Red Arrows 2.jpg]] Die BAE Hawk ist ein britischer Kampfjet, der vorwiegend als Trainingsflugzeug eingesetzt wird. Der Erstflug des Prototypen fand 1974 statt. Die Hawk wird bis heute von BAE Systems produziert.
In den 1960ern benötigte die britische Royal Air Force ein neues Flugzeug für die Ausbildung ihrer Kampfjetpiloten. Es sollte die in die Jahre gekommene Folland Gnat ablösen. Ursprünglich war die SEPECAT Jaguar für diese Aufgabe vorgesehen, doch diese erwies sich als zu kompliziert für das Anfängertraining. 1968 begann Hawker-Siddeley (heute BAE SYSTEMS) daher mit der Entwicklung eines simplen, zweisitzigen Kampfjets. Im Gegensatz zu der Folland Gnat sollte die Hawk nicht nur für den Luftkampf, sondern auch für leichte Bombenangriffe konzipiert sein, um die Trainingsmöglichkeiten zu erweitern. Eine Neuerung war, dass der hintere Pilotensitz erhöht ist, um eine bessere Sicht nach vorne zu ermöglichen. Dieses Konzept wurde später von vielen anderen Herstellern übernommen.
Der Erstflug des Prototypen erfolgte 1974, zwei Jahre später wurden die ersten Maschinen bei der Royal Air Force in Dienst gestellt. Insgesamt stehen heute noch 105 Hawks bei der RAF im Dienst. Der Jet bewährte sich sowohl im Training für den Luftkampf wie auch für Bombenangriffe. Durch die exzellenten Flugeigenschaften und eine höchstmögliche Manövrierbarkeit können Pilotenschüler sämtliche Flugmanöver durchführen, die auch auf größeren Kampfflugzeugen möglich sind. Obwohl die Hawk im regulären Flug nur im Unterschallbereich fliegen kann, ist die Konstruktion dennoch für eine Maximalgeschwindigkeit von Mach 1,2 ausgelegt. Dies ermöglicht es den Pilotenschülern im Sturzflug den Übergang in den Überschallbereich zu üben. Die Royal Navy übernahm in den 1990ern zwölf Hawks von der RAF. Diese simulieren bei Luftabwehrübungen britischer Kriegsschiffe angreifende Kampfflugzeuge.
Weltweite Bekanntheit erlangte die BAE Hawk durch die Kunstflugstaffel der RAF, die Red Arrows. Diese setzt seit 1980 neun rot lackierte Hawks bei ihren Flugvorführungen ein.
Die Hawk T.1 ist die Grundversion, die 1976 in Dienst gestellt wurde. Insgesamt wurden 176 Maschinen von der RAF geordert. Von 1983 bis 1986 wurden 88 dieser Maschinen für den Einsatz von AIM-9 Sidewinder Raketen umgerüstet. Diese Version erhielt die Bezeichnung T.1A. Seit 2001 werden die Hawk T.1 Flugzeuge umgerüstet, wobei Teile des Rumpfes ausgetauscht werden. Diese sollen das Gewicht der Maschinen reduzieren und zusätzlichen Stauraum für Waffen bzw. zusätzliche Tanks schaffen.
Die Hawk 50 war für den Export bestimmt. Sie unterscheidet sich nur geringfügig von der T.1. Der wesentliche Unterschied besteht in der Bewaffnung, da Finnland, Kenia und Indonesien den Jet vorwiegend als Kampfjet und nicht als Trainingsflugzeug einsetzen wollten. Insgesamt wurden 89 Maschinen an diese drei Staaten ausgeliefert.
Auf der Basis der Hawk 50 wurde die Hawk 60 entwickelt. Sie verfügt über modernere Triebwerke und einen modifizierten Rumpf, durch den das Gewicht der Maschine deutlich reduziert wird. Die maximale Waffenlast liegt hierdurch etwa 500 kg über der der Hawk 50/T.1.
Die Schweizer Luftwaffe bestellte 1987 20 Hawk Mk-66 als Schulungsflugzeuge, die zwischen 1990 und 1991 ausgeliefert wurden. Im Dezember 2002 wurde der letzte Hawk der Schweizer Luftwaffe außer Dienst gestellt.
Die Hawk 100 ist die jüngste Weiterentwicklung der Hawk 50. Sie verfügt eine zusätzliche Infrarotkamera im Rumpf und neue Flügel. Durch das neue HOTAS-System wird die Steuerung der Maschine trotz zusätzlicher Elektronik erleichtert.
Die jüngsten Versionen der Hawk wurden seit Mitte der 1990er entwickelt. Durch neue Werkstoffe und modernste Elektronik haben sie kaum noch etwas mit der ursprünglichen T.1 gemeinsam. Die Jets sind für eine Lebensdauer von über 50 Jahren ausgelegt, mehr als doppelt so lange wie die Vorgängermodelle. Die Hawk 127 und 132 werden von Rolls Royce Adour 871 Triebwerken angetrieben, die Hawk 120 und 128 von den etwas leistungsstärkeren Adour 951. Die technische Ausstattung der vier Bauserien unterscheidet sich kaum, lediglich die Hawk 128 für die RAF hebt sich durch neue EFIS-Displays, wie sie auch beim Eurofighter Typhoon verwendet werden, von den anderen Versionen ab.
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Die Hawk 200 ist als einsitziges Kampfflugzeug für Indonesien, Malaysia und Oman konzipiert. Insgesamt wurden bisher 62 Maschinen geordert. Sie sind kostengünstige Multi-Role-Kampfjets, die vor allem die Hawk 50 und 60 ablösen sollen. Die technische Ausstattung basiert im wesentlichen auf der 120er Serie.
Die T-45 Goshawk wurde als trägergestützte Version für die US Navy entwickelt. Sie verfügt über einen Fanghaken für Trägerlandungen und ein verstärktes Bugfahrwerk für Katapultstarts. Zudem wurden die Flugeigenschaften in Geschwindigkeitsbereichen unter 200 km/h verbessert, um den langsamen Anflug auf Flugzeugträger zu ermöglichen. Die T-45 wird seit 1991 unter Lizenz von Boeing gebaut.
| Hawk 128: | - bgcolor="#DDDDDD" | Kenngröße | Daten | - bgcolor="#EEEEEE" | Länge | 11,96 m | - bgcolor="#EEEEEE" | Höhe | 4 m | - bgcolor="#EEEEEE" | Flügelspannweite | 9,39 m | - bgcolor="#EEEEEE" | Tragflügelfläche insgesamt | 16,69 m² | - bgcolor="#EEEEEE" | Antrieb | 1 x Rolls-Royce Adour Mk 951 Turbofan | - bgcolor="#EEEEEE" | Höchstgeschwindigkeit | 1038 km/h | - bgcolor="#EEEEEE" | Dienstgipfelhöhe | 12.240 m | - bgcolor="#EEEEEE" | Steigrate | 2835 m pro Minute | - bgcolor="#EEEEEE" | Reichweite | 1450 km (Überführungsreichweite: 3.100 km) | - bgcolor="#EEEEEE" | Max. Waffenlast | 3085 kg (Hawk T.1/50: 2450 kg) | - bgcolor="#EEEEEE" | Bewaffnung | 30 mm Bordkanone, AIM-9 Sidewinder, ASRAAM Luft-Luft-Raketen, CRV-7 Luft-Boden-Raketen, Freifallbomben, lasergesteuerte Bomben | - bgcolor="#EEEEEE" | Preis | ca. 15 Mio. € pro Flugzeug |
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