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Bad Rodach ist eine Kleinstadt im bayrischen Oberfranken, Deutschland.
Geografie
Bad Rodach liegt im Norden Bayerns im Landkreis Coburg, unweit der Grenze zu Thüringen. Es befindet sich rund 16 km nordwestlich von Coburg zwischen den Langen Bergen im Osten und den Gleichbergen im Westen am Fluss Rodach.
Geschichte
Die Anfänge des Ortes, der im Frühmittelalter als "Radaha" oder "Rotaha" bezeichnet wurde, reichen zurück bis in die zweite Hälfte des
8. Jahrhunderts. Um
1300 wurde eine städtische Siedlung rund um den
Marktplatz gegründet, die
1386 mit einer
Stadtmauer umgeben wurde und
1425 die eigene Gerichtsbarkeit erhielt. Mit der
Reformation wird auch in Rodach die evangelische
Konfession eingeführt. Ab
1531 wird Rodach zur Landesfestung ausgebaut. Die Steine für den Festungsbau stammen aus dem nach 1550 abgebrochenen
Kloster Georgenberg.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1632 zerstört und brannte bis auf wenige Häuser nieder. 1634 wird die Stadt erneut durch kaiserliche Truppen geplündert und erlebte 1635 eine Hungersnot, bei der 808 Menschen starben. Die Stadt wurde jedoch wieder aufgebaut und im frühen 19. Jahrhundert entstanden die ersten Industriebetriebe. 1825 wurde die westliche Stadtmauer abgebrochen und zum Neubau der kurz zuvor abgebrannten Häuser am Marktplatz verwendet. Im Jahre 1857 wurden auch die restliche Stadtmauer, das Coburger Tor und der Torturm abgebrochen.
Am 1. Juli 1892 erhielt die Stadt eine Eisenbahnverbindung mit Coburg. 1911 wurde das städtische Elektrizitätswerk in Betrieb genommen. 1920 wird der gesamte Freistaat Coburg an Bayern angeschlossen. Im Eingliederungsvertrag wurde vereinbart, dass Rodach eine kreisfreie Stadt bleiben sollte. Erst am 1. April 1940 wurde die Stadt unter Missachtung des Eingliederungsvertrages in den Landkreis Coburg eingegliedert. Am 10. April 1945 eroberte die US-Armee nach einem Artilleriebeschuss die Stadt Rodach, die fortan zur amerikanischen Besatzungszone gehörte. Über 40 Jahre lang trennte die innerdeutsche Grenze die Stadt Rodach von ihrem Thüringer Hinterland.
Entwicklung zum Kurbad
Am
1. März 1972 wurde Nordbayerns wärmste Thermalquelle (34°) in 652 m Tiefe erschlossen und begründete die Entwicklung der Stadt zum Kurbad. Zur Nutzung dieser Thermalquelle wurde ab
1973 ein Thermal-Bewegungsbad erbaut und am
5. Juni 1976 eingeweiht.
1981 folgte die staatliche Anerkennung Rodachs als Erholungsort und
1999 die Anerkennung als "
Heilbad".
Am 18. November 1989 wurde die innerdeutsche Grenze endlich geöffnet und somit wurde auch die Straße zum Thüringer Nachbarort Adelhausen für den Durchgangsverkehr wieder freigegeben. In den 1990er Jahren entstanden der Kurpark (1989), das erweiterte Thermalbad (1996), ein Klinikum (1997) und ein Seniorenzentrum (1998). 1999 erfolgte die Namensänderung in Bad Rodach.
Religionen
Die Rodacher Stadtkirche St. Johannis wurde
1350 zur Pfarrkirche erhoben und gehört seit der
Reformation zur Evangelisch-lutherischen Kirche. Weitere
Evangelisch-lutherische Kirchen gibt es in den Ortsteilen Breitenau,
Elsa, Gauerstadt, Grattstadt, Heldritt, Oettingshausen und Roßfeld. Seit
1957 gibt es in Rodach auch eine
Römisch-katholische Kirche, heute gibt es außerdem noch eine
neuapostolische Kirche.
Politik
Stadtrat
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
- Waldbühne Heldritt mit 800 überdachten Zuschauerplätzen. Jährlich werden von Juli bis August ein Kinderstück und ein Lustspiel des Heimatvereins Heldritt aufgeführt, sowie eine Operette der Coburger Sommeroperette.
Bäder
- Waldbad Bad Rodach. Neben dem Thermalbad gibt es noch dieses idyllische, mitten im Rodacher Stadtwald natürlich angelegtes Freibad.
Museen
Musik
Der Rodacher Rückertkreis veranstaltet regelmäßig Konzerte und Vortragsveranstaltungen. Künstler wie
Siegfried Jerusalem und
Susanne Kessel sind regelmäßig Gäste in Bad Rodach.
Der Verein ist im Besitz eines Flügels der Firma
Steinway ,dadurch werden viele international bekannte Künstler nach Bad Rodach gelockt.
Bauwerke
Das
1748 errichtete fürstliche Jagdschloss des Herzogs Franz Josias wird seit
1982 als Haus des Gastes und als Heimatmuseum genutzt.
Parks
- Kurpark zwischen dem Thermalbad, der Kurklinik und dem Seniorenwohnheim. Er wurde 1989 angelegt.
- Park am Wallgraben und entlang der alten Stadtmauer. Mit sehr altem Baumbestand.
- Rückert Weg an der Stadtmauer, zu Ehren von Friedrich Rückerts angelegt. Entlang der Stadtmauer sind Bronzetafeln mit Gedichten des fränkischen Dichters angebracht.
Regelmäßige Veranstaltungen
Jeden 1. Donnerstag im Monat findet auf dem Marktplatz und entlang der Helburger Straße ein großer Krammarkt statt.
Immer am 2 Sonntag im Juli, findet die überregional bekannte Roesler-Boerse statt, die ihren Namen von der ehemaligen Feinsteingutfabrik Max Roesler herleitet. Das Thema dieser Börse ist Feinsteingut.
Jedes Jahr wird am zweiten Advent die Fränkische Weihnacht, der Weihnachstmarkt der Stadt, abgehalten.
Wirtschaft und Infrastruktur
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Die
Holz-,
Kunststoff- und
Spielwarenindustrie ist traditioneller Wirtschaftsschwerpunkt.Sie ist neben dem
Tourismus immer noch ein wichtiger Wirtschaftszweig.
Verkehr
Die bayerische Staatsstraße Nr. 2205 führt von Coburg nach Bad Rodach und zur Thüringer Landesgrenze.
Die Bahnlinie zwischen Bad Rodach und Coburg wird nach Stilllegungsplänen in den 1980er Jahren wieder regelmäßig im 2-Stunden-Takt befahren. Außerdem verkeht eine Buslinie von Coburg über Bad Rodach nach Hildburghausen.
Ansässige Unternehmen
- Habermaaß, Produktion von Schul und Kindergartenmöbeln und Holzspielzeug.
- Valeo, Herstellung von Klimasystemen.
- Firma Christian Hofmann GmbH, Fertigung beweglicher und unbeweglicher Figuren für Schausteller und Parks.(www.hofmann-figuren.de)
Bildung
Grundschule und Hauptschule sind vorhanden.
Persönlichkeiten
- 1814 verbrachte der Dichter Friedrich Rückert einige Tage in Rodach und schrieb sein Gedicht "Idylle Rodach".
- Kommerzienrat Max Roesler, jahrelang leitender Geschäftsführer der Wächtersbacher Keramikmanufanktur, machte sich 1894 in Bad Rodach mit über 60 Jahren selbständig und gründete einer der erfolgreichsten Feinsteingutfabriken der Neuzeit, durch den 1 Weltkrieg und persönlichen Schiksalsschlägen der Familie Roesler meldete 1933 die Firma Konkurs an und wurde von den Banken verwaltet, nach dem 2 Weltkrieg übernahm dann Siemens das Werk, mittlerweile gehört es dem französischen Konzern Valeo.
- Der Komponist Felix Draeseke (1835-1913), geboren in Coburg und aufgewachsen in Rodach. Sein Wohnhaus befindet sich hinter dem ehemaligen Jagschloss der Coburger Herzöge.
- Superintendent Christian Hohnbaum (1747-1825). Guter Freund von Friedrich Rückert, und Gastgeber während dessen Zeit in Rodach.
Literatur
- Irmhild Tschischka: In der Chronik der Bad Rodacher Stadtteile geblättert - ein Stück Bad Rodacher Stadtgeschichte, Bad Rodach, 2005
Weblinks
- http://www.heilbad-bad-rodach.de/ - private Webseite
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