| Baldeggersee | |
|---|---|
| Baldeggersee mit Rigi.jpg Baldeggersee mit Rigi | |
| Daten | |
| Lage: | Zentralschweiz |
| BFS-Nr.: | 9157 |
| Fläche: | 5.2 km² |
| maximale Tiefe: | 66 m |
| Zuflüsse: | Ron |
| Abfluss: | Aabach |
| Höhe über Meer: | 463 m |
| Grössere Orte am Ufer: | Gelfingen |
| Besonderheiten: | künstliche Seebelüftung |
| Karte | |
| Karte_Baldeggersee.png | |
Baldeggersee mit Schloss Heidegg.jpg Das Einzugsgebiet des Baldeggersees beträgt 73 km² (inklusive Seefläche). Hauptzufluss ist der Ron, der am Südende des Sees mündet. Ferner führen einige kleine Bäche am Westhang des Lindenbergs ihr Wasser dem See zu. Weil alle Zuflüsse in der nahen Umgebung entspringen und deshalb nur wenig Wasser führen, dauert die Zeit des mittleren Wasseraufenthalts im See 5.5 Jahre. Der Abfluss bildet der Aabach, welcher den See an seinem Nordende verlässt und nach wenigen Kilometern in den Hallwilersee mündet. Die Ufer des Sees sind auf allen Seiten relativ flach. Einzige Gemeinde direkt am See ist Gelfingen; die beiden etwas grösseren Orte Hitzkirch und Hochdorf liegen etwas abseits vom See am Fuss des Lindenbergs.
Seine Entstehung verdankt der Baldeggersee dem eiszeitlichen Reussgletscher, der das heutige Seetal ausgeschliffen und übertieft hatte. Beim Rückzug des Gletschers blieb hier über längere Zeit ein sogenannter Toteiskörper liegen, der die Aufschüttung des übertieften Talbodens mit Flusssedimenten verhinderte.
Der Baldeggersee liegt in einem landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebiet. Dadurch war der See schon ab den 1920er-Jahren einer Belastung durch Überdüngung (Phosphor, Nitrate, Ammoniak) ausgesetzt. Des weiteren kamen die damals noch ungereinigten Abwässer aus Siedlungen und Industrie dazu. Dieses Problem konnte durch den Bau von Kanalisationsanlagen behoben werden. Hingegen wurde im Lauf des 20. Jahrhunderts der Nährstoffeintrag durch die Landwirtschaft immer grösser, was schliesslich zu rasantem Algenwachstum und damit einhergehend zur starken Abnahme des für das Seeökosystem essenziellen Sauerstoffs führte.
Eine Kombination von externen und seeinternen Massnahmen hatte ab 1980 das Ziel, die Wasserqualität zu verbessern. Einerseits wurden die Landwirte durch Aufklärungsarbeit und finanzielle Anreize durch Bund und Kanton dazu angehalten, die Nährstoffanreicherung im See durch ökologischeres Wirtschaften einzuschränken. Andererseits wird der Baldeggersee seit 1982 als weltweit erster See künstlich belüftet. Mit diesem künstlichen Sauerstoffeintrag konnte der Sauerstoffgehalt wieder nahezu auf die gesetzlich erforderlichen 4 mg Sauerstoff pro Liter Wasser angehoben werden. Im Winter wird mit Druckluft, die am Seeboden eingespeist wird, eine Zwangszirkulation des Wassers forciert. Der Phosphorgehalt des Sees liegt aber mit derzeit etwa 70 mg/m³ immer noch mehr als das Doppelte über dem zulässigen Wert.
See in der Schweiz | Luzern (Kanton) | Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung
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