Als Bühnenbild bezeichnet man die optische Gestaltung eines szenischen Raumes, andererseits dessen Material, also sämtliche Einrichtungen, Malereien, Bauten und Möbel, aus denen es besteht. Bühnenbilder werden für Theater- und Opern
Je nach Bedarf und Form der Aufführung haben sie verschiedene Funktionen: von illustrierender Dekoration, die oft Texte bebildert, über subjektive Architektur, die szenische Vorgänge befördert und beeinflusst, bis zur Rauminstallation, die eine szenische Anordnung ermöglicht. Dabei kann ein Bühnenbild die szenische Handlung räumlich (Zimmer, Stadtplatz, Landschaft etc.) und zeitlich (historisch, zeitgenössisch etc.) definieren.
Bühnenbilder werden von Bühnenbildnern entworfen und in der Ausführung überwacht. An größeren Spielstätten werden sie von den hauseigenen Werkstätten hergestellt, für kleine Theater, die über keine eigenen Werkstätten verfügen, oder besondere Aufführungen wie Installationen im öffentlichen Raum arbeiten eigens zusammengestellte Handwerkerteams.
Nach Textanalyse und Recherchen erstellen Bühnenbildner Entwürfe. Diese Skizzen werden oft in maßstabsgetreue Modelle umgesetzt, in denen zuverlässig die Raumwirkung und die technischen und szenischen Vorgänge simuliert werden können. In weiterer Zusammenarbeit mit Regieteam, Kostümbildner und Dramaturgen wächst ein visuelles Konzept heran, das die vom Regisseur beabsichtigte Wirkung der Inszenierung stützt. Diese Phase der Vorbereitung kann zuweilen länger als ein Jahr vor der Premiere beginnen.
Um die Originalmaße, den Eindruck und die Umbauten während der Aufführung vor Ort zu diskutieren, wird überwiegend in Deutschland eine Bauprobe durchgeführt: mit alten Dekorationsteilen, Stoffen, Latten und Standardbauteilen werden auf der Bühne die Grundmaße des Entwurfes improvisiert. Proportionen, Farben, Beleuchtung etc. können so in Originalgröße überprüft und technische Details geklärt werden.
Nach den letzten Änderungen des Entwurfs werden vom Bühnenbildner, seinem Assistenten und vom technischen Stab (Technischer Leiter bzw. Konstruktionsbüro) technische Zeichnungen erstellt, nach denen Werkstätten die Dekorationsteile herstellen können.
Der Bühnenbildner betreut zusammen mit seinem Assistenten, dem Bühnenmeister, der technischen Leitung und dem Werkstattleiter den jetzt beginnenden Umsetzungsprozess in den Werkstätten. Gleichzeitig muss er – in Zusammenarbeit mit dem Requisiteur – Möbel und Requisiten aussuchen oder entwerfen und herstellen lassen.
Zu Beginn der Probenarbeit stellt der Bühnenbildner mit den übrigen Mitgliedern des Regieteams dem Ensemble das Aufführungskonzept vor, üblicherweise anhand des Modells.
Sind die Dekorationsteile fertig, werden sie in der Technischen Einrichtung auf der Bühne zusammengesetzt. Bei diesem ersten Aufbau werden Details angepasst und der Bühnenbildner sieht zum ersten Mal die komplette Dekoration auf der Bühne. Nach der Einrichtung können in Ausnahmefällen Änderungen vorgenommen werden. Hier spielen die zeitliche Planung, die finanziellen Mittel, die Werkstattkapazität des Theaters sowie die Qualität der Planung und das Vorstellungsvermögen des Bühnenbildners eine wesentliche Rolle.
Meist direkt im Anschluss folgen die Beleuchtungsproben.
Der Bühnenbildner hat vorher (manchmal zusammen mit einem Lichtgestalter) ein Beleuchtungskonzept entworfen. Dies geschieht mit Hilfe des Modells oder zunehmend mit dreidimensional arbeitenden, die Beleuchtung präzise simulierenden Computerprogrammen. Oft dauert es mehrere Tage, bis alle Lichtstimmungen eingeleuchtet sind.
Der Bühnenbildner benötigt sehr gute Kenntnisse der Beleuchtungstechnik und Farblichtmischung, denn der optische Eindruck wird damit stark beeinflusst und die psychologische Wirkung eines Bühnenbildes auf den Zuschauer durch die Beleuchtung entscheidend bestimmt.
Die Entstehung einer Theateraufführung ist ein ständig in Bewegung befindlicher schöpferischer Vorgang vieler Künstler, dessen durch den Regisseur bestimmte Richtung niemals abschließend planbar ist. Die Phase der Zusammenführung aller szenischen Elemente kann daher für alle Beteiligten ein schöner oder schmerzhafter Prozess werden.
Zu den meist zwei Hauptproben sollen alle Dekorationen, Requisiten und Kostüme sowie die Beleuchtung komplett fertiggestellt sein. Jetzt wird alles auf den reibungslosen Ablauf des Abends eingerichtet, wobei im Musiktheater die erste Hauptprobe mit Klavier stattfindet und im Allgemeinen letzter Regiearbeit und technischen Vorgängen gewidmet ist, während die zweite mit Orchester dem musikalischen Schliff dient. Bei diesen Proben werden noch Detailänderungen an Bühnenbild, Kostüm und Licht vorgenommen, im Schauspiel sogar noch am Text. Es ist üblich nach der nun folgenden Generalprobe die exakt wie eine Vorstellung abläuft, weitere Veränderungen zu vermeiden.
Der schon auf vielen Proben anwesende Inspizient ist jetzt unsichtbarer Koordinator der Inszenierung. Nach seinen Signalen laufen alle technischen und szenischen Vorgänge und treten die Darsteller auf und ab. Hier ist Fingerspitzengefühl nötig, um das Konzept der Ausstattung und die Inszenierung zu einer schlüssigen Form zusammen zu führen und für den sicheren Ablauf der Vorstellung zu sorgen.
Erst der Abend der Premiere erweist durch die Reaktion von Publikum und Kritik, wieweit die künstlerische Energie von Ensemble und Regie in dem Resultat der Arbeit des Bühnenbildners tatsächlich einen wirkungsvollen Platz gefunden haben.
Einige Studiengänge in Deutschland und Österreich, die zum Bühnenbildner ausbilden:
Kunst (Beruf) | Theaterbau | Bühnenbildner
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