Die Gemeindenummer (auch Code-Nr., GEOSTAT-Nr. oder BFS-Nr. genannt) ist eine vom schweizerischen Bundesamt für Statistik mit dem Amtlichen Gemeindeverzeichnis im Jahre 1986 vergebene Zahl, die der eineindeutigen Bezeichnung von territorialen Einheiten im Einzugsbereich der Schweiz dient. Das Pendant in Deutschland und Österreich nennt sich Gemeindeschlüssel.
In der Regel sind dies die politischen Gemeinden, es kann sich jedoch auch um Gebiete unter rein kantonaler Oberhoheit (v.a. Seen) oder um so genannte Kommunanzen (gemeinsame Hoheitsrechte mehrerer Gemeinden) handeln (s. unten).
Zu rein statistischen Zwecken wurde auch den Gemeinden des Fürstentums Liechtenstein, sowie einigen Orten in Deutschland (Konstanz südlich des Seerheins und der Enklave Büsingen) und Italien (Enklave Campione) Nummern zugeteilt. Die Vergabe solcher Nummern begründet keinen Besitzanspruch.
Allgemeines
Die Nummernvergabe erfolgt nach der Aufzählung der
Kantone in Artikel 1 der
Bundesverfassung, innerhalb der Kantone nach
Bezirken und weiter alphabetisch nach
Gemeindenamen. Gemeinden von Kantonen ohne Bezirke wurden fortlaufend durchnummeriert. Die Gemeindenummer besteht aus einer Zahl von ein bis vier Ziffern.
Ausnahmen von der Regel deuten auf spätere Änderungen (nach 1986) hin.
Die Gemeindenummer wird nicht nur als Schlüssel für alle statistischen Auswertungen verwendet, sondern auch für viele weitere Anwendungen, z.B. im Strassenbau für die Brückenbezeichnungen.
Nummernbereiche
Es wurden folgende Kantonsnummern vergeben:
- 1 Zürich | 2 Bern | 3 Luzern | 4 Uri | 5 Schwyz | 6.1 Obwalden | 6.2 Nidwalden | 7 Glarus | 8 Zug | 9 Freiburg / Fribourg | 10 Solothurn | 11.1 Basel-Stadt | 11.2 Basel-Landschaft | 12 Schaffhausen | 13.1 Appenzell-Ausserrhoden | 13.2 Appenzell-Innerrhoden | 14 Sankt Gallen | 15 Graubünden / Grigioni | 16 Aargau | 17 Thurgau | 18 Ticino | 19 Vaud | 20 Wallis / Valais | 21 Neuchâtel | 22 Genève | 23 Jura
- Achtung, in anderen Statistiken des BfS erscheinen die folgenden Kantonsnummern (mit Halbkantonen, welche ganze Nummern haben): 1 Zürich | 2 Bern | 3 Luzern | 4 Uri | 5 Schwyz | 6 Obwalden | 7 Nidwalden | 8 Glarus | 9 Zug | 10 Freiburg/Fribourg | 11 Solothurn | 12 Basel-Stadt | 13 Basel-Landschaft | 14 Schaffhausen | 15 Appenzell-Ausserrhoden | 16 Appenzell-Innerrhoden |17 Sankt Gallen | 18 Graubünden/Grigioni | 19 Aargau | 20 Thurgau | 21 Tessin/Ticino | 22 Waadt/Vaud | 23 Wallis/Valais | 24 Neuenburg/Neuchâtel | 25 Genf/Genève | 26 Jura
Die Kantone haben die nachfolgenden Gemeindenummernbereiche zugeteilt erhalten:
- Kanton Zürich: 0001-0261 | Kanton Bern: 0301-0996 | Kanton Luzern: 1001-1150 | Kanton Uri: 1201-1220 | Kanton Schwyz: 1301-1375 | Kanton Obwalden: 1401-1407 | Kanton Nidwalden: 1501-1511 | Kanton Glarus: 1601-1629 | Kanton Zug: 1701-1711 | Kanton Freiburg: 2001-2336 | Kanton Solothurn: 2401-2622 | Kanton Basel-Stadt: 2701-2703 | Kanton Basel-Landschaft: 2761-2895 | Kanton Schaffhausen: 2901-2974 | Kanton Appenzell Ausserrhoden: 3001-3038 | Kanton Appenzell Innerrhoden: 3101-3111 | Kanton St. Gallen: 3201-3444 | Kanton Graubünden: 3501-3987 | Kanton Aargau: 4001-4323 | Kanton Thurgau: 4401-4951 | Kanton Tessin: 5001-5322 | Kanton Waadt: 5401-5939 | Kanton Wallis: 6001-6300 | Kanton Neuenburg: 6401-6511 | Kanton Genf: 6601-6645 | Kanton Jura: 6701-6806
Beispiele
Kanton Zürich
Kanton Bern
Liste der BFS-Nr nach Gemeinden
Eine externer Link zur Aufstellung der Gemeindenummern der wichtigsten Gemeinden und Ortschaften der Schweiz ist unter:
WikiProjekt Schweiz/Gemeindenummer abgelegt.
Spezialgebiete
Zwischen Bezirken und Kantonen sind freie Bereiche belassen worden, die eine gewisse Flexibilität für Änderungen erlauben.
Gemäss Bundesamt für Statistik sind die unten aufgelisteten Spezialgebiete Teil des BFS-Nummerierungssystems, obwohl es sich bei diesen Gebieten nicht um Gemeinden handelt. Die Nummern dieser Gebiete dienen dazu, zusammen mit den kantonalen Seeanteilen die vollständige, d.h. lückenlose Fläche der Schweiz in Statistiken, geographischen Informationssystemen u.dgl. zu erheben bzw. darzustellen.
- Kommunanzen, d.h. Areale, die der Oberhoheit mehrerer Gemeinden unterstehen oder (mehrheitlich unbewohnte) Gemeinschaftsareale die nicht eindeutig einer einzelnen Gemeinde zugewiesen werden können:
- Areale ausserhalb der politischen Gemeinden der Schweiz. Dabei handelt es sich um
- ein einzelnes Landareal im Seebezirk des Kantons Freiburg, den Staatswald Galm (BFS-Nr.: 2391; bis 31. Dezember 2003: 2285), sowie um
- Seeareale, d.h. öffentliche Gewässer welche unmittelbar der Hoheit eines oder mehrerer Kantone unterstehen. Die 22 Seen, die keinen Bezirken, Kantonen oder Gemeinden zugeordnet sind, belegen Pseudo-Gemeinde-Nummern zwischen 9040 und 9757:
- Ausländische Areale, die im GEOSTAT eine Schweizer Gemeindenummer zugeteilt erhalten haben:
- die deutsche Stadt Konstanz (BFS-Nr.: 7111),
- die deutsche Enklave Büsingen (BFS-Nr.: 7101),
- die italienische Enklave Campione (BFS-Nr.: 7301 für den Landteil und 7302 für den Seeteil),
- die Gemeinden des Fürstentum Liechtenstein: Vaduz (BFS-Nr.: 7001), Triesen (BFS-Nr.: 7002), Balzers (BFS-Nr.: 7003), Triesenberg (BFS-Nr.: 7004), Schaan (BFS-Nr.: 7005), Planken (BFS-Nr.: 7006), Eschen (BFS-Nr.: 7007), Mauren (BFS-Nr.: 7008), Gamprin (BFS-Nr.: 7009), Ruggell (BFS-Nr.: 7010), Schellenberg (BFS-Nr.: 7011).
Schweizer Gemeinde
Gemeidenummer | Community Identification Number