Die Böhmisch-Mährische Höhe (tschechisch Českomoravská vrchovina oder auch Vysočina) ist ein über 150 km langer, weitläufiger Höhenzug, der sich in nordöstlicher Richtung quer durch Tschechien zieht und die Grenze zwischen Böhmen und Mähren darstellt.
Das Gebirge wird auch als Mährischer Rücken, Böhmisch-Mährischer Höhenrücken, Böhmisch-Mährische Hochfläche, Böhmisch-Mährisches Plateau, Böhmisch-Mährischer Höhenzug, Böhmisch-Mährischer Gebirgsrücken oder Böhmisch-Mährisches Bergland bezeichnet.
Es stellt ein langwelliges Hügelland im Höhenbereich von etwa 500 - 800 Meter dar und ist in den Niederungen relativ dicht besiedelt. Seine sanften Höhen sind mit Einzelgehöften und auch vereinzelt mit Ferienwohnungen und -Häusern überzogen. Die lieblich gerundeten Gipfelflächen bieten dem Wanderer und Urlauber schöne Rundblicke auf Landschaft, Täler und Burgen oder vielfältige Möglichkeiten zur Ausübung von Sport.
Die Böhmisch-mährische Höhe ist knapp 200 km lang und macht den Eindruck eines Hügellandes, obwohl sie Höhen bis 840 m erreicht. In weiten Teilen ist es eine langwellige Hochfläche, die nur durch vereinzelte, teilweise tief eingeschnittenen Täler gegliedert ist.
Diese Täler sind relativ dicht besiedelt, die Höhen etwa zur Hälfte bewaldet. Die andere Hälfte sind oft kilometerweite Kukuruz- oder Getreidefelder, deren Größe eine Folge der kollektiven Bewirtschaftung in den Zeiten der CSSR von 1945 bis 1989 ist.
In der ersten Phase (variszische Gebirgsbildung) entstanden Eruptivgesteine des Devon und Karbon. Es kam zu Bildung tektonischer Klippen und eines riesigen Gebirgszugs, der sich von den (damals noch nahen) Appalachen über Nordspanien, die Bretagne und das Massif Central bis nach Mitteldeutschland und Mähren zog. Ein Zeuge dieser Gebirgsbildung, die auch hercynische Faltenbildung heißt, ist bis heute die Überschiebung des Moldanubikum (s.a. Mühl- und Waldviertel) auf das Moravikum. Dieses wurde tief subduziert, teilweise aufgeschmolzen und sein Magma bildete im Hochsteigen Plutone aus Granit und Ferrit.
Im Laufe hunderter Jahrmillionen wurde das Gebirge von einigen Kilometern Höhe auf nur 800 m erodiert. Im Süden geriet es bei den Gebirgsbildungen des Tertiär tief unter die Alpen. Doch zeigt die böhmische Masse auch Gesteine, die als kaledonische Reste sogar über 800 Mill. Jahre alt sind, und junge Sedimente etwa bei Boskovice oder zwischen Gmünd und České Budějovice (Budweis).
Das Gebirge ist in mehrere Regionen eingeteilt. Das Iglauer Gebirge (tschech. Jihlavské vrchy) ist zwar der höchste Teil (Javořice 837 m.ü.Adria), doch sind die Saarer Berge bedeutender unter anderem für den Tourismus.
Viele Talausgänge werden von Burgen beherrscht, die teilweise in der Zeit der Hussitenkriege in der Nähe der Stadt Tabor (Stadt) errichtet wurden.
Am Randabfall des Höhenzuges liegen touristisch und kulturell reizvolle Städte mit oft sehr mittelalterlichem Flair, von denen Leitomischl und Teltsch die schönsten sind.
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