B. Traven (* vermutlich 1890; † 26. März 1969 in Mexiko-Stadt) ist das Pseudonym eines deutschsprachigen Schriftstellers, der während seiner Hauptschaffensperiode in Mexiko lebte, und vor allem durch sozialkritische Abenteuerromane weltweit bekannt wurde, darunter als zwei seiner Bekanntesten: Das Totenschiff und Der Schatz der Sierra Madre.
B. Traven hat seine wahre Identität und Herkunft während seiner Schriftstellerkarriere stets verborgen gehalten. Zu den weiteren Pseudonymen, die dieser Person zugeordnet werden, zählen u. a. Traven Torsvan, Torsvan Croves, Hal Croves, Berick Torsvan. Er starb als Amerikaner unter dem amtlichen Namen Bernhard Traven Torsvan, laut Papieren geboren am 25. Februar 1882 in „St. Francisco“.
B. Traven gilt als identisch mit einem deutschen Schauspieler, der seit 1907 unter dem Aliasnamen Ret Marut an deutschen Provinzbühnen spielte und Regie führte und ab 1916 in München lebte.
B. Traven hat im südlichen Mexiko unter Indianern gelebt und dort auch sein Frühwerk geschrieben. Er verneinte zwar diese Herkunftsgeschichte, doch zwei Tage nach seinem Tod bestätigte seine Witwe Rosa Elena Luján de Torsvan die Identität von B. Traven mit dem deutschen Schauspieler, Publizisten und Schriftsteller Ret Marut.
Die Angaben, die der Immigrant Torsten Torvan gegenüber den mexikanischen Meldebehörden machte, waren ganz bewusst so gewählt, dass sie eine Nachprüfung unmöglich machten. San Francisco wurde am 18. April 1906 fast völlig zerstört. Das drei Tage währende Feuer vernichtete die meisten amtlichen Unterlagen. Laut seinem Testament allerdings wurde er 1892 in Chicago geboren.
Der 1. Weltkrieg veranlasste Ret Marut, seine Staatsangehörigkeit zu ändern. Dreist ließ er seine „Staatsbürgerschaft“ auf der roten Meldekarte für Ausländer durchstreichen und durch „Amerika“ ersetzen. Problematisch wurde es für ihn allerdings, als auch die US-Amerikaner in den Krieg gegen Deutschland eintraten. Aber im Kampf Marut gegen die Behörden ging Marut auch diesmal eindeutig als Sieger hervor. .
Laut Traven-Forscher Rolf Recknagel handelt es sich bei dem Pseudonym Marut um ein Sturmwesen aus der indo-arischen Literatur. Im Rigweda heißt es:
Viele der unter dem Namen B. Traven erschienenen Werke spielen in Mexiko. In dieser Schaffensperiode wird Traven mit „Hal Croves“ identifiziert, einem (angeblich) in Chicago geborenen Amerikaner schwedischer Abstammung. Denn B. Travens Literaturagent, der 1948 beim Filmdreh von Schatz der Sierra Madre anwesend war, verwendete diese Identität.
B. Traven hat fast immer in deutscher Sprache veröffentlicht, ab Mitte der 1920er Jahre im Verlag der „Büchergilde Gutenberg“. Die von ihm selber erstellte englische Version des Totenschiffs enthält viele Germanismen, die es als unwahrscheinlich erscheinen lassen, dass seine Muttersprache Englisch war. Die deutsche Version hingegen wurde anhand von Anglizismen als Rückübersetzung erkenntlich und durch mecklenburgischen Wortschatz einem aus dieser Region stammenden Autor zugeordnet.
Die Weltbühne veröffentlichte am 15. September 1946 ein Interview mit Egon Erwin Kisch. Dort heißt es: . Der Biograf Karl S. Guthke lokalisierte Orte in der Nähe von Lübeck, gelegen an der Trave, die Travens Pseudonymen ähneln wie Gut Marutendorf bei Kiel, Traventhal bei Bad Segeberg, und nannte weitere Indizien für eine Verbindung dorthin. Und dort nehmen weitere Spekulationen über uneheliche, adelige Abstammung ihren Ausgang.
Mann | Autor | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Deutsch) | Schauspieler | Roman, Epik | Geboren 1882 | Gestorben 1969
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