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Aztekischer Kalenderstein.jpg Der Azteken-Kalender besitzt große Ähnlichkeit mit dem älteren Maya-Kalender. Er verwendet zum Beispiel auch eine 52 jährige Kalenderrunde. Allerdings weichen die Datumsbezeichnungen voneinander ab. Der Azteken-Kalender verfügt außerdem nicht über die strikt eingehaltene Lange Zählung des Maya-Kalenders. Nur in sehr wenigen Fällen wurden bei den Azteken die zurückliegenden Jahresbündel von je 52 Jahren in Form von mehreren Ährenbündeln dargestellt.

Monate


Das bürgerliche aztekische Jahr besteht aus 18 Perioden zu je 20 Tagen (meist Monate genannt, obwohl keine Beziehung zum Mond besteht). Ein bürgerlicher Monat besteht aus vier Wochen zu 5 Tagen. Der bürgerliche Kalender wird auch mit Tonalpohualli, Sonnenzählung, bezeichnet.

Die bürgerlichen "Monate" werden nach dem Fest benannt, das sie einleitet:

Nr. Name (Aussprache) Bedeutung Beginn
1. Atlcauallo (atl-kawallo) Verschließen/Stillstand der Wasser Anfang Februar
2. Tlaca-xipe-ualiztli (tlaka-sipe-walistli) Fest des Menschenschindens Ende Februar
3. Tozoztontli (tosostontli)
auch: Xilomanizte (silomaniste)
kleine Nachtwache
auch: Fest des jungen Maises
Mitte März
4. Hue-itozoztli (we-itosostli)
auch: Coanilhuitl (kwa-nilwitl)
große Nachtwache
auch: Schlangenfederfest
Anfang April
5. Tozcotzintli (toskosintli)
auch: Toxcatl (toskatl)
kleines Fasten
auch: schlüpfrige Periode
Ende April
6. Hue-tozcoztli (we-toskostli)
auch: Etzalqualiztli (etsalkalistli)
großes Fasten
auch: Bohnenbrei-Essen
Mitte Mai
7. Te-cu-ilhui-tontli (teku-ilwitontli) kleines Prinzenfest
oder Fest der jungen Herren
Anfang Juni
8. Hue-itcu-ilhuitl (we-itku-ilwitl) großes Prinzenfest
oder Fest der erwachsenen Herren
Ende Juni
9. Micta-ilhui-tontli (mitka-ilwi-tontli)
auch: Tlaxo-chimaco (tlascho-tschimako)
kleines Totenfest
auch: Kommen der Blumen oder Blumenopfer
Mitte Juli
10. Hue-micta-ilhuitl (we-mitka-ilwitl)
auch: Xocotl-huetzi (Schokotl-wetsi)
großes Totenfest
auch: Fallen der Früchte
Anfang August
11. Ochpaniztli (Otschpanistli) Fest der Besen Ende August
12. Teotelco (tjotelko) Rückkehr der Götter Mitte September
13. Tepe-ilhuitl (tepe-ilwitl) Fest der Berge Ende September
14. Quecholli (ketscholli) kleiner Vogel Mitte Oktober
15. Pan-quetzal-iztli (pan-ketzal-istli) Hissen der Quetzalfederfahnen oder Erheben der Banner Anfang November
16. Atemoztli (atemostli) Fallen der Wasser oder Regen Ende November
17. Tititl (tititl) stürmisches Wetter Mitte Dezember
18. Izcalli (iskalli) Steinhaus oder Wachstum Anfang Januar

Am Ende dieser 360 Tage werden fünf "Nichttage" (nemontemi) angehängt. Diese heißen auch "leere" oder "unglückliche Tage".

Neben dem bürgerlichen Kalender, der sich an der Sonne orientierte, gab es noch den rituellen Kalender mit dem Namen Tonalpohualli, Tages*zählung.

Der Rituelle Kalender wurde vornehmlich von Priestern und Wahrsagern verwendet. Der rituelle Kalender verwendet eine 13 tägige Periode,die mit den Zahlen 1 bis 13 ausgedrückt wurde, und 20 Zeichen (Namen und Bilder von Tieren, Pflanzen und Naturerscheinungen), die in Kombination 260 Tage ergeben.

Calendário Asteca.jpg

Weil 365 (die Tage des bürgerlichen Jahres) und 20 (die Zeichen des Ritualkalenders) den gemeinsamen Teiler 5 haben, kann nur jedes 5. Zeichen auf einen bestimmten Tag des Jahres fallen. Die Jahre stehen deshalb rotierend unter allen 13 Zahlen aber nur 4 Zeichen, die mit den vier Himmelsrichtungen, verbunden werden:

  • Osten - Rohr (acatl)
  • Norden - Feuerstein oder Steinmesser (tecpatl)
  • Westen - Haus (calli)
  • Süden - Kaninchen (tochtli; spr. totschtli)

52-Jahres-Zyklen


Aus der Kombination der Jahre mit den 13 Zahlen und 4 Zeichen ergeben sich 52 Möglichkeiten für die Benennung der Jahre. Daraus wird eine Periode abgeleitet, der mit dem Jahr "1-Kaninchen" beginnt, gefolgt von "2-Rohre", "3-Feuerstein", "4-Haus" usw. bis mit "13-Kaninchen" alle Namenszeichen dreizehnmal an der Reihe waren. Darauf folgt die Neufeuerzeremonie unter dem Zeichen des Feuerbohrers. Die letzte Neufeuerzeremonie fand Ende Januar/Anfang Februar 1507 statt.

Eine zweiundfünfzigjährige Periode nennt man xiuhmolpilli, Jahresbündel. Ein Jahresbündel besteht aus vier tlalpilli genannten Zyklen. Ein tlalpilli besteht somit aus dreizehn aztekischen Jahren. Zwei Jahresbündel bildeten zusammen ein Alter, cehuehuetiliztli, von 104 Jahren.

Erster Tlalpilli

deutscher Name aztekischer Name
1. Kaninchen Ce Tochtli
2. Rohre Ome Acatl
3. Feuerstein Jei Tecpatl
4. Haus Nahui Calli
5. Kaninchen Macuilli Tochtli
6. Rohre Chicuace Acatl
7. Feuerstein Chicome Tecpatl
8. Haus Chicuei Calli
9. Kaninchen Chicuhnahui Tochtli
10. Rohre Matlactli Acatl
11. Feuerstein Matlactli ozce Tecpatl
12. Haus Matlactli omome Calli
13. Kaninchen Matlactli omey Tochtli

Zweiter Tlalpilli

deutscher Name aztekischer Name
1. Rohre Ce Acatl
2. Feuerstein Ome Tecpatl
3. Haus Jei Calli
4. Kaninchen Nahui Tochtli
5. Rohre Macuilli Acatl
6. Feuerstein Chicuace Tecpatl
7. Haus Chicome Calli
8. Kaninchen Chicuei Tochtli
9. Rohre Chicuhnahui Acatl
10. Feuerstein Matlactli Tecpatl
11. Haus Matlactli ozce Calli
12. Kaninchen Matlactli omome Tochtli
13. Rohre Matlactli omey Acatl

Dritter Tlalpilli

deutscher Name aztekischer Name
1. Feuerstein Ce Tecpatl
2. Haus Ome Calli
3. Kaninchen Jei Tochtli
4. Rohre Nahui Acatl
5. Feuerstein Macuilli Tecpatl
6. Haus Chicuace Calli
7. Kaninchen Chicome Tochtli
8. Rohre Chicuei Acatl
9. Feuerstein Chicuhnahui Tecpatl
10. Haus Matlactli Calli
11. Kaninchen Matlactli ozce Tochtli
12. Rohre Matlactli omome Acatl
13. Feuerstein Matlactli omey Tecpatl

Vierter Tlalpilli

deutscher Name aztekischer Name
1. Haus Ce Calli
2. Kaninchen Ome Tochtli
3. Rohre Jei Acatl
4. Feuerstein Nahui Tecpatl
5. Haus Macuilli Calli
6. Kaninchen Chicuace Tochtli
7. Rohre Chicome Acatl
8. Feuerstein Chicuei Tecpatl
9. Haus Chicuhnahui Calli
10. Kaninchen Matlactli Tochtli
11. Rohre Matlactli ozce Acatl
12. Feuerstein Matlactli omome Tecpatl
13. Haus Matlactli omey Calli

Schaltjahre


Es ist in der Fachwelt sehr umstritten, ob die Azteken einen Schaltmechanismus verwendeten oder nicht.

Der wissenschaftliche Wiederentdecker Amerikas Alexander von Humboldt beschreibt den Schaltmechanismus in seinem Werk folgendermaßen: "Am Ende jedes 52-Jahres-Zyklus wurden 13 Tage eingeschaltet." Daraus ergibt sich ein durchschnittliche Jahreslänge von 365 Tagen und 6 Stunden. Das weicht vom tropischen Jahr mehr als 11 Minuten ab. Die Genauigkeit dieser Schaltjahresmethode wäre somit mit dem Julianischen Kalender vergleichbar.

Ein sehr bekannter und anerkannter Maya-Forscher Michael D. Coe von der Yale University meint dagegen in einer seiner Veröffentlichungen: "there is no evidence that the Mesoamericans ever intercalated days or leap years."

Es gibt demnach keinen zweifelfreien Beweis der für oder gegen einen Schaltzyklus spricht, nur Indizien. Auf der englischen Diskussionsseite von Wikipedia kann man sich einen guten Überblick über die verschiedenen Theorien und deren Verfechter erfahren.

Tageszyklus


Wie bei den Jahren werden auch die Tage abwechselnd nach den Himmelsrichtungen benannt. Hier hat allerdings jede Himmelsrichtung fünf Zeichen, wodurch sich insgesamt 20 Tageszeichen ergeben:

O cipactli (Krokodil oder Alligator)
N ehecatl (Wind)
W calli (haus)
S cuetzpallin (Eidechse)
O coatl (Schlange)
N miquiztli (Tod)
W mazatl (Hirsch)
S tochtli (Kaninchen)
O atl (Wasser)
N itzcuintli (Hund)
W ozomatli (Affe)
S malinalli (Gras)
O acatl (Rohr)
N ocelotl (Jaguar oder Ozelot)
W cuautli (Adler)
S cozcaquautli (Geier)
O ollin (Bewegung oder Erdbeben)
N texpatl (Feuerstein oder Steinmesser)
W quiatuitl (Regen)
S xochitl (Blume)
Die vier Tageszeichen, die gleichzeitig Jahreszeichen sind, sind hervorgehoben. Auch die Tageszeichen werden von 1 bis 13 durchnumeriert, woraus sich ein Zyklus von 260 Tagen ergibt. Die Jahresnamen ergeben sich aus dem Namen des 360. Tages. Da während der fünf Nichttage die Tage weitergezählt wurden, nicht jedoch am Schalttag, können nur vier der zwanzig Zeichen für die Jahre namengebend sein.

Erstmalige Verwendung


Um die unterschiedlichen Kalendersysteme miteinander zu vergleichen und somit auch den Entwicklungsstand der Menschheit zu dokumentieren trage hier das "Alter" dieses Kalendersystems ein.

Siehe auch


Weblinks


Literatur


  • von Humboldt, Alexander: Ansichten der Kordilleren und Monumente der eingeborenen Völker Amerikas, Eichborn, Frankfurt am Main 2004. ISBN 3821845384

Kalender | Azteken

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