Die Bakterienruhr (syn.: Shigellose, Shigellendysenterie, Shigellenruhr) bezeichnet die von Shigellen, einer Bakterienart, ausgelöste Durchfallerkrankung. Die Bakterienruhr ist zu trennen von der Amöbenruhr, ausgelöst durch den Parasiten Entamoeba histolytica. Eine Meldepflicht besteht bei Verdacht, Erkrankung und Tod.
Die Infektion erfolgt fäkal-oral, insbesondere über infizierte Nahrungsmittel oder Trinkwasser. Dabei ist eine Infektionsdosis von unter 100 Bakterien ausreichend. Im Gegensatz zu den ähnlichen Salmonellen sind Shigellen säurestabil, werden also im Magen nicht abgetötet.
Die Diagnostik wird anhand der klinischen Symptomatik gestellt. Der Erreger wird mittels einem Abstrich aus dem Enddarm nachgewiesen.
Die Therapie besteht aus einer Verbesserung der Immunabwehr des Patienten, Ersatz von Wasser und Elektrolyten sowie Antibiotika wie Chinolone oder Ampicillin intravenös. Da einige Shigellen durch R-Plasmide multiresistent sind, ist eine eventuelle Korrektur der Antibiotika nach Antibiogramm erforderlich. Bei krampfartigen Bauchschmerzen kann die Gabe eines Spasmolytikums wie N-Butylscopolamin sinnvoll sein. Obstipierende Mittel wie Loperamid unterdrücken zwar die Durchfälle, verzögern aber die Ausscheidung der Erreger aus dem Körper, sind deswegen höchstens kurzfristig einzusetzen.
Infektionskrankheit | Meldepflichtige Krankheit | Shigellosis | Düsenteeria | Shigelosis | Shigella | Disenteria bacteriana | Punatauti
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"Bakterienruhr".
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