Bad Mergentheim ist eine Stadt an der
Tauber im Nordosten
Baden-Württembergs, etwa 35 km südwestlich von Würzburg bzw. 56 km nordöstlich von Heilbronn. Vor der Bildung des Landes Baden-Württemberg war sie die nördlichste Stadt
Württembergs. Heute ist sie nach
Wertheim die zweitgrößte Stadt des
Main-Tauber-Kreises und ein
Mittelzentrum.
Seit 1926 trägt Mergentheim die Bezeichnung Bad. Seit dem 1. April 1975 ist Bad Mergentheim Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Assamstadt und Igersheim hat Bad Mergentheim eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Geografie
Bad Mergentheim liegt in einer Talweitung der
Tauber an der Einmündung des Wachbachs. Die Kernstadt liegt direkt an der Tauber, während ein Großteil der Stadtteile in Seitentälern liegt.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Bad Mergentheim. Sie werden im
Uhrzeigersinn beginnend im Westen genannt:
Assamstadt,
Boxberg,
Lauda-Königshofen,
Igersheim,
Weikersheim und
Niederstetten (alle
Main-Tauber-Kreis) sowie
Mulfingen und
Dörzbach (beide
Hohenlohekreis)
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Bad Mergentheims gliedert sich in die
Kernstadt und folgende 13
Stadtteile, die im Rahmen der
Gebietsreform der
1970er Jahre eingegliedert wurden und zu denen teilweise weitere
Wohnplätze mit eigenem Namen gehören (in Klammer die Einwohnerzahl am 31. März
2004):
Althausen (596), Apfelbach mit Apfelhof (351), Dainbach (373, einziger badischer Stadtteil), Edelfingen (1.357), Hachtel (357), Herbsthausen (195),
Löffelstelzen (1.000),
Markelsheim (1.986), Neunkirchen (790), Rengershausen (484), Rot mit Dörtel und Schönbühl (263), Stuppach mit Lustbronn und Lillstadt (683) und Wachbach (1.304).
Raumplanung
Bad Mergentheim bildet ein
Mittelzentrum innerhalb der
Region Heilbronn-Franken, in der
Heilbronn als
Oberzentrum ausgewiesen ist. Zum Mittelbereich Bad Mergentheim gehören noch die Gemeinden im Süden des Main-Tauber-Kreises, und zwar
Ahorn,
Assamstadt,
Boxberg,
Creglingen,
Igersheim,
Niederstetten und
Weikersheim.
Geschichte
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Mergentheim wurde
1058 als „Mergintaim“ erstmals urkundlich erwähnt.
1280 wurden der Siedlung die Zollrechte von Herzog Johann von Lothringen zuerkannt. Am 2. Juli
1340 wurde Mergentheim auf Bitten des
Deutschmeisters Wolfgang von Nellenburg durch Kaiser Ludwig den Bayern zur Stadt erhoben. Von
1526 bis
1809 war Mergentheim Hauptsitz des
Deutschen Ordens (Sitz des
Hochmeisters). Seit
1809 gehörte die Stadt zum Königreich
Württemberg. Im gleichen Jahr wurde Mergentheim Sitz eines
Oberamtes.
1826 wurden die Heilquellen wiederentdeckt, aufgrund derer Mergentheim zur Badestadt wurde.
1926 wurde Mergentheim das Prädikat
Bad verliehen.
1938 wurde das Oberamt Mergentheim in den Landkreis Mergentheim überführt.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Bad Mergentheim zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP). Die meisten von ihnen stammten aus Litauen.
Der Landkreis Bad Mergentheim bestand bis zur Kreisreform zum 1. Januar 1973, als der Bestandteil des neuen Main-Tauber-Kreises wurde. Dadurch verlor Bad Mergentheim seine Funktion als Kreisstadt zugunsten von Tauberbischofsheim.
Ab 1972 wurden im Zuge der Gemeindereform 13 bis dato selbstständige Gemeinden, teilweise mit weiteren zugehörigen Wohnplätzen, nach Bad Mergentheim eingemeindet. Infolgedessen überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Bad Mergentheim 1975 die Grenze von 20.000. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. April 1975 beschloss.
Religionen
Das Gebiet der Stadt Bad Mergentheim gehörte ursprünglich zum
Bistum Würzburg. Die
Reformation konnte sich zunächst nicht durchsetzen, doch wurde während der Schwedenzeit das
lutherische Bekenntnis eingeführt, als der katholische Pfarrer zum Protestantismus übertrat. Die Gottesdienste wurden zunächst in der St. Johannis-Kirche, dann in der Marienkirche abgehalten. Die katholischen Gottesdienste wurden in jener Zeit in der Schlosskirche gehalten. Nach Rückkehr des Hochmeisters von Stadion wurde die Stadt jedoch wieder fast vollständig rekatholisiert. Die Gemeinde gehörte zunächst noch zum Bistum Würzburg, wurde dann nach dem Übergang an Württemberg ab
1814 Teil des Generalvikariats Ellwangen, bevor sie
1821/
1827 der neu gegründeten Diözese Rottenburg (heute
Rottenburg-Stuttgart) zugeordnet wurde. Bad Mergentheim wurde Sitz eines
Dekanats. Die heutigen Pfarrgemeinden im Stadtgebiet gehören zu zwei Seelsorgeeinheiten. Zur Seelsorgeeinheit 1a gehören die Gemeinden St. Gumbert Apfelbach, St. Johann Baptist Bad Mergentheim mit Filialkapelle in Edelfingen, Zur heiligsten Dreifaltigkeit Löffelstelzen und St. Kilian Markelsheim, zur Seelsorgeeinheit 1b gehören die Gemeinden Maria Krönung Stuppach, St. Leonhard Rengershausen, Filialkirchengemeinde St. Pius Laibach, St. Georg Wachbach, St. Petrus und Paulus Rot und Filialkirchengemeinde Mariä Himmelfahrt Hachtel. Der ehemals badische Stadtteil Dainbach hat eine neugotische katholische Kapelle aus dem Jahr 1900. Die Gemeindeglieder gehören zur ebenfalls badischen Nachbarpfarrei Unterschüpf und damit zum
Erzbistum Freiburg. Die Stadtteile Althausen, Neunkirchen und Herbsthausen sind überwiegend evangelische Orte.
Nach dem Übergang an Württemberg gründete sich in Bad Mergentheim wieder eine protestantische Gemeinde, welche 1815 die Schlosskirche als Gottesdienstraum zuerkannt bekam. Einen eigenen Pfarrer erhielt die Gemeinde ab 1825. Die Gemeinde ist von Anfang an Glied der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Bad Mergentheim wurde seinerzeit zwar Sitz des Oberamtes, die kirchliche Verwaltung, das Dekanatamt, war und blieb jedoch in Weikersheim. Daher gehört die Kirchengemeinde Bad Mergentheim bis heute zum Kirchenbezirk Weikersheim. Neben der Kernstadtgemeinde Bad Mergentheim gibt es in den Stadtteilen Althausen, Edelfingen, Herbsthausen, Markelsheim, Neunkirchen und Wachbach jeweils eine eigene evangelische Kirchengemeinde bzw. Kirche. Letztere ist auch für Hachtel zuständig. Die evangelische Kirchengemeinde Dainbach gehört bis heute zur Evangelischen Landeskirche in Baden (Kirchenbezirk Boxberg).
Neben den beiden großen Kirchen sind in Bad Mergentheim auch freikirchliche Gemeinden vertreten, darunter eine Gemeinde der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten und die 1991 gegründete Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten). Auch eine neuapostolische Gemeinde ist in Bad Mergentheim ansässig. Des Weiteren gibt es ein Gemeinschaftshaus der Bahai und eine Altpietistische Gemeinschaft.
Eingemeindungen
Folgende Gemeinden wurden nach Bad Mergentheim eingegliedert. Soweit nicht anders angegeben gehörten alle zum
Landkreis Mergentheim:
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur
Hauptwohnsitze).
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¹ Volkszählungsergebnis
² Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Politik
Gemeinderat
Der
Gemeinderat der Stadt Bad Mergentheim hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni
2004 insgesamt 33 Mitglieder, die den Titel „Stadträtin/Stadtrat“ führen. Sie gehören folgenden Parteien an:
Bürgermeister
An der Spitze der Gemeinde stand ursprünglich der
Schultheiß. Nach der Stadterhebung trat an dessen Stelle der Oberamtsbürgermeister und der Unterbürgermeister.
1784 wurde die Stadtverwaltung umgebildet. Danach gab es ein Stadtgericht mit einem Stadtschultheißen als Vorsitzenden. Ihm standen 3 Assessoren zur Seite. Nach dem Übergang an Württemberg leitete der Stadtschultheiß, später der Bürgermeister die Stadtverwaltung. Seit
1. April 1975, als Bad Mergentheim
Große Kreisstadt wurde, trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung
Oberbürgermeister. Dieser wird von der wahlberechtigten Bevölkerung auf 8 Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des
Gemeinderats, welcher ebenfalls von der wahlberechtigten Bevölkerung auf 5 Jahre gewählt wird.
Schultheiße bzw. Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister (Liste noch unvollständig)
Wappen
Das
Wappen der Stadt Bad Mergentheim zeigt in Silber ein durchgehendes schwarzes Kreuz, belegt mit einem ledigen goldenen Kreuz, im goldenen Herzschild ein schwarzer Adler; in den Winkeln oben je ein sechsstrahliger, überzwercher roter Stern, unten je eine fünfblättrige rote Rose. Die Stadtflagge ist rot-weiß.
Das Stadtwappen ist schon viele hundert Jahre alt und wurde in der Blasonierung 1942 offiziell festgelegt. Es handelt sich um das Ordenskreuz, das vom Hochmeisterwappen abgeleitet ist. Die Sterne und Rosen sind Symbole Mariens, welche Patronin des Ordens ist. Die Stadtflagge wurde erst am 17. April 1967 durch das Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.
Städtepartnerschaften
Bad Mergentheim unterhält
Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
- Digne-les-Bains, Alpes-de-Haute-Provence, Frankreich, seit 24. Juni 1962
- Sainte-Marie-du-Mont, Basse-Normandie, Frankreich, seit 28. Mai 1967 (Partnerschaft mit dem 1975 eingemeindeten Stadtteil Edelfingen)
- Isawa, Japan - „Fahnenfreundschaft“, seit 26. Mai 1991
- Borgomanero, Novara, Italien, seit 10. September 2005
Wirtschaft und Infrastruktur
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Verkehr
Bad Mergentheim ist über die
Bundesautobahn 81 Stuttgart-
Würzburg (Anschlussstellen Boxberg oder Tauberbischofsheim) zu erreichen. Ferner führen die
Bundesstraßen
B 19 und
B 290 durch das Stadtgebiet. Der Bahnhof Bad Mergentheim liegt an der Eisenbahnlinie Wertheim - Lauda-Königshofen - Bad Mergentheim - Crailsheim. Den öffentlichen Personennahverkehr (
ÖPNV) bedienen mehrere Buslinien innerhalb der
Verkehrsgemeinschaft Main-Tauber.
Weinbau
Der Stadtteil Markelsheim ist ein renommierter Weinort im Taubertal und Sitz der Weingärtner Markelsheim eG.
Medien
In Bad Mergentheim erscheint als
Tageszeitung die
Tauber-Zeitung, eine Lokalausgabe der
Südwest-Presse. Eine weitere lokale Tageszeitung ist die
Ausgabe Bad Mergentheim der
Fränkischen Nachrichten aus
Tauberbischofsheim, die ihrerseits wiederum ihre überregionalen Seiten vom
Mannheimer Morgen beziehen.
Der Sender Radio Ton betreibt in Bad Mergentheim ein Zweit-Studio, das Lokalnachrichten liefert.
In der Nähe des Ortsteil Löffelstelzen (am Ketterwald) befindet sich bei 9°47'1" östliche Länge, 49°30'30" nördliche Breite ein Stahlbetonturm für die Abstrahlungen von Fernseh- und Hörfunkprogrammen im Bereich des Südwestrundfunks (SWR). Der Grundnetzsender versorgt hauptsächlich den Main-Tauber-Kreis sowie angrenzende Gebiete. Auf UKW werden mit 10 kW folgende Programme gesendet: SWR1 Baden-Württemberg (87,8 MHz), SWR2 (93,2 MHz), SWR3 (99,7 MHz), SWR4 Baden-Württemberg (105,5 MHz) sowie DASDING (100,5 MHz) mit 40 Watt und Radio Ton (103,5 MHz) mit 20 kW. Im DAB Frequenzblock 12B werden die landesweiten Programme von Digital Radio Südwest mit 8 kW gesendet.
Im TV sendet Das Erste auf Kanal 48 mit 100 kW.
Gericht, Behörden und Einrichtungen
Bad Mergentheim hat ein
Notariat und ein
Amtsgericht, das zum
Landgerichtsbezirk Ellwangen und
Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört. Ferner hat es eine Außenstelle des
Finanzamts Tauberbischofsheim und eine Außenstelle (Kfz-Zulassungsstelle) des Landratsamts Main-Tauber-Kreis.
Die Stadt ist auch Sitz des Dekanats Mergentheim des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Bildung
Seit
2002 verfügt Bad Mergentheim über eine eigene Business School, die Bad Mergentheim Business School, die als Außenstelle der
Berufsakademie Mosbach einen internationalen betriebswirtschaftlichen Studiengang anbietet. Ferner gibt es in Bad Mergentheim ein Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Grund- und Hauptschulen).
An allgemein bildenden Schulen besitzt Bad Mergentheim ein Gymnasium (Deutschorden-Gymnasium), eine Realschule (Kopernikus-Realschule), eine Förderschule (Lorenz-Fries-Schule), eine Hauptschule (Eduard-Mörike-Schule), eine Grund- und Hauptschule (Ottmar-Schönhuth-Schule Wachbach) sowie vier Grundschulen (Bad Mergentheim, Grundschule am Kirchberg Stuppach-Neunkirchen, Edelfingen und Markelsheim). Darüber hinaus gibt es eine Jugendmusikschule und eine Volkshochschule.
Ferner gibt es in Bad Mergentheim ein Berufliches Schulzentrum mit Gewerblicher, Kaufmännischer sowie Haus- und Landwirtschaftlicher Schule in Trägerschaft des Main-Tauber-Kreises.
Die katholische Grundschule St. Bernhardt, die katholische Mädchenrealschule St. Bernhard, die Abendrealschule Bad Mergentheim, das Kolping-Berufskolleg, die Staatlich anerkannte Fachschule für Physiotherapie des Kolping-Bildungswerks und die staatlich anerkannte Krankenpflege- und Kinderkrankenpflegeschule am Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim runden das schulische Angebot Bad Mergentheims ab.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Bad Mergentheim liegt an der „
Romantischen Straße“ im Herzen des „Lieblichen Taubertales“.
Siehe auch: Württemberg (Weinbaugebiet) und Württemberger Weinstraße.
Das Kulturforum bildet mit den Abteilungen des Stadtarchivs, der Stadtbücherei und dem Hof die ideale Basis für das kulturelle Leben Bad Mergentheims. Es ist Begegnungsstätte, Galerie, Konzertsaal und Bühne.
Theater
Im Kursaal Bad Mergentheim finden u. a. auch Theaterdarbietungen statt. In der Spielzeit 2004/05 gastiert dort die Württembergische Landesbühne.
Museen
Das 1996 eingerichtete Deutschordensmuseum im Deutschordensschloss zeigt die Geschichte des Deutschen Ordens, der hier seinen Hauptsitz hatte. In der Sammlung des Museums befindet sich auch die von Albrecht Duwe im Maßstab 1:50 rekonstrukturierte Burg Rehden aus dem Kulmerland.
Das Deutschmeistermuseum im ehemaligen Zeughaus zeigt die 300-jährige Deutschmeistertradition anhand von Uniformen, Wappen und historischen Dokumenten.
Das Museum Münsterschatz im ersten Stock über der Sakristei des Münsters St. Johannes Baptist zeigt liturgische Gefäße und Geräte von der Spätgotik bis zur Gegenwart.
Im Rathaus des Stadtteils Hachtel wurde die Ottmar-Mergenthaler-Gedenkstätte eingerichtet. Der Uhrmacher Ottmar Mergenthaler erfand 1886 die Linotype, die erste Zeilensetz-, Gieß- und Ablegemaschine von Schriftzeichen, die durch eine schreibmaschinenähnliche Tastatur bedient wird. Das Museum widmet sich dem Schaffen Mergenthalers.
In der Pfarrkirche des Stadtteils Stuppach befindet sich mit der Stuppacher Madonna von Matthias Grünewald aus dem Jahr 1519 eines der wichtigsten spätgotischen Gemälde Deutschlands.
Bauwerke
Sehenswürdigkeiten sind vor allem das Deutschordensschloss mit seiner Barockkirche, die Münsterkirche St. Johannes Baptist und das charakteristische Rathaus, welches als Wahrzeichen der Stadt gilt. Da die letzten Kriegszerstörungen im
Schmalkaldischen Krieg stattfanden, hat Bad Mergentheim sein mittelalterliches bis barockes Stadtbild bewahrt.
Berühmt ist auch die Stuppacher Madonna des Malers Matthias Grünewald, ein 1931 von Bad Mergentheim in die 1607 erbaute katholische Kirche Maria Krönung in Stuppach überführtes Gemälde.
Weitere Kirchen im Stadtgebiet sind:
Evangelische Kirchen
- Althausen, eine klassizistische Saalkirche mit spätgotischem Flügelaltar
- Dainbach, ein mittelalterlicher Bau mit barockem Langhaus von 1739
- Edelfingen, Kirche erbaut 1872 anstelle eines alten Vorgängerbaus
- Herbsthausen, eine mittelalterliche Kirche mit Chorturm von 160, welche 1703 und 1873 verändert wurde
- Markelsheim, ein Neubau von 1958 mit freistehendem Turm (die alte gotische Pfarrkirche auf dem Friedhof wurde abgebrochen)
- Neunkirchen, eine neuromanische Kirche von 1822/23 und Wachbach, eine romanische Chorturmkirche
Katholische Kirchen
- Apfelbach, St. Gumbert (erbaut 1775 später neu ausgestattet)
- Edelfingen (Kapelle von 1851/51 nach Kriegszerstörung wieder aufgebaut)
- Hachtel (Maria Himmelfahrt ab 1869 im neugotischen Stil erbaut und 1901 ausgemalt)
- Löffelstelzen (Zur Heiligsten Dreifaltigkeit, 1660 im frühbarocken Stil erbaut)
- Rengershausen (St. Leonhard erbaut 1792)
- Rot (St. Petrus und Paulus erbaut 1652/54)
- Wachbach (St. Georg erbaut 1906 im neuromanischen Stil)
Parks
Schlosspark, Kurpark und
Wildpark Bad Mergentheim.
Sport
Freizeitbad Solymar, drei Freibäder, Tennishalle, Indoor-Kartbahn, diverse Sportplätze und Vereine.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Volksfest
- Stadtfest
- Weinfest Markelsheim
- St. Georgs-Tag, ein Treffen der Deutschmeistervereine aus Österreich und Deutschland, das jährlich im Frühjahr stattfindet
- Internationaler Gesangswettbewerb der Wittenstein AG (September/Oktober)
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Bad Mergentheim hat folgenden Personen das
Ehrenbürgerrecht verliehen:
Söhne und Töchter der Stadt
- 1491: Lorenz Fries († 5. Dezember 1550), Geschichtsschreiber Ostfrankens und des Bauernkrieges.
- 1528: Johann Böhm († 1560), Deutschordenspriester und Schriftsteller.
- 12. Dezember 1641: Matthäus Zehender († 1697 in Bregenz), Maler.
- 11. Mai 1854: Ottmar Mergenthaler († 1899 in Baltimore), Erfinder der Linotype-Setzmaschine aus dem Stadtteil Hachtel.
- 7. Juli 1872: Hans Heinrich Ehrler († 14. Juni 1951 in Liebenau, heute Stadtteil von Waldenbuch bei Stuttgart), Schriftsteller ausgezeichnet mit dem Schillerpreis.
- 29. Oktober 1944: Barbara Stamm, Landtagsabgeordnete, ehemalige bayerische Gesundheitsministerin.
- 29. Juni 1955: Fritz Kuhn, Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Bundesvorsitzender der Grünen.
- 3. Mai 1956: Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, Politiker der CDU, seit April 2005 Minister und Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund.
Der Dichter Eduard Mörike lebte von 1844 bis 1851 in Bad Mergentheim.
Literatur
- Württembergisches Städtebuch; Band IV Teilband Baden-Württemberg Band 2 aus „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte“ - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1961
- Sanden, Ulrich von: „Ach hier, liegt die Welt so licht.“ Die Heilquellen von Bad Mergentheim; in: Kult-Bäder und Bäderkultur in Baden-Württemberg, hg. v. W. Niess, S. Lorenz, Filderstadt 2004. (ISBN 3-935129-16-5)
- Stefan Keppler: Literarische Regionalität und heimliche Literaturgeschichte. Zum Beispiel Hans Heinrich Ehrler Mergentheim - vom Kaiserreich in die innere Emigration. In: Suevica. Beiträge zur schwäbischen Literatur- und Geistesgeschichte 9 (2001/2002). Stuttgart 2004 *, S. 375-391.
- Deutscher Städteatlas; Band: I; 1 Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis - Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e. V. und mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, hrsg. von Heinz Stoob †, Wilfried Ehbrecht, Jürgen Lafrenz und Peter Johannek. Stadtmappe Bad Mergentheim, Autor: Heinz Stoob. ISBN 3-89115-301-5; Dortmund-Altenbeken, 1973.
Weblinks
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