Baal (hebr. בעל "Herr"; auch Bhaal, Bel (Bēl), vgl. Marduk) ist ein ursprünglich in Syrien verehrter kanaanäischer Wetter- und Fruchtbarkeitsgott. Er verkörpert Fruchtbarkeit, Sexualität und Leben. Das Wort Baal bedeutet zunächst einfach Herr, Meister, Besitzer, Ehemann, König oder Gott. Baal ist der allgegenwärtige Gott der kanaanäischen Götterwelt, jedoch nicht der Hauptgott (dieser heißt El). In der Bibel wird der Ausdruck Baal synonym als Name für eine Reihe von Lokalgottheiten verwendet; das Wort Baal erscheint jedoch auch öfter in seiner nichtreligiösen Bedeutung. Mit Baal gleichgesetzt wurde oft der ägyptische Donnergott Hadad; Hadad oder Had ist bis hin zu den Hethitern ein sehr bedeutender Gott des Vorderen Orients und des Alten Ägyptens gewesen.
Die Ursprünge der Verehrung von Baal gehen möglicherweise auf die einst im Nil-Delta ansässigen Seefahrer der Hyksos sowie deren Niederlassung in Ugarit zurück. Im Laufe der Zeit verdrängte er den im syrisch-kanaanäischen Raum vorher verbreiteten Fruchtbarkeitsgott Dagan; er heißt daher auch Sohn des Dagan.
Der für Wasser, Brot, Wein, Öl, Kräuter und ihr Gedeihen verantwortliche Gott ist in einer bäuerlichen Kultur von besonderer Bedeutung. Die gleichen Motive des zitierten Hymnus finden sich auch für Jahwe in Psalm 65. Baal wurde besonders in Nordisrael über hunderte Jahre verehrt, was sich u.a. durch die Kritik der biblischen Propheten an dieser Praktik belegen lässt.
In den Ras-Schamra-Texten (Ras-Schamra ist die heutige Stadt, die auf den Ruinen Ugarits liegt) wird Baal als Zabul (Fürst), Herr der Erde und als Wolkenreiter bezeichnet. Er wird als Gott mit einer Keule in der rechten Hand und einem flammenden Speer, dem Blitzgeschoß, in seiner linken Hand gezeigt. Ein gehörnter Helm, als Stiersymbol, soll anzeigen, dass er der Fruchtbarkeitsgott ist.
Festgestellt wurde, das die landwirtschaftlich orientierten Kanaaniter durch religiöse Feste ihren Gott, der im Winter schlief, wieder auf den Thron zu heben suchten. Um mit seiner Gemahlin vereint zu werden, wurden große Fruchtbarkeitsriten gefeiert. Man kann auch sagen, dass das eine Art Sexorgie war, da hier die Fruchtbarkeit durch ein ausschweifendes Fest gefeiert wurde. Eine umstrittene Theorie besagt, dass die Frühjahrsfeste des Baalskultes unserem heutigen Karnevalfest ähneln.
Vergleicht man historische Aufzeichnungen und Ausgrabungen mit den Aussagen der Bibel, hatte fast jede Stadt einen eigenen Tempel. Es gab die heiligen Pfähle, die als Phallussymbol angesehen wurden. Auf den Höhen (Hügel) und auf den Hausdächern wurde gebetet. Nach der Bibel waren auch Kinderopfer üblich.
Oft erhielt er den Beinamen einer Region: z.B.
In den Kultstätten des Baal wurde Tempelprostitution betrieben. Die Göttin Anat galt als Schwester und Gefährtin des Baal. Siehe auch Astarte.
Symbole des Baal sind ein junger Stier, die Schlange (wie die Schlange sich immer wieder häutet, erneuert sich auch die Natur).
Die Entwicklung des Glaubens ist sehr interessant, da die Bibel und die Archäologie beschreiben, dass zur Zeit Abrahams der Glaube (aus der Sicht der Bibel) nicht so entartet war. Im Bericht über Abraham liest man nur beiläufig vom Baalskult (z. B. 1. Buch Mose 14,5). Am Berg Sinai bei der Gesetzgebung für das Volk Israel wird bereits ein aktiver Affront gegen den Baalskult geboten. (2. Buch Mose 34, 12-14) Da die Religion der Israeliten viel Wert auf Familie und Ehe legte, war die Prostitution zu Ehren eines Gottes ein Ausdruck von Entartung. Außerdem waren die Kindsopfer, die später hinzukamen, ein Anlass, diesen Kult nicht neben der Anbetung ihres Gottes zu dulden. Wie auch aus der Bibel hervorgeht, wurden die Israeliten jedoch vom Baalskult beeinflusst.
Manchmal scheint aber auch Jahwe selbst als "Baal" (im Sinne von "Meister") angeredet zu werden, weswegen entscheidend ist, welcher Name hinter dem Wort für Herr, Gebieter oder Gott genannt wird.
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