu neuen Untersuchungen an. Diese ergaben, dass die Bevölkerung vorwiegend pflanzliche Kost zu sich nahm. Als Grundnahrungsmittel wurde Hirse ausgemacht. Sonst stand viel Gemüse und kaum Fleisch auf dem Speiseplan. Man kam bei diesen Untersuchungen den Ballaststoffen und seine Auswirkungen auf dem menschlichen Organismus auf die Spur. Anfang der 1980er Jahre verbreitete sich das Wissen der positiven Eigenschaften von Ballaststoffen auch in Europa und gehört heute zu den Lehrinhalten der Ernährungswissenschaft.
Mit der Flüssigkeit binden Ballaststoffe auch Mikroorganismen, unerwünschte Keime und übermäßige Magensäure. Mit roher Weizenkleie oder Haferflocken kann Sodbrennen behandelt werden. Bei Darminfektionen bereinigen Ballaststoffe die Darmflora und fördern damit den Heilungsprozess. Da Ballaststoffe rau sind, fördern sie eine kräftige Ausbildung der Darmwände.
Durch den hohen Wassergehalt der Ballaststoffe wird der Speisebrei weicher, sorgt damit für einen ausreichenden "Füllungsdruck", der den Speisebrei weiterschiebt. Die Nahrung wird somit schneller transportiert und ausgeschieden, womit Krankheitserregern und Keimen weniger Zeit bleibt sich im Gewebe festzusetzen oder zu stoffwechseln. Unterstützt wird dieser Effekt durch die Förderung der natürlichen Bakterien, womit eine gesunde Darmflora gefördert wird. Fester Speisebrei drückt gegen die Darmwände und macht sie weich. Bei diesem „Ausleiern“ kommt es zur unerwünschten „Grübchenbildung“. Langfristig lagern sich hier Speisereste, Krankheiterreger und Keime ab, die zu Entzündungen und Krankheiten führen können. Ballaststoffreicher – weicher – Speisebrei wirkt dieser Entwicklung entgegen.
Manche Ballaststoffe können jedoch auch Blähungen verursachen, weshalb diese ballaststoffreichen Lebensmittel häufig von älteren Verbrauchern eher gemieden werden. Wesentlich besser verträglich sind daher die löslichen Ballaststoffe wie z. B. Pektine, Oligofructose und Dextrine, welche in Obst und Gemüse reichlich vorhanden sind.
Da sich verschiedene Studien widersprechen, muss hier vorsichtig gewertet werden. Zumindest kann ein prophylaktischer Effekt vermutet werden, weil Ballaststoffe mit der Darmflüssigkeit auch Krankheitskeime und Magensäure aufnehmen und ausscheiden. Auch die Verminderung der „Grübchenbildung“ verhindert, dass sich dort Nahrungsreste und Krankheitserreger ablagern. Magengeschwüre werden somit verhindert, die auch als Ursache für Magenkrebs beschrieben werden.
Man sollte diese Untersuchungen aber nur vorsichtig behandeln. Die Wirkung von Ballaststoffen, Umweltgiften und ungesunde Lebensweise bilden zusammen über das gesamte Leben Risiken. Daher sind zeitbegrenzte Untersuchungen schwer zu deuten.
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