Baldus de Ubaldis it. Baldo degli Ubaldi (* wahrscheinlich 2. Oktober 1327 in Perugia, † 28. April 1400 in Pavia) war ein italienischer Rechtsgelehrter und nach Bartolus de Saxoferrato der bedeutendste Vertreter der Kommentatorenschule.
Hinsichtlich des Geburtdatums des Baldus besteht Unsicherheit, meist wird jedoch das Jahr 1327 angenommen. Auch über sein Studium und den Beginn seiner akademischen Laufbahn ist wenig bekannt. Jedenfalls gehörte der berühmte Bartolus de Saxoferrato zu seinen Lehrern. Spätestens ab 1347 lehrte Baldus als Professor an den Universitäten von Pisa, Perugia, Padua und Pavia. Neben seiner Lehrtätigkeit war Baldus auch praktisch tätig. Er schrieb Gutachten (Konsilien) zu konkreten Rechtsfragen, wirkte als Rechtsanwalt, als Richter und als auswärtiger Gesandter seiner Heimatstadt Perugia.
Baldus starb im Jahr 1400 - angeblich an der Tollwut, die er sich durch einen Biss seines Schoßhundes zugezogen haben soll.
Zu den Schülern des Baldus gehörten Paulus de Castro und Petrus Belforte, der spätere Papst Gregor XI.
Außerdem verfaßte Baldus über 3000 Gutachten, von denen über 2500 in einer gedruckten Sammlung enthalten sind. Dazu treten zahlreiche Traktate zu Einzelfragen.
Baldus leistete wesentliche Beiträge zu den verschiedensten Rechtsgebieten, insbesondere zum Handelsrecht, aber auch zum Strafrecht und zu öffentlich-rechtlichen Fragen. Sein Einfluß auf die Entwicklung des Ius Commune ist erheblich. Die Werke des Baldus wurden häufig gedruckt und bis ins 19. Jahrhundert hinein verwendet.
Rechtswissenschaftler | Jurist im Mittelalter | Italiener | Mann | Geboren 1327 | Gestorben 1400
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