BathingMachineDontBeAfraid.jpg Als Badebekleidung bezeichnet man Kleidungsstücke, die zum Schwimmen bzw. Baden entworfen und getragen werden.
Der Stoff besteht meistens aus Nylon, da er sich im Wasser und später beim Trocknen nicht verändern (z.B. einlaufen) darf. Zuvor war das Baden durch den in regelmäßigen Abständen getätigten Neukauf kostenintensiv. Nylon wurde erst ab 1937 hergestellt.
Badeschuhe, meist in Form von Sandalen, dienen einmal im Schwimmbad als Schutz vor Fußpilzerkrankungen, am steinigen Strand hingegen eher der Vorbeugung von Fußverletzungen. Hier werden sie oft auch während des Schwimmens anbehalten.
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts gab es in den Städten geschlossene Badeanstalten für Frauen. Gebadet wurde hier in der Unterkleidung: einem "Beinkleid", der Frühform der weiblichen Unterhose, einem Leibchen und mit Strümpfen. Um 1880 gab es erste "Badekleider" aus Perkal, Flanell oder Serge. Darunter wurde natürlich das "Beinkleid" getragen. Etwa 1900 wurden die Badekleider kürzer, außerdem waren schwarze Strümpfe in Mode. 1903 gab es dann die ersten Badeanzüge aus Woll- und Baumwolltrikot, eingeführt durch die amerikanische Schwimmerin Annette Kellermann. Diese Einteiler wurden jedoch erst in den 20er Jahren wirklich populär. In vielen Badenanstalten mussten die Frauen darüber jedoch noch einen Rock tragen, damit nicht zuviel Bein zu sehen war. Ab 1928 durfte beim Baden etwas mehr Haut gezeigt werden; in den USA gab es die ersten zweiteiligen Badeanzüge, bestehend aus Pumphose und hemdartigem Oberteil.
Schon 1926 waren bei einer Modenschau in Berlin Badeanzüge für Frauen gezeigt worden, die für damalige Verhältnisse sehr freizügig waren. Konservativen Kreisen war die neue Bademode allerdings ein Dorn im Auge, sie sah die Moral in Gefahr. Und so griff die Regierung 1932 mit dem so genannten Zwickelerlass ein, der festlegte, welche Teile des Körpers beim Baden zu verhüllen waren.
Typische Badebekleidung für Frauen des 20. Jahrhunderts ist ein Badeanzug (einteilig) oder seit den 1950er Jahren ein Bikini (zweiteilig). Statt Trikotstoff wurde nun Nylon verarbeitet. In der heutigen Zeit gibt es Badeanzüge und Bikinis nicht nur in den unterschiedlichsten Farben, sondern auch ihr Aussehen und die Form des Zuschnitts kann sehr variieren. Zudem gewinnt eine Bikiniart aus Brasilien bei Frauen, die ihre Figur betonen wollen, zunehmend an Beliebtheit: der String-Bikini. Hier wird die Hose durch einen Stringtanga ersetzt.
Badeanzüge sind am Urlaubsstrand unter nord- und mitteleuropäischen Frauen eher rückläufig, werden jedoch wegen des Vorteils, dass die Haut größtenteils verdeckt wird, unter Sonnenschutzgesichtspunkten auch teilweise wieder gerne getragen. Außerdem lässt sich damit die Figur formen. Ältere Frauen tragen den Anzug oft noch aus moralischen Gründen. Bei Schwimmwettbewerben werden spezielle Ganzkörperbadeanzüge bevorzugt, die eine bessere Wasserschlüpfrigkeit garantieren.
In den USA wurden in den 30er Jahren die ersten Badehosen mit Gürtel getragen. Mitte der 1950er Jahre wurden in den USA "Speedos", d.h. sehr kurze, eng anliegende Badehosen populär.
Vor allem Wettkampf- und Profischwimmer nutzen auch einteilige Ganzkörperbadeanzüge, die aufgrund ihrer glatten Oberfläche den Wasserwiderstand vermindern und damit die Schwimmgeschwindigkeit erhöhen können, was bei Wettbewerben den Sieg bedeuten kann. Diese Anzüge sind jedoch selten aus reinem Nylon, sondern beinhalten meistens auch den Kunststoff Neopren, da die Oberfläche bei diesem Stoff noch geringeren Widerstand ermöglicht.
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