| Bombardier TRAXX | |
|---|---|
| Db-146207-00 c.jpg | |
| Nummerierung | |
| Hersteller | Adtranz, Bombardier |
| Indienststellung | seit 1997 |
| Achsformel | Bo'Bo' |
| Dienstmasse | 80,0/82,0*/85,0** t |
| Achslast | 20,0/20,5*/21,3** t |
| Länge über Puffer | 18.900 mm |
| Höchstgeschwindigkeit | 140/160* km/h |
| Stromsystem | 15 kV/16,7 Hz 15 kV/16,7 Hz; 25 kV/50 Hz** |
| Anzahl der Motoren | 4 |
| Antrieb | Tatzlager**/*** Hohlwelle* |
| Stundenleistung | 4.200 kW 5.600*** kW |
| Leistungskennziffer | 52,5/51,2*/49,4**/65,9*** kW/t |
| Dauerleistung | 4.200 kW |
| Anfahrzugkraft | 300 kN |
| Zugsicherung | LZB |
| Bremsbauart | |
| Variante (ohne Stern) | BR 145 (?) |
| Variante * | BR 146 |
| Variante ** | BR 185 |
| Variante *** | BR 185 ab Nr. 050 mit Leistungssteigerung auf 5600 kW durch Software-Update |
Bombardier TRAXX heißt eine Typenfamilie elektrischer Lokomotiven für den Einsatz im mittelschweren Güter- und Personenzugverkehr und teilweise auch im grenzüberschreitenden Verkehr. Sie werden von der deutschen Abteilung der Firma Bombardier Transportation hergestellt. Diese besteht in dem organisatorischen Zusammenschluss der früheren Firmen Waggonfabrik Talbot, Deutsche Waggonbau AG (DWA) und ABB Daimler Benz Transportation bzw. Adtranz.
Der Hersteller benennt die unterschiedlichen Varianten nach folgendem Schema:
Bei der Deutschen Bahn AG werden TRAXX-Lokomotiven als Baureihen 145, 146 und 185, bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) als Baureihen Re 481, Re 482 und Re 484, bei der Lötschbergbahn (BLS) als Re 485 und von der Luxemburgischen Staatsbahn CFL als 4000 geführt.
Die Baureihe 145 TRAXX F150 AC geht auf den Prototypen 12X zurück, den AEG Hennigsdorf 1994 der Öffentlichkeit vorstellte und als 128 001 bei der DB erproben ließ. Die dabei gemachten Erfahrungen flossen in die Baureihe 145 ein, die dann 1997 auf den Schienen stand. Ab 15. Januar 1998 lag die Bauart-Zulassung des Eisenbahn-Bundesamtes vor, so dass die Serienlieferung von zunächst 80 Loks beginnen konnte, die in den Adtranz-Werken in Hennigsdorf (10 Stk.) und Kassel (70 Stk.) gebaut wurden. Buchmäßig sind sie alle im Betriebshof Seddin beheimatet (dort finden die mittelgroßen Wartungen und Reparaturarbeiten statt) und werden von dort aus deutschlandweit für DB Cargo eingesetzt. Ein geplanter Folgeauftrag unterblieb zu Gunsten der Zweisystemvariante BR 185 TRAXX F140 AC.
Diese umgerüsteten 145er konnten trotzdem nur ein Provisorium sein, daher gab DB Regio beim Hersteller Bombardier eine spezielle Variante der BR 145 für den Nahverkehr in Auftrag, die als Baureihe 146 eingenummert wurde. Größter Unterschied zur BR 145 ist der für 160 km/h zugelassene Hohlwellen-Antrieb anstelle des Tatzlager-Antriebs der Baureihe 145 (die Nahverkehrs-145er durften mit Ausnahmegenehmigungen 160 km/h laufen) und der unübersehbare Zugzielanzeiger. Die Beschaffung der ersten Serie erfolgte mit finanzieller Unterstützung der späteren Einsatzländer Rheinland-Pfalz bzw. Nordrhein-Westfalen.
In den Jahren 2001 bis 2002 wurden insgesamt 31 Loks an DB Regio geliefert. Die Loks waren den Standorten Ludwigshafen, Köln und Dortmund zugeteilt. Im Jahr 2006 wurden die 146.0 von Rheinland-Pfalz an DB Regio NRW übergeben. Jetzt sind alle 146.0 in NRW unterwegs. Eine 2. Bauserie TRAXX P160 AC1 wurde in den Jahren 2003 bis 2005 ausgeliefert. Diese Loks sind eine Variante der Baureihe 185. Daher hat DB Regio diese Loks als 146.1 eingeordnet. Beheimatet sind die 42 Maschinen in Braunschweig, Freiburg und Frankfurt sowie bei metronom in Uelzen. Eine 3. Bauserie TRAXX P160 AC2, die seit Juli 2005 ausgeliefert wird, übernimmt die mit der 185.2 eingeführten Änderungen und wird als 146.2 eingeordnet. Die 51 bestellten Maschinen sollen bei DB Regio in Stuttgart, Freiburg und Nürnberg, sowie bei metronom und der NOB beheimatet werden.
Auf Grund der wachsenden internationalen Aktivitäten von Railion (damals noch DB Cargo) wurde für neue Güterzugelloks Zweisystemfähigkeit für 25 kV/50 Hz gefordert, um mit den Loks auch Frankreich, Luxemburg und Dänemark anfahren zu können. Die bestehende Option auf weitere Lokomotiven der Baureihe 145 wurde daher entsprechend abgewandelt wahrgenommen. Im Januar 2000 konnte der Hersteller Bombardier mit der 185 001 den Prototypen einer Mehrsystemvariante der BR 145 präsentieren. Technisch sind die 185er eine Weiterentwicklung der BR 145, und es flossen auch Erkenntnisse aus der Entwicklung der Baureihe 146 in die Loks mit ein. Insgesamt sollen 400 Stück beschafft werden - die Baureihe 185 wird damit zukünftig die am häufigsten auf deutschen Gleisen anzutreffende Elektrolokomotive sein. Mit ihr werden die alten Loks der Baureihe 140 ersetzt. Da die Loks aus Platzgründen nicht die Zugsicherungseinrichtungen für alle denkbaren Einsatzländer tragen können, werden sie bei Anlieferung bzw. später bei Bedarf mit bestimmten "Paketen" ausgerüstet. Bereits vorhanden ist gegenwärtig ein "Schweiz-Paket", bestehend aus der schweizerischen Zugsicherung Integra, schmalen Stromabnehmerwippen sowie weiteren Schweiz-spezifischen technischen Einrichtungen, eine Version für den Verkehr nach Frankreich, aber auch eine nur in Deutschland und Österreich einsetzbare Version mit nur 2 Stromabnehmern. Geplant ist ein "Nord-Paket" mit den Zugsicherungssystemen der skandinavischen Länder und weiterer dort vorgeschriebener Einrichtungen (u. a. auch Kochplatten für den Fall, dass ein Zug im Schneesturm stecken bleibt).
Inzwischen gibt es eine weitere Version der Baureihe 146, die 146.1 TRAXX P160 AC1, die technisch alle Neuerungen der Baureihe 185 gegenüber der 145 besitzt. Von außen sichtbar ist hiervon nur der neue Schienenräumer.
Seit 2005 wird beginnend mit der Betriebsnummer 185 201 eine überarbeitete Version der 185 ausgeliefert. Auffälligster Unterschied dieser zu den älteren Loks ist der veränderte, crash-optimierte Lokkasten, der dem der SBB Re 484 entspricht. Auch von dieser Baureihe 185.2 gibt es eine Nahverkehrs-Variante 146.2 TRAXX P160 AC2.
Die Baureihenfamilie 145 wird von zahlreichen privaten Bahngesellschaften im In- und Ausland verwendet. In Deutschland besitzen die Häfen und Güterverkehr Köln (HGK), die RAG, rail4chem und TX-Logistik mehrere Lokomotiven der Baureihe 145.
Die metronom Eisenbahngesellschaft, die den Verkehr zwischen Hamburg und Bremen sowie zwischen Hamburg und Göttingen über Uelzen und Hannover betreibt, benutzt dafür derzeit 10 Lokomotiven der Baureihe 146.1, die dem Land Niedersachsen gehören.
Die Baureihe 185 findet sich bei ConTrain, diversen Tochtergesellschaften von Connex, Hoyer RailSystem, LTE, RAG, rail4chem, TX-Logistik, OHE (Osthannoverschen Eisenbahnen) und der Leasinggesellschaft Locomotion Capital.
Bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) läuft die Zweisystemvariante 185 als Reihe Re 482. Die Re 482 soll im Güterverkehr die SBB Re 6/6 wie auch die SBB Re 460, welche heute Personenzüge zieht, ablösen. Inzwischen haben auch andere Gesellschaften in der Schweiz 185er im Bestand, namentlich die BLS (dortige Reihe 485) und die inzwischen insolvente Mittelthurgaubahn (MThB) als Reihe 486. Diese Loks waren als nur in Deutschland einsetzbare Loks der Reihe 481 im Bestand der SBB und wurden Ende 2005 an Mitsui verkauft. Die Mehrstromlokomotive für den Verkehr mit Italien erhielt die Bezeichnung Re 484. Ebenso besitzt die Luxemburgische Staatsbahn CFL einige Lokomotiven der Baureihe 185 mit Frankreich-Paket.
Zur Dachausrüstung gehören neben zwei Hochleistungs-Einholmstromabnehmern (mit Schleifleistenüberwachung) und den zugehörigen Überspannungsableitern die unter der Dachverkleidung verlegte Hochspannungsleitung, an die der Vakuum-Hauptschalter angeschlossen ist.
Die Stromzuleitung vom Hauptschalter führt noch vor dem Haupttransformator zu einem Oberspannungswandler zum Messen der Fahrleitungsspannung und einem Energiezähler, der eine genaue Abrechnung der vom Triebfahrzeug verbrauchten und rückgespeisten Energiemengen ermöglicht (bei älteren E-Loks muss der Verbrauch nach Laufleistung geschätzt werden).
Die vier Traktionswicklungen des Haupttransformators führen zu zwei Traktionsstromrichtern, die den Einphasen-Wechselstrom der Fahrleitung in Dreiphasen-Drehstrom umwandelt. Diese Umrichter integrieren als kompakte Einheit einen Vierquadrantensteller (4QS), einen Gleichspannungszwischenkreis und einen Pulswechselrichter. Am Ausgang der Pulswechselrichter liegt danach Drehstrom von einstellbarer Spannung und Frequenz an, mit dem die Fahrmotoren betrieben werden. Auch elektrisches Bremsen ist dadurch auf einfache Weise möglich: Da ein Pulswechselrichter und ein 4QS prinzipiell ähnlich aufgebaut sind, kann die beim Bremsen von den Motoren erzeugte generatorische Energie den umgekehrten Weg durch den Umrichter nehmen und wird anschließend ins Netz zurückgespeist. Der Energiezähler des Fahrzeugs berücksichtigt dies entsprechend. Die elektrische Ausrüstung der Baureihe 185 ist zusätzlich noch für den Betrieb bei 25 kV/50 Hz ausgelegt, aber sehr ähnlich aufgebaut.
Die Führerstände der Lokomotiven sind druckdicht ausgeführt, um störende Effekte bei Zugbegegnungen zu vermeiden. Die Führertische entsprechen dem DB-Einheitsführerstands-Standard. Da die Baureihe 185 auch im Ausland eingesetzt wird, und dort möglicherweise auch von nichtdeutschen Lokführern gefahren wird, wurde auf diesen Loks das sonst übliche analoge MFA, das den Geschwindigkeitsmesser, die Zugkraftanzeige sowie Leuchtmelder und die Anzeigeelemente der Automatischen Fahr-Bremssteuerung und der Linienförmigen Zugbeeinflussung integriert, durch einen Bildschirm ersetzt. Die Schalterbeschriftungen wurden durch Piktogramme ersetzt. Als weitere Anpassung wurde ein international einsetzbares Zugfunk-Gerät eingebaut.
Triebfahrzeug (Deutsche Bahn AG) | Triebfahrzeug (Schweiz) | Triebfahrzeug (Luxemburg) | TRAXX
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Bombardier TRAXX".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world