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Das Böhmische Mittelgebirge (tschech. České středohoří) befindet sich in Nordböhmen (Tschechien) zu beiden Seiten der Elbe. Es erstreckt sich dabei in einer Länge von 80 km zwischen dem Nordböhmischen Becken im Westen und dem Lausitzer Gebirge (tschech. Lužické hory) im Osten. Im Norden geht es fast nahtlos in die Berglandschaft der Böhmischen Schweiz über. Im Süden befinden sich die weiträumigen Niederungen von Ohře (Eger) und Elbe. Das Böhmische Mittelgebirge steht seit 1976 als ChKO České středohoří unter Landschaftsschutz.

Geologie


Entstanden ist dieses Gebirge durch vulkanische Tätigkeit in der Tertiärzeit, wobei sich gewaltige basaltische Lavaströme und Magmamassen, vulkanische Aschen und Tuffe im Gebiet ablagerten. Den Untergrund des Gebirges bilden Orthogneise, Migmatite und migmatisierte Paragneise. Wie auch in den benachbarten Gebieten ( Elbsandsteingebirge, Lausitzer Gebirge, Daubaer Schweiz) lagerten sich im Kreidemeer sandige, tonige und kalkige Sedimente ab. So finden sich unter den vulkanischen Ablagerungen an vielen Stellen Sandsteine und Plänerkalke. Durch Erosion wurden weithin die lockeren vulkanischen Massen abgetragen, so daß die einstigen Vulkanschlote heute als Kegelberge die Landschaft im Norden Böhmens beleben.

Topografische Beschreibung


Ceske-Stredohori.jpg Sehenswert am Böhmischen Mittelgebirge sind besonders die markanten Kegelformen der Berge im südwestlichen Teil des Gebirges, die sich aus einer fast ebenen, baumlosen Landschaft erheben. Im zentralen Teil des Gebirges rücken die Berge dann förmlich zu schildartigen Rücken zusammen. Weiter nördlich wird die Landschaft mittelgebirgsähnlicher mit oft schluchtenähnlichen Tälern und Erhebungen zwischen 600 und 700 Metern. Landschaftlich ebenso prägend ist der tief eingeschnittene Flußlauf der Elbe, der früher oft mit dem Rheintal an der Loreley verglichen wurde. Der am Beginn des Elbedurchbruches liegende engste Abschnitt wird Porta Bohemica (Böhmische Pforte) genannt.

Naturschutz


Logo_ChKO_Böhmisches_Mittelgebirge.gif Seit 1976 steht fast das gesamte Gebiet des Böhmischen Mittelgebirges auf einer Fläche von 1063,17 km² als Chráněná krajinná oblast České středohoří unter Landschaftsschutz. Schutzzweck ist die Erhaltung des europaweit einmaligen Landschaftsreliefes mit den vulkanisch entstandenen Formenelementen und der Schutz der einzigartigen Flora und Fauna. Eine besondere Bedeutung kommt dem Schutzgebiet in der Gewinnung genetisch einwandfreien Saatgutes für die Forstwirtschaft zu. Besonders wertvolle Landschaftsbereiche sind zudem als Naturreservate und Nationale Naturreservate noch unter besonderen staatlichen Schutz gestellt. Der Sitz der Landschaftsschutzgebietsverwaltung befindet sich in Litoměřice (Leitmeritz).

Naturreservate:
rana.jpg (NPR = národní přírodní rezervace, PR = přírodní rezervace)
  • NPR Bořeň (6,7 ha)
  • NPR Oblík (20,0 ha)
  • NPR Raná (1,5 ha)
  • NPR Sedlo (42 ha)
  • PR Čičov (5,61 ha)
  • PR Holý vrch u Hlinné (6,7 ha)
  • PR Kozý vrch (36,9 ha)
  • PR Lovoš (50,0 ha)
  • PR Milá (19,96 ha)
  • PR Milešovka (51,3 ha)
  • PR Radobýl
  • PR Sluneční stráň (7,6 + 2,3 ha)
  • PR Vrabinec

Naturdenkmale:
(NPP = národní přírodní památka, PP = přírodní památka)
  • NPP Bílé stráné (3,4 ha)
  • NPP Boreč (11,23 ha)
  • NPP Březinské tisy (35,0 ha)
  • NPP Kamenná slunce (0,8 ha)
  • NPP Vrkoč (1,4 ha)
  • PP Babinské louky (40,9 ha)
  • PP Hradiště u Hlinné
  • PP Plešivec (32,7 ha)
  • PP Tobiášův vrch (0,46 ha)

Tourismus


Schon im 19. Jahrhundert besuchten erste Reisende die wunderlichen Berge im Norden Böhmens. So besuchte der frühe Welt-Reisende Alexander von Humboldt auch das Böhmische Mittelgebirge. Er bezeichnete die Aussicht vom 835 m hohen Milleschauer, der höchsten Erhebung des Böhmischen Mittelgebirges, als die Drittschönste (!) auf seinen ausgedehnten und vielfältigen Reisen. Maler hielten die Landschaft in romantischen Bildern fest. Als eines der berühmtesten Gemälde gilt das Bild „Überfahrt am Schreckenstein“ von Ludwig Richter, das der Künstler 1837 während eines Aufenthalts im Böhmischen Mittelgebirge schuf. Auch Caspar David Friedrich schuf mit dem Bild „Böhmische Landschaft“ ein Meisterwerk von diesen kegelförmigen Bergen.

Mit dem dann im ausgehenden 19. Jahrhundert sich entwickelnden Tourismus entstanden dann Berggasthäuser und Wanderwege. Die Raddampfer der Sächsisch-Böhmischen Dampfschiffahrtsgesellschaft beförderten nunmehr nicht mehr nur Einheimische, sondern an den Sonntagen auch immer mehr Ausflügler. 1905 wurde mit dem Kegelweg vom Milleschauer zum Jeschken ein Weg geschaffen, der wie auf einer Perlenschnur viele der Kegelberge dem Wanderer erschloß. Erwähnt werden soll auch der LA- Weg zwischen Leitmeritz und Aussig, der bis zum heutigen Tage einer der schönsten Wanderwege in Böhmen ist.

Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach 1945 verfielen viele der einst mühsam von den Gebirgsvereinen geschaffenen touristischen Objekte völlig. Nur das dichte Wanderwegenetz von einst hat die Zeiten überdauert. Der Neubau des Aussichtsturmes auf dem Varhošť stellt die einzige nennenswerte Investition in den Tourismus in 40 Jahren Sozialismus dar. Heute ist das Böhmische Mittelgebirge umsomehr ein Ziel für Naturliebhaber, die sich wie eh und je an der Erhabenheit der sprichwörtlichen böhmischen Berge erfreuen.

Bemerkenswerte Erhebungen


Milleschau-WJP-1.jpg (Milleschauer)]] Lobosch.jpg(Lobosch), ]] Hasenburg-WJP.jpg | Mila.jpg (Millayer Berg)]]

Einige Ortschaften im Böhmischen Mittelgebirge


Literatur


  • Leitmeritz und das Böhmische Mittelgebirge, Herausgeber: Heimatkreis Leitmeritz, Fulda 1994

siehe auch:


Weblink


Gebirge in Tschechien | Böhmen | Mittelgebirge | České středohoří

 

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