BRM (Abkürzung für British Racing Motors) war ein britischer Formel 1-Konstrukteur, der vor allem in den 1960ern erfolgreich war. 1962 wurde Graham Hill Weltmeister, im gleichen Jahr gewann man auch den Konstrukteurstitel.
Die Anfänge
Die Firma BRM wurde 1947 vom britischen Rennfahrer
Raymond Mays und Peter Berthon gegründet. Die Grundidee dahinter war, verschiedene britische Firmen zu einem Motorsportprojekt zu vereinen in einer Zeit, als italienische und französische Marken den Rennsport dominierten. Rund 100 Firmen beteiligten sich darin, so lieferte
Rolls Royce die Kompressoren für das erste Modell, den P15, der von einem 1,5-Liter-V16-Motor angetrieben wurde. Zahlreiche technische Probleme verzögerten jedoch das von der britischen Bevölkerung enthusiastisch erwartete Debut.
1951 bis 1957 – Die ersten Auftritte
1950 kam es bei einem nicht zur WM zählenden Rennen in
Silverstone zum Debut, doch
Raymond Sommer schied bereits beim Start aus. Zwar gewann
Reg Parnell im Herbst ein schwach besetztes Rennen in
Goodwood, dennoch zog man sich wieder zurück, um den Wagen weiterzuentwickeln. Seinen ersten WM-Auftritt feierte BRM beim
GP von Großbritannien 1951: Reg Parnell erreichte immerhin Rang 5, allerdings mit 5 Runden Rückstand. In den Jahren 1952 und 1953 wurde die Formel 1 mit dem früheren
Formel 2-Reglement ausgetragen, BRM verzichtete auf die Entwicklung eines solchen Fahrzeuges und trat nur bei wenigen Nicht-WM-Läufen an. Erst 1955 kehrte man mit dem neuen P25 an die Rennstrecken zurück. In den
Formel-1-Saisonen 1956 und
1957 bestritten unter anderem
Mike Hawthorn,
Tony Brooks und
Ron Flockhart vereinzelt Rennen, zu WM-Punkten reichte es aber noch nicht.
1958 bis 1961 – Erste Erfolge
In der
Formel-1-Saison 1958 gelangen die ersten Erfolge,
Harry Schell und
Jean Behra belegten beim GP der Niederlande die Plätze zwei und drei; weitere regelmäßige Ankünfte in den Punkterängen ergaben am Ende den vierten Rang der Konstrukteurs-WM. In der
Saison 1959 konnte
Jo Bonnier beim GP der Niederlande den ersten Sieg der Briten in einem WM-Lauf feiern. Anfang der
Formel-1-Saison 1960 kam mit
Graham Hill der erfolgreichste BRM-Pilot zum Team, der neue P48 war jedoch noch zu defektanfällig, außer vereinzelten Punkteplätzen waren dem Team wenig Erfolge beschieden. Noch schlechter verlief das
Jahr 1961, und Teambesitzer Alfred Owen forderte Erfolge und drohte mit dem Ende des Rennstalls.
1962 – Der Triumph
In der
Saison 1962 stieß
Richie Ginther zum Team, und gemeinsam mit Stammfahrer Graham Hill konnten sie mit dem Gewinn des Konstrukteurstitels den größten Erfolg in der Geschichte des Teams feiern. Mit Siegen in den Niederlanden, Deutschland, Italien und Südafrika wurde Hill auch Fahrer-Weltmeister.
1963 bis 1965 – Abonnement auf Platz 2
Nach den Siegen wurde BRM zum gefragten Motorlieferanten und so fuhren mehrere Teams mit BRM-Triebwerken. Im
Jahr 1963 musste man sich allerdings dem überragenden
Jim Clark im
Lotus geschlagen geben, ebenso 1964
John Surtees im
Ferrari. Graham Hills Siege führten jedesmal zu Rang 2 in der Konstrukteurs-WM. In der
Saison 1965 konnte der spätere dreimalige Weltmeister
Jackie Stewart auf BRM eine erste Talentprobe seines Könnens abliefern. Hills Siege in Monaco und den USA und Stewarts Triumph in Italien ergaben erneut Platz 2 in der Fahrer- (Hill) und Konstrukteurs-WM.
1966 bis 1969 – Der beginnende Niedergang
Die
Formel-1-Saison 1966 brachte ein neues Motorenreglement und der neue P83 mit dem neuentwickelten
H-16 Motor BRM 75 war unausgreift – außer einem Sieg Hills auf seiner Lieblingsstrecke Monaco gab es wenig Grund zum Jubeln. Ende der Saison verließ Hill das Team und wurde durch
Mike Spence ersetzt, doch 1967 brachte nur 2 Podiumsplätze von Stewart in Belgien und Frankreich. Nach auch Stewart weggegangen war, sah die
Saison 1968 die Fahrerpaarung
Richard Attwood und
Pedro Rodriguez: zwei zweite und zwei dritte Plätze ergaben Rang 5 der Konstrukteurs-WM. Noch schlechter war 1969, als
John Surtees und
Jackie Oilver lediglich einen dritten Platz und zwei weitere Zielankünfte notieren konnten.
1970 bis 1974 – Das letzte Aufbäumen
1970 übergab Alfred Owen die Teamleitung seiner Schwester Jean Stanley, und
Pedro Rodriguez konnte beim
GP von Belgien 1970 den ersten BRM-Sieg seit vier Jahren bejubeln. In der
Saison 1971 gelangen mit
Jo Sifferts Sieg in Österreich und
Peter Gethins Erfolg in Italien erneut zwei Siege, doch verunglückte der Schweizer Siffert Ende des Jahres in
Brands Hatch tödlich. Er blieb der einzige Pilot, der den Tod am Steuer eines BRM fand. 1972 kam
Jean-Pierre Beltoise zum Team und konnte in Monaco gewinnen – es sollte der letzte BRM-Sieg gewesen sein. Der junge Österreicher
Niki Lauda bestritt neben Beltoise und
Clay Regazzoni die
Saison 1973 am Steuer der Briten und konnte dabei immerhin
Enzo Ferrari auf sich aufmerksam machen – für die Italiener wurde er später zweimal Weltmeister. 1974 holte BRM noch den siebten Rang der Konstrukteurs-WM, mit dem 2. Platz in Südafrika konnte Beltoise das letzte Erfolgserlebnis der Briten sicherstellen.
1975 bis 1977 – Das Ende
Nach dem Tod Alfred Owens 1974, der das Team stets großzügig finanziell unterstützt hatte, ging BRM in Konkurs. Unter dem Namen Stanley-BRM versuchte man 1975 einen Neubeginn, die Piloten
Mike Wilds und
Bob Evans holten jedoch 1975 keinen einzigen Punkt Nach einer Pause 1976 verkündete man für 1977 die Rückkehr. Der neuentwickelte P207 geriet jedoch zum Flop und nachdem man es meist nicht geschafft hatte, sich für das Rennen zu qualifizieren, verschwand das Team Ende 1977 von der Motorsportbühne.
Fazit
Mit 17 Siegen bei WM-Läufen liegt BRM auf Platz 8 der ewigen Bestenliste und hat mit
Graham Hill auch einen Fahrer- und einen Konstrukteurstitel zu Buche stehen. Der erste international agierende britische Rennstall nach dem
Zweiten Weltkrieg öffnete auch späteren Teams wie
Lotus und
Cooper die Tür und hat das Verdienst, den späteren Weltmeistern
Jackie Stewart und
Niki Lauda den Weg nach oben gebahnt zu haben.
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