Die Bückeberge sind ein Höhenzug des Weserberglands im Landkreis Schaumburg. Er liegt zwischen den Orten Bad Eilsen und Bad Nenndorf bzw. zwischen Harrl und Deister. KartevomBückeberg.png
Durch missverständliche Deutung der
Niederdeutschen Sprache ("auf dem Bückeberge") oder zur Abgrenzung vom
Bückeberg bei Hameln, auf dem die
Nationalsozialisten ihre Reichs
erntedankfeste feierten, ist vor Jahrzehnten die heute noch gebräuchliche Plural-Bezeichnung
Bückeberge entstanden, die in vielen Karten verwendet wird.
Für eine Kuppe innerhalb des Höhenzugs bei
Obernkirchen mit dem ehemaligen Gasthaus Walter und den Sandsteinbrüchen wird im allgemeinen die Bezeichnung
Bückeberg verwendet.
Der Bückeberg liegt im alten germanischen
Bukkigau (Bukki =
Buche), ist also der
Berg im Bukki oder der
Buchen-Berg.
Ausdehnung
Der von SW nach NO verlaufende ca. 20 km lange Kamm besitzt nur wenige Erhebungen, wie den
Großen Karl (301 m) bei
Reinsdorf (Schaumburg). Hier knickt der Verlauf nach Norden ab und endet mit den Vorbergen
Münchhausener Berg und
Heisterberg bei
Beckedorf. Während am flachen Nordhang bereits die
Norddeutsche Tiefebene beginnt, liegt am eher steilen Südhang das
Auetal, durch das die
BAB 2 verläuft. Der
Heeßer Berg im Westen ist
Naturschutzgebiet.
Höhe
Die höchste Erhebung ist auf dem Kamm ca. 200 Meter östlich der Einmündung des Weges
Eulenburg mit 367 m über
NN.
Geologie
Der Kamm des Bückebergs besteht aus festem hellem Sandstein, dem
Obernkirchener Sandstein, der zu den besten Europas zählt und, wegen des Umschlagortes
Bremen, unter dem Namen
Bremer Sandstein international bekannt ist. Der westliche Bückeberg enthält Schieferton und Steinkohle, die hier früher auch abgebaut wurde. Im südöstlichen Bereich liegen Jura-
Kalke mit
Salzeinlagerungen. Hier entstehen die
Solequellen bei
Soldorf, die in
Bad Nenndorf für Bäder genutzt werden.
Einzelne Erhebungen der Bückeberge
- Bückeberg (367 Meter ü. NN)
- Großer Karl (301 Meter ü. NN)
- Heeßer Berg (243 Meter ü. NN)
- Steinberg (239 Meter ü. NN)
- Münchhausener Berg (160 Meter ü. NN)
- Heisterberg (153 Meter ü. NN)
Bäche
Zahlreiche Bäche entwässern die Bückeberge, die dann von der
Aue (Bückeburger Aue) und der
Rodenberger Aue aufgenommen werden. Einige davon führen nur im Winterhalbjahr Wasser.
- Hühnerbach
- Kalterbach
- Krebshäger Bach
- Flothbach
- Bornau
- Vornhäger Bach
- Hessbach
- Flahbach
- Salzbach
- Riesbach
- Tiefersicksbeeke
Flora und Fauna
Die Bückeberge tragen Buchen-Fichtenmischwald, in dem es noch viele andere Baumarten gibt wie
Douglasie,
Birke,
Ahorn und
Hainbuche.
Darüber hinaus findet man noch zahlreiche Pflanzennarten wie
Märzenbecher,
Seidelbast,
Besenginster und verschiedene
Farne und
Pilze.
Die Bückeberge beherbergen Rehwild, Mufflons und Schwarzwild. Selten zeigen sich Schleiereule, Turmfalke, Gabelweihe und Baummarder und Steinmarder.
Wirtschaftliche Nutzung
Neben der
Forstwirtschaft nimmt der
Gesteinsabbau eine wichtige Stellung ein.
Der Sandstein des Bückebergs wurde für viele bekannte Bauten verwendet, wie z. B. dem
Kölner Dom, die Rathäuser in
Bremen und
Antwerpen und die Börse im norwegischen
Bergen. Über Jahrhunderte wurde im Bückeberg auch
Kohle abgebaut.
Freizeit
Es gibt in den Bückebergen einige schöne Wanderwege mit Ausblicken in die Täler, aber auch viele dunkle Wirtschaftswege ohne Beschilderung. Für Wanderungen sind Informationen und Karten sehr empfehlenswert.
Auf dem
Bückeberg bei Obernkirchen befindet sich das Jugend-Bildung-Freizeit-Zentrum (JBF-Zentrum).
Waldgaststätten im und an den Bückebergen
- Süße Mutter bei Rolfshagen - geschlossen-
- Gasthaus Walter auf dem Bückeberg - geschlossen-
- Heisterschlößchen bei Beckedorf - geschlossen
Städte und Ortschaften an den Bückebergen
Geschichte
- In den Steinbrüchen fand man einige Spuren von Dinosauriern. 5 Trittsiegel des Iguanodon sind heute in Bad Nenndorf neben dem Schlößchen zu besichtigen.
- Am Hühnerbach bei Obernkirchen liegen die Reste einer alten Sachsenfestung, der Bückeburg mit ihren Wallanlagen.
- Auf dem Heisterberg bei Beckedorf befand sich das Heisterschlößchen, eine Ringwallanlage mit 65 m Durchmesser aus dem 10. Jahrhundert.
Weblinks
Deutsches Mittelgebirge | Geographie (Niedersachsen) | Schaumburg