| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Buehl Baden.png | Bühl_(Landkreis_Rastatt)_Karte.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe |
| Regionalverband: | Mittlerer Oberrhein |
| Landkreis: | Rastatt |
| Gemeindeart: | Große Kreisstadt |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 138 m ü. NN |
| Fläche: | 73,21 km² |
| Einwohner: | 29.343 (31. Dez. 2004) |
| Bevölkerungsdichte: | 401 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 9,3 % |
| Postleitzahl: | 77801-77815 (alt: 7580) |
| Vorwahl: | 07223 |
| Kfz-Kennzeichen: | RA |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 16 007 |
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 10 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Hauptstraße 47 77815 Bühl |
| Offizielle Website: | www.buehl.de |
| E-Mail-Adresse: | pr.stadt@buehl.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Hans Striebel (CDU) |
Die Einwohnerzahl der Stadt Bühl überschritt im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre die 20.000-Grenze. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. Januar 1973 beschloss. Mit der Gemeinde Ottersweier hat die Stadt Bühl eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
In den Stadtteilen Altschweier, Eisental, Neusatz, Vimbuch und Weitenung gibt es jeweils eine Ortsverwaltung, bei welcher man die wichtigsten örtlichen Aufgaben einer Kommune erledigen kann. Hier gibt es auch einen Ortsvorsteher. In den Stadtteilen Balzhofen, Moos, Oberbruch und Oberweier gibt es jeweils eine städtische Verwaltungsstelle mit einem Ortsbeauftragten.
Neben den Stadtteilen gibt es weitere Wohnplätze und Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Grenzen jedoch meist nicht genau festgelegt sind. Hierunter gehören zum Beispiel Affental, Bach, Brombach, Bühlerhöhe, Ebene, Einsiedel, Elzhofen, Fischerhöfe, Gebersberg, Hohbaum, Kirchbühl, Müllenbach, Neusatzeck, Ottenhofen, Riegel, Rittersbach, Sand, Schugshof, Schweighof, Waldmatt, Witstung und Wört.
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1805 | 1.822 |
| 1825 | 2.142 |
| 1846 | 2.860 |
| 1. Dezember 1871 | 2.383 |
| 1. Dezember 1880 ¹ | 3.002 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 3.306 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 3.640 |
| 8. Oktober 1919 ¹ | 3.764 |
| 1930 | 4.290 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 4.400 |
| 17. Mai 1939 ¹ | 6.932 |
| 1946 ¹ | 7.049 |
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 13. September 1950 ¹ | 7.735 |
| 6. Juni 1961 ¹ | 9.140 |
| 27. Mai 1970 ¹ | 10.013 |
| 31. Dezember 1975 | 21.596 |
| 31. Dezember 1980 | 22.307 |
| 27. Mai 1987 ¹ | 23.246 |
| 31. Dezember 1990 | 24.667 |
| 31. Dezember 1995 | 27.088 |
| 31. Dezember 2000 | 28.690 |
| 31. März 2004 | 29.132 |
| 31. März 2005 | 29.362 |
| 30. September 2005 | 29.503 |
Anfang des 19. Jahrhunderts zogen auch wieder Protestanten nach Bühl. Eine evangelische Gemeinde gab es ab 1850, die zunächst von Illenau aus versorgt wurde. Einen eigenen Pfarrer gab es ab 1854. Zwei Jahre später erhielt die Gemeinde ein Bethaus und ab 1892 eine eigene Kirche, die 1967 neu erbaut wurde (die heutige Johanneskirche). Die Gemeinde gehörte zunächst zum Kirchenbezirk Rheinbischofsheim, heute zu Baden-Baden und Rastatt. Zur Johannesgemeinde Bühl gehören auch die Protestanten aus einigen Stadtteilen Bühls. Die evangelischen Gemeindeglieder der Stadtteile Altschweier, Neusatz und Sand gehören jedoch zur Christusgemeinde Bühlertal, zur der auch noch Ottersweier gehört.
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde und ihres Betsaals/der Synagoge
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur Markgrafschaft Baden gehörenden Bühl bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 16. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1579 Juden in der Stadt genannt. Nach einer vorübergehenden Ausweisung nach 1622 gab es 1698 wieder elf jüdische Haushaltungen mit 90 Personen in der Stadt, 1721 17 Familien. 1827 wurde Bühl Sitz eines Bezirksrabbinates, zu dem bis zu 15 jüdische Gemeinden in der Umgebung gehörten. Rabbiner Dr. Baruch Mayer wurde auf Grund seiner Verdienste zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1864 mit 301 Personen erreicht. Bis um 1900 ging die Zahl durch Abwanderung auf 226 zurück (1925: 111). Bereits im 19. Jahrhundert bestanden zahlreiche jüdische Handels- und Gewerbebetriebe, die von großer Bedeutung für das wirtschaftliche Leben in der Stadt waren. Um 1933 gab es im Besitz jüdischer Familien noch Branntweinbrennereien, Textilgeschäfte, Viehhandlungen, Eisenwarenhandlungen und Haushaltsgeschäfte, eine jüdische Gastwirtschaft und anderes mehr. Auf Grund der Judenverfolgungen und -ermordungen in der NS-Zeit kamen von den 1933 in Bühl lebenden 72 jüdischen Einwohnern mindestens 24 ums Leben.
Betsaal/Synagoge. Das jüdische Wohngebiet lag bis ins 19. Jahrhundert hinein im Bereich des Johannesplatzes und den anschließenden Seitengasse (Hänferdorf).
Ende des 17. Jahrhunderts verzeichnete die jüdische Gemeinde von Bühl bereits elf Haushaltungen mit 90 Personen. Spätestens dann waren mehr als zehn religionsmündige jüdische Männer in der Stadt, die für die Feier eines Gottesdienstes nötig waren. 1696 behauptete der Barbier Franz Oser in Bühl, der sich im Streit mit dem Schutzjuden Joseph Jacob befand, dass dieser in seinem Haus unmittelbar neben der Kirche eine "teufflische Synagoge" eingerichtet habe, in der ein "Lumpengesindlein, alle Sabbat-, Sonn- und Feiertage" zusammenkäme. 1705 ersteigerte Joseph Jacob das Gasthaus zum Adler. Ihm wurde damals vorgeworfen, zum "Nachteil der christlichen katholischen Religion" eine Synagoge einrichten zu wollen. Es bleibt unklar, ob sich tatsächlich in einem der Häuser ein Betsaal der jüdischen Gemeinde befand bzw. untergebracht werden sollte.
Spätestens seit 1723 hatte die jüdische Gemeinde einen Betsaal im Wohnhaus von Schmaul und Isak Bodemer. Es handelte sich um das frühere Gebäude Schwanenstrasse 18, ein "dreistöckiges Eckhaus am Ende der Schwanen- früher Kornlaubgasse, am Gewerbekanal". Der Betsaal dürfte im dritten Stockwerk oder im Dachgeschoss des Hauses gewesen sein. Im Untergeschoss war möglicherweise ein rituelles Bad vorhanden. 1927 wurde dieses Haus bei der Modernisierung des Johannesplatzes abgebrochen.
1821 begann die jüdische Gemeinde Bühl mit Planungen, "statt der bestehenden baufälligen Synagoge eine neue in einem angenehmeren Style zu erbauen. Sie hat hierzu ein geeignetes Judenhaus gekauft und nach der Baustelle einen Bauriss verfertigen lassen, den wir anmit gehorsamst vorlegen" (Schreiben des Amtes Bühl an das Großherzoglich Badische Landesdirektorium vom 21.1.1822). Die geschätzten Baukosten von 6.000 Gulden wollte die Gemeinde aus eigenen Mitteln aufbringen. Da der Gemeinde gleichzeitig aufgetragen wurde, ein neues rituelles Bad anzulegen, verschob sich zunächst der Baubeginn der Synagoge. Schließlich beschloss man mit Zustimmung der Behörden, zuerst die Synagoge und zu einem späteren Zeitpunkt das Bad zu erstellen. Als Baumeister konnte der Architekt J. Wagner aus Baden-Baden gewonnen werden.
Die neue Synagoge entstand 1823 in Nachbarschaft zur "alten Judenschule". Mehrere Fotos sind erhalten (s.u.), die die Ansicht des Gebäudes zur Schwanenstrasse und in Richtung des "Synagogenplatzes" (seit 1898: Johannesplatz) zeigen. Es wurde ein repräsentatives Gebäude erstellt, dessen klassizistische Fassadengestaltung sich aus der umliegenden Wohnbebauung heraushob. Im Winter wurden die Gottesdienste in einem Betsaal abgehalten, weil die weiträumige Synagoge zu kalt war.
1858 ist die Synagoge renoviert worden. Anlässlich der Wiedereröffnung stiftete das Ehepaar Joseph und Henriette Bielefeld eine kostbare Menora. Zwei Jahre später wurde diese Stiftung von Ehepaar Bielefeld ergänzt durch einen großen goldenen Leuchter. In ihm gab es ein rotes Glasgefäß zur Aufnahme des ständigen Öllichtes für die Verstorbenen und sechs darüber emporragende Lichthalter zur Aufnahme der jeweiligen Jahrzeitkerzen. In den 1850er Jahren wurden in vielen Synagogen des Landes wesentliche Veränderungen in der gottesdienstlichen Ordnung und der Vortragsweise der Melodien durchgeführt. Gleichzeitig wurde ein Harmonium in der Synagoge angeschafft. Nach einem Bericht von 1856 wurden im Bühler Gottesdienst die hebräischen Gesangstücke nach den "Braunschweiger Melodie" gesungen, einzelne einstimmige Tonsätze nach den in Mannheim eingeführten Melodien. Als Gebetbuch verwendete man "so weit als möglich" das Mannheimer Gebetbuch. 1858 wurde ein Synagogenchor gegründet. All diese Veränderungen machten auch dem Bühler Vorsänger David Brandeis einiges zu schaffen. Anlässlich seines 25-jährigen Dienstjubiläums berichtete die "Allgemeine Zeitung des Judentums" 1859: "Der hiesige Vorsänger David Brandeis, ein Mann der alten Schule und im hohen Greisenalter stehend, hat sich mit größter Selbstverleugnung und Hingebung der großen Bemühung unterzogen, welche die seit einigen Jahren schon und namentlich seit der Aufnahme einer Physharmonika (= Harmonium) bei dem hiesigen Gottesdienste eingeführte Ordnung und Vortragsweise ihm auflegen...".
Ein besonderes Jubiläum stand am 1. August 1898 an. Der Synagogenchorverein feierte sein 40-jähriges Bestehen. Unter Leitung von Kantor Bruchsaler wurde ein Konzert in der Synagoge veranstaltet, bei dem die Chöre verschiedene Beiträge darboten. Die Synagoge war angesichts des großen Interesses an diesem Konzert völlig überfüllt.
In der NS-Zeit kamen schon 1935 Übergriffe gegen die Bühler Synagoge vor. In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge am Vormittag des 10. November angezündet. Die Aktion wurde von der Kreisleitung der nationalsozialistischen Partei durchgeführt. Die Feuerwehr war angewiesen worden, nur die Nachbargebäude zu schützen. Der Großteil des Synagogeninventars wurde bei dem Brand zerstört, ein anderer Teil, sakrale Gegenstände, aber auch Teppiche wurden nach dem Brand abtransportiert. Jugendliche zertrümmerten mit Steinen die Fenster des Rabbinates. In den Tagen nach der Zerstörung der Synagoge ließ die Stadtverwaltung die Brandruine samt den Gebäuden des Meierhofs und der jüdischen Schule abtragen. Die Kosten von 1.400 Mark musste die jüdische Gemeinde bezahlen. Da sie über dieses Geld nicht mehr verfügte, entschloss sie sich, das Grundstück der Synagoge hierfür zu verkaufen.
Beim Synagogenbrandprozess nach 1945 wurde ein Beteiligter am Novemberpogrom, ein Mitarbeiter der Kreisleitung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Mann, der die Synagoge anzündete, erhielt eine fünfjährige Zuchthausstrafe.
Das Synagogengrundstück wurde 1983 neu überbaut (an der Stelle der ehemaligen Synagoge heute ein Eiscafé). Am 10. November 1983 wurde von Oberbürgermeister Wendt und Repräsentanten des Oberrates der Israeliten in Baden ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Synagoge enthüllt (Johannesplatz 10).
Seit Erhebung zur Großen Kreisstadt 1973 trägt das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister. Dieser wird für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Hans Striebel endet 2013.
Die Bürgermeister und Oberbürgermeister
Der Stadtteil Weitenung pflegt seit 1972 eine Partnerschaft mit der Gemeinde Mattsee in Österreich. Freundschaftliche Kontakte bestehen darüber hinaus zwischen Bühl und der Stadt Hagenau im Elsass.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Römische Meilenstein, die Bühlotbrücke, die Schwanenstraße, der Johannesplatz, das frisch sanierte "Hänferdorf", die Barockkirche St. Maria und natürlich die Burgruine Alt-Windeck. Ferner gibt es noch den Carl-Netter-Aussichtsturm.
Ende Juli findet jedes Jahr mit der „LuK-Challenge“ ein Paarzeitfahren der Kategorie 1.1 statt.
Alle zwei Jahre gibt es im Juni das "Bühler Stadtfest". Das nächste findet im Jahr 2006 statt.
Der Bahnhof Bühl ist Haltepunkt an der Strecke Karlsruhe-Basel. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen mehrere Buslinien. Seit Ende 2004 ist Bühl an das Streckennetz des Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) angeschlossen. Der 2005 in Betrieb genommene neue Busbahnhof erlaubt den problemlosen Anschluss der regionalen Buslinien an den KVV. Busbahnhof Bühl.jpg
Der Landkreis Rastatt ist Träger der drei Beruflichen Schulen (Gewerbeschule Bühl, Handelslehranstalt Bühl und Elly-Heuss-Knapp-Schule - Hauswirtschaftliche Schule).
Die Privatschulen St. Hedwig - Hauswirtschaftliche Berufsfachschule und die Staatlich anerkannte Fachschule für Altenpflege "Sancta Maria" runden das schulische Angebot Bühls ab.
Ebenfalls in Bühl angesiedelt ist der Waldorfkindergarten „Bühler Zwergenhaus“, ein eingruppiger Kindergarten, in welchem Kinder zwischen 3 und 6 Jahren auf der Grundlage der Menschenkunde Rudolf Steiners pädagogisch betreut werden.
¹ Hitler, Wagner, Göring und Köhler sind keine Ehrenbürger der Stadt Bühl. Das Ehrenbürgerrecht erlischt mit dem Tode. Die Namen der obengenannten werden nachträglich deshalb nicht gelöscht, damit die Lehren aus diesem verhängnisvollen Teil der deutschen Geschichte und damit auch der Stadtgeschichte gezogen werden können.
Die ehemals selbständigen Gemeinden und heutigen Stadtteile haben folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:
Eisental
Moos
Neusatz
Weitenung
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Bühl (Baden)".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world