Der Bahnhof Basel SNCF (auch Bâle SNCF, Französischer Bahnhof, seltener Elsässerbahnhof) ist einer der fünf Bahnhöfe auf dem Stadtgebiet von Basel in der Schweiz.
Der Bahnhof ist ein Gemeinschaftsbahnhof mit dem Bahnhof Basel SBB, ist diesem angegliedert, besitzt aber eine eigene Bahnsteighalle mit eigenen Gleisen und ist durch eine Zollschranke vom Bahnhof SBB getrennt.
In der Basler Regierung entbrannten heftige Debatten über die Frage, ob der Bahnhof innerhalb oder ausserhalb der Stadtbefestigung liegen sollte. Am 22. Januar 1841 entschloss sich dann der Grosse Rat von Basel, den Bahnhof "intra muros" (innerhalb der Mauern) zu bauen. Politische, religiöse und städtebauliche Argumente für und gegen eine solche Anlage waren in die Diskussionen geworfen worden, da Basel zu diesem Zeitpunkt noch eine befestigte Stadt war und es sich bei der Bahn StB um ein französisches Unternehmen handelte. Es folgten verschiedene Vorschläge für die Einführung der Bahn in die Stadt. Man entschloss sich, die Stadtmauer an der Schanzenstrasse abzubrechen und mit einem Neubau das Schällemätteli einzubeziehen, auf dessen Gelände der Bahnhof stehen sollte.
Am 12. Juni 1843 erhielt die Bahngesellschaft auf Grund des ausgearbeiteten Pflichtenheftes, das alle rechtlichen, finanziellen und baulichen Bestimmungen für den Bau der Bahnanlagen festlegte, die definitive Konzession. Nach § 3 hatte die Bahngesellschaft u. a. die Bahnlinie und Anlage zu bauen, inklusive einer Brücke über den neuen Stadtgraben und eines Tores mit einem eisernen Fallgatter in der Stadtmauer. § 9 legte zudem fest, dass die Behörden den erforderlichen Boden für den Stationsplatz unentgeltlich zur Verfügung stellten. Ein Jahr später, im 1844, befand sich die Elsässerbahn vor der Stadtmauer in einem provisorischen Bahnhof und 1845 hatte Basel als erste Schweizer Stadt Anschluss an das Verkehrsmittel Eisenbahn.
Nach § 22 des Pflichtenheftes musste die Bahngesellschaft das Tor durch eine Schildwache bewachen lassen, welche das Gitter vor Ankunft des ersten Zuges öffnete und am Abend nach Abfahrt des letzten Zuges wieder schloss. § 26 gab zudem den Basler Behörden das Recht, bei Krieg, Aufstand oder Seuchengefahr die Bahnlinie zu unterbrechen.
Zum Zweck der Zusammenführung musste die französische Linie ab dem heutigen Bahnhof Basel St. Johann bis zum neuen Standort des Bahnhofes verlängert werden. Die Linie folgte den heutigen Strassenzügen Kannenfeldstrasse/Steinenring und überwand kurz vor dem Bahnhof den Einschnitt der Birsig mit einem Viadukt.
Anfang 1859 begannen die Bauarbeiten am Bahnhof, welcher nebst dem Personenbahnhof, den gegen das Gundeldingerquartier versetzten Güterbahnhof mit Güterschuppen, zwei grosse Lagerhäuser mit Zufahrt von der Güterstrasse her und zwei Lokomotivremisen für die Schweizerische Centralbahn und die französische Ostbahn umfasste.
Am 4. Juni 1860 wurde der Gemeinschaftsbahnhof mit der Schweizerischen Centralbahn eröffnet. Er besass ein zentrales Aufnahmegebäude mit nördlicher Front gegen den neu geschaffenen Centralbahnplatz. Der Bahnhof hatte rechts und links Einsteigehallen mit je zwei Gleisen, nach Osten für die schweizerischen Züge und nach Westen für die französischen Züge.
Die Platzverhältnisse, vor allem im schweizerischen Bahnhofsteil, wurden mit dem steigenden Verkehr immer knapper wurde und der Zugsverkehr der Elsässerlinie führte zu immer längeren Barrierenschliessungen. Um die lästigen Bahnübergänge längs der Bahn zu eliminieren, beschloss der Bundesrat 1898/99 die Verlegung der Elsässerlinie in Tieflage und in einem weiten Bogen um die damalige Stadt zu führen, die Gleisanlage auf dem Bahnhofgelände um 2,7 Meter abzusenken und einen neuen Gemeinschaftsbahnhof zu bauen. Mitte 1902 konnte für den Neubau des Centralbahnhofes auf dem bereits abgesenkten, südlichen Geländeteil ein provisorischer Bahnhof eingerichtet werden und 1902/03 der alte Bahnhof abgebrochen werden.
Äusserlich fällt einem der mit Uhren versehene Turm ins Auge. Der Bahnhof ist intern durch einen Gang mit dem Bahnhof SBB verbunden, besitzt aber auch einen eigenen Eingang und ist durch eine Zollschranke vom Bahnhof SBB getrennt. Nach dem Passieren der Grenzkontrolle befindet sich der Reisende auf französischem Staatsgebiet und gelangt durch die Wartehalle auf die drei Bahnsteige mit den fünf Gleisen, welche durch eine Bahnsteighalle überspannt werden. Die Oberleitungen dieser Gleise haben die französischen Fahrstromspannung von 25.000 V 50 Hertz. Das Gleis 30, welches durchgehend zum Gleis 4 des Schweizer Bahnhofes ist, kann zwischen der französischen Fahrstromspannung und der schweizerischen von 15.000 Volt 16.7 Hertz umgeschaltet werden. Auf der südlichen Seite des Bahnhofes, jenseits von Abstellfeldern und Perrons des Bahnhofes SBB befindet sich eine Doppelspurlinie in tieferer Lage, welche den Rangierbahnhof Basel bzw. Muttenz mit der französischen Stammlinie verbindet und hauptsächlich durchgehenden Güterzügen dient.
Der Bahnhof hatte früher eine eigene Schalterhalle für die Billettausgabe nach Frankreich. Diese wurde aber von den SNCF aufgegeben und auf Selbstbedienung an Automaten umgestellt. Nach dem Passieren der Zollabfertigung macht der Bahnhof leider einen tristen, vergammelten Eindruck und es besteht keine Möglichkeit, etwas einzukaufen. Eine Verpflegungsstätte wurde schon vor Jahren aufgegeben und es steht nicht einmal ein Kiosk zur Verfügung.
siehe auch: Bahnhof Basel SBB, Basel Badischer Bahnhof | Basel Bahnhof (Schweiz) | Bahnhof (Frankreich)
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