| Basisdaten | |
|---|---|
| Gründungsdatum: | 13. Januar 1980 |
| Gründungsort: | Karlsruhe |
| Vorstandssprecher (Vorsitzende): | Reinhard Bütikofer, Claudia Roth |
| Politische Geschäftsführerin: | Steffi Lemke |
| Schatzmeister: | Dietmar Strehl |
| Vorsitzende der Bundestagsfraktion: | Renate Künast, Fritz Kuhn |
| Mitglieder: | 45.215 (Ende 2005) |
| Frauenanteil: | 37,2 Prozent |
| Staatliche Parteienfinanzierung: | 9.552.641,91 € (2005) |
| Parteigliederung: | 16 Landesverbände |
| Jugendorganisation: | Grüne Jugend |
| Anschrift: | Platz vor dem Neuen Tor 1 10115 Berlin |
| Website: | www.gruene.de |
| E-Mail-Adresse: | info@gruene.de |
Es wurde auf einer Bundesdelegiertenkonferenz im März 2002 in Berlin beschlossen und umfasst Eckpunkte grüner Positionen zu den Themen Ökologie, Demokratie und Wirtschaft. Im Detail geht es zum Beispiel unter anderem um die ökologische Steuerreform, nachhaltige Energienutzung, um Tierrechte und soziale Grundsicherung. Nach dreijähriger Debatte wurde hiermit das alte sogenannte "Saarbrücker Programm" von 1980 mit einer Mehrheit von 90 Prozent abgelöst. Erarbeitet wurde es von der Grundsatzprogrammkommission, die mittlerweile von der Grundsatzkommission unter der Leitung von Peter Siller ersetzt wurde.
Mit dem Grundsatzprogramm nahmen die Grünen Abschied von der Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus der NATO. Die eindeutig pazifistische Grundhaltung gaben sie spätestens 1999 auf, nachdem sie ihre Zustimmung zum Kosovo-Krieg gegeben hatten.
Kelly.jpg 1987 im Deutschen Bundestag]] Die Grünen entstanden in der alten Bundesrepublik Deutschland Mitte bis Ende der 1970er Jahre als Zusammenschluss von Gruppierungen vor allem aus den Neuen sozialen Bewegungen. Bei der Europawahl 1979 trat die Sonstige politische Vereinigung DIE GRÜNEN mit Petra Kelly und Herbert Gruhl als deren Spitzenkandidaten an und erreichte 3,2 Prozent der Stimmen. Am 13. Januar 1980 wurde dann in Karlsruhe die Bundespartei DIE GRÜNEN gegründet. Ihre politische Basis fand sich in den Schlagworten sozial, ökologisch, basisdemokratisch und pazifistisch. Das Selbstverständnis war das einer „Anti-Parteien-Partei“ (Petra Kelly). Der Erfolg der Grünen führte zu heftigen gesellschaftspolitischen Diskussionen.
Bei der Bundestagswahl 1987 bekamen die GRÜNEN 8,3 % der Zweitstimmen und 44 Sitze im Deutschen Bundestag.
Der Fall der Mauer und die Wiedervereinigung 1989/90 erwies sich auch für die Grünen als historischer Einschnitt. Für die Mehrheit der Grünen gab es vor dem Mauerfall keine Deutsche Frage; die Zweistaatlichkeit wurde nicht in Frage gestellt. Bei der Bundestagswahl 1990 warb die Partei dementsprechend mit dem Slogan „Alle reden von Deutschland. Wir reden vom Klima.“
1989 wurde die Grüne Partei der DDR gegründet. Ein Jahr später fusionierten Die Grünen und die Grüne Partei der DDR.
Nach der BSE-Krise im Januar 2001 wurde Andrea Fischer durch die SPD-Politikerin Ulla Schmidt ersetzt, dafür beerbte die Grüne Renate Künast den Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke als Ministerin für das um den Verbraucherschutz erweiterte Ressort Ernährung und Landwirtschaft.
Greens-DCP01355.jpg In der Legislaturperiode 1998-2002 wurden unter anderem die Ökosteuer (allerdings in einer gegenüber grünen Vorstellungen reduzierten Form), einige Reformen des Staatsbürgerschaftsrechts bezüglich der Erleichterung von Einwanderung, die Möglichkeit eingetragener Lebenspartnerschaften, der langsame Ausstieg aus der Atomenergie und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beschlossen. Kritik gab es an der Re-Militarisierung in der Außenpolitik mit der deutschen Beteiligung am Kosovo-Krieg und an vielen Kompromissen mit der SPD.
Kurz vor der Bundestagswahl 2002 wurde ein neues Grundsatzprogramm verabschiedet: "Die Zukunft ist grün". Es wurde auf einer Bundesdelegiertenkonferenz im März 2002 in Berlin beschlossen und umfasst Eckpunkte grüner Positionen zu den Themen Ökologie, Demokratie und Wirtschaft.
Bei der Bundestagswahl im September 2002 erreichten die Grünen 8,6 % der Stimmen; damit reichte es erneut für eine Regierungsbildung mit der geschwächten SPD. Christian Ströbele errang dabei im Berliner Wahlkreis 84 (Friedrichshain, Kreuzberg und Prenzlauer Berg-Ost) das erste Direktmandat für Bündnis 90/Die Grünen auf Bundesebene.
Analog zum Jugendverband Grüne Jugend gründete sich der Altenverband der Grünen, die "Grünen Alten" am 28. August 2004 in Berlin.
Grüne-Fraktionssitzung im Europaparlament.jpg Bei der Europawahl 2004 konnte die Partei einen der größten Wahlerfolge ihrer bisherigen Geschichte feiern; sie erreichte mit 3.079.728 Stimmen 11,94 %; in Berlin wurde sie zweitstärkste Partei, im ehemaligen Berliner Bezirk Kreuzberg bekam sie die absolute Mehrheit der Stimmen.
Im Sommer 2004 kam es beim Koalitionspartner SPD, nicht aber bei den GRÜNEN zu erheblichen Einschnitten bei Wahlumfragen.
Bei den Landtagswahlen am 19. September 2004 in Sachsen erreichten die Grünen 5,1 % und zogen damit das erste Mal seit 1998 wieder in ein Landesparlament der ostdeutschen Bundesländer (abgesehen von Berlin) ein. Bei den zeitgleichen Wahlen in Brandenburg verfehlte die Partei den Wiedereinzug ins Landesparlament. 1998 waren die Grünen auch in Sachsen-Anhalt an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert, nachdem sie schon vorher aus den anderen ostdeutschen Landesparlamenten gefallen waren.
Die Stilllegung des Kernkraftwerks Obrigheim mit dem 11. Mai 2005 sehen die Grünen als Erfolg ihrer Energie- und Umweltpolitik an, zumal dieses Atomkraftwerk bis zum Schluss im Gegensatz zu manchen Forschungs- und Versuchsreaktoren effizient, wirtschaftlich und nahezu ununterbrochen arbeitete. Der aufwändige Rückbau wird circa zehn Jahre benötigen und sichert einem Teil der Angestellten des Kernkraftwerks zumindest mittelfristig die Arbeitsplätze.
In der Bundestagswahl 2005 verfehlte die Partei mit 8,1 % der Stimmen ihr Ergebnis von 2002 knapp, verlor jedoch die Regierungsbeteiligung an die CDU/CSU, da eine Große Koalition gebildet wurde. Mit 51 Sitzen bilden die Grünen nunmehr neben FDP und Linkspartei die kleinste der drei Oppositionsfraktionen im Deutschen Bundestag.
Hochburgen der Grünen sind Großstädte wie Aachen, Berlin (vor allem Kreuzberg), Hamburg, München, Köln, Frankfurt und Stuttgart sowie Universitätsstädte wie Freiburg im Breisgau, Oldenburg (Oldb), Tübingen, Marburg, Heidelberg, Münster und Göttingen. Dagegen hat die Partei im ländlichen Raum und vor allem in den ostdeutschen Bundesländern geringere Stimmenanteile.
Unter anderem aufgrund der Frauenquote ist Bündnis 90/Die Grünen unter den etablierten Parteien die Partei mit dem höchsten Frauenanteil unter den Mandats- und Amtsträgerinnen und -trägern. Die Grünen betrachten diese Frauenquote als notwendig, um die Benachteiligung von Frauen aktiv zu bekämpfen und den Anteil von Frauen an der Politik zu erhöhen. Da die Politik von Männerbünden durchsetzt sei, die Frauen ausschlössen und ihren Aufstieg behinderten, sei die Quotierung bis zur Erreichung eines ausgeglichenen Verhältnisses von Männern und Frauen in der Politik notwendig.
Die Quote ist ein Thema, das auch innerhalb der grünen Partei immer wieder heiß diskutiert wird. Teilweise werden die Quotenregelungen als Diskriminierung von Männern, als umgekehrter Sexismus angesehen. Teile der Grünen Jugend – etwa der Landesverband Baden-Württemberg – setzen sich für eine Geschlechterquote ein, die genau die Hälfte der Plätze für Frauen und die Hälfte der Plätze für Männer reserviert.
Die damaligen Vorstandsvorsitzenden Claudia Roth und Fritz Kuhn traten im Dezember 2002 zur Neuwahl des Vorstands nicht wieder an, nachdem der Parteitag einen Antrag auf Abschaffung der Trennung von Amt und Mandat mit knapper Sperrminorität abgelehnt hatte. Bei der Wahl zum Bundesvorstand im Oktober 2004 in Kiel wurde Claudia Roth jedoch wieder gewählt. Da eine Urabstimmung zu dieser Problematik die bisher strikte Regelung gelockert hatte und nun Mitglieder des Bundestages (MdB) auch bei den Grünen Vorstandsämter übernehmen können, konnte sie wieder Parteivorsitzende werden, ohne ihr Bundestagsmandat abgeben zu müssen.
Bdk-oldenburg-2005-kuenast.jpg Der Bundesvorstand wird von der Bundesdelegiertenkonferenz für zwei Jahre gewählt.
Die Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Reinhard Bütikofer sowie die Politische Geschäftsführerin Steffi Lemke gehören dem Gremium aufgrund ihres Amtes an. Die übrigen der bis zu 16 Mitglieder werden von der Bundesdelegiertenkonferenz gewählt. Zwölf der aktuellen Parteiratsmitglieder haben ein Bundestags- oder Landtagsmandat oder sind Minister.
Mitglieder des Parteirats sind zur Zeit:
Zu vielen Politikfeldern gibt es Bundesarbeitsgemeinschaften (BAG). Diese haben das Ziel, die inhaltliche und politische Arbeit ihres Themengebietes in der Partei und ihren verschiedenen Gremien zu entwickeln, zu vernetzen und die Zusammenarbeit mit (Fach-) Verbänden, Initiativen und wissenschaftlichen Institutionen zu koordinieren.
Die BAGen organisieren sich in fünf Fachbereichen, die der Struktur der Arbeitskreise der grünen Bundestagsfraktion entsprechen. Die Bundesarbeitsgemeinschaften haben Antragsrecht auf Bundesversammlungen und auf dem Länderrat.
In den Landesverbänden gibt es Landesarbeitsgemeinschaften, die Delegierte in die entsprechende BAGen entsenden.
Siehe auch: Grün-Alternative Liste (GAL)
Im 16. Deutschen Bundestag ist die Partei mit 51 Abgeordneten vertreten, das einzige Direktmandat errang Hans-Christian Ströbele im Berliner Wahlkreis Friedrichshain - Kreuzberg - Prenzlauer Berg-Ost.
Bündnis 90/Die Grünen | Deutsche Partei
Bündnis 90/Die Grünen | Alliance '90/The Greens | Bündnis 90 / Die Grünen | اتحاد ۹۰/سبزها | Bündnis 90/Die Grünen | Alliance 90 / Les Verts | Alleanza '90 - I Verdi | 緑の党 (ドイツ) | 독일 녹색당 | Bündnis 90/Die Grünen | Związek 90/Zieloni | Партия Зелёных (Германия) | Bündnis 90/Die Grünen | 德国绿党
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Bündnis 90/Die Grünen".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world