Bad Oldesloe * ist die Kreisstadt des Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein (Deutschland).
Geschichte
Das Gebiet ist bereits in der
Steinzeit besiedelt gewesen. Hier gefundene Feuersteinwerkzeuge wurden auf die Zeit 6000-4500 v. Chr. datiert und sind unter dem Namen
Oldesloer Stufe bekannt.
Oldesloe wurde erstmals 1163 als "Tadeslo" erwähnt. Die Schauenburger Grafen entwickelten den Ort, der im deutsch-slawischen Grenzgebiet an einem Traveübergang liegt, zu einem wichtigen Umschlagplatz zwischen Lübeck und Hamburg. Bereits für 1175 ist eine Zollstation belegt. 1238 erhält Oldesloe das lübische Stadtrecht, 1370 von Graf Adolf VIII. das Marktrecht.
Im Jahr 1813 wurde ein modernes Kurbad (Sol-, Moor und Schwefelbad) in Betrieb genommen, die Verleihung des Titels "Bad" erfolgte jedoch erst im Jahr 1910, als der Umfang des Kurbetriebs schon fast wieder bedeutungslos war.
Mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1865 (Hamburg - Oldesloe - Lübeck) wird die bis dahin für diese Strecke bedeutsame Traveschifffahrt eingestellt.
Die 1907 eröffnete Bahnstrecke nach Elmshorn (über Barmstedt) wurde auf dem Streckenstück Ulzburg ↔ Blumendorf 1973 stillgelegt.
In den 1930er Jahren kämpfte Bürgermeister Friedrich Wilhelm Kieling vergeblich für eine Verlegung der Kreisverwaltung des Kreises Stormarn aus der kreisfreien Stadt Wandsbek nach Bad Oldesloe, was zu schweren Zerwürfnissen mit Landrat Constantin Bock von Wülfingen führte. Nach der Ausbombung der Verwaltung wurde die Verwaltung 1943 provisorisch von Wandsbek nach Bad Oldesloe verlegt. Seit 1949 befindet sich die Kreisverwaltung offiziell in Bad Oldesloe.
Geschichte der Stadtteile
Blumendorf
Das Bauerndorf
Blumendorf wurde erstmals
1314 urkundlich genannt. Später gehörte es zum Gut Fresenburg, das es
1635 an
Hans von Buchwald zu Schadehorn verkaufte. Dieser wandelte es in ein
Adliges Gut um.
1755 erbaute der damalige Gutsbesitzer
Jacob Levin von Plessen das heutige Herrenhaus mit Torhaus und Gartenanlage. Die Leibeigenschaft wurde
1795 durch den damaligen Gutsbesitzer
Nicolaus Graf von Luckner aufgehoben.
1889 kam der Gutsbezirk kommunalrechtlich zum
Amtsbezirk Fresenburg.
1907 erhielt Blumendorf eine Bahnstation an der
Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn. Seit Einstellung des Personenbetriebs
1973 findet auf dem Reststück Blumendorf ↔ Bad Oldesloe noch Güterverkehr statt.
1928 wurde der Gutsbezirk aufgelöst und nach Bad Oldesloe eingemeindet. Blumendorf hatte damals 307 Einwohner. Ab
1950 entstanden auf 149 Hektar Neusiedlungen für Flüchtlinge und Vertriebene aus dem deutschen Osten. In Jahren um 1958 wurde das Schloss als Krankenhaus genutzt.
Fresenburg
Fresenburg geht auf eine slawische Burg des
8. Jahrhunderts zurück. Urkundlich erwähnt wurde es aber erst
1263 als ein
Adliges Gut, zu dem neben den Höfen Alt- und Neufresenburg, Poggensee und Schadehorn auch die Dörfer Poppensee und Seefeld gehörten. Der
Gutsbesitzer Bartholomäus von Ahlefeld siedelte
1544 Mennoniten, die vor der religiösen Verfolgung in ihrer Heimat geflohen waren, in Schadehorn an. Auch
Menno Simons fand hier eine Heimat. Sein Wohnhaus, die
Mennokate, kann bis heute besichtigt werden.
1710 kaufte die Familie derer von Buchwaldt das Gut. Hugo von Buchwaldt baute
1791 das noch bestehende
Herrenhaus. Die
Leibeigenschaft wurde erst
1804 aufgehoben. Mit Einführung der preußischen Kommunalverfassung
1889 bildete der Gutsbezirk gemeinsam mit dem Gutsbezirk Blumendorf den
Amtsbezirk Fresenburg. Bei Auflösung der Gutsbezirke wurde Fresenburg
1928 nach Bad Oldesloe eingemeindet, es hatte damals 638 Einwohner. Während der Bodenreform nach dem zweiten Weltkrieg wurden große Teile des ehemaligen Gutsgeländes aufgesiedelt.
Religionen
In der ersten urkundlichen Erwähnung
1163 ist auch das Vorhandensein einer Kirche belegt.
1426 gehören bereits 34 Ortschaften zum Oldesloer
Kirchspiel. Seit
1525 gilt in Oldesloe die
Reformation lutherischer Ausgestaltung. Die
Täuferbewegung hat Mitte des
16. Jahrhunderts mit dem Zuzug von
Menno Simons großen Zulauf. Im
18. Jahrhundert gibt es kurzfristig eine
Herrnhuter Brüdergemeinde in Oldesloe.
Politik
Bürgermeister
- 1932 - 1945 Friedrich Wilhelm Kieling
- 1947 - 1950 Gustav Masuth
- 1950 - 1968 Hermann Barth
- 1968 - 1986 Gottfried Baethge
- 1986 - 1990 Ulrich Gudat
- 1990 - 1998 Gerd M. Achterberg (SPD)
- 1998 - 2004 Philipp Wrieden (CDU)
- 2004 - heute Tassilo von Bary (parteilos)
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Bad Oldesloe ist durch die
1865 eröffnete Bahnlinie
Hamburg ↔
Lübeck per Bahn erreichbar. Seit dem 15. Dezember
2002 fährt die Nordbahn zwischen
Neumünster,
Bad Segeberg und Bad Oldesloe im Stundentakt.
In der Vergangenheit war Bad Oldesloe ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Neben der Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn, welche nach 1973 bis auf einen Gleisrest, welcher im Stadtgebiet von Bad Oldesloe als Industriegleis genutzt wird, zwischen Blumendorf und Ulzburg-Süd abgerissen wurde, gab es die vor dem Zweiten Weltkrieg bedeutende Verbindung Richtung Ratzeburg (Stilllegung Personenverkehr 1962/Güterverkehr 1971) und die Strecke nach Schwarzenbek (Stilllegung Personen- und Güterverkehr 1976). Auch diese Strecken wurden abgebaut.
Seit 1937 ist die Stadt durch die heutige Bundesautobahn A 1 an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Seit Dezember 2004 können von der A1 auch schnell die Städte Rostock und Schwerin über die neue Ostseeautobahn A20 erreicht werden. Westlich der Stadt verläuft die A 21 mit der die Städte Bad Segeberg und die Landeshauptstadt Kiel schnell zu erreichen sind. Ferner wird über diese Autobahn auch der Anschluss an die A 24 erreicht und damit die Verbindung Richtung Berlin.
Ferner verläuft die Bundesstraße 75 (parallel zur A 1) durch die Kreisstadt. Die B 208 bindet die Stadt an den angrenzenden Kreis Herzogtum Lauenburg an.
Die Nordtangente entlastet seit 1978 die Innenstadt.
Ansässige Unternehmen
Bad Oldesloe ist Hauptsitz des Reinigungsgeräteherstellers Hako und des Brandschutz-Unternehmens Minimax. Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline betreibt ein Werk in der Stadt.
Behörden
Seit der Ausbombung
Wandsbeks
1944 beherbergt Bad Oldesloe die Kreisverwaltung des
Kreises Stormarn. Außerdem sitzt auch die Verwaltung des
Amt Bad Oldesloe-Land in der Stadt, die selbst aber dem Amt nicht angehört.
Bildungseinrichtungen
Es gibt zwei
Grundschulen (
Stadtschule und
Grundschule West), sowie zwei Grund- und
Hauptschulen (
Klaus-Groth-Schule und
Schule am Masurenweg). Weiter gibt es eine
Realschule (
Theodor-Storm-Schule), ein
Gymnasium (
Theodor-Mommsen-Schule), eine
Integrierte Gesamtschule und eine
Förderschule (Schule am Kurpark). In Bad Oldesloe befindet sich seit
1889 die Kreis
berufsschule.
1898 bis
1994 gab es außerdem auch eine
Landwirtschaftsschule. Das Gebäude der Landwirtschaftsschule wird heute von der Kreis
berufsschule genutzt, welche derzeit zu einem Regionalen Berufsbildungszentrum (RBZ) umstrukturiert wird.
Medien
In Bad Oldesloe erscheint das Stormarner Tageblatt als Lokalausgabe des
Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) sowie eine Lokalausgabe der
Lübecker Nachrichten.
Freizeit- und Sportanlagen
Bad Oldesloe bietet drei Stadien (Travestadion, Wendumstadion, Kurparkstadion), eine Schwimmhalle und das Naturfreibad Poggensee.
Am Exer gibt es das "SkateLand", eine Skate-Anlage sowie einen
Wohnmobilparkplatz mit Übernachtungsmöglichkeit.
Stadtgliederung
Eingemeindungen
- 1928 - Gutsbezirke Fresenburg und Blumendorf
- 1972 - Rethwischfeld
- 1976 - Sehmsdorf
Einwohnerentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
16. Jahrhundert:
Mennokate: Museum zum Gedenken an
Menno Simons, den Gründer und Namensgeber der
Mennoniten, eine
Freikirche der
Täuferbewegung. In diesem Gebäude wurden einige seiner Bücher gedruckt.
Lokale Musikszene
Seit 2006 ist die lokale Musikszene als "Klangstadt1" organisiert.
Vereine
Das alle zwei Jahre stattfindende Stadtfest wurde im Jahr 2004 erstmalig vom Altstadt e.V. organisiert. Der Verein hat auch 2006 wieder die Organisation übernommen. Es gibt natürlich auch darüber hinaus eine große Anzahl an Vereinen. Unter anderem den Sportverein VfL Oldesloe und den Lokalrivalen SC Union Oldesloe.
Naturschutzgebiet
Am nordwestlichen Stadtrand (Richtung Fresenburg) liegt das
Brenner Moor, das größte binnenländische Salzmoor in Schleswig-Holstein.
Persönlichkeiten
Partnerschaften
Weblinks
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