| Wappen | Karte | bgcolor="#FFFFFF" | Wappen Bad Wimpfen.png | Karte_bad_wimpfen_in_deutschland.png | ||||||||||||||||||||||||
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| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Baden-Württemberg | bgcolor="#FFFFFF" | Regierungsbezirk: | Stuttgart | bgcolor="#FFFFFF" | Landkreis: | Heilbronn | bgcolor="#FFFFFF" | Geografische Lage: | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 169 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 19,38 km² | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 6.887 (31. Dezember 2004) | bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 355 Einwohner je km² | bgcolor="#FFFFFF" | Ausländeranteil: | 10,8 % | ||
| Postleitzahl: | 74206 | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 07063 | bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | HN | bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindeschlüssel: | 08 1 25 007 | bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Stadtverwaltung: | Rathaus 74206 Bad Wimpfen | bgcolor="#FFFFFF" | Offizielle Website: | www.badwimpfen.de | bgcolor="#FFFFFF" | |||||||||||
| Politik | bgcolor="#FFFFFF" | Bürgermeister: | Claus Brechter | |||||||||||||||||||||||||
| Lage der Stadt Bad Wimpfen im Landkreis Heilbronn | ||||||||||||||||||||||||||||
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Bad Wimpfen ist eine Kurstadt am Neckar im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg. Von 1803 bis 1945 war sie eine hessische Exklave, und ihre heutige staatsrechtliche Zugehörigkeit ist nicht endgültig geklärt.
Bad Wimpfen liegt am linken Ufer des Neckars nördlich von Heilbronn. Man unterscheidet zwei Teile, das ältere Wimpfen im Tal und das etwas westlich davon auf einem Hügel gelegene Wimpfen am Berg, wo sich seit dem Mittelalter das Stadtzentrum befindet. Zu Bad Wimpfen gehört auch der Teilort Hohenstadt.
Um 450 v. Chr. siedelten Kelten vom Stamm der Helvetier an Neckar, Kocher und Jagst im Raum Bad Wimpfen, auch die Neckarschwaben (Suebi Nicreti) werden von römischen Quellen nachgewiesen. Die Kelten gaben vermutlich den genannten Flüssen und der Siedlung Wimpfen ihre Namen. Wimpfen könnte nach dem deutsch-keltischen Wörterbuch von Obermüller (1872) eine keltische Wortschöpfung aus uimpe (umwallt) und bin (Berg) sein und in etwa Wall am Berg bedeuten.
Nach der Verlegung der Reichsgrenze zum Limes bei Jagsthausen unter Kaiser Antoninus Pius (138-161 n. Chr.), vermutlich im Jahre 159 n. Chr., verlor das Kastell seine militärische Bedeutung.
Umso bedeutender war das römische Wimpfen im Tal als zivile Stadt. Es wurde Hauptort eines römischen Verwaltungsbezirks namens Civitas Alisinensium und als eine von wenigen Römerstädten im heutigen Süddeutschland mit einer Stadtmauer und einem Graben geschützt. Die ummauerte Fläche betrug etwa 19 Hektar, damit gehörte Wimpfen zu den größten Römerstädten im heutigen Baden-Württemberg. Trotz dieser Bedeutung ist der lateinische Name von Wimpfen bis heute unbekannt. Außerdem bestand hier eine hölzerne Brücke über den Neckar, die erst im frühen Mittelalter durch Eisgang zerstört worden sein soll. Die Neckarbrücken bilden bis in die Gegenwart im dicht besiedelten Neckartal wichtige Verkehrsknotenpunkte.
Im 9. Jahrhundert n. Chr. gelangte Wimpfen in den Besitz der Bischöfe von Worms und wurde im Jahr 829 als Wimpina erstmals erwähnt. Zu dieser Zeit drangen die Ungarn in den Neckarraum vor und verwüsteten die meisten der dortigen Siedlungen, darunter auch Wimpfen. Im Rahmen des anschließenden Wiederaufbaus wurde auf den Ruinen der fränkischen Kirche ein größerer, Petrus als Patron des Bistums Worms gewidmeter Kirchenneubau errichtet. Über mehr als drei Jahrhunderte übten nun die dortigen Stiftsherren die geistliche Gerichtsbarkeit im mittleren und unteren Neckarraum zwischen Kirchheim und Heidelberg aus.
Im Jahr 1182 wird ein Aufenthalt Kaiser Friedrich Barbarossas in Wimpfen vermutet. Sein mittelalterliches, staufisches Reich wurde dezentral verwaltet. Die Staufer errichteten deswegen an vielen Orten ihres Reiches so genannte Kaiserpfalzen - große, bewehrte Burganlagen, in denen die Kaiser Hof hielten und Recht sprachen. Die Stauferpfalz in Wimpfen wurde auf dem zum Kraichgau ansteigenden Bergrücken oberhalb der Siedlung im Tal errichtet, wo sich zuvor nur eine unbedeutende kleinere Siedlung befunden hatte. Die Pfalz und die sie umgebende Siedlung wuchsen in der Folgezeit stark an, so dass das staufische Wimpfen am Berg rasch eine stärkere Bedeutung gewann, als die ungleich ältere Talstadt. Um das Jahr 1200 datieren die meisten der heute noch erhaltenen Bauten der Kaiserpfalz, so auch das Wahrzeichen der Stadt, der 58 Meter hohe Blaue Turm, der als westlicher Burgfried errichtet wurde und bis ins frühe 20. Jahrhundert als Wachturm diente.
Die Stauferpfalz in Wimpfen ist die größte erhaltene Kaiserpfalz nördlich der Alpen. Stauferkaiser Heinrich VI. hat nachweislich mindestens drei Mal in Wimpfen Hof gehalten, Friedrich II. mindestens acht Mal. Aus dem Jahr 1235 ist das historische Aufeinandertreffen von Kaiser Friedrich II. mit seinem aufrührerischen Sohn Heinrich VII. in Wimpfen überliefert. Ebenfalls noch im 13. Jahrhundert veranlasste Richard von Deidesheim den Umbau der Stiftskirche im Stil der damaligen Zeit, der Gotik. Zur gleichen Zeit wurde in der Stadt auch ein Dominikanerkloster gegründet sowie ein großes Spital errichtet.
Mit dem Niedergang des Stauferreiches ging um das Jahr 1300 der Stand Wimpfens als Freie Reichsstadt einher, infolgedessen sich zahlreiche Handwerker hier niederließen und auch das Bürgertum eine Blüte erlebte. Das Bürgertum setzte eine Ratsverfassung für die Stadt durch, die beispielhaft für zahlreiche umliegende Städte wurde. Zahlreiche Bauten der Stadt sind aus dieser Zeit erhalten.
Kaiser Friedrich III. verlieh der Stadt im Jahr 1487 das Recht, neben dem zu dieser Zeit bereits etwa 500 Jahre etablierten Talmarkt auch noch vor Weihnachten einen Markt, den damals so genannten Katharinenmarkt, abhalten zu dürfen. Auch die Tradition dieses Weihnachtsmarktes wird bis in die Gegenwart fortgeführt.
Wimpfen wurde im weiteren Verlauf des Krieges mehrfach geplündert, Häuser und Felder wurden abgebrannt, und Krankheiten und Seuchen rafften die Bevölkerung dahin. 1648, nach Ende des Krieges, war die Bevölkerung auf ein Zehntel des Vorkriegsstandes reduziert. Viele prächtige Bauten waren zerstört, und zur Sanierung bestehender Gebäude oder für Neubauten wurden in der Folgezeit Teile der früheren staufischen Burganlagen abgetragen.
An den verheerenden Folgen des Dreißigjährigen Krieges hatte die verwüstete Stadt noch über 150 Jahre zu leiden. Obwohl die Kelten im Neckarbecken schon in vorchristlicher Zeit Salz aus Sole gewonnen hatten, schlugen im frühen 18. Jahrhundert zunächst Versuche fehl, Salz in Salinen zu gewinnen. Es herrschte weiterhin bittere Armut. In dieser Zeit erfuhr Wimpfen finanzielle Unterstützung durch die Reichsstadt Nürnberg.
Aus dem Jahr 1783 wird von der Wimpfener Holzrevolution berichtet. Das Holz aus den umliegenden Wäldern stand den Bürgern bis dahin kostenlos zur Verfügung. Um die Stadtkasse aufzubessern, sollte hierauf nun eine Abgabe erhoben werden, die die ebenfalls verarmten Bürger nicht erbringen konnten. Die daraus resultierenden Unruhen konnten nur durch ein starkes Aufgebot an Ordnungskräften unterdrückt werden. Im Jahr 1802 verlor Wimpfen schließlich das Attribut der Freien Reichsstadt und wurde 1803 Hessen-Darmstadt als Exklave zugesprochen. Für Wimpfen ergab sich daraus eine äußerst komfortable Situation, da man sich 40 km jenseits der Grenze des Großherzogtums nahezu autonom verwalten konnte. Mit Gründung des Volksstaates Hessen 1919 wurde Bad Wimpfen Teil des Landkreises Heppenheim, welcher 1938 durch Zusammenlegung mit dem Landkreis Bensheim zum Kreis Bergstraße wurde.
Nachdem in den 1860er Jahren die Bahnstrecke von Heilbronn nach Heidelberg und damit der Wimpfener Bahnhof 1868 in Betrieb genommen wurde, erfuhr der Kurbetrieb einen großen Auftrieb. Bäder und Kureinrichtungen wurden nun kontinuierlich ausgebaut und führten zu einer neuerlichen wirtschaftlichen Blüte. Hierüber berichtet beispielsweise auch Mark Twain in den Schilderungen seiner Europareise im Jahr 1867. Am 26. April 1930 erhielt die Stadt den offiziellen Bädertitel.
Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt weitgehend unversehrt. Die Stadt bot durch ihre Unversehrtheit vielen Flüchtlingen Unterkunft, so bezogen im Jahr 1947 aus Grüssau vertriebene Benediktinermönche die frühere Ritterstiftskirche.
In der Bevölkerung, die sich teils traditionell Hessen, teils pragmatisch der nahen württembergischen Kreisstadt Heilbronn zugehörig fühlte, führte die Umgliederung zu Missmut, und auch das Land Hessen selbst verlangte die Rückgabe der Enklave. Daraufhin wurde am 29. April 1951 eine Volksabstimmung durchgeführt. In dieser sprachen sich nur 0.7% für den Verbleib im Landkreis Sinsheim aus, 41 % für die Rückkehr nach Hessen, aber 57 % für eine Umgliederung in den Landkreis Heilbronn. Letzteres wurde am 1. Mai 1952 vollzogen.
Hessen beharrte trotz dieses Ergebnisses auf dem Standpunkt, dass Bad Wimpfen weiter zu seinem Staatsgebiet gehöre, erklärte sich jedoch mit einer Verwaltung durch das inzwischen gegründete Baden-Württemberg einverstanden. Somit ist die staatsrechtliche Zugehörigkeit bis heute nicht endgültig geklärt. Bad Wimpfen ist aber de facto voll in die baden-württembergische Verwaltungs- und Rechtsordnung integriert, und eine Änderung der gegenwärtigen Situation wird von keiner Seite angestrebt.
In der katholischen Kirche gehört die Stadt aufgrund ihrer hessischen Vergangenheit noch heute als Exklave zum Gebiet des Bistums Mainz.
In der Gegenwart beeindruckt Bad Wimpfen gleichermaßen durch seine Kureinrichtungen, als auch durch seinen reichen Bestand an Bau- und Kunstdenkmälern aus zwei Jahrtausenden. Die historische Altstadt ist komplett denkmalgeschützt. Ein umfangreiches Sanierungsprogramm konnte ab 1976 zur Aufwertung der meisten historischen Gebäude beitragen. Seit der Rezession der 1990er-Jahre geht jedoch die weitere Sanierung von Bau- und Kunstdenkmälern zumeist nur noch auf private Initiative zurück.
Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.
Die Stadtfarben sind Rot-Weiß-Blau.
Der Adler war ursprünglich Zeichen der Wimpfener Abhängigkeit vom Reich zu Stauferzeiten, ab dem 14. Jahrhundert dann das Symbol der freien Reichsstadt. Der Schlüssel ist das Attribut des heiligen Petrus und als solcher die Wappenfigur des Bistums Worms. Er erinnert daran, dass die Staufer Wimpfen auf Wormser Grund erbaut hatten.
Im 19. Jahrhundert, nachdem Wimpfen hessisch geworden war, führte die Stadt ein anderes Wappen: in der vorderen Schildhälfte ein halber Adler, in der hinteren Schildhälfte der gekrönte hessische Löwe mit dem Wormser Schlüssel in den Pranken. Im 20. Jahrhundert wurde wieder das alte Wappen verwendet.
Westlich der Kaiserpfalz in der Nähe des Rathauses befindet sich der Wormser Hof, ein um 1250 entstandener Verwaltungsbau der Bischöfe von Worms mit Zehntscheuer und Wirtschaftsgebäuden.
Die evangelische Stadtkirche Bad Wimpfens wurde ab dem 13. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut und um 1520 als spätgotische Hallenkirche vollendet. Das Wohnhaus "Am Marktplatz 6" wurde im Jahr 1266 errichtet und gilt als das älteste erhaltene Fachwerkwohnhaus in Baden-Württemberg. In der gesamten Altstadt befinden sich darüber hinaus unzählige Gebäude mit Zierfachwerk aus dem 16. Jahrhundert. Das Bürgermeister-Elsässer-Haus unterhalb des Blauen Turms wurde 1717 erbaut und nachträglich mit einem Barock-Erker versehen.
Das Ritterstift St. Peter in Wimpfen im Tal, heute Sitz der Abtei Grüssau, geht vermutlich bis auf das 7. Jahrhundert zurück. Das jetzige Kirchengebäude wurde im 13. und 14. Jahrhundert erbaut. Neben der Kirche zeugen noch massive Stadtmauern mit Resten von Wehrgängen von der einstigen Bedeutung der Siedlung im Tal.
Außerhalb der früheren Befestigung von Wimpfen im Tal befindet sich noch die 1476 spätgotisch umgestaltete Cornelienkirche, die vermutlich im 14. Jahrhundert errichtet wurde.
Die Galerie der Stadt im Alten Spital und verschiedene private Galerien zeigen klassische und moderne Kunst.
Landkreis Heilbronn | Ort in Baden-Württemberg | Reichsstadt
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