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Die Bakterienruhr (syn.: Shigellose, Shigellendysenterie, Shigellenruhr) bezeichnet die von Shigellen, einer Bakterienart, ausgelöste Durchfallerkrankung. Die Bakterienruhr ist zu trennen von der Amöbenruhr, ausgelöst durch den Parasiten Entamoeba histolytica. Eine Meldepflicht besteht bei Verdacht, Erkrankung und Tod.

Symptome und Beschwerden


Die Bakterienruhr hat eine Inkubationszeit von 2-7 Tagen. Die Krankheit beginnt mit kollikartigen Bauchschmerzen und Diarrhö. Es kommt zu häufigen Stuhlentleerungen, die schmerzhaft sein können. Nach einigen Tagen tritt in der Regel die Genesung ein. Der große Flüssigkeits- und Elekrolytverlust stellt die größte Gefahr dar, durch den es zu Nierenversagen, Kreislaufkollaps, Krämpfen und Koma kommen kann. Nach Art des Stuhls unterscheidet man die weiße und die rote Ruhr. Bei der weißen Ruhr ist der Stuhl schleimig und hell, bei der roten Ruhr blutig. Als Krankheitsfolge kann es zum Reiter-Syndrom kommen. Nach überstandener Erkrankung scheiden die Person noch ca. 4 Wochen Erreger aus.

Ursachen


Die Ursache ist eine Infektion mit folgenden Arten von Bakterien:

Komplikationen


Bei schweren Verläufen kann es zu Komplikationen kommen, wie etwa Darmblutungen, Darmperforationen, Verlust von Wasser und Salzen (Elektrolyte) sowie die reaktive Arthritis.

Verbreitung


Die Bakterienruhr ist eine Erkrankung der Notzeiten, demzufolge tritt sie hauptsächlich bei einer geschwächten Immunabwehr auf. Heutige Fälle in Westeuropa tauchen entsprechend meist in Notquartieren auf. Der Mensch ist Erregerreservoir.

Die Infektion erfolgt fäkal-oral, insbesondere über infizierte Nahrungsmittel oder Trinkwasser. Dabei ist eine Infektionsdosis von unter 100 Bakterien ausreichend. Im Gegensatz zu den ähnlichen Salmonellen sind Shigellen säurestabil, werden also im Magen nicht abgetötet.

Vorbeugung und Behandlung


Die grundlegende Vorbeugung sind Hygienemaßnahmen wie etwa Sauberkeit bei der Trinkwasser- und Nahrungszubereitung, regelmäßige Händedesinfektion und Fäkalienbeseitigung.

Die Diagnostik wird anhand der klinischen Symptomatik gestellt. Der Erreger wird mittels einem Abstrich aus dem Enddarm nachgewiesen.

Die Therapie besteht aus einer Verbesserung der Immunabwehr des Patienten, Ersatz von Wasser und Elektrolyten sowie Antibiotika wie Chinolone oder Ampicillin intravenös. Da einige Shigellen durch R-Plasmide multiresistent sind, ist eine eventuelle Korrektur der Antibiotika nach Antibiogramm erforderlich. Bei krampfartigen Bauchschmerzen kann die Gabe eines Spasmolytikums wie N-Butylscopolamin sinnvoll sein. Obstipierende Mittel wie Loperamid unterdrücken zwar die Durchfälle, verzögern aber die Ausscheidung der Erreger aus dem Körper, sind deswegen höchstens kurzfristig einzusetzen.

Quellen


  • Herold: Innere Medizin, 2001

Infektionskrankheit | Meldepflichtige Krankheit | Shigellosis | Düsenteeria | Shigelosis | Shigella | Disenteria bacteriana | Punatauti

Weblinks


Robert-Koch-Institut: Shigellendysenterie

 

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