Der Bahnhof Hamburg-Altona (bis 1938: Altona Hauptbahnhof, umgangssprachlich: Altonaer Bahnhof) ist ein Kopfbahnhof der Eisenbahn in Hamburg. Er ist ein bedeutender Knotenpunkt für den Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr. Mit täglich bis zu 100.000 Reisenden zählt er zu den großen Bahnhöfen der Bundesrepublik.
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Der erste Bahnhof der holsteinischen Stadt Altona/Elbe wurde 1844 als südlicher Endpunkt der König Christian VIII. Ostseebahn nach Kiel am westlichen Stadtrand oberhalb des steilen Abhangs zur Elbe (Altonaer Balkon) errichtet. 1866 wurde der Bahnhof westlicher Endpunkt der Verbindungsbahn ins benachbarte Hamburg, und 1867 kam eine Vorortstrecke nach Blankenese hinzu.
Durch den in den 1880er Jahren zunehmenden Eisenbahnverkehr wurde eine Erweiterung des Bahnhofs nötig. Gleichzeitig war jedoch die Bebauung in Altona und Ottensen stark gewachsen, neben deren Grenze sich die Bahnanlagen befanden und zwischen denen sie eine trennende Schneise bildeten. Da eine Erweiterung des Bahnhofs am selben Ort unter diesen Umständen ungünstig gewesen wäre, sollte der Bahnhof nun etwa 500 m weiter nördlich neu errichtet werden, ungefähr an der Stelle, an der die drei zulaufenden Strecken zusammentrafen. Damit der Eisenbahnverkehr weiter laufen konnte, geschahen der Bau des neuen Bahnhofs und die Stilllegung des alten in mehreren Phasen von 1893 bis 1898.
Auf dem frei gewordenen Bahngelände zwischen altem und neuem Bahnhof wurde eine große Grünanlage mit seitlichen Hauptverkehrsstraßen, der heutige Platz der Republik, angelegt. An seinen Seiten wuchs in den folgenden Jahren mit zahlreichen repräsentativen Bauten (Eisenbahndirektion, Hotel Kaiserhof, Altonaer Museum, Stuhlmannbrunnen) eine großzügige neues Stadtachse. Den südlichen Abschluss des Platzes bildete das alte Bahnhofsgebäude im klassizistischen Stil. Es wurde durch einen Nordflügel ergänzt und der Sitz der Stadtverwaltung vom Rathaus nahe dem Nobistor in das nunmehr Neue Altonaer Rathaus verlegt. Das Gebäude ist heute Sitz des Bezirksamtes Altona.
Der Altonaer Hauptbahnhof wurde am 30. Januar 1898 eröffnet. Seine mehrschiffige Bahnhofshalle überspannte 11 Gleise, von denen die drei westlichen dem Vorort- und S-Bahn-Verkehr vorbehalten waren. Das repräsentative Empfangsgebäude aus massivem Backstein wurde im neuromanischen Gründerzeitstil errichtet. Mit seinen charakteristischen zwei Türmen zu beiden Seiten der Eingangshalle, Sinnbilder der Türme des Altonaer Stadtwappens, war das Bahnhofsgebäude, so lange es stand, ein beliebtes Altonaer Wahrzeichen.
Nachdem die preußische Stadt Altona 1938 durch das Groß-Hamburg-Gesetz an Hamburg angeschlossen worden war, wurde auch der Name des Altonaer Hauptbahnhofes in Hamburg-Altona geändert. Im 2. Weltkrieg wurde der Bahnhof schwer beschädigt, jedoch in den 1950er Jahren in gleicher Form wieder aufgebaut.
Im Zuge des Baues der City-S-Bahn, einer zweiten Verbindung der S-Bahn zum Hamburger Hauptbahnhof, entstand in den 1970er Jahren unter dem westlichen Teil des Bahnhofsgebäudes und des Bahnhofsvorplatzes eine neue viergleisige Tunnelstation. Unter dem Vorwand, das alte Bahnhofsgebäude könne den Erschütterungen beim Bau nicht standhalten, wurde es nach Errichtung des Tunnels und trotz massiven Widerspruchs in der Öffentlichkeit abgerissen. Es wird überliefert, dass die Maschinen des mit dem Abbruch beauftragten Unternehmens mit der stabilen Konstruktion des angeblich "einsturzgefährdeten" Gebäudes nicht zurecht kamen, worauf hin die Firma Konkurs anmelden musste.
Das Bahnhofsgebäude wurde ab 1979 durch einen zweistöckigen Flachbau aus grauen Betonfertigteilen ersetzt, an den sich zur südöstlichen Seite der doppelt so hohe quaderförmige Betonbau einer Kaufhof AG-Filiale anschloss. Dieser Baukomplex wird von der Öffentlichkeit oft als Kaufhaus mit Gleisanschluß verspottet. Für Ortsunkundige war es zuweilen schwierig, den Altonaer Bahnhof überhaupt zu finden, denn die Aufschriften: Bahnhof Hamburg-Altona befanden sich recht unauffällig an den Ecken des Kaufhausklotzes. Das Innere des eigentlichen Bahnhofsgebäudes wurde in den zweieinhalb Jahrzehnten seines Bestehens mehrmals renoviert, dabei wurde der Versuch unternommen, es durch helle Anstriche freundlicher zu gestalten.
Der Mieter des bisherigen Gebäudes, die Kaufhof AG hat diesen Standort Anfang der 2000er Jahre aufgegeben. Nachdem dort zunächst einige Discounter ihre Geschäftsräume einrichteten und das Gebäude ansonsten leerstand, wurde es bis ins Frühjahr 2006 umfangreich saniert, es entstanden Verkaufsräume für eine Unterhaltungselektronik- und für eine Lebensmittel-Discounter-Handelskette, ein Zeitschriftenladen, ein Schuhgeschäft, eine Drogerie und etwa ein halbes Dutzend Gastronomiebetriebe. Hinter dem Gebäude wurde neben den Gleisen ein Parkhaus errichtet.
Wegen seiner Eigenschaft als Kopfbahnhof bereitet der Eisenbahnbetrieb einige Probleme: Die Autoverladung für Reisezüge wird direkt über den Kopfbahnsteig abgewickelt, der gleichzeitig von Fahrgästen anderer Züge genutzt wird. Des weiteren endet etwa die Hälfte der Regionalzüge aus Schleswig-Holstein wegen des Engpasses Verbindungsbahn zwischen Altona und dem Hamburger Hauptbahnhof in Altona, und Reisende müssen teils mit der S-Bahn Richtung Hauptbahnhof weiterfahren. Der AKN beispielsweise wurde jüngst eine direkte Linie Kaltenkirchen - Eidelstedt - Holstenstraße - Hauptbahnhof durch den Besitzer des Schienenweges verweigert. Durch Verlagerung des Güterzugverkehrs auf eine sich seit 2005 im Ausbau befindliche Umgehungsstrecke könnten auch die Regionalzüge bis Hauptbahnhof durchfahren - der Altonaer Bahnhof verlöre damit jedoch einen Großteil seiner Passagiere und Altonas Stadtzentrum eine erhebliche Menge Kunden.
Seit Mitte der 1990er Jahre bestehen deshalb Überlegungen und Grobplanungen, den gesamten Bahnhof einige Kilometer weiter nördlich direkt an der Nord-Süd-Hauptstrecke (in Höhe des jetzigen S-Bahn-Haltepunkts Diebsteich) als Durchgangsbahnhof neu zu errichten. Dies hätte für den innerstädtischen Verkehr zudem den Vorteil, dass zwischen Stresemannstraße und Lessingtunnel eine weitere Ost-West-Straßenverbindung (etwa auf der Linie Harkortstieg/Kohlentwiete) angelegt werden könnte.
Zu den Betriebserleichtungen könnten erhebliche Verkaufserlöse für die frei werdenden Grundstücke in zentraler Lage Altonas hinzutreten; allerdings hat sich die privatisierte DB mit der Konversion nicht mehr benötigter Bahnflächen in diesem Bereich bisher mehr als schwer getan, wie sich an den Erweiterungsflächen für die Holsten-Brauerei und insbesondere dem Projekt "Kulturbahnhof" an der Harkortstraße Ende der 1990er gezeigt hat. In sofern tauchen entsprechende Überlegungen zwar alle Jahre wieder einmal in der Öffentlichkeit auf, ihre Realisierung steht aber bisher völlig in den Sternen.
Direkte Verbindungen bestehen zu den Städten nördlich von Hamburg, die Strecken in die anderen Richtungen berühren zunächst die Bahnhöfe Hamburg Dammtor und Hamburg Hauptbahnhof, nach Süden auch noch Hamburg-Harburg.
Hamburg-Altona ist neben München einer der beiden nördlichen und südlichen Haupt-Knotenpunkte für die drei Nord-Süd-Stränge des ICE-Netzes.
Der Fern- und Regionalverkehr wird an 4 Mittelbahnsteigen (Gleise 5-12) abgewickelt. Über die Prellböcke am Ende der Gleise hinweg können Autoreisezüge beladen werden, die Kraftfahrzeuge fahren dazu durch den östlichen Bahnhofseingang und über den Querbahnsteig.
Für den Verkehr der S-Bahn besteht seit 1979 eine separate Tunnelstation (Gleise 1-4) im südwestlichen Teil des Bahnhofs. Nördlich davon treten die Gleise neben den Fernbahnsteigen in einer Rampe ans Tageslicht, dahinter befinden sich umfangreiche Abstellanlagen sowie Überwerfungsbauwerke für die Verzweigung der Gleise in Richtung Blankenese, Elbgaustraße und Dammtor. Südlich der Bahnsteige liegt eine zweigleisige Kehranlage, hinter der sich der Tunnel der City-S-Bahn durch die Hamburger Innenstadt bis zum Hauptbahnhof fortsetzt.
Westlicher Bahnsteig - stadteinwärts Richtung Hamburg Hbf:
Östlicher Bahnsteig - Richtung stadtauswärts:
In beiden Richtungen sind zwischen den Zügen der S1 und S31 im Fahrplan bahnsteiggleiche Anschlüsse vorgesehen.
Vorleistungen für eine U-Bahn-Haltestelle: Bei der Konstruktion des Tiefbahnhofes wurde die künftige Errichtung einer darunter und quer dazu verlaufenden Haltestelle der Hamburger U-Bahn baulich berücksichtigt: in diesem Bereich liegt unter der Station eine feste Bodenplatte, ein so genannter "Hilfstunnel". Darunter könnte später einmal ein Tunnel errichtet werden, ohne den darüber hinweg gehenden S-Bahn-Verkehr zu beeinträchtigen. Auch wurde für die Zugangsanlagen zu der möglichen Station im S-Bahn-Bereich Platz gelassen: an der Wand zwischen den Treppen zum westlichen Bahnsteig sowie unterhalb der südlichen Treppenanlage (gegenüber vom Abfertigungshäuschen) könnten die Treppenanlagen zur U-Bahn-Station enden. Weitere Vorleistungen gibt es nicht, insbesondere keinen richtigen U-Bahn-Tunnel.
Ein ähnlicher Hilfstunnel (Bodenplatte) wurde auch unter der Autobahn A7 in Bahrenfeld errichtet.
Seit der Elektrifizierung der Hauptstrecke nach Kiel im Jahr 1995 werden die von dort kommenden Züge vielfach nach Hamburg Dammtor geleitet und enden nicht mehr in Altona. Viele von Süden kommenden Züge enden auch bereits in Dammtor und fahren von dort ins Bahnbetriebswerk Eidelstedt, ohne Altona zu berühren. Die Anzahl der in Hamburg-Altona beginnenden und endenden Fernzüge hat seitdem merklich abgenommen.
Derzeit wird bei der Deutschen Bahn AG und der Stadt Hamburg überlegt, den oberirdischen Teil des Bahnhofs Hamburg-Altona aufzugeben oder nur noch im Regionalverkehr anzufahren. Auf den derzeitigen ausgedehnten Gleisanlagen des ehemaligen Bahnbetriebswerkes unmittelbar nördlich des Bahnhofs könnte dann eine Mischnutzung aus Wohn- und Gewerbebebauung sowie Veranstaltungsflächen entstehen; eine Teilfläche hat bereits die Holsten-Brauerei AG erworben. Auch für eine gegenüber der jetzigen Untertunnelung oberirdisch verlaufende Straßenverbindung zwischen den angrenzenden Stadtteilen Ottensen und Altona-Nord liegt eine Grobplanung vor.
Bahnhof (Hamburg) | Hamburger S-Bahnhof | Bezirk Hamburg-Altona
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