Bad Friedrichshall ist eine Stadt in
Baden-Württemberg (
Deutschland).
Geografie
Geografische Lage
Bad Friedrichshall liegt an der
Mündung der
Jagst und des
Kocher in den
Neckar.
Nachbargemeinden
Nachbar
städte und -gemeinden Bad Friedrichshalls sind (im
Uhrzeigersinn, beginnend im Süden):
Neckarsulm,
Untereisesheim,
Bad Wimpfen,
Offenau,
Gundelsheim,
Neudenau,
Neuenstadt am Kocher und
Oedheim, die alle zum Landkreis Heilbronn gehören. Mit Oedheim und Offenau ist Bad Friedrichshall eine
Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.
Stadtgliederung
Bad Friedrichshall gliedert sich in die Stadtteile
Kochendorf,
Jagstfeld,
Hagenbach,
Duttenberg,
Untergriesheim und Plattenwald.
Geschichte
Bad Friedrichshall entstand in den Jahren 1934 und 1935 durch Zusammenschluss der Gemeinden Kochendorf, Jagstfeld und Hagenbach. Der Name Friedrichshall leitete sich von einer
Saline her, die 1818 nach König
Friedrich I. so genannt worden war; das Prädikat Bad rührt vom Solbad in Jagstfeld her.
Anfang 1944 richtete die SS ein Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof im Stadtteil Kochendorf ein. Die Häftlinge sollten im Salzbergwerk eine Rüstungsfabrik bauen. Bei den Arbeiten und dem späteren Todesmarsch zum KZ Dachau kamen über 400 Häftlinge ums Leben. Eine Ausstellung im Besucherbergwerk erinnert daran.
Am 17. Juni 1951 wurde Bad Friedrichshall zur Stadt erhoben. 1972 wurde Duttenberg, 1975 Untergriesheim eingemeindet. 1992 bis 1998 wurde der Stadtteil Plattenwald neu erbaut.
Politik
Gemeinderat und Ortschaftsräte
Der Gemeinderat Bad Friedrichshalls hat nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 29 Sitze (statt 27 nach der Kommunalwahl 1999). Er setzt sich wie folgt zusammen: CDU 49,0% (-0,6) - 14 Sitze (=); SPD 27,0% (-2,2) - 8 Sitze (=); Freie Wähler Bad Friedrichshall (FW) 24,0% (+2,9) - 7 Sitze (+2).
Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.
In den Ortschaften Untergriesheim, Duttenberg und Plattenwald gibt es zudem jeweils einen Ortschaftsrat. Auf seinen Vorschlag hin wählt der Gemeinderat für jede Ortschaft einen ehrenamtlichen Ortsvorsteher. Diese Gremien sind zu wichtigen die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören.
Wappen und Flagge
In gespaltenem Schild vorne in Silber über drei blauen Wellenleisten ein blauer Reichsapfel mit silbernem Reif und schwarzem Kreuz, hinten in Blau ein aufgerichtetes silbernes Pferd.
Die Stadtfarben sind Blau-Weiß.
Das Bad Friedrichshaller Wappen wurde am 1. Dezember 1936 zwischen der Stadt und der württembergischen Archivdirektion vereinbart. Es entstand aus den Wappen der früheren Gemeinden Jagstfeld, dem Reichsapfel, und Kochendorf, dem Pferd. Die drei Wellenleisten symbolisieren die drei Flüsse Neckar, Jagst und Kocher.
Die Flaggenfarben Blau-Weiß wurden im Jahr 1951 festgelegt. Wappen und Flagge wurden der Stadt am 4. März 1963 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen.
Städtepartnerschaften
Bad Friedrichshall unterhält Städtepartnerschaften mit
Saint-Jean-le-Blanc im
französischen Département
Loiret (seit 1989), mit
Hohenmölsen in
Sachsen-Anhalt (seit 1990) und mit
Isenbüttel in
Niedersachsen (seit 2002).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Prägend für das Stadtbild von Bad Friedrichshall ist das
Salzbergwerk, das auch von Besuchern besichtigt werden kann.
Regelmäßige Veranstaltungen
- Kilianimarkt, jährlich Anfang Juli
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Bad Friedrichshall liegt an der
Elsenztalbahn nach
Heidelberg, der
Frankenbahn (
Stuttgart–
Würzburg) sowie dem von
Mosbach kommenden Abzweig der
Neckartalbahn. Die
Untere Kochertalbahn nach
Ohrnberg wurde stillgelegt. Der
Öffentliche Nahverkehr wird durch den
Heilbronner Verkehrsverbund gewährleistet.
Die Bundesstraße B 27 (Blankenburg (Harz)–Schaffhausen) führt durch die Stadt und verbindet diese mit der Bundesautobahn 6.
Bad Friedrichshall Salzbergwerk 20060701.jpg
Ansässige Unternehmen
Die Südwestdeutsche Salzwerke AG hat von 1899 bis 1994 das
Salzbergwerk Kochendorf betrieben und dabei unterhalb von Bad Friedrichshall und Neckarsulm ca. 12 Mio. m³ an Hohlräumen geschaffen. 1901 wurde der
Schacht auf den Namen „
König Wilhelm II.“ getauft; da das Bergwerk nur über einen Schacht verfügt, wurde 1984 eine 3,7 km lange unterirdische Verbindung zur Heilbronner Anlage des gleichen Unternehmens als zusätzliche Evakuierungsmöglichkeit fertiggestellt. Seit 1994 bis voraussichtliche 2015 wird das Bergwerk mit
Schutt und
Sondermüll verfüllt. Ein Besucherbergwerk ist jedoch noch geöffnet, zu besichtigen ist hier unter anderem ein unterirdischer Kuppelsaal aus den 1920er Jahren.
Das Unternehmen Richard Hengstenberg GmbH & Co. KG stellt in Kochendorf Konserven her. In der Herstellung automatisierter Lagerhaltungs- und -verwaltungsysteme tätig ist das 1953 in Bad Friedrichshall gegründete Unternehmen Hänel Büro- und Lagersysteme mit Zweigwerken in Wiesentheid und Altstätten SG in der Schweiz sowie mehreren Auslandsniederlassungen. Zur gleichen Unternehmensgruppe gehört die Zahnradfabrik Hänel, die in Bad Friedrichshall Zahnräder herstellt.
Medien
Über das Geschehen in Bad Friedrichshall berichten die Tageszeitung
Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe NM, Nord-Mitte, und das Amtsblatt Friedrichshaller Rundblick.
Öffentliche Einrichtungen
Im Stadtteil Plattenwald befindet sich das Klinikum am Plattenwald (Kreiskrankenhaus) mit 422 Betten.
Bildung
In Bad Friedrichshall gibt es sechs
Grundschulen in Duttenberg, Hagenbach, Höchstberg-Untergriesheim, Jagstfeld, Kochendorf und Plattenwald. Außerdem gibt es noch eine
Hauptschule mit
Werkrealschule, die
Otto-Klenert-Realschule und das
Friedrich-von-Alberti-Gymnasium. Bad Friedrichshall verfügt auch über eine Stadtbücherei.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- 1913, 18. Juni, Hermann Müller, † 28. Dezember 1991 in Schwäbisch Hall, deutscher Politiker (FDP/DVP), MdL (Baden-Württemberg), Baden-Württembergischer Finanzminister
- 1930, Hans Schreiner, deutscher Maler und Kunstprofessor
- 1939, 5. Mai, Hermann Mühlbeyer, Politiker der CDU, Staatssekretär a.D.
Sonstige
- Sebastian Deyle, Schauspieler - bekannt durch Rollen z. B. in der TV-Serie Marienhof als „Nik“, Moderationen von „Immer wieder Sonntags“ und „Für dich tu ich alles“ (alles ARD), ist in Bad Friedrichshall geboren und wohnhaft.
Weblinks
Landkreis Heilbronn | Ort in Baden-Württemberg
Bad Friedrichshall | Bad Friedrichshall