| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Baienfurt.png | Karte_baienfurt_in_deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Tübingen |
| Landkreis: | Ravensburg |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 460 m ü. NN |
| Fläche: | 16,02 km² |
| Einwohner: | 7.296 (31. Dez. 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 455 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 12,5 % |
| Postleitzahl: | 88255 |
| Vorwahl: | 0751 |
| Kfz-Kennzeichen: | RV |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 36 011 |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Marktplatz 1 88255 Baienfurt |
| Website: | www.baienfurt.de |
| E-Mail-Adresse: | info@baienfurt.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Robert Wiedemann |
Durch Bodenfunde sind keltische Siedlungsspuren im Gemeindegebiet belegt. Aus der Hallstattepoche gibt es einen Grabhügel. Auf dem Gebiet der heutigen Teilorte Rain und Kickach gab es römische Landgüter.
Die Siedlung Baienfurt ist wahrscheinlich im 9. Jahrhundert entstanden. Der Name Baienfurt, in frühen Dokumenten auch Baier, Beierfurt oder Paigerfurt geschrieben, geht auf eine Furt durch die Wolfegger Ach zurück. Baien wird von baie, beige (= Öffnung) abgeleitet, andere Quellen nennen eine Herkunft von Bai (= Riedgras).
Wahrscheinlich vor 1090 unter Welf IV. erhielten die Herren von Waldburg den Ort als Lehen. 1143 wird der Ort Binningen erstmals als Eigentum des Klosters Weingarten urkundlich genannt, Kickach wird 1148 erstmals urkundlich erwähnt. 1278 wurde eine Blasiuskapelle in Briach errichtet. 1525 waren Baienfurt und seine Umgebung ein Schauplatz des Deutschen Bauernkriegs. Die Truchsessen von Waldburg hatten die Herrschaft bis 1587 inne, als sie die Landeshoheit in einem Vergleich der vorderösterreichischen Landvogtei Schwaben mit Sitz im benachbarten Altdorf (heute Weingarten) übertrugen. Baienfurt wurde Kameralort der Landvogtei, Grundbesitz hatten neben der Landvogtei aber auch die Klöster Weingarten und Baindt. 1806 wurde Baienfurt mit der Landvogtei Schwaben Teil des Königreichs Württemberg (Oberamt Ravensburg, Amt Um-Altdorf).
1826 wurde der Ort zusammen mit anderen Teilen des ehemaligen Amtes Um-Altdorf und der Siedlung um das Kloster Baindt zur Gemeinde Baindt vereinigt, deren Schultheissensitz Baienfurt war. Schon 22 Jahre später hatten die stetigen Bemühungen der Baienfurter um Selbständigkeit jedoch Erfolg, als die Gemeinde am 20. September 1848 zur selbständigen Schultheißerei ernannt wurde.
Mit der Entstehung einer Papierfabrik ab 1870 wurde das bis dahin bäuerlich geprägte Dorf Industriestandort und wuchs seither stetig.
1970-1977 wurde ein modernes Ortszentrum mit Rathaus, Gemeindehalle, Marktplatz und Hallenschwimmbad errichtet. Eine zunächst vorgesehene Fusionierung der Gemeinde mit Ravensburg, Weingarten und Baindt im Zuge der Gemeindereform 1975 kam wegen mangelnder Zustimmung der Bevölkerung im Schussental nicht zustande.
Wappenbeschreibung: In Grün eine goldene (gelbe) Weberkardel.
Von 1850 bis ca. 1918 wurden in Baienfurt Kardeln (Weberdisteln) angebaut. Kardeln dienten zum Aufrauhen von Leinentuchen und wurden bei einem eigenen Kardelnmarkt in Baienfurt verkauft, der durch das Aushängen von blau-weißen Fahnen angekündigt wurde. Der Kardel wurde im Juli 2000 auf dem Platz vor der evangelischen Kirche ein bronzenes Denkmal gesetzt.
Neben wenigen landwirtschaftliche Betrieben (mit Dauergrünland, Ackerland und Obstbau) und Forstwirtschaft (etwa 20% der Gemeindefläche sind Waldgebiet) ist der Ort weitgehend von Industrie, Handwerk und Handel geprägt. Schon im 13. Jahrhundert wurden an der Wolfegger Aach drei Mühlen betrieben. Im 19. Jahrhundert war der Fluss Grundlage für die Entstehung einer Papierfabrik (1870-1873), die heute zur finnisch-schwedischen Stora Enso-Gruppe gehört. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden außerdem eine Zigarrenfabrik und eine Eisen- und Metallgießerei.
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