Der Boden (von althochtd.: bodam) ist die von bodenbildenden Prozessen geprägte Grenzzone zwischen der Lithosphäre (Gesteinsschicht) oder Biosphäre mit der Atmosphäre oder Hydrosphäre. Dieser Bereich (die Pedosphäre) ist meist von Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzt.
Die wichtigste Rolle spielt der Boden als zentrale Lebensgrundlage für Pflanzen und direkt oder indirekt für Tiere und Menschen.
In der Bodenkunde werden die häufigsten Betrachtungen und Definitionen in einem Bereich von 0,00 m bis 1,50 m angewandt. Oft liegt unterhalb dieser Marke nur zerkleinertes Gestein mit wenig veränderter Zusammensetzung vor. Jedoch genau diese Veränderungen des Substrates im zeitlichen Verlauf der Bodenbildung sind Voraussetzung einer detaillierten Beschreibung und Benennung der verschiedenen Bodentypen. Allgemein verläuft die Entwicklung von sehr flachen, sehr steinigen Böden zu tiefgründigen, feinkörnigeren Böden bzw. von schwach zersetztem, mineralienreichem Gestein zu stark zersetzten, ausgewaschenen Böden. Aus dem vorhandenen Substrat, der Bodenart, entwickelt sich durch „äußere“ Einflüsse (wie Klima, Vegetation, Nutzungsart) im Laufe der Zeit ein Bodentyp mit spezifischen Eigenschaften. Weiter kann noch eine Bodenform ausgeschieden werden. Sie bildet das Gesamtbild aus Bodenart und Bodentyp.
Einige praktische Anwendungsbereiche der Bodenkunde sind Bodenschutz, Landwirtschaft und Forstwirtschaft.
Die Lebewesen spielen ihrerseits eine wichtige Rolle bei der Bodenentwicklung (Pedogenese), insbesondere durch die Produktion und Einarbeitung von Humus. Sie sorgen auch für Be-/Durchlüftung sowie für eine Durchmischung des Bodens (Bioturbation). Die obere organisch beeinflusste Bodenschicht wird als Oberboden bezeichnet.
Einige praktische Anwendungsbereiche der Bodenkunde sind Bodenschutz, Landwirtschaft und Forstwirtschaft.
Zudem sind Böden sowohl aus erdgeschichtlicher als auch aus kulturhistorischer Sicht wertvolle Archive. Einige dieser Archive sind durch die menschliche Nutzung oder auch durch natürliche Prozesse bedroht: Sie gilt es zu erfassen und zu erforschen, bevor sie gänzlich verloren sind. Andere Bodenarchive werden auch nachfolgende Generationen noch erkunden können, besonders jene, die wir heute durch unsere Aktivitäten –bewusst oder unbewusst- selber anlegen.
Da dieses Gesetz im Zuge der behördlichen Anwendung auf die gesamte Bodenkunde bzw. mit dem Boden als solches verbundene Maßnahmen ausstrahlt, kommt dieser Definition des Bodens auf Basis der Bodenfunktionen in Deutschland eine zunehmend größere Bedeutung zu.
Wichtige charakteristische Eigenschaften eines Bodens sind:
In der Bodenkunde werden die physikalisch-chemischen und ökologischen Eigenschaften der verschiedenen Bodenformen untersucht, beispielsweise die Fähigkeit, in den entstehenden Hohlräumen je nach Porengröße eher Wasser oder Luft zu speichern und in Abhängigkeit von der Porengröße die Pflanzenverfügbarkeit des gespeicherten Wassers.
Auf die deutsche Klassifikation geht der Artikel Bodentyp ein.
Eine besondere Gruppe von potentiellen Schadstoffen sind die Schwermetalle. Einige (z.B. Eisen, Mangan, Zink, Kupfer) gehören zu den unentbehrlichen (essentiellen), wenn auch nur in kleinen Mengen benötigten Pflanzennährstoffen (Spurenelemente). Im Überfluss wirken sie giftig (toxisch). Zu den bedenklichen Schwermetallen im Boden zählen Blei, Cadmium, Zink, Kupfer, Chrom, Nickel, Quecksilber. Für alle Schwermetalle gilt:
Der Schwermetalleintrag durch die übliche Bewirtschaftung ist gering. Lediglich bei starker Anwendung kupferhaltiger Spritzmittel im Wein- und Hopfenbau sowie bei langjährig starker Schweinegülledüngung wurden gelegentlich bedenkliche Cu-Anreicherungen beobachtet. Die Cadmiumeinträge durch P-Düngemittel auf Rohphosphatbasis haben bisher zu keiner nachweisbaren Bodenbelastung geführt. Dementsprechend gering ist die mittlere Schwermetallbelastung landwirtschaftlich genutzter Böden. Auch die Einträge aus der Luft sind in ländlichen Gebieten im allgemeinen gering.
Im intensiven Pflanzenbau werden mögliche Schadstoffe als Pflanzenschutzmittel gezielt zur Bekämpfung von Unkräutern, Krankheiten und Schädlingen eingesetzt. Damit Pflanzenschutzmittel nicht zu Schadstoffen werden, sind sie mit besonderer Umsicht anzuwenden. Bei unsachgemäßer Anwendung von Herbiziden können Nachbauprobleme auftreten. Einige Fungizide und Insektizide können das Bodenleben schädigen. Unter ungünstigen Bedingungen können Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln mit dem Wind verfrachtet werden und andernorts mit dem Niederschlag wieder auf den Boden gelangen. In Extremfällen kann die Verflüchtigung des Wirkstoffs mehr als 90% betragen. Zu den Stoffen mit den weltweit größten Problemen gehören die Chlorierten Kohlenwasserstoffe (CKW). In der Land- und Forstwirtschaft hat der frühere langjährige Einsatz von schwer abbaubaren (persistenten) Insektiziden wie DDT, Lindan, Heptachlor, Aldrin, Dieldrin und von Fungiziden wie dem Saatgutbeizmittel Hexachlorbenzol (HCB) örtlich zu Belastungen geführt. Aufgrund ihres langsamen Abbaus können sich die Stoffe über dem Pfad Boden-Pflanze-Tier-Mensch in der Nahrungskette anreichern. Im tierischen und menschlichen Organismus werden sie vorrangig in der Leber gespeichert. Aus der Luft und mit Abfällen (z.B. Klärschlamm, Bioabfallkompost) können Spuren hochgiftiger organischer Schadstoffe wie Polychlorierte Biphenyle (PCB), Dibenzodioxine und -furane (PCDD/F), Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) in den Boden gelangen. Viele von ihnen können durch die Bodenmikroorganismen nur sehr schwer abgebaut werden. Nach bisheriger Kenntnis werden sie aber von den Pflanzenwurzeln kaum aufgenommen. Sie werden auch nicht ausgewaschen, können jedoch durch Verschmutzung der Ernteprodukte in die Nahrungskette gelangen.
Siehe auch: Kulturboden, Bodeninformationssystem, Haftwasser, Ackerzahl, Bodenklassifikation, Bodenuntersuchung
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"Boden (Bodenkunde)".
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