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Baal (hebr. בעל "Herr"; auch Bhaal, Bel (Bēl), vgl. Marduk) ist ein ursprünglich in Syrien verehrter kanaanäischer Wetter- und Fruchtbarkeitsgott. Er verkörpert Fruchtbarkeit, Sexualität und Leben. Das Wort Baal bedeutet zunächst einfach Herr, Meister, Besitzer, Ehemann, König oder Gott. Baal ist der allgegenwärtige Gott der kanaanäischen Götterwelt, jedoch nicht der Hauptgott (dieser heißt El). In der Bibel wird der Ausdruck Baal synonym als Name für eine Reihe von Lokalgottheiten verwendet; das Wort Baal erscheint jedoch auch öfter in seiner nichtreligiösen Bedeutung. Mit Baal gleichgesetzt wurde oft der ägyptische Donnergott Hadad; Hadad oder Had ist bis hin zu den Hethitern ein sehr bedeutender Gott des Vorderen Orients und des Alten Ägyptens gewesen.

Etymologie


Der Name Baal lebt in Balthasar und Hannibal (phönizisch für Baal ist gnädig) fort. Auch das Wort Beelzebub, oder Baal-Sebub/Beelzebul, (Herr der Fliegen), geht auf Baal zurück und stellt im Neuen Testament eine Bezeichnung für den Teufel dar.

Geschichte


Die Ursprünge der Verehrung von Baal gehen möglicherweise auf die einst im Nil-Delta ansässigen Seefahrer der Hyksos sowie deren Niederlassung in Ugarit zurück. Im Laufe der Zeit verdrängte er den im syrisch-kanaanäischen Raum vorher verbreiteten Fruchtbarkeitsgott Dagan; er heißt daher auch Sohn des Dagan.

Baal im Glauben Ugarits


Den tiefsten Einblick in die Götterwelt Kanaans geben die praktisch komplett aufgefundenen Keilschrifttäfelchenarchive der ca. 1185 vor Christus von den Seevölkern zerstörten Stadt Ugarit, deren Ruinen an der Mittelmeerküste im heutigen Nordsyrien zu finden sind. Diese Hauptstadt eines kleinen gleichnamigen bronzezeitlichen Staates enthielt gleichsam eingefroren die religiösen Vorstellungen dieses Volkes, der Epen, Mythen, Gebete, Götter- und Opferlisten, zeremoniellen Texte und Vorschriften. Der längste in Ugarit aufgefundene Mythen-Zyklus beschäftigt sich mit Baal. Baal war zunächst Regengott, der Wind, Wolken und Regen beherrscht. Indem er die tote Dürre beendet, ist er Spender der Fruchtbarkeit. Dies ist die erste Grundlage seiner Popularität. Als Gewittergott, der über die Wolken eilt, der die Wolken wie Kälber vor sich hertreibt und über Donner und Blitz verfügt, ist er auch äußerst dynamisch, mächtig und kampfkräftig. Dies ist die zweite Grundlage seiner Popularität. Dargestellt wird er einherschreitend mit einem erhobenem Arm, mit dem er Blitze schleudert. Ein Auszug aus dem den Regengott Baal verherrlichenden Keret-Epos verdeutlicht die überragende Stellung Baals und deren Gründe:

Er goss aus Öl und sagte: "Erfrische Erde und Himmel"
Er umkreiste die Ränder des Ackerlandes,
den Emmer im durchfurchten Tiefland"
Auf das Ackerland komme der Regen Baals,
und für das Feld der Regen des Höchsten!
Süß sei für das Ackerland der Regen des Baals,
und für das Feld der Regen des Höchsten!
Süß sei er für den Weizen in der Furche,
im Neubruch (frisch gepflügtes Feld) wie Wohlgeruch,
auf der Ackerfurche wie Kräuterduft!
Es hoben den Kopf die Pflüger,
nach oben die Getreidearbeiter.
Aufgebraucht war nämlich das Brot in ihren Körben,
aufgebraucht der Wein in ihren Schläuchen,
aufgebraucht das Öl in ihren Gefäßen."

Der für Wasser, Brot, Wein, Öl, Kräuter und ihr Gedeihen verantwortliche Gott ist in einer bäuerlichen Kultur von besonderer Bedeutung. Die gleichen Motive des zitierten Hymnus finden sich auch für Jahwe in Psalm 65. Baal wurde besonders in Nordisrael über hunderte Jahre verehrt, was sich u.a. durch die Kritik der biblischen Propheten an dieser Praktik belegen lässt.

In den Ras-Schamra-Texten (Ras-Schamra ist die heutige Stadt, die auf den Ruinen Ugarits liegt) wird Baal als Zabul (Fürst), Herr der Erde und als Wolkenreiter bezeichnet. Er wird als Gott mit einer Keule in der rechten Hand und einem flammenden Speer, dem Blitzgeschoß, in seiner linken Hand gezeigt. Ein gehörnter Helm, als Stiersymbol, soll anzeigen, dass er der Fruchtbarkeitsgott ist.

Festgestellt wurde, das die landwirtschaftlich orientierten Kanaaniter durch religiöse Feste ihren Gott, der im Winter schlief, wieder auf den Thron zu heben suchten. Um mit seiner Gemahlin vereint zu werden, wurden große Fruchtbarkeitsriten gefeiert. Man kann auch sagen, dass das eine Art Sexorgie war, da hier die Fruchtbarkeit durch ein ausschweifendes Fest gefeiert wurde. Eine umstrittene Theorie besagt, dass die Frühjahrsfeste des Baalskultes unserem heutigen Karnevalfest ähneln.

Vergleicht man historische Aufzeichnungen und Ausgrabungen mit den Aussagen der Bibel, hatte fast jede Stadt einen eigenen Tempel. Es gab die heiligen Pfähle, die als Phallussymbol angesehen wurden. Auf den Höhen (Hügel) und auf den Hausdächern wurde gebetet. Nach der Bibel waren auch Kinderopfer üblich.

Symbolik und Verehrung


Oft erhielt er den Beinamen einer Region: z.B.

Andere Namenszusätze:

In den Kultstätten des Baal wurde Tempelprostitution betrieben. Die Göttin Anat galt als Schwester und Gefährtin des Baal. Siehe auch Astarte.

Symbole des Baal sind ein junger Stier, die Schlange (wie die Schlange sich immer wieder häutet, erneuert sich auch die Natur).

Die Entwicklung des Glaubens ist sehr interessant, da die Bibel und die Archäologie beschreiben, dass zur Zeit Abrahams der Glaube (aus der Sicht der Bibel) nicht so entartet war. Im Bericht über Abraham liest man nur beiläufig vom Baalskult (z. B. 1. Buch Mose 14,5). Am Berg Sinai bei der Gesetzgebung für das Volk Israel wird bereits ein aktiver Affront gegen den Baalskult geboten. (2. Buch Mose 34, 12-14) Da die Religion der Israeliten viel Wert auf Familie und Ehe legte, war die Prostitution zu Ehren eines Gottes ein Ausdruck von Entartung. Außerdem waren die Kindsopfer, die später hinzukamen, ein Anlass, diesen Kult nicht neben der Anbetung ihres Gottes zu dulden. Wie auch aus der Bibel hervorgeht, wurden die Israeliten jedoch vom Baalskult beeinflusst.

Manchmal scheint aber auch Jahwe selbst als "Baal" (im Sinne von "Meister") angeredet zu werden, weswegen entscheidend ist, welcher Name hinter dem Wort für Herr, Gebieter oder Gott genannt wird.

Siehe auch


Literatur


  • Haussig, Hans W.: Wörterbuch der Mythologie Bd. I, Stuttgart 1965, S.253-273.
  • Gese, Hartmut: Die Religionen Altsyriens, Stuttgart 1970, S.119-134
  • Niehr, Herbert: Religionen in Israels Umwelt, Würzburg 1998, S.31-33
  • Neckel, Gustav: Die Überlieferungen vom Gotte Balder, Dortmund 1920
  • Cebulla, Frank: Schlange und Messias und andere mythologisch-kabbalistische Schriften, Hadit Verlag Kahla 2003.

Syrische Gottheit

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