Trier Balduinbrunnen Balduin von Luxemburg.jpg Balduin von Luxemburg oder Balduin von Trier (* um 1285 in Luxemburg; † 21. Januar 1354 in Trier) aus dem Geschlecht der Luxemburger war von 1307 bis 1354 Erzbischof und Kurfürst von Trier, von 1328 bis 1336 Administrator des Erzbistums Mainz und von 1331 bis 1337 mit Unterbrechungen Administrator der Bistümer Worms und Speyer. Balduin war einer der einflussreichsten Reichsfürsten seiner Zeit und gilt als bedeutendster Kurfürst von Trier.
Balduin sollte sich zu einem der erfolgreichsten Politiker im Heiligen Römischen Reich des frühen 14. Jahrhunderts entwickeln. Durch geschickte Diplomatie setzte er 1308 die Wahl seines Bruders Heinrich zum römisch-deutschen König durch. Anschließend begleitete er ihn von 1310 bis 1313 auf seinem Zug nach Italien, wo Heinrich als erster deutscher König seit fast einem Jahrhundert zum Kaiser gekrönt wurde. Heinrich versuchte in Italien eine Politik der Erneuerung des Kaisertums zu betreiben, verstarb aber schon am 24. August 1313 an Malaria in der Nähe von Siena. Die Erlebnisse dieses Romzugs wurden später in der prachtvollen Bilderchronik "Kaiser Heinrichs Romfahrt" festgehalten.
Bei der anschließenden Königswahl von 1314 unterstützte Balduin Ludwig den Bayern. Später distanzierte er sich von ihm und verhalf schließlich 1346 seinem Großneffen Karl zur Wahl, obwohl das gegenseitige Verhältnis durchaus gespannt war. Dennoch war er bis zu seinem Tode die wichtigste Stütze Karls im Westen des Reiches.
Balduinbruecke.jpg Balduin war maßgeblich an der Entwicklung der Stadt Trier und der Umgebung beteiligt. Er ließ nicht nur die Balduinbrücke in Koblenz erbauen, sondern sehr wahrscheinlich geht auch die Sanierung der Römerbrücke in Trier auf seine Initiative zurück. Im kulturellen wie verwaltungstechnischen Bereich blühte das Erzbistum auf. Der Ort Balduinstein geht auf eine von ihm gegründete Burg zurück.
Vor allem wurde unter seiner Ägide die Machtstellung Kurtriers maßgeblich gestärkt. Es gelang ihm, das Territorium seines Kurstaates zu arrondieren und die Gebiete des oberen Erzstifts um Trier mit denen des unteren Erzstifts um Koblenz zu verbinden. Dabei scheute er auch vor kriegerischen Mitteln nicht zurück und ließ z.B. in der Eltzer Fehde, die an der Untermosel gelegene, Burg Eltz belagern. Dies rief den Widerstand der vom kurtrierischen Machtspruch bedrohten kleineren Adelsgeschlechter der Region hervor. 1328 etwa wurde Balduin von Loretta von Sponheim durch eine List auf die Starkenburg (Mosel) nach Traben-Trarbach gelockt. Erst nach der Zahlung eines Lösegeldes und Zugeständnissen an ihre Familie - unter anderem im Streit um das Kröver Reich - wurde er wieder freigelassen.
Ebenfalls im Jahr 1328 wurde Balduin vom Mainzer Domkapitel zum Erzbischof von Mainz postuliert, während der Papst Heinrich III. von Virneburg zum Mainzer Erzbischof ernannte. Trotzdem verwaltete Balduin das Mainzer Erzstift mit Unterstützung durch das Mainzer Domkapitel. Er gab seinen Anspruch erst 1336 nach einem Urteil der Kurie in Avignon auf und beendete so das Mainzer Schisma. Ähnlich wie in Mainz wurde Balduin ab 1331 auch zum Administrator der Bistümer Worms und Speyer und vereinte so vier Territorien zu einer bedeutenden Landesherrschaft. Ab 1337 beschränkte er sich allerdings wieder auf das Erzbistum Trier.
Balduin starb am 21. Januar 1354 in einer Zelle des Klosters der Karthäuser in Trier (es lag etwa da wo heute Hallenbad und Polizeipräsidium liegen - etwas südlich der Kaiserthermen, später ist das Kloster dann in den heutigen Ortsteil Karthaus von Konz umgezogen) und liegt heute im Westchor des Trierer Doms begraben. In Trier wurde am 18. Mai 1897 der Balduinbrunnen mit einer Statue Balduins am Schnittpunkt von Christophstraße und Balduinstraße aufgestellt.
Römisch-katholischer Bischof (14. Jh.) | Kurfürst (Trier) | Geboren 1285 | Gestorben 1354 | Mann
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