Die Gemeinde
Baiersbronn, flächenmäßig größte Gemeinde in der Bundesrepublik, ist eine Gemeinde im
Landkreis Freudenstadt in
Baden-Württemberg (
Deutschland).
Geografie
Geografische Lage
Das Gemeindegebiet von Baiersbronn erstreckt sich vom
Murgtal in 450 Meter über
NN bis zum
Schliffkopf in 1.055 Meter Höhe. Baiersbronn ist die höchstgelegene Gemeinde Deutschlands.
Gemeindegliederung
Zur Großgemeinde Baiersbronn gehören folgende Ortsteile (Beschreibungen siehe unten
Ortsteile):
- Baiersbronn-Friedrichstal
- Huzenbach - Erholungsort - Erlebnispfad „Flößer, Köhler, Waldgeister"
- Klosterreichenbach - Luftkurort - Erlebnispfad „Von Mönchen und Lehensbauern"
- Mitteltal - Luftkurort - Erlebnispfad „Quellen und Parzellen"
- Obertal - Buhlbach - Schliffkopf - Luft- und Heilklimatischer Kurort Premium Class
- Röt - Schönegründ - Erholungsort
- Schönmünzach - Schönmünz - Schwarzenberg - Luft- und Kneippkurort
- Tonbach - Luftkurort
Baiersbronn-1920.jpg
Geschichte
Baiersbronn wird
1292 erstmals urkundlich erwähnt. Eine erste Schule wird
1627 nachgewiesen. Aufgrund der sozialen Situation (Missernten, allgemeine Armut) wandern Mitte des
19. Jahrhunderts viele Baiersbronner nach Amerika aus. Durch den Anschluss an die
Murgtalbahn 1901 kommt es dann zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.
Religionen
Baiersbronn erhält
1430 seine erste Kirche.
1492 wird es eigenständiges Pfarramt, nachdem es zuvor kirchlich zu
Dornstetten gehört hat. Seit der
Reformation ist Baiersbronn
evangelisch geprägt, wobei das
Reichenbach erst
1595 dem neuen Glauben unterworfen wurde. Neben sechs evangelischen Kirchengemeinden gibt es aber seit Mitte des
20. Jahrhunderts auch wieder eine
römisch-katholische Gemeinde in der Gemeinde. Inzwischen wurden auch eine
evangelisch-methodistische, eine
neuapostolische und die freikirchliche
Christus-Gemeinde gegründet.
Eingemeindungen
- 1969: Röt-Schönengründ
- 1975: Klosterreichenbach, Huzenbach, Schönmünzach-Schwarzenberg
Einwohnerentwicklung
Ortsteile
Huzenbach
Huzenbach wird erstmals
1289 urkundlich erwähnt, als Pfalzgraf
Ludwig von Tübingen den Ort dem
Kloster Reichenbach schenkt. Huzenbach lebte über Jahrhundert vor allem von der Holzwirtschaft, so daß im Jahre
1800 ein Waldbrand, der große Teile des Waldes im Murgtal vernichtete, den Ort verarmen ließ. Trotzdem wurde Huzenbach, das bis dahin zu Schwarzenberg gehört hatte,
1810 selbständig.
Klosterreichenbach / Heselbach / Reichenbacher Höfe
Das
Kloster Reichenbach wird
1085 als Tochterkloster des
Kloster Hirsau von Bischof
Gebhard geweiht. Nach der Einführung der
Reformation werden der Prior und seine Mönche
1595 zur Flucht gezwungen und Reichenbach wird eine weltliche reformierte Gemeinde und Sitz des gleichnamigen
Klosteramtes.
1897 wird der Ort von Reichenbach in Klosterreichenbach umbenannt. Der Nachbarort Heselbach wird
1935 eingemeindet.
Röt-Schönengründ
Röt wird erstmals
1282 urkundlich erwähnt. Im dreißigjährigen Krieg wurde es von kaiserlichen Truppen besetzt und verwüstet.
1812 erfolgt ein weitere Zerstörung des Ortes durch eine Brandkatastrophe, die auch die Kirche nicht verschont. Ab
1890 begann mit der Industrialisierung (u.a. Sägewerke) der wirtschaftliche Aufschwung der Gemeinde.
Schwarzenberg, Schönmünzach, Schönmünz
Die Gründung des
Klosters Reichenbach führt
1085 auch zur ersten Erwähnung Schwarzenbergs, weil ein Gut im Ort dem neuen Kloster geschenkt wird.
Auf der Schwarzenberger Gemarkung Schönmünzach wurde
1773 eine Glashütte erbaut, die bis ins beginnende
20. Jahrhundert bestand. Der Dichter Wilhelm Hauff erhielt die Anregungen zu seinem Märchen "Der Holländer Michel" bei einem Besuch in Schwarzenberg. Seit
1953 ist Schönmünzach Kneippkurort.
Unter Schönmünz werden Zwickgabel, Leimiß, Vorder-, Mittel- und Hinterlangenbach zusammengefaßt. Der Langenbach ist seit ca. 1500 Jahren Grenzbach, zuerst zwischen Franken und Alamannen, später zwischen Baden und Württemberg.
Politik
Bürgermeister
Gemeinderat
Die
Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:
| CDU | 36,9 % | -0,7 | 11 Sitze | ±0
|
| SPD | 20,5 % | +2,1 | 6 Sitze | +1
|
| BUB | 20,4 % | +10,2 | 6 Sitze | +3
|
| FWG | 15,9 % | -11,0 | 5 Sitze | -3
|
| FDP/DVP | 6,3 % | -0,6 | 2 Sitze | ±0
|
Gemeindepartnerschaften
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Die Gemeinde liegt an der
Murgtalbahn (
Rastatt -
Freudenstadt), die bis
1924 als
Zahnradbahn betrieben wurde, und gehört der
Verkehrs-Gemeinschaft Landkreis Freudenstadt an. Auch die Linien S 31 und S 41 der Stadtbahn Karlsruhe verkehren auf der Murgtalbahn und halten in Baiersbronn.
Die Bundesstraße B 462 von Rastatt nach Rottweil schließt Baiersbronn an das überregionale Straßennetz an.
Die B500 (Schwarzwaldhochstraße) läuft im Westen größtenteils entlang der Gemeindegrenze und war früher ebenfalls die Grenze zwischen Württemberg und Baden.
Die kurvenreiche Verbindungsstraße zwischen Baiersbronn-Obertal und dem Ruhestein wurde am 21. Juli 1946 einmalig für eine Bergrenn-Veranstaltung genutzt (siehe Weblinks).
Gastronomie
- Das Hotel Sackmann in Schwarzenberg mit Chefkoch Jörg Sackmann trägt einen Michelin-Stern und drei Hauben (18 Punkte) im Gault-Millau.
- Im Mitteltal kocht Claus-Peter Lumpp im Hotel Bareiss. Er erhielt für seine Küche zwei Michelin-Sterne und drei Hauben (18 Punkte) im Gault-Millau.
- Im Ortsteil Tonbach betreibt Harald Wohlfahrt, die mit drei Sternen des Guide Michelin sowie vier Hauben (19,5 Punkte) im Gault-Millau ausgezeichnete Schwarzwaldstube im Hotel Traube.
Bildung
In Baiersbronn gibt es neben dem
Richard-von-Weizsäcker-Progymnasium mit der
Johannes-Gaiser-Schule im Hauptort eine
Real- und
Hauptschule mit
Werkrealschule, die
Grund- und Hauptschulen mit jeweiligiger Werkrealschule in Klosterreichenbach und Mitteltal sowie mit der
Wilhelm-Münster-Schule im Hauptort, der
Friedrich-Rupps-Schule in Schönmünzach und den Grundschule Obertal und Röt vier reine Grundschulen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
In Baiersbronn gibt es das Wilhelm-Hauff-Märchenmuseum, dem Verfasser des Kalten Herz, welches bis heute oft aufgeführt wird.
Bauwerke
Naturdenkmäler
Mit der
Alexanderschanze befindet sich ein Bodendenkmal, das auf die
1734 erbaute militärische Sicherungsanlage hinweist, in der Nähe von Baiersbronn.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Weblinks
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