| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Balingen.png | Karte_balingen_in_deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Tübingen |
| Region: | Neckar-Alb |
| Landkreis: | Zollernalbkreis |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 519 m ü. NN |
| Fläche: | 90,34 km² |
| Einwohner: | 34.338 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 380 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 72301-72336 (alt: 7460) |
| Vorwahl: | 07433 |
| Kfz-Kennzeichen: | BL |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 17 002 |
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 12 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Färberstr. 2 72336 Balingen |
| Offizielle Website: | www.balingen.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Dr. Edmund Merkel (CDU) |
Grosselfingen, Bisingen, Albstadt, Meßstetten, Hausen am Tann, Dotternhausen, Dormettingen, Geislingen und Haigerloch.
Für die Stadtteile wurden insgesamt acht Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung eingerichtet, das heißt, diese haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Zahl der Mitglieder im Ortschaftsrat richtet sich nach der Einwohnerzahl der Ortschaft und liegt zwischen 7 und 13. In jedem der Ortschaften gibt es eine Ortschaftsverwaltung, quasi ein "Rathaus vor Ort", dessen Leiter der Ortsvorsteher ist. Die acht Ortschaften sind: Endingen, Engstlatt, Erzingen, Frommern (mit Dürrwangen und Stockenhausen), Ostdorf, Streichen, Weilstetten (mit Roßwangen) und Zillhausen. Heselwangen wird direkt von der Kernstadt Balingen aus verwaltet.
Zu einigen Stadtteilen gehören noch räumlich getrennten Wohnplätze mit eigenem Namen, die jedoch meist nur wenige Einwohner haben oder Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen sind zu nennen:
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Balingen Sitz eines Oberamtes, das ab 1810 zur Landvogtei am obern Neckar und ab 1818 zum Schwarzwaldkreis gehörte. Nach Feuersbrünsten von 1724 und 1809 wurde die Stadt mit regelmäßigem Grundriss neu erbaut. Die Bewohner betrieben seit dem 19. Jahrhundert hauptsächlich Trikotwebereien und waren in der Handschuh- und Schuhfabrikation tätig, andere betrieben auch Viehhandel.
1934 wurde das Oberamt Balingen in den Landkreis Balingen überführt, der bei der Kreisreform 1973 Bestandteil des neu gebildeten Zollernalbkreises wurde.
Durch die Eingliederung verschiedener Umlandgemeinden überschritt die Einwohnerzahl Balingens 1973 die Grenze von 20.000. Danach stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg dann mit Wirkung vom 1. Januar 1974 beschloss.
Dürrwangen wurde 1064 als Durniwach erstmals erwähnt. Ab 1306 sind Herren von Dürrwangen erwähnt. Die Oberhoheit und Ortsherrschaft war schon früh geteilt und kam an die Herren von Zollern und von Bubenhofen. Die Rechtsnachfolger derer von Bubenhofen waren die Herren von Stotzingen. Diese verkauften 1533 ihren Teil an Württemberg, dem der zollerische Teil Dürrwangens bereits seit 1403 gehörte.
Endingen wurde 793 als Eindinga erstmals erwähnt. Die ursprünglichen Ortsherren zogen schon um 1250 nach Rottweil. Im 14. Jahrhundert tauchen Söller von Endingen auf, deren längst abgegangene Burg in der Nähe der Kirche vermutet wird.
Engstlatt wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Ingislatt erstmals erwähnt. Seit dem 13. Jahrhundert gehörte der Ort zur Herrschaft Schalksburg und unterstand damit den Grafen von Zollern.
Erzingen wurde 1225 als Arcingin erstmals erwähnt. Vermutlich entstand der Ort aus zwei Siedlungen mit den Namen Erzingen und Böllingen. Bis 1396 sind Herren von Erzingen erwähnt, von diesen stammen wohl die Erzinger in Rottweil ab. 1944: zur Olschiefersuche mit KZ-Häftlingen vgl. #20._Jahrhundert
Frommern wurde 793 als Frumara erstmals erwähnt. Im 9. Jahrhundert gehörte der Ort zur Scherragrafschaft, die Oberhoheit lag jedoch spätestens seit dem 13. Jahrhundert bei der Herrschaft Schalksburg und unterstand damit den Grafen von Zollern. 1944: zur Olschiefersuche mit KZ-Häftlingen vgl. #20._Jahrhundert
Heselwangen wurde 793 als Hesiliuuane erstmals erwähnt. Da der Ort wohl schon von Anfang an auf Balinger Gemarkung lag teilte er die Geschicke der Stadt. Bis 1934 war Heselwangen eine selbständige Gemeinde im Amt bzw. Oberamt Balingen und wurde dann in die Stadt Balingen eingemeindet.
Ostdorf wurde um 1200 als Osdorf erstmals erwähnt. Ober die Ortsherren gelangte der Ort an die Herzöge von Teck und Anfang des 14. Jahrhunderts an Württemberg.
Roßwangen wurde 1094 als Rossiwane erstmals erwähnt. Über verschiedene kleinere Herrschaften gelangte der Ort an die Herren vonThierberg, dann über die von Bubenhofen an das Rittergut Dotternhausen. Dort verblieb es bis 1805 als es unter württembergische Herrschaft kam. Dort gehörte der Ort zunächst zum Oberamt Balingen, 1807 zum Oberamt Spaichingen und ab 1842 zum Oberamt Rottweil, bei dem es bis 1938 verblieb.
Stockenhausen wurde 1094 als Stokinhusen erstmals erwähnt. Über die Herren von Winzeln kam der Ort an das Kloster St. Gallen und schließlich an die Grafen von Zollern.
Streichen wurde um 1130 als Striche erstmals erwähnt. Es gibt jedoch Anzeichen, dass diese Erwähnung nicht mit dem heutigen Ort in Verbindung stehen. Der heutige Ort und das nicht mehr vorhandene Niederhofen dürften jüngere Siedlungen sein. Im 13. Jahrhundert gab es möglicherweise eine Burg und ein Adelsgeschlecht. Im 14. Jahrhundert gehörte der Ort zur Herrschaft Schalksburg der Grafen von Zollern.
Weilstetten bestand ursprünglich aus zwei Siedlungen. Waldstetten wurde 793 als Walahstetti, das benachbarte Weilheim 838 als Wilon erstmals erwähnt. Beide Orte gehörten zur Scherragrafschaft und gelangten schließlich an die Grafen von Zollern. Beide Dörfer waren bis 1936 selbständige Gemeinden, bis sie unter dem Namen Weilstetten (von Weilheim und Waldstetten) zu einer Gemeinde vereinigt wurden.
Zillhausen wurde 793 als Zillinhusir erstmals erwähnt. Vermutlich gab es auch hier eine Burg und einen Ortsadel, doch gelangte der Ort schließlich an die Herrschaft Schalksburg und damit an die Grafen von Zollern.
Bronnhaupten wurde 1140 als Brunnohoubiton erstmals erwähnt. Die Oberhoheit lag bei der Herrschaft Kallenberg, mit der die Siedlung 1381 an Österreich gelangte. Im 15. Jahrhundert war das Dorf verödet. Die Güter wurden vom Rittergut Geislingen erworben. Die Herrschaftsrecht wurden 1591 von den Truchsessen von Waldburg erworben. Ab 1598 war Bronnhaupten vorübergehend Herrschaftssitz. Im 17. Jahrhundert erwarb Württemberg alle Rechte. Ab 1703 war es Rentkammergut und unterstand der Verwaltung in Balingen. 1852 wurde es nach Erzingen eingegliedert.
Literatur:
Weblinks:
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken nach Balingen, später auch in die anderen evangelischen Stadtteile. 1899 konnte sich die Gemeinde ihre eigene Kirche Hl. Geist erbauen, die 1918 zur Pfarrei erhoben wurde. Zur Kirchengemeinde Balingen gehören auch die Katholiken der Stadtteile Engstlatt und Ostdorf, doch gibt es in Engstlatt seit 1966 eine eigene Kirche St. Johannes Apostel. In Frommern wurde 1965 die Kirche St. Paulus erbaut, die 1970 zur Pfarrei erhoben wurde. Zur dortigen Gemeinde gehören auch die Katholiken in Endingen, Stockenhausen, Streichen, Weilstetten und Zillhausen. Die Gemeindeglieder von Erzingen gehören zur Kirchengemeinde Dotternhausen. Die katholische Kirche in Roßwangen wurde 1948 unter Einbeziehung von Teilen der Vorgängerkirche von 1668 erbaut, doch ist dort bereits 1275 eine Kirche erwähnt, die den Heiligen St. Johannes Baptist und St. Dionysius geweiht war. Alle katholischen Kirchengemeinden im Stadtgebiet Balingens gehören heute zur Seelsorgeeinheit 3 des Dekanats Balingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Balingen auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche, Baptisten und die Gemeinde Gottes KdöR. Auch die Neuapostolische Kirche ist in Balingen vertreten.
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1622 | 1.932 |
| 1706 | 2.101 |
| 1745 | 2.461 |
| 1803 | 2.946 |
| 1823 | 3.049 |
| 1843 | 3.196 |
| 1855 | 2.878 |
| 1861 | 2.989 |
| 1. Dezember 1871 ¹ | 3.212 |
| 1. Dezember 1880 ¹ | 3.252 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 3.447 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 4.101 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 4.077 |
| Jahr | Einwohnerzahlen | ||
|---|---|---|---|
| 16. Juni 1933 ¹ | 4.973 | ||
| 17. Mai 1939 ¹ | 6.285 | ||
| 13. September 1950 ¹ | 8.242 | ||
| 6. Juni 1961 ¹ | 11.647 | ||
| 27. Mai 1970 ¹ | 14.216 | ||
| 31. Dezember 1975 | 29.310 | ||
| 31. Dezember 1980 | 29.738 | ||
| 27. Mai 1987 ¹ | 30.346 | |-31. Dezember 1990 | 31.738 |
| 31. Dezember 1995 | 33.624 | ||
| 31. Dezember 2000 | 33.700 | ||
| 30. Juni 2005 | 34.338 |
Seit 1935 wurde aus dem Stadtschultheiß der Bürgermeister, der seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1974 die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister trägt. Heute wird der Oberbürgermeister für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Stadtverwaltung. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung "Bürgermeister".
Die derzeitige Amtszeit von Edmund Merkel endet 2007.
Die Stadtoberhäupter von Balingen seit 1819:
Der gevierte Schild ist das alte Stadtsymbol, als Balingen noch zur Herrschaft der Zollern gehörte. Nachdem die Stadt württembergisch wurde fügte man deren Symbol, die Hirschstange in das Wappen ein. Die heutige Form des Wappens setzte sich ab 1535 allmählich durch. Die Flagge wurde 1922 angenommen. Auch die im Rahmen der Gemeindereform vergrößerte Stadt übernahm ihre alten Hoheitssymbole. Sie wurden am 18. Juni 1975 vom Innenministerium Baden-Württemberg neu verliehen.
Die spätgotische evangelische Stadtkirche beherbergt unter anderem das Grabmal Friedrichs von Zollern. (1880) Sie wurde im 15./16. Jahrhundert aus einer alten Kapelle St. Nikolaus erbaut. Älter ist jedoch die Friedshofskiche. Diese wurde bereits 1255 erwähnt und war Unserer Lieben Frau geweiht. Weitere Kirchen in der Kernstadt sind die katholische Heilig-Geist-Kirche von 1899 und das evangelische Gemeindezentrum Schmiden von 1968.
In den Stadtteilen gibt es folgende Kirchen: Evangelische Kirche Dürrwangen (erbaut 1912/14, nachdem die Vorgängerkirche nach einem Erdbeben abgebrochen werden musste), evangelische Kirche Endingen (spätgotischer Bau mit Turm von 1866), evangelische Kirche Engstlatt (gotischer Bau), katholische Kirche St. Johannes Engstlatt (1966), evangelische Kirche Erzingen (spätgotischer Chor mit Langhaus von 1833), evangelische Kirche Frommern (teilweise frühgotisch, Turm wohl aus dem 17. Jh.), katholische Kirche St. Paulus Frommern (1965), evangelische Kirche Heselwangen (erbaut 1830 als flachgedeckter Saalbau mit eingezogenem Turm), evangelische Kirche Ostdorf (gotischer Bau mit Langhaus von 1832), katholische Kirche Roßwangen (erbaut 1948 unter Einbeziehung von Teilen der Vorgängerkirche von 1668), evangelische Kirche Streichen (erbaut 1911, nachdem die Vorgängerkirche nach einem Erdbeben abgebrochen werden musste), evangelische Kirche Weilstetten (teilweise noch gotische Kirche mit Umbaumaßnahmen von 1934) und evangelische Kirche Zillhausen (erbaut 1838 anstelle einer älteren Vorgängerkirche).
Das alljährlich Ende Juni stattfindende Heavy Metal-Festival Bang Your Head auf dem Balinger Messegelände hat längst internationale Bekanntheit erreicht.
Durch Balingen führt die Zollernalbbahn, welche von Tübingen über Hechingen, Balingen, Albstadt und Sigmaringen bis nach Aulendorf verläuft. Eine weitere Bahnlinie verläuft in Richtung Schömberg (bei Balingen) (siehe Bahnstrecke Balingen–Rottweil). Balingen hat insgesamt sechs Bahnhöfe: Engstlatt, Balingen (Württ), Balingen-Süd, Frommern, Endingen, Erzingen
Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 331. Für die Stadt selbst gilt der Stadttarif 31.
Balingen ist Sitz auch des Kirchenbezirks Balingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanats Balingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Der Zollernalbkreis ist Träger der Beruflichen Schulen (Gewerbliche Schule) sowie der Schule für Sprachbehinderte mit Schulkindergarten Balingen und der Krankenpflegeschule der Kreisklinik Balingen.
Die private Abendrealschule, die Freie Waldorfschule Balingen und die Plettenbergschule für Physiotherapie und Massage Engstlatt runden das schulische Angebot Balingens ab.
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