Balancieren bedeutet, sich selbst oder einen Gegenstand unter dem Einfluss des Schwerefeldes im mechanischen Gleichgewicht zu halten.
Es bedeutet theoretisch, dass man
- im Stillstand den Körperschwerpunkt lotrecht über der Unterlage/Standfläche hält, bzw.
- in der Bewegung (labiles Gleichgewicht) das sogenannte Scheinlot - die Resultierende aus Schwerkraft und Fliehkraft - durch die Unterstützungsfläche gehen lässt.
Sport
Im Sport und bei Spielen geht es oft darum, in der Bewegung das Gleichgewicht auf einer nur schmalen Lauf- oder Unterstützungs-Fläche zu halten. Eine Hilfe dabei ist das Ausbreiten der Arme oder bei
Artisten eine
Balancierstange, Schirm oder Fächer, weil dadurch die Reaktion auf kleine Änderungen der Neigung genauer und schneller wird.
Disziplinen
Sportliche und
akrobatische Disziplinen, Geräte und Spiele, in denen das Balancieren ein wichtiges Element ist:
Anatomie
Die Hauptrolle spielen dabei das
Gleichgewichtsorgan (in beiden Innenohren) und der
Muskelsinn, meist in Verbindung mit dem Sehen: Dabei darf der Kopf nicht zu stark geneigt oder bewegt werden, um das Entstehen von
Schwindelgefühl zu vermeiden.
Mit Eigenversuchen lässt sich feststellen, dass die Genauigkeit, mit der wir die
Lotrichung feststellen können, etwa 1° beträgt - siehe auch
Sichtnavigation. Daher genügt schon eine Kraft von 1-3 Prozent des
Körpergewichts, um den Anfängen eines
Ungleichgewichts entgegenzuwirken.
Lastenbeförderung
Ähnlich funktioniert das Balancieren von Gegenständen auf den Schultern oder auf dem Kopf und wird durch eine passende Auflage erleichtert. Das Tragen schwerer Lasten auf dem Kopf - das in südlichen Ländern allgemein üblich, aber bei uns eher verpönt ist, stellt die für Muskeln und Rückgrat schonendste Art des Lasttragens oder des Wasserholens dar. Speziell die Frauen Afrikas und Indiens beherrschen diese Methode meisterhaft und können sich beim Balancieren frei bewegen und sogar bücken.
Siehe auch
Fortbewegung