Der von Axel Springer 1946 gegründete Verlag Axel Springer ist Deutschlands größter Zeitungsverlag und verlegt unter anderem die Bild und Die Welt.
Der Sitz des Unternehmens ist Berlin mit weiteren Zentralen in Hamburg und München.
50 % (plus 10 Aktien) der Anteile werden von der Axel Springer Gesellschaft für Publizistik GmbH & Co. gehalten. An dieser sind Friede Springer zu 90 % sowie Ariane und Axel Sven Springer zu je 5 % beteiligt. Friede Springer hält zudem direkt 10 % Aktien und kontrolliert somit insgesamt 55,00003 %, also die Mehrheit der stimmberechtigten Aktien.
Weiterhin hält die Hellman & Friedman LLC 19,4 % der Aktien. 9,8 % gehören der Aktiengesellschaft selbst, und 10,8 % befinden sich in Streubesitz. [http://www.kek-online.de/db/index.php?c=268&mt=3&s=&f=1
Vorsitzender des Vorstands ist Dr. Mathias Döpfner, Vorsitzender des Aufsichtsrats Dr. Giuseppe Vita. Einzelnen Zeitungsgruppen sind eigene Verlagsgeschäftsführer zugeordnet.
Das Kerngeschäft der AG stellt immer noch der Verlag von Tageszeitungen und Zeitschriften dar. Hierbei sind neben der überregionalen Bild und Die Welt vor allem die Berliner und Hamburger Lokalzeitungen (B.Z., Berliner Morgenpost und Hamburger Abendblatt) nennenswert.
Neben der Hörzu verlegt die AG die Fernsehzeitschriften BildWoche, FunkUhr, TVNeu und TV Digital. Auch in diesem Bereich wurden Redaktionen zusammengelegt, da der Verlag sich Synergieeffekte erhoffte.
Sie besitzt weiterhin eigene Druckereien und ist am Pressegroßhandel beteiligt. In den letzten Jahren wurden Beteiligungen an Online-Diensten erworben.
Auf der Aktionärsversammlung am 27. April 2005 in Berlin lobte Döpfner neben BILD die Berliner Morgenpost und die Welt am Sonntag als Zeitungsgewinner des vergangenen Geschäftsjahres.
Der Umsatz im Geschäftsjahr 2004 betrug rund 2,40 Mrd. €, zusammengesetzt aus Umsätzen aus dem Vertrieb (1,17 Mrd. €), dem Anzeigengeschäft (0,95 Mrd. €) und übrigen Umsätzen (0,29 Mrd. €). * Der Konzern erwirtschaftet also rund die Hälfte seiner Umsätze mit dem Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften.
Die Beschäftigtenzahl stagnierte im Jahr 2005 weiterhin bei etwas mehr als 10.000 Festangestellten. Zum Amtsantritt vor Vorstandschef Döpfner lag die Zahl noch bei 14.000 Beschäftigten.
Nach der Gründung im Jahr 1946 gibt Springer in seinem Hamburger Verlag zunächst die Fernsehzeitschrift Hörzu, die ursprüngliche Bild sowie Die Welt heraus. 1959 erwirbt er die Mehrheit am Berliner Ullstein-Verlag und damit an der B.Z. und der Berliner Morgenpost.
Im Jahre 1966 wurde das Verlagshauses an der Berliner Mauer erbaut.
Die 68er-Bewegung protestierte gegen die „Springerpresse“ - Vorwurf war neben des Meinungsmonopols, das der Bild nachgesagt wird vor allem die "reaktionäre Berichterstattung". Die Proteste verschärften sich nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April 1968 durch den vermutlich rechtsextremen Josef Bachmann - zuvor wurde Rudi Dutschke von der Bild als "Staatsfeind Nr. 1" bezeichnet und zum „Ergreifen“ der „Rädelsführer“ aufgerufen. Bei den folgenden Kundgebungen kam es zu den schwersten Ausschreitungen in der Geschichte der Bundesrepublik. Heinrich Böll veröffentlichte 1974 seine Erzählung Die verlorene Ehre der Katharina Blum, in der er die Boulevardpresse scharf kritisiert.
Nach dem Tod Axel Springers 1985 übernimmt seine Witwe Friede die Konzernleitung und erweitert die Geschäftstätigkeit in den 1990er Jahren ins europäische Ausland.
Der Medienunternehmer Leo Kirch scheidet 2002 endgültig aus dem Unternehmen aus.
Im Sommer 2005 kündigte Springer an, sie wolle ihren bisherigen Anteil an der ProSiebenSat.1 Media AG (die TV-Sender ProSieben, Sat.1, Kabel 1, N 24, 9Live) erheblich ausweiten und neben allen (stimmberechtigten) Stammaktien auch rund ein Viertel der Vorzugsaktien erwerben. Das Gebot des Springer-Konzerns an die Investorengruppe um den US-Amerikaner Haim Saban betrug 4 Mrd. Euro. Der Umstand entbehrte nicht einer gewissen Ironie: Saban hatte 2003 die TV-Gruppe für preisgünstige 500 Mio. Euro erworben; der Springer-Konzern war vor einer (damals viel billigeren) Übernahme zurückgeschreckt.
Im November 2005 wurde die Übernahme vorläufig untersagt. Die Medienkommission KEK kritisierte ein Meinungsmonopol, wenn die Bild-Zeitung und ProSiebenSat.1 in einer Hand lägen. Als Kompromiss schlug sie einen Beirat vor, der die inhaltliche und wirtschaftliche Kontrolle über einen der beiden großen Sender ProSieben oder Sat.1 übernehmen sollte. In einem Zwischenbescheid des Bundeskartellamts im selben Monat wies dieses darauf hin, dass die Fusion aufgrund zu starker wirtschaftlicher Konzentration im Medienmarkt wahrscheinlich nicht genehmigungsfähig sei. Springer wollte jedoch die volle wirtschaftliche Kontrolle über die Sender behalten und auch keinen von beiden zu veräußern. Im Gegenzug bot das Unternehmen an, sich von Überkreuzbeteiligungen mit dem Medienkonzern Bertelsmann zu trennen und ferner die fünf Programmzeitschriften des Verlags zu verkaufen.
Das Angebot bewertete die KEK als nicht genügend und gab darum am 10. Januar 2006 bekannt, dass sie die Springer-Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG als nicht medienkonzentrationsrechtlich unbedenklich bestätigen könne: Springer müsse sich entweder von der Bild-Zeitung trennen, oder einer der beiden großen TV-Sender (Sat.1 oder ProSieben) müsse vor einer Übernahme durch Springer aus dem Konglomerat herausgelöst werden. Darauf bot Springer am 11. Januar den Verkauf von ProSieben an, zog das Angebot aber am 16. Januar wieder zurück. Begründung: Springer könne VOR der Übernahme keinen TV-Sender verkaufen, der ihm formaljuristisch ja noch gar nicht gehöre. Zudem schien dem Vorhaben Haim Saban ablehnend gegenüber zu stehen, der die TV-Sender nur im Komplett-Paket abzugeben bereit scheint.
Am 24. Januar 2006 verbot das Bundeskartellamt endgültig die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch den Springer-Konzern. Dagegen konnte Springer nur noch auf zwei Wegen vorgehen: mit einer Klage gegen das Bundeskartellamt oder mit der Einholung einer Ministererlaubnis, die innerhalb eines Monats nach einem definitiven Votum des Bundeskartellamts zu beantragen gewesen wäre. Der Ministerentscheid hätte dann innerhalb von vier Monaten ergehen müssen.
Gegen den negativen Bescheid der KEK konnte hingegen nicht Springer, sondern ausschließlich eine der Landesmedienanstalten Einspruch einlegen. Diesen kündigten die Landesmedienanstalten Bayern und Rheinland-Pfalz am 26. Januar an. (Ein KEK-Votum kann mit einer Dreiviertel-Mehrheit der Stimmen der 15 Medienanstalten im Rahmen der Konferenz der Direktoren der Landesmedienanstalten aufgehoben werden).
Am 1. Februar 2006 erklärte der Springer-Konzern jedoch überraschend, dass er von seinen Übernahmeplänen endgültig Abstand nehme. Springer wolle sich nicht weiter einem langwierigen und in der Konsequenz unabsehbaren Prozedere zu unterwerfen. Man wende sich digitalen Märkten zu und wolle im Ausland expandieren. Dennoch gab das Verlagshaus am 24. Februar bekannt, dass es vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf gegen die Entscheidung des Bundeskartellamts Beschwerde einlegen werde. Das Verfahren solle Rechtssicherheit für künftige Akquisitionen schaffen, da das Unternehmen bei Aufrechterhaltung der Untersagungsgründe kaum noch Raum sähe für Zukäufe in Deutschland.
Die gescheiterte Übernahme von ProSiebenSat.1 kann als erste Niederlage von Springer-Vorstandschef Döpfner gesehen werden.
Am 7. März 2006 gab der Konzern bekannt, den Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 2. März für die reformierten Rechtschreibung entsprechend der Vorschläge des Rats für deutsche Rechtschreibung ab den 1. August für alle Erzeugnisse zu übernehmen, jedoch bei optionalen Schreibweisen weitestgehend die «klassische» Rechtschreibung anzuwenden. Die damalige Ablehnung kommentierte Mathias Döpfner in der Süddeutschen Zeitung mit folgenden Worten: "Der Ansatz war völlig richtig. Wir haben aber die politische Wirkung unterschätzt. Das war naiv. Denn sofort begannen die Angriffe, ein Kartell habe sich Rechte angemaßt, was allein dem Parlament und dem Gesetzgeber zustehe. Warum haben Politiker eigentlich mehr Rechte als die, die von Sprache leben: Schriftsteller, Journalisten, Verleger?"
Berliner Zeitung vom 09. März 2006
Berliner Morgenpost vom 28. April 2006
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