| Wappen | Karte | bgcolor="#FFFFFF" | Bad Kleinkirchheim CoA.svg | map at bad kleinkirchheim.png | ||||||||||||||||||||||||||||||
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| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Kärnten | bgcolor="#FFFFFF" | Bezirk: | Spittal an der Drau (SP) | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 74,01 km² | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Geografische Lage: | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 1.087 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 1.863 (Volkszählung 2001) | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 9546 | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 0 42 40 | bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindekennziffer: | 2 06 01 | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Gemeindeamt: | Nr. 80 9546 Bad Kleinkirchheim | bgcolor="#FFFFFF" | Offizielle Website: | www.bad-kleinkirchheim.gv.at | ||
| Politik | bgcolor="#FFFFFF" | Bürgermeister: | Matthias Krenn (FPÖ) | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Gemeinderat (2003) (15 Mitglieder) | 7 FPÖ, 4 SPÖ, 3 ÖVP, 1 NRS (Namensliste) | ||||||||||||||||||||||||||||
An den Flanken nördlich und südlich des Tals steigen die Berge vergleichsweise steil auf eine Höhe von etwa 2.000 Metern an, so dass sich die einzige Verkehrsanbindung Bad Kleinkirchheims zu seinen Nachbargemeinden auf die Kleinkirchheimer Straße (B 88) beschränkt, die die Gemeinde mit Radenthein im Westen und Reichenau im Osten verbindet. Außerdem grenzt Bad Kleinkirchheim an Krems im Nordwesten und Feld am See im Südwesten.
Die unterste Scholle der Gesteine bilden graue Tonschiefer, die im Paläozoikum gebildet wurden. Daneben gibt es auch grüne Schiefer, die äußerlich Chloritschiefern gleichen und teilweise Feldspat führen. Die oberen Zonen bestehen aus Phylliten der Gurktaler Decke, ein dünnschiefriges, metamorphisches und ebenfalls paläozoisches Gestein. Darin eingeschlossen befindet sich ein Streifen mit Trias-Kalken, der sich von der Stangalpe (unterhalb der Turracher Höhe) bis nach Aigen bei Kleinkirchheim hinzieht. Dieser Kalkstreifen kommt im Gemeindegebiet stellenweise an der Oberfläche zum Vorschein, so zum Beispiel offen an der Kaiserburg sowie als Fortsetzung in Form weißer dolomitischer Kalke am Südhang des Wöllanernocks. Der Kalk wurde in früheren Jahrhunderten auch abgebaut und gebrannt.
Kirchheim Urkunde 1177.jpg Nachdem sich in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts die fränkische Herrschaft endgültig durchgesetzt hatte, wurden wohl auch im Kirchheimer Tal die ersten bairischen Siedler ansässig. Wann genau die erste „Capella“ im Ort „Chirchem“ entstand, ist nicht belegt. Am 5. Juli 1166 wurde ein Pfarrer namens Pabo in einer Urkunde erwähnt, in der Erzbischof Konrad II. von Salzburg die Schenkung der Kapelle St. Ruprecht an das Kloster Millstatt bestätigt – dieses Schriftstück gilt als erste urkundliche Erwähnung von Kirchheim. Eine weitere Urkunde des Papstes Alexander III. vom 6. April 1177 nennt einen Ort gleichen Namens; diese in Rialto ausgestellte Urkunde ist noch erhalten und befindet sich im Staatsarchiv Wien. Es wird aber angenommen, dass der erste Kirchenbau weitaus früher, noch vor der Jahrtausendwende zu Ehren des Heiligen Ulrich, dem Bischof von Augsburg, errichtet wurde. Den heutigen Namen Kleinkirchheim erhielt der Ort erst im 16. Jahrhundert, um ihn vom gleichnamigen Bergbauort im Mölltal, dem heutigen Großkirchheim, leichter unterscheiden zu können.
Den ersten baierischen Einwanderern folgten bald slawische Siedler: Der Ortsname des heutigen Zirkitzen deutet darauf hin, dass sie sich östlich der ersten Siedlung niederließen, denn in ihrer Sprache bedeutet „Circica“ das selbe wie Kirchheim. Doppelnamen wie in diesem Fall, die in Kärnten mehrfach vorkommen, zeigen auf, dass sich Baiern und Slawen im Frühmittelalter in dieser Region offenbar friedlich nebeneinander ansiedelten.
Seit 976 war das Herzogtum Kärnten ein von Bayern unabhängiges Gebiet, allerdings behielten baierische Grundherren weiterhin die Oberhand über ihre Besitzungen. So verfügten auch die Aribonen, die seit 977 eine erbliche Pfalzgrafenwürde gegenüber den Herzögen von Kärnten besaßen, auch in Kärnten über große Besitztümer. Sie gelten als erste nachweisbare Herren über das Kleinkirchheimer Tal. Der Pfalzgraf Poto Graf von Pottenstein aus diesem bajuwarischen Geschlecht soll im 11. Jahrhundert, nachdem er im Kampf verwundet worden war, als Erster die heilende Wirkung der Quelle in Bad Kleinkirchheim erfahren haben. Der Legende nach vermachte er zum Dank die Heilquelle dem von ihm um das Jahr 1070 gegründeten Stift Millstatt. Unabhängig davon gehörte Kleinkirchheim spätestens ab der oben genannten urkundlichen Bestätigung 1166 bis zur Aufhebung des Stifts im Jahr 1773 zur Millstätter Herrschaft.
Kleinkirchheim Obertschern Keusche.jpg bei Obertschern]] Die Rodungstätigkeit wurde auch nach Osten hin fortgesetzt, der geschlossene Millstätter Besitz reichte bis in die heutigen Gemeindegebiete von Reichenau und Gnesau hinein, erst nach 1500 sind keine neuen Huben mehr entstanden. Das älteste erhaltene Millstätter Urbar von 1470 enthält auch eine Aufstellung von 73 Besitzungen im Amt Kirchheim. Davon befanden sich in Kirchheim 26 Huben und 28 Schwaigen, in St. Oswald eine Hube und 21 Schwaigen. Aufgrund der Höhenlage hielt man in der St. Oswalder Siedlung vornehmlich Vieh, weshalb die Höfe zu dieser Zeit überwiegend als Schwaigen eingestuft wurden, welche einen geringeren Zehnt zu leisten hatten. Der Urbar von 1470 weist auch eine „Taferne“ (Gastwirtschaft) aus, die beim heutigen Landhaus Unterwirt stand.
Millstatt stiftskirche.jpg war seit 1070 Sitz der Benediktiner, ab 1469 des St. Georgsordens und ab 1598 der Jesuiten. Sie bestimmten bis 1773 über Kleinkirchheim.]] Da man davon in Kärnten bereits einige Wochen zuvor erfahren hatte, begann man nun einerseits die Pässe im Süden des Landes abzuriegeln und andererseits die Burgen, Klöster und Kirchen abzusichern. Im Land wurde eine Leibessteuer erhoben, um Mittel für die Verteidigung zu gewinnen. In Millstatt bauten die St. Georgsritter neben dem alten, „öd fällig Gepäu“ des Klosters eine wehrhafte Ordensburg.
Ende September 1473 fielen die Türken erstmals in Kärnten ein und zogen raubend und brandschatzend durch die Täler; von diesem Einfall sowie von einem zweiten Raubzug drei Jahre später blieb das Kleinkirchheimer Tal noch verschont. Die Bevölkerung des Landes musste ohnmächtig mit ansehen, wie ihre Herrscher vor den Türken flohen und sich hinter den ausgebauten Gemäuern verzogen, während ganze Täler in Schutt und Asche gelegt wurden. Als Konsequenz daraus schlossen sich auch einige Kirchheimer Bauern dem 1478 von Peter Wunderlich in Spittal gegründeten Bauernbund an, der sich gegen die Türkensteuer richtete, aber auch zum Kampf gegen die Eindringlinge rüstete.
In Kleinkirchheim versuchten die Bauern, sich auf eigene Faust gegen die Bedrohung zu organisieren, da sie sich nicht auf die St. Georgsritter verlassen wollten. In Zirkitzen gibt es in einer Felswand eine große Höhle, deren Vorderfront die Einwohner mit Felsen vermauerten. Gerade noch rechtzeitig wurde diese „Wihrwand“ – von der heute noch Reste zu sehen sind – fertig gestellt, denn am 25. Juni 1478 überfielen die Türken, diesmal von Friaul kommend, das Land. Der Bauernbund konnte nur 600 Mann stellen und wurde überwältigt, die Millstätter Ordensritter verschanzten sich, wie man befürchtet hatte, in ihrer Burg. Nachdem die Türken Radenthein in Brand gesteckt hatten, zogen sie ins Kirchheimer Tal. Als die ersten Häuser in Zirkitzen in Brand gesteckt wurden, versuchten sich die Bauern mit Pfeilen und Steinen zu wehren. Sie konnten zwar ihre Stellung gegen die Angreifer verteidigen, aber das Abfackeln weiterer Gehöfte nicht verhindern. Von weiteren Angriffen der Türken blieb das Tal verschont, doch schon 1480 fielen die Ungarn in Kärnten ein und kamen auch bis nach Kleinkirchheim. Im Jahr 1490, nach dem Tod von Matthias Corvinus, endete die ungarische Besatzungszeit.
Die religiösen Verhältnisse änderten sich allerdings 1595 von Grund auf, nachdem Ferdinand II. die Herrschaft angetreten hatte. Er übergab die Besitzungen des Millstätter Ordens 1598 den Jesuiten, denen er selbst angehörte. Diese erklärten Millstatt zur Residenz, die von einem Superior geleitet wurde. Da sie den kaiserlichen Auftrag hatten, die neu gegründete Universität Graz finanziell zu unterstützen, und die Finanzen durch die Misswirtschaft der Georgsritter am Boden lagen, erlegten sie den Bauern hohe Abgaben auf.
Map at carinthia municipalities (Protestants).png Gleichzeitig setzte die Gegenreformation der katholischen Kirche ein, die Bevölkerung – rund 1500 Untertanen zwischen Liesertal und Turrach wurden im Jahr 1600 vor eine Kommission nach Millstatt beordert – wurde vor die Wahl gestellt, entweder katholisch zu werden oder innerhalb von drei Monaten auszuwandern. Als ketzerisch bezeichnete Bücher wurden verbrannt, Predigerhäuser und Kirchen zerstört. Trotz dieser Härten erhielt sich der Glaube auch bei vielen derjenigen, die den katholischen Religionseid ablegten, um ihre Heimat nicht verlassen zu müssen. Protestantische Bücher wurden eingeschmuggelt und Geheimversammlungen abgehalten. Trotz aller Bemühungen der Obrigkeit, dies zu unterbinden, war der Geheimprotestantismus besonders in der Region zwischen Spittal und Gnesau, zu der auch Kleinkirchheim zählt, auch Mitte des 18. Jahrhunderts noch weit verbreitet. Ein Hofrat, der in kaiserlichem Auftrag das Land bereiste und studierte, wusste 1751 zu berichten: „Beinahe ganz Oberkärnten ist mit unkatholischem Volk untermischt.“ In der Folge gab es weitere Ausweisungen der „Sectierer“; dennoch blieb bis heute ein vergleichsweise hoher Anteil der Bevölkerung von Kleinkirchheim – wie in anderen ländlichen Gegenden Mittel- und Oberkärntens – dem protestantischen Glaubensbekenntnis treu.
1773 wurde der Jesuitenorden per päpstlicher Bulle aufgehoben. Durch das Toleranzpatent Kaiser Josephs II. von 1781 erhielten die Protestanten und Juden in Österreich fast die volle Gleichberechtigung mit den Katholiken. Sie durften überall dort, wo 100 Familien oder 400 Personen ihres Glaubens beisammen wohnten, eine Kirchengemeinde bilden, Gotteshäuser und Schulen bauen und einen Friedhof errichten. Da Kleinkirchheim diese Voraussetzung nicht erfüllte – im Jahr 1820 wohnten in Kleinkirchheim 228 und in St. Oswald 55 Protestanten – schloss man sich zunächst der Gemeinde in Feld am See an, später wurde Wiedweg die für Kleinkirchheim zuständige Pfarre.
In diese Zeit fielen weitere Reformen: Die Leibeigenschaft wurde abgeschafft, mit dem Grundbuchpatent wurden die Grundstücke neu vermessen und besteuert, die Katastralgemeinden Kleinkirchheim, Zirkitzen und St. Oswald wurden gebildet und die Bauern erhielten freies Verfügungsrecht über ihren Besitz.
Der Ort wurde der Hauptgemeinde Feldkirchen zugeordnet, erhielt aber eine eigene Mairie. Die französische Besatzung bedeutete für die Bewohner auch die endgültige Befreiung von der Grundherrschaft, die auch nach den siegreichen Befreiungskriegen 1814 aufrecht erhalten wurde. Kleinkirchheim gehörte wieder dem Kaisertum Österreich an, das Laibacher Gubernium bestand aber zunächst weiter.
Mit der Regentschaft von Franz Joseph I., der im Dezember 1848 den Kaiserthron bestiegen hatte, änderte sich auch für Kleinkirchheim einiges: Bereits Anfang 1849 wurde die Religionsfreiheit bestätigt, die vorher so bezeichneten „Altkatholiken“ konnten sich nun Anhänger der „Evangelischen Konfession“ nennen. Im Juni wurde die Gendarmerie gegründet, einen örtlichen Posten gab es aber erst ab 1894. Ein eigenes Postamt erhielt Kleinkirchheim 1885, bis dahin war das 20 Kilometer entfernte Millstatt das nächstgelegene Postamt. Im selben Jahr entstand im Ort eine Freiwillige Feuerwehr. Am 15. August 1897 wurde der Spar- und Darlehnskassen-Verein gegründet, aus dem 1944 die Raiffeisenkasse hervorging.
1909 übernahm Hans Ronacher das Badehaus und errichtete anstelle dessen einen Neubau mit angegliedertem Hotelbetrieb, der 50 Gäste beherbergen konnte. In diesen Jahren wurde eine Bahnstrecke („Gegendtalbahn“), die auch durch das Kleinkirchheimer Tal führen sollte und einen Anschluss nach Millstatt bedeutet hätte, diskutiert. Erste Planungen wurden aber durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen und aufgrund der sich daran anschließenden Wirtschaftskrise nicht mehr aufgenommen. Die Therme wurde 1922 feierlich neu eröffnet und in Kleinkirchheim wurde weiter in den Tourismus investiert. Ein Fremdenverkehrsverein wurde gegründet, der mit einem Ganzjahresprospekt den Kurort bewarb. Ab 1928 wurde auch eine Postbuslinie von Spittal an der Drau über Radenthein nach Bad Kleinkirchheim eingerichtet, die diese Strecke zunächst einmal am Tag bediente, ab 1939 wurde ein zweiter Bus eingesetzt. Am 22. Juli 1934 wurde das Thermal-Freibad in Betrieb genommen und 1936 konnte die 1100 Einwohner kleine Gemeinde bereits 400 Fremdenbetten anbieten. Durch die politischen Umstände und den Zweiten Weltkrieg kam der Tourismus dann aber fast vollständig zum Erliegen.
Nach dem Krieg war zunächst nicht an die Wiederaufnahme des Fremdenverkehrsbetriebs zu denken, zumal 1946 ein Unwetter große Schäden im Tal anrichtete. Durch Hochwasser und Vermurungen waren die Straßen stark beschädigt und Kleinkirchheim konnte monatelang nur mit Pferdefuhrwerken erreicht werden. Die Straße nach Radenthein wurde komplett neu gebaut und konnte erst 1949 auch von Autos wieder befahren werden. Dem folgte eine Erneuerung des Abschnitts nach Patergassen. 1954 wurde im bis dahin nur in einzelnen Häusern durch kleinste Wasserkraftwerke mit elektrischem Strom versorgten Ort im Rahmen des Elektrifizierungsprogramms der KELAG eine Versorgungsanlage errichtet und Hausanschlüsse hergestellt. Im selben Jahr begannen die Arbeiten zu einer gemeindeweiten Wasserversorgung, deren vollständige Erschließung erst Anfang der 1980er Jahre abgeschlossen war.
Kleinkirchheim Therme Sankt Kathrein Aussen.jpg 1956/57 begann man in Kleinkirchheim mit der Inbetriebnahme eines Skiliftes, der seinerzeit mit 620 Metern gleichzeitig der längste Kärntens war, auch Skitouristen für den Ort zu gewinnen. Mittlerweile hat sich in Bad Kleinkirchheim ein Netz von Pisten mit einer Gesamtlänge von über 100 Kilometern sowie 26 Liftanlagen entwickelt, fast alle verfügbaren Pisten können heute bei Schneemangel künstlich beschneit werden. In den 1960er Jahren wurde neben dem völligen Neubau der Anlagen auch ein Thermal-Hallenbad errichtet. 1977 schließlich wurde Kleinkirchheim durch die Landesregierung die offizielle Bezeichnung „Thermalbad” zuerkannt, die Gemeinde heißt seither Bad Kleinkirchheim. Mit dem „Römerbad” wurde 1979 ein zweites Thermalbad in Betrieb genommen.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1869 | 915 |
| 1880 | 968 |
| 1890 | 970 |
| 1900 | 968 |
| 1910 | 1.062 |
| 1923 | 944 |
| 1934 | 1.055 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1939 | 1.043 |
| 1951 | 1.268 |
| 1961 | 1.352 |
| 1971 | 1.731 |
| 1981 | 1.783 |
| 1991 | 1.889 |
| 2001 | 1.863 |
Die starke Zunahme des Tourismus ab Mitte der 1950er Jahre schlägt sich auch in einem besonders hohen Bevölkerungswachstum Bad Kleinkirchheims zwischen den Volkszählungen 1951 und 1971 nieder: War die Gemeinde bis zur Mitte des des 20. Jahrhunderts noch vorwiegend bäuerlich geprägt, fand in den darauf folgenden Jahrzehnten durch den stetig zunehmenden Tourismus ein radikaler Strukturwandel statt. Arbeiteten im Jahr 1951 noch 519 Menschen in Land- und Forstwirtschaft, so waren es 1991 nur noch 44. In dem nach dem Zweiten Weltkrieg nur aus wenigen Gasthöfen bestehenden Hotel- und Gastgewerbe stieg die Anzahl der einheimischen Beschäftigten im selben Zeitraum auf 300 an. Heute entspricht die Zahl der Arbeitnehmer, die in Bad Kleinkirchheim insgesamt in der Tourismusbranche tätig sind, annähernd der Zahl der Einwohner.
Bauernhöfe und Mühlen Kleinkirchheim Muehle.jpg In der Gemeinde gibt es noch zahlreiche alte Bauernhöfe, sehenswert ist beispielsweise der Egarter Hof in St. Oswald mit einem traditionellen Getreidekasten. Diese Vorratslager, in der Kärntner Mundart „Troadkåstn“ genannt, standen immer etwas abseits von Haus und Hof, um im Falle eines Brandes nicht auch noch die Lebensmittelvorräte zu verlieren. Die noch erhaltenen Speicher stammen meist aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Der letzte Ringbauernhof St. Oswalds, das um das Jahr 1620 erbaute Bodnerhaus, wurde abgetragen und im Freilichtmuseum Maria Saal wieder aufgebaut.
Früher gehörte zu jedem Bauernhof auch eine kleine Mühle am benachbarten Bach. Einige dieser mittlerweile meist verfallenen oder abgerissenen Mühlen wurden wieder aufgebaut und sind z. B. entlang des St. Oswalder Bachs (Trattnig Mühle, Gatterer Mühle) zu besichtigen.
Der mit 2.000 Mitgliedern mit Abstand größte Verein ist der 1947 gegründete Schiclub Kleinkirchheim. Er bildet Rennskifahrer aus und veranstaltet seit den 1960er Jahren nationale und internationale Wettbewerbe. Seit 1978 werden auch Rennen des FIS Ski-Weltcups in Bad Kleinkirchheim ausgetragen. Die erste Siegerin in den Abfahrtsläufen am 11. und 12. März 1978 war Annemarie Moser-Pröll. Zuletzt gastierte der Weltcup in der Saison 2005/06 von 11. bis 15. Jänner 2006 mit zwei Damenbewerben im Ort, die Läufe im Super-G und in der Abfahrt gewann Janica Kostelić.
Die 3.200 Meter lange Piste (Höhendifferenz von 842 Meter) hat Gefälle von bis zu 80 % trägt heute den Namen „FIS K 70 Franz Klammer-Abfahrt”. Die Bezeichnung deutet auch auf das ursprüngliche Erstellungsjahr 1970 hin, und Franz Klammer war schon zu seiner aktiven Zeit Mitglied des örtlichen Skiclubs. 1971 gewann die österreichische Skilegende seinen ersten Europacup-Abfahrtslauf auf der Kirchheimer Abfahrt, für ihn der Beginn einer erfolgreichen Sportlerkarriere.
Weitere Sportvereine
Neben dem Skiclub gibt es drei weitere, kleinere Vereine: Der FC Raiffeisen Bad Kleinkirchheim, der in der Saison 2005/06 in der 1. Klasse B des Kärntner Fußballverbands spielt, sowie die Eisschützenrunde und eine Schachgemeinschaft. Der 60 ha große Golfplatz des GolfClub Bad Kleinkirchheim Reichenau liegt zum Teil auf dem Gemeindegebiet, der Verein gehört aber nur dem Namen nach zu Kleinkirchheim. Für Tennisspieler stellen mehrere Hotels Plätze für ihre Gäste zur Verfügung, darüber hinaus gibt es eine Anlage mit Tennishalle im Ort, die von der Bergbahngesellschaft betrieben wird.
Von 1910 bis 1973 war die „Internationale Österreichische Alpenfahrt“ ein Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft. An diese Tradition anknüpfend findet seit 2002 jährlich die „Alpenfahrt Classic-Rallye“ mit Start- und Zielort Bad Kleinkirchheim statt. Hierzu zugelassen sind Fahrzeuge, deren Baujahr zwischen 1910 und 1973 liegt.
Auf der B 88 verkehrt mehrmals täglich die Postbuslinie der ÖBB von Spittal nach Patergassen. Der nächstgelegene Bahnhof ist Spittal-Millstättersee in etwa 30 km Entfernung, der Flughafen Klagenfurt ist etwa 50 km von Bad Kleinkirchheim entfernt.
Hingegen wird der Waldbestand, der sich zur Gänze in privater Hand befindet, ausgebaut. In Bad Kleinkirchheim wächst ein Mischwald aus Fichten und Lärchen, wobei mit zunehmender Vegetationshöhe letztere überwiegen. Die Waldgrenze liegt an der Kaiserburg in etwa 1.900 m Seehöhe. Die Bauern schlägern überwiegend selbst, zum Eigenbedarf oder Verkauf, in Form des Plenterschlags, also durch Entnahme einzelner reifer oder überreifer Bäume, wie er bei sogenannten Plenterwäldern üblich ist.
| Jahr | Betten | Nächtigungen | Besch.1 |
|---|---|---|---|
| 1954 | 400 | 16.000 | 45 |
| 1961 | 600 | 70.000 | 150 |
| 1968 | 1.829 | 326.000 | |
| 1971 | 2.973 | 597.000 | 502 |
| 1981 | 6.565 | 929.000 | 1.033 |
| 1991 | 7.582 | 1.057.000 | 1.400 |
| 1997 | 7.808 | 928.000 | |
| 1Beschäftigte im Tourismusbereich | |||
Aufgrund der Tradition als Heilbad und Luftkurort und insbesondere nach dem Ausbau der Infrastruktur für den alpinen Wintersport ab den 1960er Jahren ist die Gemeinde heute in hohem Maße auf den Tourismus ausgerichtet. Laut Arbeitsstättenzählung vom 15. Mai 2001 waren in Bad Kleinkirchheim 143 der 263 ansässigen Unternehmen und 694 von 1.156 einheimischen Beschäftigten (60 %) im Beherbergungs- und Gaststättenwesen tätig, weitere 38 Firmen bzw. 106 Beschäftigte im Handelsgewerbe. Dem gegenüber stehen beispielsweise acht Betriebe der Sachgütererzeugung mit insgesamt 56 Beschäftigten.
Neben den Thermen St. Kathrein und Römerbad dominieren zahlreiche Hotels und Pensionen sowie insgesamt 26 Liftanlagen das Ortsbild von Bad Kleinkirchheim. Es gibt zwei Skigebiete: Das direkt zu Kleinkirchheim gehörige Gebiet Kaiserburg/Maibrunn mit zwei Talstationen im Ort sowie St. Oswald/Nockalm. Größter Arbeitgeber ist die Bergbahngesellschaft, die neben den Kabinenbahnen und Liften auch die beiden Thermen sowie einige Freizeitanlagen betreibt. Seit 1977 wurden folgende Kabinenbahnen gebaut:
Bad Kleinkirchheim hat jährlich etwa 900.000 Nächtigungen und rangierte diesbezüglich im Jahr 2000 im österreichweiten Vergleich im Winter auf Platz 19 und im Sommer auf Platz 18. In Kärnten ist sie damit einer der populärsten Urlaubsorte und darüber hinaus auch eine der Gemeinden mit den höchsten Steuereinnahmen pro Einwohner.
Weiterführende Schulen gibt es in Bad Kleinkirchheim nicht, eine Hauptschule befindet sich in der Nachbargemeinde Radenthein, Gymnasien sowie berufsbildende Schulen und Hochschulen in Spittal an der Drau.
Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern. Die Gemeinderatswahl vom 9. März 2003 hatte eine Wahlbeteiligung von 82,2%. Aus ihr ging die Freiheitliche Partei mit 45,8 % als stärkste Fraktion hervor, die damit 7 Sitze im Gemeinderat gewann. Die Sozialdemokratische Partei erzielte 25,4 % und 4 Sitze, die Volkspartei 22,6 % und 3 Sitze. Mit 6,3 % der Stimmen konnte die örtliche Namensliste (NRS) einen Sitz im Gemeinderat besetzen.
Nockberge | Ort in Kärnten | Thermalbad | Kurort in Österreich
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