Ballaigues ist eine politische Gemeinde im Distrikt Orbe des Kantons Waadt in der Schweiz.
Geographie
Ballaigues liegt auf 861 m ü. M., 3 km nordöstlich von
Vallorbe und 18 km westsüdwestlich der Stadt
Yverdon-les-Bains (Luftlinie). Das ehemalige Strassenzeilendorf erstreckt sich im Waadtländer
Jura am Südhang der
Suchet-Kette, hoch über dem eingeschnittenen Flusslauf der
Orbe.
Die Fläche des 9.0 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Waadtländer Juras. Die südwestliche Grenze verläuft entlang der Jougnena, die in die Orbe mündet. Die südliche Grenze bildet die Orbe, die hier entlang einer Verwerfung im System des Juragebirges im Lauf der Jahrmillionen ein tiefes Tal geschaffen hat. Von diesem Talsystem erstreckt sich der Gemeindeboden nach Norden über den Hang von Ballaigues bis auf die Antiklinale des Suchet, auf der mit 1244 m ü. M. der höchste Punkt der Gemeinde erreicht wird. Hier befinden sich ausgedehnte Jurahochweiden mit den typischen mächtigen Fichten, die entweder einzeln oder in Gruppen stehen. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 9 % auf Siedlungen, 49 % auf Wald und Gehölze, 41 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.
Zu Ballaigues gehören einige Einzelhöfe, die weit verstreut auf den Jurahöhen liegen. Nachbargemeinden von Ballaigues sind Vallorbe, Les Clées und Lignerolle im Kanton Waadt sowie Jougne im angrenzenden Frankreich.
Bevölkerung
Mit 897 Einwohnern (Ende 2005) gehört Ballaigues zu den kleineren Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 92.8 % französischsprachig, 2.5 % italienischsprachig und 2.2 % deutschsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Ballaigues belief sich
1850 auf 530 Einwohner,
1900 auf 717 Einwohner. Danach stieg sie bis
1941 auf 941 Einwohner an. Nach einem kleinen Rückgang in der Folgezeit blieb sie in den letzten Jahrzehnten stabil.
Wirtschaft
Ballaigues war bis Mitte des
19. Jahrhunderts ein hauptsächlich durch die
Landwirtschaft geprägtes Dorf. Bis ins
19. Jahrhundert profitierte der Ort vom Transitverkehr über den Pass von Jougne (später wurde der Hauptverkehr über Vallorbe abgewickelt) und vom Grenzhandel. Die industrielle Entwicklung von Ballaigues begann kurz vor
1800, als die Société des Forges du Creux gegründet wurde, die landwirtschaftliche Geräte (Sensen, später auch Maschinen) herstellte. Der Betrieb wurde
1956 eingestellt. Weitere bedeutende Industriezweige seit Ende des
19. Jahrhunderts waren die
Uhrenherstellung, eine Fotoapparatefabrik und die Produktion von zahnärztlichen Instrumenten. Zudem gibt es seit
1790 eine Weingrosshandlung. Die Landwirtschaft hat heute nur noch eine geringe Bedeutung und konzentriert sich auf
Viehzucht und
Milchwirtschaft.
Verkehr
Die Gemeinde ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse von
Orbe nach
Vallorbe oder über den Jougnepass nach
Pontarlier in Frankreich. Seit
1989, als die Autostrasse
A9 eröffnet wurde, ist der Ortskern von Ballaigues vom Transitverkehr entlastet. Die A9 verläuft unterhalb des Ortes mit mehreren Lehnenviadukten entlang des nördlichen Talhangs der Orbe. Durch den Postautokurs, der von Orbe nach Vallorbe verkehrt, ist Ballaigues an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte
1228 unter dem Namen
Ballevui;
1453 erschien die Bezeichnung
Bella Aqua. Demnach ist der Ortsname lateinischen Ursprungs und bedeutet
schönes Wasser. Während des
Mittelalters gehörte Ballaigues zur Herrschaft
Les Clées. Seit
1302 bildete es mit der Nachbargemeinde Lignerolle eine eigene kleine Herrschaft, die
1604 in die einzelnen Ortschaften aufgeteilt wurde. Mit der Eroberung der Waadt durch
Bern im Jahr
1536 kam das Dorf zur Landvogtei Yverdon. Nach dem Zusammenbruch des
Ancien régime gehörte Ballaigues von
1798 bis
1803 während der
Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der
Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. Es wurde
1798 dem Bezirk Orbe zugeteilt.
Sehenswürdigkeiten
Seit der ersten Nennung des Ortes besass Ballaigues eine Kirche. Der heutige Bau der reformierten Kirche Saint-Jean-Baptiste wurde
1711 an der Stelle der mittelalterlichen Kirche erstellt. Von der
Römerstrasse, die durch das Gemeindegebiet führte, sind im Wald westlich des Dorfes Überreste erhalten.
Weblinks
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