| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_DBR.jpg | Karte_bad-doberan_in_Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern |
| Landkreis: | Bad Doberan |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 16 m ü. NN |
| Fläche: | 32,70 km² |
| Einwohner: | 11.461 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 350 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 18209 |
| Vorwahl: | 038203 |
| Kfz-Kennzeichen: | DBR |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 51 004 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Severinstr. 6 18209 Bad Doberan |
| Website: | www.bad-doberan.de |
| Bürgermeister: | Hartmut Polzin (SPD) |
| Lage der Stadt Bad Doberan im gleichnamigen Landkreis | |
| Bad_Doberan_in_DBR.png | |
Bad Doberan ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist auch Sitz des Amtes Bad Doberan-Land, dem neun Gemeinden angehören, selbst aber nicht amtsangehörig.
| Heiligendamm_Gedenkstein.jpg | Bad Doberan - Kreuz im Bad Doberaner Münster (Christusseite).jpg |
Der Dreißigjährige Krieg hatte nachhaltige Folgen. Die Kaiserlichen hausten, „daß es einem Stein in der Erde hätte erbarmen mögen", wie der Chronist berichtet. Eine grundlegende Änderung trat erst ein, als der Mecklenburger Herzog Friedrich Franz I. (siehe auch Liste der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge) Doberan zum Erholungs- und Vergnügungsort der herzoglichen Familie, des mecklenburgischen Adels und später auch des wohlhabenden Bürgertums bestimmte. Aus England war bekannt geworden, dass Baden in der See besonders gesundheitsfördernd sein solle. Im Jahr 1793 badete der Herzog deshalb auf Anraten seines Rostocker Leibarztes Prof. Dr. Samuel Gottlieb Vogel am "Heiligen Damm" in der Ostsee und markierte damit die Geburt des ersten deutschen Seebades: Heiligendamm. In Doberan wohnten die Badegäste und vergnügten sich mit Geldspiel (die herzogliche Badekasse kassierte jährlich 30.000 Taler Abgaben von den Doberaner Spielbanken), Tanz und Pferderennen (die ersten Pferderennen auf dem europäischen Kontinent). Namhafte Baumeister wie Carl Theodor Severin, Schüler der zwei Altmeister klassizistischer Baukunst, Carl Gotthard Langhans und Friedrich Gilly, und auch J. C. H von Seydewitz bauten in rascher Folge im rein klassizistischen Stil das Logierhaus, das Salongebäude mit dem repräsentativen Festsaal im Empirestil, das Palais des Fürsten, das Prinzenpalais, das Stahlbad, mehrere Bürgerhäuser und die vielgerühmten Pavillons im chinesischen Stil einschließlich des Kleinods der Gartenbauarchitektur, des sogenannten Kamps. Des Fürsten Dank für den Baumeister, der das Gesicht Doberans wesentlich prägte, war sehr gering; Severin starb in Armut und Vergessenheit irgendwo auf einer Reise. Die Blütezeit (1793: 900, 1840: 3000, 1870: 4000 Einwohner) hielt nur wenige Jahrzehnte vor, denn allmählich entwickelte sich Heiligendamm, das einstige Anhängsel Doberans, zu einem eigenständigen Seebad, und um Doberan wurde es wieder still.
| Heiligendamm.jpg | Molli-1.jpg | Heiligendamm_Molli.jpg |
Der Kamp, eine Parkanlage im englischen Stil mit prachtvollen Eichen, Linden, Kastanien- und Rüstern, und die mit ihm eine künstlerische Einheit bildenden Gebäude im reinsten klassizistischen Stile: Kurhaus, einstiges Logierhaus (1793 von v. Seydewitz erbaut); Salongebäude, 1802 von Severin erbaut, sein Festsaal gilt als der besterhaltene klassizistische Innenraum Bad Doberans; Großes Palais 1806/09 von Severin erbaut, birgt als besondere Kostbarkeit im ovalen Gartensaal eine bemalte Decke und Tapeten mit Darstellung zur Amor-und-Psyche-Sage des Apuleius (nach Entwürfen von Lois Lafitte und Mary Blonder 1820 in Paris gedruckt). In der sich anschließenden Severinstraße ist das Haus des herzoglichen Leibkochs Medini (Nr. 5), von Severin 1825 erbaut, besonders durch seine überaus lebendig gegliederte Fassade beachtenswert. Am anderen Ende des Kamps sind es das kleine Palais und das gegenüberliegende Haus „Gottesfrieden", die sich Baumeister Severin nacheinander als Wohnhäuser schuf; das erste musste er an den Landesherrn abtreten. Die chinesischen Pavillons (1808/09 und 1810 bis 1813) inmitten des Grüns des Kamps sind die einzige und dazu verspätete Chinoiserie in Mecklenburg und enthielten damals zunächst einen Musikpavillon und Kaufmannsboutiquen.
Heiligendamm ist das älteste deutsche Seebad, eingerichtet 1793 im Auftrage des damaligen mecklenburgischen Herzogs Friedrich Franz I., ist Ortsteil von Bad Doberan und von diesem 5,5 km entfernt. Der große Findling neben dem klassizistischen Kurhaus, der aus der Umgebung von Elmenhorst hierhergebracht worden ist, weist auf dieses Ereignis hin. Die Bauten am Strand mit ihrer einheitlichen architektonischen Linie schuf der herzogliche Landbaumeister Carl Theodor Severin, der auch in Bad Doberan wesentlichen Einfluss auf das Baugeschehen hatte. Die Wandlung Heiligendamms zum Kurort (ganzjährig belegte Kurhäuser) vollzog sich vor allem nach 1945. Die Anlagen wurden bis 1989 hauptsächlich für Ferien-und Kuraufenthalte der DDR-Bürger nach strengen Platzvergaberichtlinien genutzt. Individualtourismus war, wie in den meisten Ostseebädern in der DDR nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich (durch Nutzung von Privatwohnungen oder Camping). Eine grundglegende Rekonstruktion der zunehmend baufälligen Gebäude fand bis 1989 nicht statt. 1996 erwarb die in Köln ansässige Fundus-Gruppe die historischen Gebäude Heiligendamms zusammen mit 500 Hektar Land. Nach drei Jahren sorgfältiger Rekonstruktion wurde am 1. Juni 2003 das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm eröffnet und damit die Wiedergeburt von Deutschlands ältestem Seebad eingeläutet.
Bad Doberan | Bad Doberan | Bad Doberan | Bad Doberan (stad) | Bad Doberan | Bad Doberan
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